{"id":1021,"date":"2016-04-20T20:47:55","date_gmt":"2016-04-20T23:47:55","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/?p=1021"},"modified":"2016-04-20T20:50:17","modified_gmt":"2016-04-20T23:50:17","slug":"zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2016\/04\/20\/zurueck\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. So musste auch ich nach erlebnisreichen Osterferien dem Ende meines Chile-Aufenthalts entgegensehen, das hei\u00dft: einen Flieger besteigen, der mich wieder nach Montevideo zur\u00fcck bringt. Das klingt jetzt zugegebenerma\u00dfen nicht so \u00fcberm\u00e4\u00dfig spannend \u2013 war es dann aber am Ende doch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2016\/04\/20\/zurueck\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><!--more--><\/p>\n<h1 style=\"text-align: left\">Wie ich einmal s\u00e4mtliche uruguayischen Pesos aufkaufte<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Geschichte beginnt schon mit dem notwendigen W\u00e4hrungswechsel. Bisher war ich ja haupts\u00e4chlich in Uruguay oder in Argentinien unterwegs. Beide W\u00e4hrungen waren mir also nicht nur gel\u00e4ufig, sondern wenn mal nach einem Argentinien-Aufenthalt ein paar ARS \u00fcbrigblieben, so behielt ich diese einfach f\u00fcr das n\u00e4chste Mal auf.<br \/>\nMit den chilenischen Pesos war das nat\u00fcrlich nicht m\u00f6glich \u2013 und leider ging es um keine Kleinstbetr\u00e4ge, sondern um ziemlich viel Geld. Also: umtauschen. Und zwar nicht in, wie f\u00fcr Touristen eigentlich sinnvoll, Euro, sondern in einheimische, uruguayische Pesos. Leider ist der UYU keine internationale Leitw\u00e4hrung. Deswegen fielen dem Geldwechsler am Flughafen in Santiago schier die Augen aus dem Kopf, als ich auf einmal uruguayische Pesos haben wollte. Ich hatte ja gedacht, Uruguay ist jetzt doch nicht so weit weg von Chile, da wird er die paar Pesos schon haben, aber dann sagte er mir: er hat fast nichts. Und dr\u00fcckte mir dann einen zehn Zentimeter hohen Stapel (im Ernst) aus 100-Peso-Scheinen in die Hand. 100 uruguayische Pesos sind nicht einmal drei Euro, und ich hatte einen umgerechnet zweistelligen Eurobetrag zu wechseln. Man kann sich also vorstellen, wie das aussah. Am Ende dann noch die Feststellung, dass die uruguayischen W\u00e4hrungsreserven des Geldwechslers leider nicht v\u00f6llig f\u00fcr den gew\u00fcnschten Betrag ausreichen w\u00fcrden und er mir den Rest in US-Dollar geben m\u00fcsse. So so. Ich habe ja noch nie US-Dollar in der Hand gehabt. Sieht sch\u00f6n aus.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Willkommen an Bord von LAN<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Nachdem ich also s\u00e4mtliche uruguayischen Pesos von ganz Santiago aufgekauft hatte (das hat der Geldwechsler wirklich behauptet), ging\u2019s ans Borden in den kleinsten Flieger, den die gesamte LATAM-Flotte zu bieten hat: einen Airbus A 319 mit l\u00e4cherlichen 880 km\/h H\u00f6chstgeschwindigkeit. Zum Vergleich: zu meinem FSJ hier geflogen bin ich mit dem zweitgr\u00f6\u00dften Flieger der Lufthansa-Flotte und der zweitgr\u00f6\u00dften Passagiermaschine der Welt, einer Boeing 747-8I, auch Jumbo-Jet genannt und als Kandidatin f\u00fcr die Nachfolge der aktuellen Pr\u00e4sidentenmaschine der Vereinigten Staaten<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>.<br \/>\nAuf LAN-Fl\u00fcgen f\u00fchle ich mich ja mittlerweile fast schon heimisch, so oft, wie ich schon LAN geflogen bin. Das Inflight Magazine vom M\u00e4rz kann ich fast schon auswendig, und das obligatorische Sicherheitsvideo in chilenischem Spanisch k\u00f6nnte ich den ganzen Flug \u00fcber h\u00f6ren: <em>Dispositivos electr\u00f3nicos de mayor tama<\/em><em>\u00f1o deben estar apagados y guardados en la bolsa o abajo de la silla delante de usted<\/em>.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Schade, dass ich den unterschiedlichen Akzent in der Schriftsprache nicht deutlich machen kann, er klingt jedenfalls so viel unterschiedlicher als mein gewohntes <em>Uruguayo<\/em>, dass sich allein bei diesem Video schon Urlaubsgef\u00fchle bei mir einstellen. Auch, wenn es wieder zur\u00fcckgeht.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Economy ist nicht gleich Economy<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Der eigentliche Grund f\u00fcr diesen Blogbeitrag ist jedoch, dass ich zum ersten Mal eine andere Buchungsklasse als die billigste geflogen bin: \u201ePremium Economy\u201c. Und das kam so: normalerweise kann ich auf diesen Upgrade-Overimportant-Schei\u00df ja verzichten. Das ist meiner Meinung nach nur ein Marketingtrick der Fluggesellschaften, um das gleiche Ticket zum doppelten Preis verkaufen zu k\u00f6nnen. In diesem Falle allerdings w\u00e4re der einzige normale Economy-Flug, der noch \u00fcbrig blieb, nachts um halb elf in Montevideo angekommen. Um diese Uhrzeit f\u00e4hrt nat\u00fcrlich kein Bus mehr nach Nueva Helvecia, eine \u00dcbernachtung in Montevideo w\u00e4re also f\u00e4llig gewesen \u2013 mit allen Folgen, unter anderem der Tatsache, dass ich dann zu sp\u00e4t zum Schulbeginn wieder zur\u00fcckgekommen w\u00e4re. Der einzige andere sinnvolle Flug, den es zum Zeitpunkt der Buchung noch gab, war aber eben ein Premium Economy Flug. Kostenpunkt: 50 Euro mehr. Das ist ungew\u00f6hnlich billig. Als ich in meiner Not den Flug eben gebucht hatte und kurz darauf rein aus Interesse wissen wollte, was der gleiche Flug denn nun kostete, waren es glatt 200 Euro Unterschied zur vergleichbaren Billigklasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Urspr\u00fcnglich hatte ich gedacht, der Unterschied zwischen \u201enormaler\u201c Economy und Premium Economy beschr\u00e4nke sich allein auf die Anzahl der mitzunehmenden Koffer. Ich h\u00e4tte sowieso nicht gewusst, wie ich gleich drei Koffer mit jeweils bis zu 23 Kilogramm in der kurzen Zeit in Chile an Gep\u00e4ck h\u00e4tte f\u00fcllen sollen \u2013 mit Andenken vielleicht? Also war mir diese Sache erst mal herzlich egal.<br \/>\nBis ich dann ins Flugzeug stieg. Und siehe da: der Unterschied ist gewaltig. Wir bekamen zwar kein eigenes Abteil (das gibt es in dem kleinen A319 auch gar nicht), aber einen extra mit Vorhang abgetrennten Bereich. Und ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Platz in der allerersten Reihe. Das war nat\u00fcrlich allein schon deswegen interessant, weil man von dort aus die Crew bei den Startvorbereitungen hantieren sehen konnte \u2013 bis sie irgendwann den Vorhang zuzog. Bei aller Freude: ein Fensterplatz w\u00e4re mir lieber gewesen. Aber als Super-VIP-Overimportant-Frequentflyer-Client hatte ich nur einen Nachteil: ich konnte mit meinen Sitzplatz nicht selber ausw\u00e4hlen \u2013 und landete auf dem Gang.<br \/>\nAnsonsten eine f\u00fcr mich v\u00f6llig ungewohnte bevorzugte Behandlung. Bedient wurden wir nat\u00fcrlich nicht von irgendeinem Ottonormalsteward, sondern von der Kabinenchefin pers\u00f6nlich. Die tauchte noch vor Beginn des Fluges mit einem Stapel Magazine in der Hand auf. \u201eM\u00f6chten Sie etwas zu lesen?\u201c \u2013 Ja, gerne. Aber doch nicht so viel! Ich hatte schon bef\u00fcrchtet, mir erneut das Bordmagazin zu Gem\u00fcte f\u00fchren zu m\u00fcssen, aber das war nicht n\u00f6tig.<br \/>\nZum Lesen blieb sowieso keine Zeit mehr, wurde doch bald darauf das Fr\u00fchst\u00fcck serviert. Das besteht aus Kurzstreckenfl\u00fcgen wie diesem normalerweise immer nur aus einem vertrockneten M\u00fcsliriegel und entsprechend wenig hatte ich erwartet. Aber dann kam das:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1022\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/IMG_1370.jpg\" alt=\"IMG_1370\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/IMG_1370.jpg 1000w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/IMG_1370-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/IMG_1370-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/files\/2016\/04\/IMG_1370-750x563.jpg 750w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bild Fr\u00fchst\u00fcck<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Porzellan! Brot! Wurst, K\u00e4se, Tomate! Echtes Besteck, und ein Glas statt Pappbecher. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das gesamte Fr\u00fchst\u00fcck hindurch sch\u00fcttelte ich ungl\u00e4ubig den Kopf, und am Ende revidierte ich mein Urteil: f\u00fcr den Preisunterschied bietet die Premium Economy tats\u00e4chlich auch ein mehr an Leistungen. Darauf kann ich aber k\u00fcnftig trotzdem verzichten. Erstens, weil ich mir ein Fr\u00fchst\u00fcck auf Porzellantellern auch selber machen kann. Und zweitens, weil mir der Fensterplatz dann doch wichtiger ist.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: left\">Nachtrag: Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gef\u00e4lscht hast<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach 16 Wordseiten Schriftgr\u00f6\u00dfe 11, 8.532 W\u00f6rtern und 56.990 Zeichen (mit Lehrzeichen) bin ich, diesen Nachtrag nicht mitgez\u00e4hlt, nun endlich am Ende meiner Chile-Berichterstattung angekommen. Ich hatte anfangs versprochen, jeden Tag einen Beitrag zu ver\u00f6ffentlichen, doch das hat vorne und hinten nicht geklappt. Am 31. M\u00e4rz stellte ich den <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2016\/03\/31\/ueber-den-anden\/\">ersten Beitrag \u201e\u00dcber den Anden\u201c<\/a> \u00fcber meinen Hinflug ein, heute, genau zwanzig Tage sp\u00e4ter, folgte der letzte \u00fcber meinen R\u00fcckflug. Illustriert wird diese gewaltige Menge an Text von 213 Fotos, von denen \u00fcber die H\u00e4lfte beim <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/2016\/04\/18\/ansichten-einer-wueste\/\">vorherigen Beitrag \u00fcber die Atacama-W\u00fcste<\/a> zu finden ist. Das sind jedoch nur 15 Prozent der 1.406 Fotos und Videos, die insgesamt auf dieser Reise entstanden sind, und die in voller Aufl\u00f6sung \u00fcber 10 MB fassen \u2013 mehr als eine handels\u00fcbliche SD-Karte. Dieses gesamte Material zu sichten, zu ordnen und zu bearbeiten hat allein schon mehrere Abende gekostet, und bis heute sind die Fotos auch noch nicht einsortiert. Doch was am meisten bleibt, sind nat\u00fcrlich die unz\u00e4hligen pers\u00f6nlichen Eindr\u00fccke, die sich mir ins Ged\u00e4chtnis gebrannt haben. Von einigen wenigen, bei weitem nicht von allen, habe ich an dieser Stelle berichtet. Und wie angek\u00fcndigt, ist es eine Reise der \u201eersten Male\u201c geworden. Die Worte \u201enoch nie\u201c und \u201ezum ersten Mal\u201c habe ich in diesem gesamten Chile-Text in Summe 21 Mal verwendet. Ich hoffe, ich konnte das Abenteuer Chile dadurch f\u00fcr einige wenige ein bisschen lebendig werden lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Behauptet zumindest Wikipedia. Wer wei\u00df, ob das stimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Was nichts weiter hei\u00dfen will als: \u201eGr\u00f6\u00dfere elektronische Ger\u00e4te m\u00fcssen ausgeschaltet und in der Tasche oder unter dem Sitz vor Ihnen verstaut werden\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. So musste auch ich nach erlebnisreichen Osterferien dem Ende meines Chile-Aufenthalts entgegensehen, das hei\u00dft: einen Flieger besteigen, der mich wieder nach Montevideo zur\u00fcck bringt. Das klingt jetzt zugegebenerma\u00dfen nicht so \u00fcberm\u00e4\u00dfig spannend \u2013 war es dann aber am Ende doch. Weiterlesen<\/p>\n","protected":false},"author":1653,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[105983],"tags":[108510,108509,108514,325,108512,12,108511,108507,108508,108516,108513,88263,106064,15,108506],"class_list":["post-1021","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reiseberichte","tag-a319","tag-airbus-a-319","tag-buchungsklasse","tag-chile","tag-economy","tag-fotos","tag-fruehstueck","tag-lan","tag-latam","tag-material","tag-premium-economy","tag-rueckflug","tag-vorurteil","tag-vorurteile","tag-zurueck"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1021"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1653"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1021"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1021\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1024,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1021\/revisions\/1024"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janenuruguay\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}