Es war eine schöne Zeit

Ich bin dankbar für jeden Tag, den ich hier in Ghana verbringen durfte. Die Zeit hier war wirklich wertvoll für mich. Ich habe so viel gelernt und kennen und lieben gelernt. Ich hoffe aus tiefsten Herzen, dass all diese Erfahrungen mich auch langfristig verändern und ich nicht zu Hause ankomme und alles genau wie vorher ist. Davor habe ich echt Angst, denn es passiert so schnell und ist so einfach…

Ich fühle mich echt zu Hause in Ghana, aber man soll bekanntlich ja immer gehen wenn es am schönsten ist.

Auch wenn meine Arbeit hier nicht gerade hochproduktiv war und ich recht viel Leerlauf hatte, habe ich doch für mein Leben gelernt. Ich hatte definitiv genug Zeit mich selbst besser kennen zu lernen, mich zu entwickeln und herauszufinden was ich wirklich im Leben will.

Auch wenn sich nach einer Weile Alltag eingestellt hat, gibt es immer noch Dinge, die mich an diesem Land und den Leuten noch genau wie beim ersten Mal faszinieren… beispielsweise wie viel Gewicht der menschliche Koopf tragen kann und wie gut manche Leute dabei das Gleichgewicht halten können… oder die unfassbare Geschichte und Kultur und die Lebensphilosophie, und die wunderschönen Landschaften, die es gibt….

Man gewöhnt sich aber an das Meiste. Ich glaube ich werde einiges vermissen wenn ich es dann nicht mehr habe wie das Essen, den Straßenverkehr mit all seinen Hürden und die lieben Komplimente von Fremden und die Hilfsbereitschaft, Offenheit und Gastfreundlichkeit, die Freiheit und Freude am Leben, den Wechselkurs, die Vielseitigkeit in jeder Hinsicht, die allgemeine Lebensphilosophie, die Musik und den ganz normalen Alltagswahnsinn mit all seinen Herausforderungen die es zu meistern gibt wie z.B. Strom- und Wasserausfälle. Obwohl ich ohne letzteres ganz gut weiterleben kann glaube ich…

Ich freue mich sehr darauf wieder Sport zu machen, Pullis zu tragen und nicht immer nur eiskalt zu duschen und beten, dass sich das Shampoo irgendwie rauswäscht. Auf Wasch- und Spülmaschienen freue ich mich auch. Und auf bequeme Matratzen.

Garantiert nicht werde ich den ganzen Müll überall vermissen. Das zu sehen bricht mir jedes Mal das Herz. Weiterhin werde ich nicht vermissen: extrem übersteuerte Mikrofone und Verstärker, die ständige Aufmerksamkeit, die man bekommt, wenn man anders aussieht… und ständig abgezockt zu werden aus dem selben Grund und ständig verhandeln zu müssen… und bestimmte Weltanschauungen bestimmter Leute.

Mich nervt vor allem, dass Weiße einfach als bessere Menschen als Schwarze abgetan und nahezu angepriesen werden von manchen Leuten, die auch noch komplett ignorant dem transatlantischen Dreieckshandel gegenüber sind und sich nicht mal fragen warum die Welt denn heute so ist wie sie ist. (Das bezieht sich natürlich nur auf Leute, die in der Schule darüber gelernt haben.)

Ich finde auch schade wie viel Diskriminierung es hier gibt z.B. zwischen verschiedenen Stämmen und generell in der Gesellschaft. Aber das ist wohl überall auf der Welt gleich..

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass mein Aufenthalt nicht der erste und letzte zugleich war.

Doch fürs nächste werde ich wohl eine Weile in Deutschland bleiben und darauf freue ich mich auch. Deutschland ist ja irgendwo doch meine Heimat.

So wie es momentan aussieht werde ich wohl nach Oldenburg ziehen und Umweltwissenschaften studieren. Auch wenn das nicht mein ursprünglicher Plan war, so glaube ich doch, dass alles aus einem Grund passiert und ich freue mich auf die kommende Zeit. Die ganzen neuen Umbrüche werden sicherlich spannend und beizeiten auch stressig und fordernd, aber da ich weiß, dass ich nie allein sein muss, bin ich zuversichtlich. Das ist letztlich ja auch nur ein ganz normaler Teil des Lebens und Erwachsen sein.

Ich freue mich auch ehrlich gesagt wieder mental gefordert zu werden, denn ich merke echt, dass ich seit über einem Jahr nicht mehr in der Schule war und es wird wieder Zeit für mich.

Ich freue mich im Übrigen auch extrem auf WLAN zu Hause.

Ich nehme so viele persönliche Schätze mit und ich danke allen, die sich hin und wieder die Zeit genommen habe die Schätz mit mir zu teilen und interessiert waren, Ich habe zwar nicht viel gebloggt (habe herausgefunden ich bin kein geborener blogger), aber es hat mir jedes Mal sehr viel Spass gemacht.

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