{"id":9,"date":"2019-08-31T14:13:29","date_gmt":"2019-08-31T12:13:29","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/?p=9"},"modified":"2019-09-23T14:36:05","modified_gmt":"2019-09-23T12:36:05","slug":"und-was-willst-du-nach-dem-abitur-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/2019\/08\/31\/und-was-willst-du-nach-dem-abitur-machen\/","title":{"rendered":"&#8222;Und was willst du nach dem Abitur machen?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<br \/>\n<!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-9-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/09\/Neue-Aufnahme-7.m4a?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/09\/Neue-Aufnahme-7.m4a\">https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/09\/Neue-Aufnahme-7.m4a<\/a><\/audio><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich glaube, jedem Abiturienten h\u00e4ngt irgendwann die Frage zu den Ohren raus. Ich habe sie in der letzten Zeit so oft gestellt bekommen, dass ich inzwischen wie ein Kassettenrekorder meine Antworten abspielen kann. \u201eIch werde f\u00fcr sechs Monate in Tirana, Albanien als Sprachassistenz \u00fcber kulturweit, den Freiwilligendienst der deutschen Unesco, an einer Schule arbeiten\u201c. Und die Antwort die darauf kommt, ist eigentlich immer die Gleiche. \u201eOh cool, und warum hast du dich f\u00fcr Albanien entschieden?\u201c Gute Frage eigentlich.<\/p>\n<p>Ich hatte mich letztes Jahr im Dezember bei kulturweit beworben. Bei kulturweit kann man sich zwar Regionen w\u00fcnschen, allerdings wollte ich um meine Chancen zu vergr\u00f6\u00dfern, mich nicht einschr\u00e4nken. So wurden \u201eLatein- und S\u00fcdamerika\u201c meine Wunschregionen und alle anderen Regionen ordnete ich \u201ew\u00fcrde ich auch okay finden\u201c zu. In S\u00fcdamerika h\u00e4tte ich dann mein Spanisch verbessern k\u00f6nnen, l\u00e4nger in einer fremden Kultur leben und in diese eintauchen k\u00f6nnen. So zumindest war mein Plan.<\/p>\n<p>Als ich die Mail mit der Zusage von kulturweit bekommen habe, habe ich mich gefreut und wollte sofort wissen wohin es gehen wird. Brasilien? Argentinien? Oder doch Vietnam?<\/p>\n<p><strong>Albanien.<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte einen blassen Schimmer, dass Albanien irgendwo in Osteuropa liegt, aber mehr? Was spricht man da denn \u00fcberhaupt? Wo liegt das? Was ist die Hauptstadt? Wie gro\u00df ist das Land \u00fcberhaupt? Wie ist das Wetter in Tirana?<\/p>\n<p>Mir fiel auf, dass ich eigentlich so gut wie nichts \u00fcber dieses Land wusste. Aber aus irgendwelchen Gr\u00fcnden hatte mir das Leben die Chance gegeben, genau in diesem Land sechs Monate zu verbringen. Warum eigentlich nicht?<br \/>\nAls dann auch noch klar wurde, dass ich eventuell im Matheunterricht helfen k\u00f6nnte und Tirana nicht weit von der K\u00fcste entfernt ist, habe ich zugesagt.<\/p>\n<p>Das ganze ist jetzt gut vier Monate her.<br \/>\nUnd aus dem \u201eWarum eigentlich nicht?\u201c wird inzwischen immer \u00f6fter ein \u201eWas zur H\u00f6lle hast du dir dabei eigentlich gedacht, Jana? In einem fremden Land alleine zu leben, obwohl du noch nicht mal in Deutschland alleine gelebt hast. Willst du wirklich deine Familie und Freunde f\u00fcr so lange nicht mehr sehen?\u201c. Je n\u00e4her mein Freiwilligendienst r\u00fcckt und je genauer die Planungen werden, desto gr\u00f6\u00dfer werden meine \u00c4ngste. Aber ich glaube, das ist normal.<\/p>\n<p>Auch um diese \u00c4ngste zu nehmen und andere Freiwillige kennen zu lernen (und auch weil legal gesehen ein p\u00e4dagogisches Begleitprogramm zu einem FSJ dazu geh\u00f6rt), muss ich, genauso wie alle anderen Freiwilligen, die im September 2019 mit kulturweit ausreisen, ein Vorbereitungsseminar in Berlin besuchen. Gerade befinde ich mich im Zug auf dem Weg dorthin.<\/p>\n<p>Und wie so \u00fcblich, rege ich mich \u00fcber die Deutsche Bahn auf, die mir irgendetwas zwischen ein und zwei Stunden kostenloser extra Zeit in Z\u00fcgen spendiert. Das werde ich wohl die n\u00e4chste Zeit nicht mehr haben.<br \/>\nNicht weil es in Albanien keine dauerhaft versp\u00e4tete <strong>Deutsche<\/strong> Bahn gibt, es gibt einfach generell keine Z\u00fcge. Es gab mal welche, die wurden dann aber alle vernachl\u00e4ssigt und die Schienen sind heute, wenn es denn noch welche gibt, unbefahrbar. Gerade versucht man zwischen Tirana und Durr\u00ebs, der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt Albaniens, direkt am Meer, eine Bahnlinie zu bauen. Diese w\u00e4re dann etwa 20km lang. Allerdings hat man vorsorglicherweise in Tirana erstmal den Bahnhof gesprengt.<br \/>\nDas konnte ich zumindest in meinem Albanien-Reisef\u00fchrer unter Bahnverkehr nachlesen.<br \/>\nIch f\u00fchlte mich daraufhin sofort an Deutschland erinnert, da diese Geschichte genauso auch in dem Realen Irrsinn von Extra3 gepasst h\u00e4tte und freue mich nun noch mehr auf meinen Freiwilligendienst in Albanien.<\/p>\n<p>Wobei mir das Vorbereitungsseminar aber wahrscheinlich nicht helfen kann, ist mir den Schmerz zu nehmen, meine Freunde und vor allem meine Familie f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit nicht mehr zu sehen.<br \/>\nMein kleiner Bruder ist gerade zw\u00f6lf und f\u00e4ngt langsam an richtige Wachstumssch\u00fcbe zu bekommen. Wir beide bef\u00fcrchten, dass, wenn ich wieder komme, er gr\u00f6\u00dfer als ich sein wird. Irgendwie ein komisches Gef\u00fchl.<br \/>\nEr hatte mir beim Packen geholfen. Irgendwann meinte er, dass er will, dass ich nicht gehe. Etwas m\u00fcde erwiderte ich, dass es Vertr\u00e4ge g\u00e4be und das alles nicht so einfach gehen w\u00fcrde. Er antwortete: \u201eDoch klar! Das geht ganz einfach! Du steigst einfach nicht in diesen bl\u00f6den Zug ein und bleibst hier. Wo ist das Problem?\u201c. Ich werde ihn vermissen.<\/p>\n<p>Aber momentan \u00fcberwiegt die Vorfreude. Ich werde die Nacht vor dem Seminar bei einer guten Kindergartenfreundin sein, die ich viel zu selten sehe. Ich freue mich darauf, sie zu sehen und auch auf das Seminar, den Input, den wir dort bekommen und die anderen Freiwilligen. Ich meine: Wie schlecht kann ein Seminar schon werden, wenn auf der Packliste \u201eBadebekleidung\u201c steht?<\/p>\n<p>Ah und f\u00fcr diejenigen, die sich noch wundern. Albanien liegt n\u00f6rdlich von Griechenland an der Adria \u2013 direkt gegen\u00fcber von Italien. Man spricht Albanisch, eine indo-europ\u00e4ische Sprache, die interessanterweise zu keiner anderen Sprachgruppe geh\u00f6rt, aber immerhin benutzen sie das lateinische Alphabet.<\/p>\n<p>Die Hauptstadt ist Tirana, die Stadt, in der ich eingesetzt bin.<br \/>\nDie Metropolregion, also Tirana und Durr\u00ebs, hat knapp eine Millionen Einwohner. Insgesamt leben knapp drei Millionen Menschen in Albanien. Es ist also sowohl von den Einwohnern her als auch von der Fl\u00e4che vergleichbar mit Brandenburg. Niedlich. Und auch das erinnert mich an meine Heimat, an das kleine, aber durchaus feine Saarland.<br \/>\nDas Wetter in Tirana ist mild, sonnig, mediterran und nass. Tirana geh\u00f6rt zu den regenreichsten St\u00e4dten Europas \u2013 aber auch zu den sonnigsten.<\/p>\n<p>Mirupafshim und bis bald!<\/p>\n<p>Jana<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Ich glaube, jedem Abiturienten h\u00e4ngt irgendwann die Frage zu den Ohren raus. 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