{"id":198,"date":"2015-10-17T00:23:38","date_gmt":"2015-10-17T02:23:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/?p=198"},"modified":"2016-03-17T14:06:28","modified_gmt":"2016-03-17T17:06:28","slug":"oh-gott-lateinamerika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2015\/10\/17\/oh-gott-lateinamerika\/","title":{"rendered":"Oh Gott, Lateinamerika!"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify\">Zur Single-Story-Thematik in Uruguay<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Vor kurzem ging auf meinem Blog folgender Kommentar zu meinen <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2015\/10\/15\/monte-vido-eu\/\">Bildern aus Montevideo<\/a> ein: \u201eSieht alles sauber und schick aus. Ist das Land wirklich so reich oder sind das nur die wenigen Ausnahmen auf deinen Bildern? Favelas? Baracken? Stra\u00dfenm\u00fcll?\u201c Hinter dieser scheinbar so einfachen Frage verbirgt sich ein komplexes Themenfeld, das auf dem Vorbereitungsseminar mit dem Schlagwort \u201eSingle Story\u201c umrissen wurde. Bereits vor meiner Abreise hie\u00df es: \u201eOh Gott, Lateinamerika! Da willst du hin? Spinnst du?!!\u201c. Es wird also Zeit, ein wenig aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2015\/10\/17\/oh-gott-lateinamerika\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><!--more--><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">Was ist eine &#8222;Single Story&#8220;?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Von einer Single Story (deutsch: einzigen Geschichte) spricht man, wenn \u00fcber ein Land international nur eine einzige Geschichte verbreitet wird, sodass diese einzelne Geschichte schlie\u00dflich die Wahrnehmung der Bev\u00f6lkerung \u00fcberdeckt und der Name des Landes sofort mit gewissen Schlagworten in Verbindung gebracht wird. Wer \u201eAfrika\u201c sagt, denkt in Deutschland sofort an \u201eArmut, Hunger, Ebola\u201c und wer \u201eSyrien\u201c sagt, h\u00f6rt nur noch \u201eAssad, Krieg, IS\u201c. Wer \u201eUkraine\u201c sagt, bekommt seit einem Jahr nur noch \u201eKrise, Russland, MH17\u201c als Antwort, und wer auf einem bayerischen Volksfest \u201eKosovo\u201c ins Bierzelt ruft, dem schallen die Schlagworte \u201eAsylmissbrauch, Armutseinwanderung, Wirtschaftsfl\u00fcchtling\u201c entgegen. Dabei bestehen alle diese L\u00e4nder aus mehr als den negativen Schlagworten, wie sicher jeder, der dort einmal gewesen ist oder von dort kommt, best\u00e4tigen kann. In Afrika gibt es auch mehr als Ebola, die Ukraine hat eine l\u00e4ngere Geschichte als die gleichnamige Krise und auch in Syrien gab und gibt es Dinge, die dem weit verbreiteten Bild widersprechen. Die Ursache f\u00fcr dieses Problem liegt zum gro\u00dfen Teil in unserer Medienlandschaft. Ich erinnere mich an eine Weltkarte, die in unserem Diercke-Schulatlas abgebildet war, und aufzeigte, wie oft verschiedene internationale Leitmedien aus welchen L\u00e4ndern der Erde berichteten. Dabei gab es einen deutlichen Unterschied zwischen amerikanischen Medien wie der New York Times, der Washington Post oder der Huffington Post, und deutschen Medien, wie der ZEIT oder der Frankfurter Allgemeinen. W\u00e4hrend die Amerikaner eher weltweit berichten und eine sehr ausgewogene Berichterstattung aus allen Ecken der Erde haben, erscheinen in deutschen Medien fast nur Berichte \u00fcber deutsche oder europ\u00e4ische Themen. Der Blick nach au\u00dfen, auf andere Erdteile, fehlt oft v\u00f6llig. Wenn Sie das n\u00e4chste Mal eine Zeitung lesen, passen Sie einmal auf, aus welchem Land die Berichte stammen, und aus welcher Perspektive sie geschrieben sind: ob aus der des gro\u00dfen wei\u00dfen Mannes, der alles \u00fcber jedes Land der Erde zu wissen glaubt, oder ob subjektiv und individuell. Lateinamerika zum Beispiel ger\u00e4t bei uns nur in die Schlagzeilen, wenn in Chile ein Erdbeben ist oder in Kolumbien ein Drogenkrieg. Entsprechend ver\u00e4ndert sich unser Bild dieser Region: wir h\u00f6ren nur schlechte Nachrichten, also glauben wir irgendwann auch, dass es nur schlechte Nachrichten gibt.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">&#8230;und Uruguay?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Etwas \u00c4hnliches muss bei dem eingangs erw\u00e4hnten Kommentar passiert sein. \u201eUruguay\u201c ist hier eine Argumentationskette im Kopf, die damit beginnt, dass man in Deutschland meist nicht mehr vom \u201epa\u00edsito\u201c kennt als die Namen S\u00faarez und M\u00fajica. Also denkt man an den gro\u00dfen Nachbarn Brasilien: Favela, Armut, Gewalt. Davon einmal abgesehen, dass Brasilien auch andere Seiten zu bieten hat, entsteht so aus Mangel an Information ein Bild, das zu kurz greift. Manche Autoren bezeichnen diese Assoziationsketten sogar als \u201elatent rassistisch\u201c und \u201eneoimperialistisch\u201c, weil sie meistens so verlaufen: Afrika-arm-zu dumm, um sich selbst zu helfen-wir m\u00fcssen helfen! Das ist meist gut gemeint und die Urheber dieser Gedanken sind sicher keine Rassisten. In Summe f\u00fchrt dieser latente Rassismus aber nur zu einer St\u00e4rkung der bestehenden Abh\u00e4ngigkeiten, nicht aber zu einer \u00c4nderung der Situation vor Ort und einer konkreten Selbsthilfe durch die Betroffenen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">Single Stories und kulturweit<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch wir kulturweit-Freiwilligen sind, wenn wir bloggen, anf\u00e4llig f\u00fcr die \u201eDanger of a Single Story\u201c. Wie k\u00f6nnen wir behaupten: mein Einsatzland ist\u2026, in meinem Einsatzland machen alle immer\u2026, das l\u00e4uft hier so\u2026, das ist schlechter als in Deutschland? Wie k\u00f6nnen wir schreiben, die Menschen seien faul, die Verwaltung korrupt, der Verkehr chaotisch und die Hygiene unter aller Sau? Man stelle sich vor, jemand aus unseren Einsatzl\u00e4ndern wurde Deutschland so beschreiben: alle Menschen sind flei\u00dfig, p\u00fcnktlich und trinken nur Bier. Es gibt immer mindestens einen Menschen, auf den das nicht zutrifft. Alles, was wir (be)schreiben k\u00f6nnen, kann sich folglich nur um Einzelerfahrungen, um einzelne Begegnungen mit individuellen Menschen drehen, die wir subjektiv wahrnehmen und beschreiben. Niemals k\u00f6nnen wir behaupten, ein Land und alle seine Einwohner ganz zu kennen, nur weil wir ein einziges Jahr dort gelebt haben. Denn ehrlich: kennen Sie als Einheimischer alle Facetten von Deutschland? Insofern erschreckt es mich, wie sorglos manche Bloggerkollegen trotz intensivster Vorbereitung auf dem Seminar mit diesem Problem umgehen. Da sind erscheinen dann Listen wie \u201eTop 10 der Dinge, die hier \u00fcblich sind (und man in Deutschland nie tun w\u00fcrde!)\u201c, obwohl die Autorin gar nicht wei\u00df, ob alle Einwohner ihre Landes diese Dinge tun w\u00fcrden \u2013 oder ob nicht vielleicht auch einige Deutsche so handeln w\u00fcrden. Wer wei\u00df.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">Harte Fakten gegen Vorurteile<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich selbst nehme mich nat\u00fcrlich nicht heraus aus der Gruppe derjenigen, die Gefahr laufen, eine Single Story \u00fcber ihr Einsatzland zu verbreiten. Auch ich kann nur subjektiv berichten, was ich erlebt habe, nicht aber, was f\u00fcr das ganze Land gilt. Das gelingt mir mal mehr, mal weniger. Deswegen m\u00f6chte ich, bevor ich endlich die Frage des Kommentators vom Anfang beantworte, ausnahmsweise einmal harte Fakten sprechen lassen (auch wenn man die hier aufgelisteten Indikatoren ebenfalls hinterfragen kann):<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"205\"><strong>Indikator<\/strong><\/td>\n<td width=\"205\"><strong>Deutschland<\/strong><\/td>\n<td width=\"205\"><strong>Uruguay<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">BIP\/Kopf (kaufkraftbereinigt, in USD)<\/td>\n<td width=\"205\">43.475<\/td>\n<td width=\"205\">15.113<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Human Development Index<\/td>\n<td width=\"205\">0,911<\/td>\n<td width=\"205\">0,790<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Rangliste der Pressefreiheit Reporter ohne Grenzen<\/td>\n<td width=\"205\">Platz 12 von 180<\/td>\n<td width=\"205\">Platz 23 von 180<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Sterblichkeitsrate pro 1000 Einwohner<\/td>\n<td width=\"205\">11,42<\/td>\n<td width=\"205\">9,45<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Urbanisierungsgrad<\/td>\n<td width=\"205\">75,3 %<\/td>\n<td width=\"205\">95,3 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Kindersterblichkeit pro 1000 Lebendgeburten<\/td>\n<td width=\"205\">3,43<\/td>\n<td width=\"205\">8,74<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">durchschnittliche Lebenserwartung Mann\/Frau<\/td>\n<td width=\"205\">78,26\/83 Jahre<\/td>\n<td width=\"205\">73,86\/80,26 Jahre<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Gesundheitsausgaben in % des BIP<\/td>\n<td width=\"205\">11,3<\/td>\n<td width=\"205\">8,8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">\u00c4rztedichte pro 1000 Einwohner<\/td>\n<td width=\"205\">3,89<\/td>\n<td width=\"205\">3,74<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Krankenhausbetten pro 1000 Einwohner<\/td>\n<td width=\"205\">8,2<\/td>\n<td width=\"205\">2,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">HIV-Tote pro Jahr<\/td>\n<td width=\"205\">400<\/td>\n<td width=\"205\">600<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Bildungsausgaben in Prozent des BIP<\/td>\n<td width=\"205\">5 %<\/td>\n<td width=\"205\">4,4 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Jugendarbeitslosigkeit<\/td>\n<td width=\"205\">8,1 %<\/td>\n<td width=\"205\">18,5 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Arbeitskr\u00e4fte nach Wirtschaftssektoren: prim\u00e4r\/sekund\u00e4r\/terti\u00e4r<\/td>\n<td width=\"205\">1,6\/24,6\/73,8 %<\/td>\n<td width=\"205\">13\/14\/73 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Arbeitslosigkeit<\/td>\n<td width=\"205\">5 %<\/td>\n<td width=\"205\">6,5 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Bev\u00f6lkerung unter der Armutslinie<\/td>\n<td width=\"205\">15,5 %<\/td>\n<td width=\"205\">18,6 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Staatsbudget (Einnahmen\/Ausgaben) in USD<\/td>\n<td width=\"205\">1,68 Billionen\/1,664 Billionen<\/td>\n<td width=\"205\">16,8 Milliarden\/18,71 Milliarden<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Haushalts\u00fcberschuss\/-defizit in Prozent des BIP<\/td>\n<td width=\"205\">0,4 %<\/td>\n<td width=\"205\">-3,4 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">\u00d6ffentliche Schulden in Prozent des BIP<\/td>\n<td width=\"205\">74,7 %<\/td>\n<td width=\"205\">64,7 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Inflationsrate<\/td>\n<td width=\"205\">0,8 %<\/td>\n<td width=\"205\">8,9 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Exporte\/Importe in USD<\/td>\n<td width=\"205\">1,547 Billionen\/1,319 Billionen<\/td>\n<td width=\"205\">11 Milliarden\/12,5 Milliarden<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Anteil der Internetnutzer an der Bev\u00f6lkerung<\/td>\n<td width=\"205\">86,8 %<\/td>\n<td width=\"205\">59 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"205\">Milit\u00e4rausgaben in Prozent des BIP<\/td>\n<td width=\"205\">1,35 %<\/td>\n<td width=\"205\">1,95 %<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify\"><small>Internationale Entwicklungsindikatoren f\u00fcr Deutschland und Uruguay im Vergleich<\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><small>Quellen: Wikipedia, Reporter ohne Grenzen, CIA World Factbook<\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieser Liste offenbart eine f\u00fcr manchen meiner Leser vielleicht \u00fcberraschende Tatsache: Uruguay ist in vielerlei Hinsicht eine moderne Dienstleistungsgesellschaft, mit funktionierendem \u00f6ffentlichem und kostenlosem Bildungs- und Gesundheitssystem, mit einer stabilen Wirtschaft, einer freiheitlichen Demokratie und hoher Lebenserwartung, kurz: ein Land des \u201eWestens\u201c, mit Deutschland vergleichbar. Kein Wunder, dass die beiden L\u00e4nder kulturell und wirtschaftlich so eng zusammenarbeiten \u2013 Deutschland ist f\u00fcr Uruguay der wichtigste Handelspartner. Wenig \u00fcberraschend, schlie\u00dflich wird Uruguay seit Beginn des 20. Jahrhunderts als \u201eSchweiz Lateinamerikas\u201c bezeichnet, ein Stolz, von dem die besagten Fotos, insbesondere der Palacio Salvo, k\u00fcnden, auch wenn in Deutschland niemand davon wei\u00df.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">Es ist nicht alles Gold, was gl\u00e4nzt?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Bereits fr\u00fcher jedoch, anl\u00e4sslich meines <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2015\/09\/27\/besuch-beim-faschingsmeer-in-colonia-del-sacramento\/\">Besuchs in Colonia<\/a>, habe ich \u00fcber die Manipulationsmacht eines Fotografen geschrieben. Nat\u00fcrlich zeigen meine Bilder nur ausgew\u00e4hlte Orte Montevideos, auch wenn an diesem einen Ort, der Plaza de la Independencia, wirklich alles so \u201egut\u201c aussieht wie auf den Fotos. Und nat\u00fcrlich gibt es auch in Uruguay einige wenige Slums. Montevideo insbesondere beherbergt am Stadtrand einen der ganz wenigen Slums in Uruguay. Jedes Mal, wenn ich mit dem Omnibus die Stadt betrete, muss ich ihn durchqueren \u2013 und der Reisef\u00fchrer empfiehlt ausdr\u00fccklich, es (vom offiziellen Taxi abgesehen) auch mit keinem anderen Verkehrsmittel zu versuchen &#8211; und auf keinen Fall zu Fu\u00df. Doch auch hier sprechen wir nicht von der Art Slum, die wir uns als typisch afrikanisch vorstellen, mit Schotterpisten, Wellblechd\u00e4chern und hohen Kriminalit\u00e4tsraten in der ganzen Stadt, sondern von geteerten Stra\u00dfen, eher mehr befestigten H\u00e4usern und sicheren St\u00e4dten, im ganzen Land. Auch wenn man \u00fcberall Plastikt\u00fcten am Stra\u00dfenrand liegen sieht und die Kan\u00e4le verdreckt sind.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">Fazit<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Fazit dieses ungew\u00f6hnlich langen Blogbeitrags: \u201eOh Gott, Lateinamerika!\u201c \u2013 dieses Vorurteil ist nicht zu halten. In Deutschland ist \u00fcber diesen unendlich gro\u00dfen Kontinent viel zu wenig bekannt, als dass wir wissen k\u00f6nnten, wie das Leben in Lateinamerika funktioniert. Und auch ich ma\u00dfe mir nicht an zu behaupten, jetzt zum Lateinamerika-Experten mutiert zu sein. Andere L\u00e4nder sind wieder anders, und schon im n\u00e4chsten Dorf geht das Leben einen anderen Gang. Ich will aber dazu aufrufen, dass jeder meiner Leser sich pers\u00f6nlich Gedanken dar\u00fcber macht, wie er die Welt abseits der deutschen Landesgrenzen bisher wahrgenommen hat und weiter wahrnehmen wird \u2013 ob durch die eurozentrierte Brille des Kolonialzeitalters, das sich noch heute in Bezeichnungen wie \u201eMohrenkopf\u201c und \u201eNegerkuss\u201c f\u00fcr eine bekannte S\u00fc\u00dfspeise niederschl\u00e4gt, oder mit einer Offenheit f\u00fcr neue Entdeckungen und ungewohnte \u00dcberraschungen, die auch mal f\u00fcnfe gerade sein l\u00e4sst. Ich lade dar\u00fcber hinaus dazu ein, mir Ihre Gedanken mitzuteilen. Was denken Sie zum Thema Single Story?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><small>Zu allen meinen Blogbeitr\u00e4gen, aber insbesondere zu diesem, ist nat\u00fcrlich der <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/impressum\/\">Hinweis zur Single-Story-Thematik<\/a> zu beachten.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Single-Story-Thematik in Uruguay Vor kurzem ging auf meinem Blog folgender Kommentar zu meinen Bildern aus Montevideo ein: \u201eSieht alles sauber und schick aus. Ist das Land wirklich so reich oder sind das nur die wenigen Ausnahmen auf deinen Bildern? Favelas? Baracken? 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