kiew ist nicht mehr da, sondern hier

Mein erster Tag ist fast vorbei und ich habe mich lange nicht mehr so fertig gefühlt. Nach 4 Stunden Schlaf saß ich heute morgen um 8 im Flieger und war viel zu müde, um wirklich zu realisieren was passiert. Als ich in Kiew landete, ging auch alles sehr schnell: Erstmal zur Gastfamilie, etwas essen (übrigens sehr leckeren Bortsch) und dann bin ich auch schon eingeschlafen. Dass ich mir ein Zimmer mit meiner 12-jährigen Gastschwester teilen muss, wusste ich zwar schon im Vorfeld, aber wie sehr es mich wirklich belasten würde war mir nicht klar. Seitdem ich 10 bin habe ich mein eigenes Zimmer und diesen Luxus eines Rückzugsortes, wo man auch mal in Ruhe seine Gefühle rauslassen kann, habe ich direkt vermisst.

Nach dem Schlafen waren wir spazieren und anschließend in der Schule, wo mir meine Kontaktperson meine Aufgaben erläutert hat. Direkt in der ersten Woche bei 32 AchtklässlerInnen vertreten? Diese Aussicht hat meine Stimmung nicht gerade verbessert und so wurde zuerst der Gemeinschaftsbalkon auf der 14. Etage und anschließend das Bad mein „Rückzugsort“. Als dann auch noch die Prepaidkarte gefühlt ewig nicht funktioniert hat, wars vorbei und die „Allergie“ hat reingekickt.

Jetzt sitze ich auf dem Bett und werde gleich schlafen gehen. Ich habe heute sehr schöne Eindrücke gesammelt aber natürlich war es sehr viel, da jetzt wirklich die Erkenntnis reingekickt ist, dass ich erstmal hier bin. Die Gespräche mit meiner Mama, meiner Freundin Au und meinen Mitfreiwilligen hier in der Ukraine haben mich sehr bestärkt und ich weiß, dass der harte Anfang irgendwann hoffentlich seinen Aggregatszustand wechselt.

Btw, der Ladenbesitzer neben unserem Haus hat meine armseligen Versuche auf ukrainisch eine Schachtel Kippen zu kaufen mit fließendem Englisch unterbunden, also ich werde hier schon zurecht kommen. 🙂

 

-Ira

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