{"id":174,"date":"2015-10-02T22:35:41","date_gmt":"2015-10-03T01:35:41","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/?p=174"},"modified":"2016-03-17T14:08:37","modified_gmt":"2016-03-17T17:08:37","slug":"einigkeit-und-recht-und-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2015\/10\/02\/einigkeit-und-recht-und-freiheit\/","title":{"rendered":"Einigkeit und Recht und Freiheit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Eine der am h\u00e4ufigsten genannten Kritikpunkte an kulturweit, der auch auf dem Vorbereitungsseminar diskutiert wurde, lautet, dass kulturweit letztlich nichts weiter als Elitenf\u00f6rderung sei. Der heutige Tag ist vielleicht der beste Beweis daf\u00fcr. Denn die zahlreichen Einladungen in die jeweilige Deutsche Botschaft vor Ort, die, dem Blog zufolge, wohl an ziemlich alle Freiwilligen ergingen, haben nat\u00fcrlich bei Weitem nichts mehr mit der \u201eEntwicklungshilfe\u201c zu tun, als die kulturweit offiziell in Berlin in den Kassenb\u00fcchern steht (wenn \u00fcbrigens, der Ank\u00fcndigung der Bundeskanzlerin folgend, Deutschland seine Entwicklungsausgaben k\u00fcnftig auf 0,7 (ach, so viel!) Prozent des BIP steigern m\u00f6chte, w\u00e4re es sehr zu begr\u00fc\u00dfen, wenn dann auch ein paar Cent mehr f\u00fcr den kulturweit-Blogserver \u00fcbrigblieben\u2026 Der st\u00fcrzt n\u00e4mlich st\u00e4ndig ab). F\u00fcgen wir der Reihe an \u201eIch-war-in-der-Botschaft!\u201c-Artikeln also noch einen weiteren hinzu.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2015\/10\/02\/einigkeit-und-recht-und-freiheit\/\">Weiterlesen<\/a><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Very imp\u00f6rtant!<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">In Uruguays Hauptstadt kann ich es mir nat\u00fcrlich nicht nehmen, einen auf Wichtig zu machen in meinem aus der Heimat mitgenommenem Abiturfeieranzug &#8211; und den Taxifahrer hochoffiziell anzuschnauzen: \u201e\u00a1A la Embajada de la Rep\u00fablica Federal de Alemania, per favor!\u201c Zur <em>Bundesrepublik Deutschland<\/em>. Einfach nur \u201eAlem\u00e1n\u201c h\u00e4tte auch gereicht, aber das muss man halt auch mal gemacht haben. Ich f\u00fchle mich wie der Vorstandsvorsitzende der Banco Rep\u00fablica pers\u00f6nlich, blo\u00df f\u00e4hrt der wohl Mercedes. Aus Sicht des Ausw\u00e4rtigen Amtes sind wir Freiwilligen ja auch ohne Diplomatenpass \u201eBotschafter\u201c, und zwar der deutschen Sprache und Kultur. Ich war trotzdem noch nie auf so einer hochoffiziellen Feier, umgeben von diversen gut dekorierten Milit\u00e4rs aus Uruguay und Deutschland sowie allerlei wichtigen Pers\u00f6nlichkeiten, die ich leider nicht kenne. Folglich hat sich\u2019s auch etwas mit dem elit\u00e4ren Kontaktekn\u00fcpfen.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: left\">Erinnerungen an die deutsche Nationalhymne<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Gottseidank sind ja noch ein paar andere Freiwillige da, ein Haufen weltw\u00e4rts-Leute und meine kulturweit-Mitfreiwillige aus Colonia del Sacramento. Gemeinsam lauschen wir zuerst den Kl\u00e4ngen der uruguayischen Nationalhymne, die ich mittlerweile sehr gut kenne, und singen dann die deutsche, beide interpretiert von Schulkindern. Wann habe ich eigentlich zum letzten Mal die Nationalhymne gesungen? Das muss w\u00e4hrend der FIFA-U20-Frauen-WM 2010 in Deutschland gewesen sein, als im Sommer unserer Schulklasse langweilig war und wir kurzerhand beschlossen, unseren allhalbj\u00e4hrlichen Wandertag ins Fu\u00dfballstadion zu verlegen. Deutschland gewann 4:0 gegen Frankreich, das von einer k\u00fcmmerlichen Truppe an eigens angereisten Fans unterst\u00fctzt wurde, die es sich nat\u00fcrlich nicht nehmen lie\u00dfen, dieses welthistorisch bedeutsame Spiel live anzusehen. Der Rest des Stadionpublikums bestand ebenfalls haupts\u00e4chlich aus Sch\u00fclern der umliegenden Schulen, die ebenfalls nichts Besseres zu tun hatten, als Fu\u00dfball zu gucken. Am Ende wurden die Frauen mal wieder Weltmeister und die M\u00e4nner nicht. Tja.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Rede ohne Fl\u00fcchtlingshelfer<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Es folgt die obligatorische Rede des Botschafters, die f\u00fcr meinen Geschmack zu diplomatisch und ohne rhetorische H\u00f6hepunkte ausf\u00e4llt. Er vergisst bei der Aufz\u00e4hlung der Fl\u00fcchtlingshelfer in Deutschland neben Bund, L\u00e4ndern, St\u00e4dten und Gemeinden leider die ehrenamtlichen Helfer, was mir als immer noch aktivem Ehrenamtler sehr missf\u00e4llt. Der Empfang endet mit kulinarischen K\u00f6stlichkeiten aus der K\u00fcche, ausgedehnten Gespr\u00e4chsrunden unter den Freiwilligen sowie der Ank\u00fcndigung, uns irgendwie irgendwann mal wieder zu treffen. Das sehr gerne!<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Very imp\u00f6rtant II<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Auf der R\u00fcckreise verpasse ich den n\u00e4chsten Bus nach Nueva Helvecia nat\u00fcrlich um f\u00fcnf Minuten und handele mir dadurch eine Stunde Aufenthalt im Busbahnhof Tres Cruces ein. Diesem ist ein Einkaufszentrum angeschlossen, weswegen ich beschlie\u00dfe, zur Erh\u00f6hung des Tagesumsatzes einer lokalen Eisdiele beizutragen \u2013 ein Entschluss, f\u00fcr den ich eindeutig zu overdressed bin (um zu beruhigen: es ging nichts daneben!). Ich bin sogar besser angezogen als die Security. Haben Sie <span style=\"font-style: italic\">so<\/span> schon mal ein Eis gegessen?<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Doppelt h\u00e4lt besser<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Wieder angekommen, liegt eine Sonderbeilage der uruguayischen Tageszeitung \u201eEl Pa\u00eds\u201c auf dem K\u00fcchentisch. Thema: 25 Jahre Deutsche Einheit. Das ist wirklich sehr wichtig hier. Ich schlage sie mehr oder weniger interessiert auf und finde, gleich auf der ersten Seite: exakt die Rede des Botschafters, die er heute gehalten hat! Wort f\u00fcr Wort. Frage: hat er nun die Rede einfach an die Zeitung gescickt \u2013 oder seinen Zeitungsartikel als Rede genutzt?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine der am h\u00e4ufigsten genannten Kritikpunkte an kulturweit, der auch auf dem Vorbereitungsseminar diskutiert wurde, lautet, dass kulturweit letztlich nichts weiter als Elitenf\u00f6rderung sei. Der heutige Tag ist vielleicht der beste Beweis daf\u00fcr. 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