{"id":503,"date":"2020-01-26T20:45:33","date_gmt":"2020-01-26T19:45:33","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/?p=503"},"modified":"2020-01-26T20:45:33","modified_gmt":"2020-01-26T19:45:33","slug":"der-muenchner-bahnhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/2020\/01\/26\/der-muenchner-bahnhof\/","title":{"rendered":"Der M\u00fcnchner Bahnhof"},"content":{"rendered":"<!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-503-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2020\/01\/Neue-Aufnahme-25.m4a?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2020\/01\/Neue-Aufnahme-25.m4a\">https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2020\/01\/Neue-Aufnahme-25.m4a<\/a><\/audio>\n<p>Auf meiner R\u00fcckreise nach Deutschland mit Bus und Bahn, musste ich in M\u00fcnchen umsteigen und so kam es, dass ich an einem Mittwochmorgen in M\u00fcnchen auf einer Bank sa\u00df und die Leuete beobachtete.<\/p>\n<p>Da waren Familien, die hektisch zum Zug rannten. Pendler, die auf dem Weg in ihre Arbeit waren, doch f\u00fcr mich am eindr\u00fccklichsten waren die M\u00fcnchentrullas, die mit ihren Designerhandtaschen am Arm durch den Bahnhof flanierten.<\/p>\n<p>Und mich \u00fcberkam ein Gef\u00fchl des Ekels und der tiefen Abneigung, fast schon des Hasses. All diese Leute gehen mir nichts dir nicht durch die Welt und haben am Arm 200 Euro h\u00e4ngen und zu Hause einen Weihnachtsbaum f\u00fcr 40 Euro, w\u00e4hrend 20 Bus- und nichtmal zwei Flugstunden entfernt, Menschen leiden und sich einen Winter lang von Esskastanien ern\u00e4hren. Das ist nicht Afrika oder irgendein Ort, der weit weg ist. Der sich gut machen w\u00fcrde bei einer Spendenkampangie, wir reden hier von Europa. Aber es schien keinen zu interessieren. Niemals wurde das Schicksal von Albaner bei irgendeiner Nachrichtensendung thematisiert. Stattdessen regen wir uns lieber \u00fcber die Albaner auf, die auf ein besseres Leben in Deutschland hoffen und die Pendler, Familien und M\u00fcnchentrullas gingen weiter ihren Weg, als ob es kein Leid auf der Welt geben w\u00fcrde, als ob wir nichts dran \u00e4ndern k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Doch noch schlimmer war, dass ich auch ein Teil von diesen Leuten war, nein immer noch bin. Ich fahre gerne am Wochenende weg und m\u00f6chte auch nicht gerne darauf verzichten, auch wenn es nicht lebensnotwendig ist und ich auch genauso gut das Geld spenden k\u00f6nnte und hier in Albanien macht es einfach einen Unterschied. 40 Euro k\u00f6nnen gutes Essen f\u00fcr \u00fcber eine Woche bedeuten oder eben einen Weihnachtsbaum.<\/p>\n<p>Doch noch schlimmer wir leben mit unserem Luxus auf Kosten von den Bewohner des globalen S\u00fcdens. Wir verschmutzen die Umwelt und halten so auch noch Leute davon ab, jemals so viel Reichtum wie wir erleben zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig kaufen wir Flugmangos und erwarten, dass jeder Bus, jeder Apfel, jedes Staubkorn perfekt aussieht. Und ja klar, haben sich die wenigsten Albaner freiwillig daf\u00fcr entschieden, dass sie es sich nicht leisten k\u00f6nnen nur perfekte \u00c4pfel zu kaufen und die Busunternehmen nicht genug Geld f\u00fcr immer neue Busse haben. Aber k\u00f6nnen wir davon nichts lernen? Sollten wir uns nichtmal von unserem hohen Ro\u00df runterkommen und verstehen, dass wir auch noch Sachen dazu lernen k\u00f6nnen, auch von einem Albanien?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf meiner R\u00fcckreise nach Deutschland mit Bus und Bahn, musste ich in M\u00fcnchen umsteigen und so kam es, dass ich an einem Mittwochmorgen in M\u00fcnchen auf einer Bank sa\u00df und die Leuete beobachtete. Da waren Familien, die hektisch zum Zug rannten. 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