Herzliches Wiedersehen im Norden – Der Sommer ist gegangen, die Homies kommen!

Vor über einer Woche bin ich  im ersten fallenden Schnee nach Lemberg aufgebrochen, um dort die anderen Freiwilligen meiner Homezone zu treffen und anschliessend gemeinsam zum Zwischenseminar nach Iwano-Frankiwsk weiter zu reisen.

Für diese Entfernung von knapp 470km Luftlinie brauchte ich tatsächlich über 20 Stunden Fahrzeit. Das hängt mit der Straßenqualität und dem Streckennetz zusammen, dass natürlich einen Bogen um Moldawien macht. Zuerst ging es mit dem Bus nach Odessa und von dort in einen schönen, modernen Nachtzug. Das einschläfernde Ruckeln des Waggons und die Vorfreude darauf, meine Homies aus der Ukraine, Moldawien, Belarus und Weißrussland wiederzusehen, bescherte mir eine angenehme Nacht.

Zum Frühstück fand ich ein kleines Cafe, in dem ich den berühmten ( in meiner ersten Probe sehr geschmackvollen) Kaffee Lembergs kostete und mich weiter meinem Buch „Die kleine Geschichte der Ukraine“ von Andreas Kappeler widmete. Der Titel spricht inhaltlich für sich, ein Buch voller Fakten und Daten und Namen, die mir im Sommer, als ich es zum ersten Mal in Angriff nahm, nichts sagten. Dementsprechend legte ich es bald gelangweilt aus der Hand, mit der Hoffnung, es würde nicht für immer in Vergessenheit geraten. Nun, da ich mit den Regionen, einigen Orten und glücklicherweise auch einigen geschichtlichen Persönlichkeiten vertrauter bin, fällt es mir viel leichter, den Inhalt zu verfolgen und Zusammenhänge zu erfassen. Das ist ein sehr schönes Erlebnis, zu registrieren, dass man in ein Thema hineinwächst.

Nachdem nach einigen Missverständnisssen endlich alle Ukraine-Freiwillige in ein und demselben Hostel angekommen waren, stand eine kleine Shoppingtour an, in der ich eine Winterjacke erbeutete, deren Notwendigkeit sich in den nächsten Tagen noch beweisen sollte. Am nächsten Tag empfingen wir die restlichen Zonies dann zum Frühstück im Einkaufszentrum Forum Lviv. Anschließend wurden dann die vielfältigen Sehenswürdikeiten, wie die Lemberger Oper, das Kaffeemuseum und ein wunderschöner Aussichtspunkt, von dem man über die Dächer der ganzen Stadt sehen kann, besucht.

Die Atmosphäre des Wochenendes war einfach wunderbar, es war so ein freies, vertrautes Gefühl mit einer zusammenwachsenden Gemeinschaft durch die gemütliche und gleichzeitig lebendige Altstadt zu bummeln, einen Auftakt des guten Essens beim Georgen zu feiern, und beim ins Bett gehen zu wissen, dass man jetzt fast eine ganze Woche mit diesen tollen Menschen in einer neuen Stadt verbringen darf.

 

 

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