{"id":318,"date":"2019-10-23T12:57:08","date_gmt":"2019-10-23T10:57:08","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/?p=318"},"modified":"2019-10-23T12:57:08","modified_gmt":"2019-10-23T10:57:08","slug":"balkancrashkurs-oder-wie-man-von-ohrid-nach-tirana-kommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/2019\/10\/23\/balkancrashkurs-oder-wie-man-von-ohrid-nach-tirana-kommt\/","title":{"rendered":"Balkancrashkurs oder wie man von Ohrid nach Tirana kommt"},"content":{"rendered":"<!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-318-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/Balkancrashkurs-oder-wie-man-von-Ohrid-nach-Tirana-kommt.m4a?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/Balkancrashkurs-oder-wie-man-von-Ohrid-nach-Tirana-kommt.m4a\">https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/Balkancrashkurs-oder-wie-man-von-Ohrid-nach-Tirana-kommt.m4a<\/a><\/audio>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier wie versprochen der Beitrag dar\u00fcber wie ich nach Ohrid und von Ohrid wieder zur\u00fcck gekommen bin, aber zuerst einmal ein bisschen was generelles \u00fcber die Verkehrssituation in Albanien.<\/p>\n<h3>\u00d6ffentlicher Fernverkehr in Albanian<\/h3>\n<p>Da Tirana keine Bahnanbindung hat, erfolgt der komplette Fernverkehr per Stra\u00dfe. In die gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte, wo auch Autobahnen hinf\u00fchren, fahren gr\u00f6\u00dfere Reisebusse hin. Die restlichen St\u00e4dte werden mit kleineren Minibussen, sogenannten furgons bedient. Dazu gibt es noch eine ganze Armada an offiziellen und inoffiziellen Taxis, die teilweise auch nach einem &#8222;Fahrplan&#8220; fahren.<\/p>\n<p>Und wer steigt durch all dieses Chaos durch? Eigentlich niemand. Die Busse fahren alle f\u00fcr unterschiedliche Firmen und die meisten Furgons werden komplett privat betrieben. Eine zentrale Webseite, die alle Abfahrtszeiten sammelt, gibt es nicht wirklich. Also bleibt einem nichts anderes \u00fcbrig als zu dem Busbahnhof zu laufen und dort ein Ticket vor Ort zu kaufen oder einfach bei dem Typen in den Bus zu steigen, der die Station durch die Gegend pr\u00fcllt, wo man hinm\u00f6chte. Oh habe ich zu <strong>dem <\/strong>Busbahnhof gesagt? Sorry, mein Fehler, ich meinte, zu einem von den f\u00fcnf oder vier Busbahnh\u00f6fen, die es in Tirana gibt. Eine f\u00fcr jede Himmelsrichtung und eine f\u00fcr internationale Reisen.<\/p>\n<p>Hei\u00dft f\u00fcr mich, bevor ich irgendwohin fahre, muss ich vorher lange recherchieren, wann wie wo Busse fahren, Reiseberichte lesen, TripAdvisor-foren durchsuchen, mich mit Seiten komplett auf Albanisch herum\u00e4rgern, planen wo wie ich umsteigen kann, wie ich von dort weiterkomme, von welchem Busbahnhof meine gew\u00e4hlte Verbindung aus starte usw. Bei der Reise nach Ohrid hat das gut vier Stunden gedauert. Am Ende stand mein Schlachtplan: Mit dem Furgon erst nach Struga und dann von dort mit einem Bus weiter nach Ohrid. Beim R\u00fcckweg hatte ich zwei Optionen: Entweder genauso zur\u00fcckfahren wie hin, der Nachteil der Bus ab Struga f\u00e4hrt um 9:30 ab. Da dieser der (meines Wissens nach) einzige Bus f\u00fcr den Tag war, h\u00e4tte ich mit Puffern gegen 7:30 in Ohrid in den Bus steigen m\u00fcssen. Alternativ konnte ich von Ohrid nach Sv. Naum fahren von dort zu Fu\u00df zur Grenze, dann ein Taxi nach Pogradec nehmen und von dort dann mit dem Furgon nach Tirana.<\/p>\n<h3>Die Hinfahrt<\/h3>\n<p>Die Hinfahrt lief wie geplant und relativ unspektakul\u00e4r ab. Um 8:00 war ich am Busbahnhof und habe tats\u00e4chlich noch einen Platz in dem 8:00 Furgon bekommen. Vorbei an einer wundersch\u00f6nen Aussicht ging es dann immer h\u00f6her und h\u00f6her der albanischen Grenzen entgegen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/0J7CAeBrTGWPK1OGhjSGg_thumb_3a78.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-319\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/0J7CAeBrTGWPK1OGhjSGg_thumb_3a78-300x276.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/0J7CAeBrTGWPK1OGhjSGg_thumb_3a78-300x276.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/0J7CAeBrTGWPK1OGhjSGg_thumb_3a78-768x707.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/0J7CAeBrTGWPK1OGhjSGg_thumb_3a78.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Grenz\u00fcbergang war relativ unspektakul\u00e4r. P\u00e4sse einsammeln. Grenzkontrolle, die daraus bestanden, dass ein Polizist meine Tasche \u00f6ffnete, kurz reinschaute, mich fragte woher ich kommen w\u00fcrde und sich danach mit mir auf Deutsch unterhielt. Meine andere Tasche interessierte ihn dann nicht mehr. P\u00e4sse zur\u00fcckbekommen. Nochmal P\u00e4sse abgeben, diesmal f\u00fcr Nordmazedonien. P\u00e4sse nochmal zur\u00fcck. Und das war er dann auch: mein erster Grenz\u00fcbergang in Europa mit Passkontrolle.<br \/>\nKurz hinter der Grenze kamen wir dann in Struga an. Ich wurde an einem Kreisel circa 1,5 km vom Stadtzentrum entfernt rausgeschmissen. Zu Fu\u00df ging es also dann Richtung Stadtzentrum. Gott sei dank waren die Stra\u00dfenschilder auch auf Albanisch beschriftet, nur mit dem kyrillischem Mazedonischen w\u00e4re ich verloren gewesen. Angekommen im Zentrum suchte ich dann ein Cafe mit a) einem Kellner, der Englisch sprechen konnte, damit ich fragen konnte ob ich b) in Euro zahlen k\u00f6nne und c) ob sie Wlan haben. Es hat nicht all zu lange gedauert und dann habe ich so ein Cafe gefunden und der anderen Freiwilligen geschireben, dass ich in Struga angekommen war. Zu Fu\u00df ging es dann zum See.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3af7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-320\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3af7-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3af7-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3af7-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3af7.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3af7-160x120.jpg 160w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-321\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b05-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b05-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b05-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b05.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b05-160x120.jpg 160w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nNach einer halben Stunden Pause in der Sonne mit einem wundersch\u00f6nen Seeblick und einem kleinen Drama, weil ich die Busstation nicht gefunden hatte, ging es weiter nach Ohrid. Das war ja gar nicht so schwer und lief doch eigentlich ganz gut.<br \/>\nBefl\u00fcgelt von diesem positivem Erlebnis, entschied ich mich \u00fcber Pogradec zur\u00fcck gefahren.<\/p>\n<h3>Die R\u00fcckfahrt<\/h3>\n<p>Zusammen mit der anderen Freiwilligen aus Skopje ging es per Boot am Sonntag nach Sv. Naum. Nachdem die andere Freiwillige abgefahren war und ich einen kleinen Spaziergang gemacht hatte, wollte ich zur Grenze gehen. Auf Nachfrage wurde mir ein Weg \u00fcber Treppen vorbei an einer Kapelle und danach \u00fcber eine Stra\u00dfe empfohlen.<br \/>\nAngekommen bei der Kapelle, hatte ich keine Ahnung wo da Treppen sein sollten. Also fragte ich nach und bekam prompt eine private F\u00fchrung von der Kapelle. Extra f\u00fcr mich wurde der Innenraum nochmal aufgeschlossen und so durfte ich mir die bunten Fresken anschauen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/mToeZN9MS1aigHLm12gI7w_thumb_3b24.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-322\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/mToeZN9MS1aigHLm12gI7w_thumb_3b24-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/mToeZN9MS1aigHLm12gI7w_thumb_3b24-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/mToeZN9MS1aigHLm12gI7w_thumb_3b24-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/mToeZN9MS1aigHLm12gI7w_thumb_3b24.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/mToeZN9MS1aigHLm12gI7w_thumb_3b24-160x120.jpg 160w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch der Weg Richtung Grenze wurde mir gezeigt. Und kurze Zeit sp\u00e4ter lief ich somit alleine \u00fcber eine zum Gl\u00fcck wenig befahrene nordmazedonische Autobahn Richtung Albanien. Ganz alleine war ich aber auch nicht, ab und zu kamen Autos vorbei, die erstaunlicherweise mir alle genug Platz lie\u00dfen und nicht hupten und dann kam mir eine Familie entgegen, die auch zu Fu\u00df unterwegs war.<\/p>\n<p>Nach einer gef\u00fchlten halben Ewigkeit erreichte ich dann die Grenze und auch hier lief der Grenz\u00fcbergang relativ unspektakul\u00e4r ab. Meine Taschen wollte diesmal nichtmal jemand kontrollieren. Daf\u00fcr habe ich zwischen den beiden Grenzposten, die wohl sch\u00f6nste Transitzone der Welt gefunden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1d.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-323\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1d-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1d-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1d-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1d.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1d-160x120.jpg 160w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/KYpsBXAaSjWbtnF4GZ6SJQ_thumb_3b1b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-324\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/KYpsBXAaSjWbtnF4GZ6SJQ_thumb_3b1b-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/KYpsBXAaSjWbtnF4GZ6SJQ_thumb_3b1b-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/KYpsBXAaSjWbtnF4GZ6SJQ_thumb_3b1b-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/KYpsBXAaSjWbtnF4GZ6SJQ_thumb_3b1b.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/KYpsBXAaSjWbtnF4GZ6SJQ_thumb_3b1b-160x120.jpg 160w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1e.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-325\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1e-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1e-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1e-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1e.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/files\/2019\/10\/UNADJUSTEDNONRAW_thumb_3b1e-160x120.jpg 160w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dies waren dann auch die letzten Bilder, die ich von meiner R\u00fcckreise gemacht habe. Um besser zu verstehen, wie es mir danach ging, m\u00f6chte ich kurz erw\u00e4hnen, dass ich kein mobiles Internet hatte, da mein Prepaidvertrag ausgelaufen war und ich, bis auf ein Kaffeeteilchen, nichts gegessen und auch nicht wirklich was getrunken habe, weil ich Angst hatte auch Toilette gehen zu m\u00fcssen. But back to topic: Ich stehe inzwischen in Albanien.<\/p>\n<p>Online hatte ich gelesen, dass hinter der Grenze Taxis auf Touristen warten sollten. Und da waren auch zwei Typen, die &#8222;Taxi?&#8220; meinten. Ich meinte daraufhin, dass ich nach Pogradec fahren m\u00f6chte, was in etwa 6km entfernt ist. &#8222;1.000 Lek&#8220; (8Euro) antwortete einer von den Typen. Ich musste anfangen zu lachen. Das sollte doch wohl ein schlechter Witz sein? Eigentlich kostet so eine Taxifahrt in Albanien so 200-400 Lek (1,6-3,3Euro).<\/p>\n<p>&#8222;Are you serious?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Okay 800 Lek&#8220;<\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt war ich zu fertig um noch gro\u00df zu handeln. Au\u00dferdem hatte ich ja auch nicht mehr M\u00f6glichkeiten als mit dem Typen zu fahren. Sonst war da ja niemand.<\/p>\n<p>&#8222;600 Lek and we have a deal&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Mhm.. okay&#8220;<\/p>\n<p>Der Typ ging also auf sein Auto zu und erst da bermerkte ich, dass er kein offizielles Taxischild oben auf dem Auto hatte. &#8222;Okay, guess, ich nehme dann wohl ein inoffizielles Taxi&#8220;, dachte ich w\u00e4hrend ich bei dem Typen einstieg.<\/p>\n<p>Schweigend fuhren wir bis nach Pogradec. Dort fragte er mich dann, wo genau ich denn hinwollte. Ich meinte zum Busbahnhof. Er fragte, wo ich danach hinfahren w\u00fcrden, also mit dem Bus dann. &#8222;Tirana.&#8220; &#8222;Okay I&#8217;ll make you a deal. 15 Euros and I drive you to Tirana.&#8220; &#8222;Fifteen or fifty?&#8220; &#8222;Fifteen&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;What the fuck geht denn jetzt schon wieder ab?&#8220; Nach Tirana waren es zwei Stunden und die 15 Euro, h\u00e4tten gerade mal so seinen Sprit bezahlt, wenn \u00fcberhaupt. Ich war verwirrt und f\u00fchlte mich zunehmend unwohler. Erst versuchte er mich komplett \u00fcber den Tisch zu ziehen und jetzt wollte er mich f\u00fcr 15 Euro durch halb Albanien kutschieren? Erst sagte ich im Schock zu, doch dann nachdem ich kurz nachgedacht hatte, lehnte ich wieder ab. Wer wei\u00df wo der Typ mich hinfahren w\u00fcrde und jetzt war ich schonmal Pogradec am Busbahnhof. Ab hier fahren oft Busse nach Tirana. Ich wollte also bezahlen und aussteigen.<\/p>\n<p>Dann viel mir auf, dass ich das Geld nicht passen hatte und fragte den Fahrer, ob er Wechselgeld h\u00e4tte. &#8222;No change.&#8220; Wieso zur H\u00f6lle hat ein Taxifahrer kein Wechselgeld?! &#8222;But you can give me 600 Denars instead&#8220; Ja ja sehr lustig. Die mazedonische W\u00e4hrung Denar ist doppelt so viel wert wie Lek. Also 600 Denar gleich 1200 Lek. Ich gab ihm dann alles was ich in Lek zusammenkratzen konnte und den Rest in Euro. Hat auch funktioniert und ich war einfach nur noch froh aus dem Auto von diesem Typen raus zu sein.<\/p>\n<p>Am Busbahnhof standen dann auch wie erwartet viele Furgons mit einem Tirana Schild in der Windschutzscheibe. Bei einem Furgon traf ich auf zwei Amerikanerinnen, die gerade mit dem Fahrer auf albanisch diskutierten. Ich stellte mich zu ihnen und bekam prompt das Problem raus. Am n\u00e4chsten Tag war in Tirana Semesterbeginn. Die Furgons, die normalerweise alle 20 Minuten fahren, waren also bis zum n\u00e4chsten Tag um 11:30 komplett voll reserviert. Einfach voll. Man kam da nicht rein.<\/p>\n<p>Ich unterhielt mich daraufhin mit den Amerikanerinnen und bekam raus, dass sie beide auch einen Freiwilligendienst in Albanien leisteten. Die eine in der N\u00e4he von Pogradec und die andere, die gerade in Pogradec zu Besuch war, im Norden. Und sie musste auch nach Tirana um dann von dort weiter nach Kuk\u00ebs zu fahren. Gemeinsam fragten wir nach dem Preis eines Taxis. 70 Dollar, zu teuer f\u00fcr uns beide. Die andere Freiwillige entschied sich dann noch eine Nacht l\u00e4nger bei ihrer Freundin zu bleiben und erst am n\u00e4chsten Tag wieder in den Norden zu fahren. Ich wollte hingegen auf keinen Fall die Schule am Montag verpassen, also schrieb mir die andere Freiwillige eine Kombination aus St\u00e4dten auf wohin furgons fahren. Also von Pogradec nach Prrenjas von dort nach Librazhd, dann nach Elbasan und dann nach Tirana. Sie sagte mir auch, dass sie diese Kombination aus St\u00e4dten auch schon gefahren sei und notfalls, seien dass alles St\u00e4dte wo ich auch Leute finden w\u00fcrde, die Englisch sprechen k\u00f6nnen und sollte ich in einer von diesen St\u00e4dten stranden, k\u00f6nnte ich auch ab dort ein Taxi nehmen. Das w\u00e4re dann auch billiger als von Pogradec aus.<\/p>\n<p>Da in genau diesem Moment der st\u00fcndlichfahrende Furgon nach Prrenjas um die Ecke gefahren kam und ich von den anderen Freiwilligen bekr\u00e4ftigt wurde, stieg ich dort ein. Die andere Freiwillige kl\u00e4rte noch schnell mit dem Fahrer ab, dass ich weiter nach Tirana fahren m\u00f6chte und er sich drum k\u00fcmmern sollte. Dann ging die T\u00fcr zu und ich war alleine. Irgendwo in einem Minibus mit lauter Leuten, die mich nicht verstehen konnten. Die ich auch nicht verstand. Auf einer Autobahn in einem Land 1.400km entfernt von zu Hause. Ich f\u00fchlte mich schei\u00dfe, ausgeliefert und fertig. Ich wollte nur irgendwie in Tirana ankommen, doch das schien zu diesem Zeitpunkt fraglich. Stress und Panik breiteten sich in mir aus. Doch jetzt war ich schon in diesem Bus, was hatte ich f\u00fcr eine andere M\u00f6glichkeit als jetzt mit diesem Bus bis zum Ende zu fahren. Ab Prrenjas konnte ich dann ja ein Taxi nehmen. Auf Google Maps verfolgte ich unseren Fortschritt und ob wir wirklich Richtung Prrenjas und Richtung Tirana fuhren. Was wir taten.<\/p>\n<p>Angekommen in Prrenjas gab ich dem Fahrer einen 1000Lek Schein und er gab mir 850 Lek zur\u00fcck. Komisch die anderen mussten doch nur 100Lek bezahlen. Aber ich war so fertig, dass ich willenlos geworden war und die 50 Lek, also 40 Cent waren es mir nicht wert, meine Passivit\u00e4t zu \u00fcberkommen. Doch gerade als ich das Geld wieder einstecken wollte, fiel dem Fahrer sein Fehler auf. Er entschuldigte sich mehrfach bei mir und gab mir dann auch die 50 Lek wieder. Nett, irgendjemand schien ja doch ehrlich zu sein in diesem Land. Der Fahrer gab mir mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen zu verstehen, dass ich drau\u00dfen warten sollte. Er kam raus und lehnte sich ans Auto und rauchte erstmal eine. Auf dem kleinen Busbahnhof von Prrenjas waren noch mehr Reisende und Fahrer, mit denen er ins Gespr\u00e4ch kam. Oft fiel &#8222;Tirana&#8220; und es wurde auf mich gezeigt.<\/p>\n<p>Dann wurde basically die Verantwortung \u00fcber mich von meinem Fahrer zu zwei anderen Typen \u00fcbergeben. Der eine war \u00e4lter und ich vermute ein Freund von dem Furgonfahrer. Der andere j\u00fcnger und vermutlich war das auch der Grund warum er die Verantwortung bekommen hat, weil die anderen dachten, dass er Englisch sprechen k\u00f6nnte. Konnte er auch, aber er wollte nicht mit mir reden. Also nahm der \u00c4ltere, der absolut kein Englisch konnte, einen Stein vom Boden und zeichnete mir auf den Boden auf, wie ich jetzt nach Tirana kommen w\u00fcrde. Mit den beiden gemeinsam nach Elbasan und dann von dort aus w\u00fcrde ich alleine nach Tirana fahren. Ich war einverstanden. Was denn auch sonst?<\/p>\n<p>Und dann kam ein Auto, ein 7 Sitzer in etwa so gro\u00df wie ein Berlingo. Der Fahrer stieg aus und sofort fing die Diskussion an. Ich verstand, dass er mich f\u00fcr 300Lek nach Tirana fahren w\u00fcrde. So in etwa wurde es mir dann auch \u00fcbersetzt &#8222;3 Euros Tirana&#8220; &#8222;Okay okay&#8220;. Also stieg ich mit ein paar anderen Fahrg\u00e4sten in das Auto ein. Wir fuhren los und hielten immer wieder an. Einerseits, wenn Fahrg\u00e4ste durch das Auto pr\u00fcllten, dass sie jetzt gerne aussteigen w\u00fcrden. Andererseits, hielten wir auch an um Leute am Stra\u00dfenrand aufzusammeln oder zu fragen wo sie hinwollten. Da standen ganze Familien mit Koffern und warteten auf einen random Typen, der zuf\u00e4lligerweise da lang f\u00e4hrt. Und wie viele Leute eigentlich in so ein Auto passten war unserem Fahrer auch einigerma\u00dfen egal. Zur H\u00f6chstzeiten waren wir 3 Koffer, 9 Erwachsene und ein Kind in einem 7Sitzer wohlgemerkt. Also es war nur leicht eng. So zusammengepfercht, fing dann tats\u00e4chlich auch der J\u00fcngere, der gerade die Verantwortung \u00fcber mich hatte, an mit mir zu reden. Er ist 18 und studiert in Elbasan Tiermedizin \u2013 f\u00fcr mehr reichte sein Englisch und meine Nerven, die durch den Fahrstil des Fahrers zus\u00e4tzlich in Mitleidenschaft gezogen wurden, nicht aus.<\/p>\n<p>Endlich nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit von engem aufeinander sitzen und zahllosen mehr als waghalsigen \u00dcberholman\u00f6vern kamen wir dann in Elbasan an. Der Fahrer hatte zwar versprochen mich nach Tirana zu fahren, aber was solls. Ich gab ihm also, wie alle anderen die verabredeten 300 Lek und sofort zederte er rum, dass das nicht ausgemacht war, ich solle ihm 3 Euro geben oder 500 Lek. (3 Euro sind 360 Lek) Die beiden Typen, die gerade f\u00fcr mein Ankommen verantwortlich waren, schrien ihn daraufhin an, dass man das nicht machen w\u00fcrde, dass das ehr- und respektlos sein und man so keine Touristen behandelt. Also zumindest glaube ich, dass sie so etwas geschrien haben, da ich ja kein Albanisch kann und sie auf Albanisch geschrien haben. Im Endeffekt musste ich dann aber nicht mehr zahlen.<\/p>\n<p>Die beiden begleiteten mich noch zum Busterminal nach Tirana und sorgten daf\u00fcr, dass ich einen Platz in einem Bus nach Tirana bekommen habe.<\/p>\n<p>Am Ende kam ich mit nichtmal einer Stunde Versp\u00e4tung und einer ganzen Mengen neuer Eindr\u00fccke und total fertig in Tirana an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Hier wie versprochen der Beitrag dar\u00fcber wie ich nach Ohrid und von Ohrid wieder zur\u00fcck gekommen bin, aber zuerst einmal ein bisschen was generelles \u00fcber die Verkehrssituation in Albanien. \u00d6ffentlicher Fernverkehr in Albanian Da Tirana keine Bahnanbindung hat, erfolgt der komplette Fernverkehr per Stra\u00dfe. In die gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte, wo auch Autobahnen hinf\u00fchren, fahren gr\u00f6\u00dfere &hellip; <span class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/2019\/10\/23\/balkancrashkurs-oder-wie-man-von-ohrid-nach-tirana-kommt\/\">Mehr lesen &raquo;<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":2757,"featured_media":323,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-318","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/318"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2757"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=318"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/318\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":327,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/318\/revisions\/327"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/wp-json\/wp\/v2\/media\/323"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=318"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=318"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/janaintirana\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=318"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}