Neue Neuanfänge und der böse Kapitalismus

Und wieder mal ein Neuanfang

Wir sind nun an der letzten Station unseres Freiwilligendienstes angekommen.

In Kuntenase leben ebenfalls im Haus des District Chief Executive. Der größte Unterschied ist jedoch, dass wir diesmal fast allein leben. In einem riesigen Haus, das quasi völlig leer steht, wohnen wir zu dritt mit dem Sicherheitsmann Allaiji und ab und an einem Fahrer. Wir sind schon eine witzige Truppe, aber verstehen uns bisher alle wunderbar.

Im Vergleich zum vorherigen Distrikt bin ich allgemein auf jeden Fall zufriedener. Sowohl unsere Wohnsituation gefällt mir besser, als auch die Arbeit und das Arbeitsklima. Wir kriegen mehr zu tun, was mich ziemlich glücklich macht. Wir haben auch endlich mit unseren School Clubs angefangen und es es macht wirklich Spaß zu sehen wie die Kinder sich freuen wenn sie z.B. selber ein Etui aus einer Plastikflasche upcyclen und man sie dafür lobt.

Endlich hat sich auch mein Traum erfüllt: Wir können endlich selber kochen. Das war aber gar nicht so einfach, da ich mich erst einmal an den Gasherd und die Maus in unserer Küche gewöhnen musste. Es macht uns aber unheimlich viel Spaß mit den lokalen Gerichten und Zutaten herum zu experimentieren und unsere eigenen Versionen von allem zu entwickeln.

Kürzlich gab es eine Entführung von zwei jungen kanadischen Freiwilligen in Kumasi, einer Stadt in deren Nähe wir uns befinden und uns an den Wochenenden öfter aufhalten, da sich unser Freundeskreis dort befindet. Das beunruhigt am meisten unsere Arbeitskollegen und Verantwortlichen. Sie haben zwar nie offen etwas gesagt, aber wir haben schon gemerkt, dass die Sicherheitsvorkehrungen etwas angezogen wurden und man uns am liebsten gar nichts allein machen lassen würde. Aber das geht natürlich nicht. Also theoretisch schon, aber wer möchte schon ständig überwacht werden? Wir jedenfalls nicht. Wir werden weiterhin vorsichtig sein und uns gut informieren bevor wir irgendwas unternehmen, aber wir wollen natürlich auch nicht in ständiger Sorge leben, denn was für ein Leben wäre das schon?

Glücklicherweise haben wir aber auch tolle Kollegen hier, die uns spontan auf kleine Trips mitnehmen, sodass uns nicht langweilig wird.

Mittlerweile haben ich schon sehr viel hier in Ghana erlebt und gelernt.

Einige Dinge fallen mir definitiv schon leichter als am Anfang wie…

…flexibel zu sein und immer das unerwartete zu erwarten,

…Suppe mit den Händen zu essen,

…Smalltalk auf Twi,

…ein paar afrikanische dance moves,

…damit klar zu kommen als Weiße meistens anders behandelt zu werden,

…zu verhandeln,

…mich nicht an alle Regeln und Gesetze zu halten (was ich in Deutschland wieder ändern muss),

…meine Wäsche per Hand zu waschen,

…komplett übersteuerte Mikrofone und viel zu laute Boxen auszuhalten,

…einen Gasherd anzubekommen ohne Angst vor einer Explosion,

…mit der Afrikanischen Zeit zurecht zu kommen,

…komplett ohne WLAN und nur von mobilen Daten zu leben,

…mich hin und wieder zu langweilen,

…einen konstanten Pegel von Mückenstichen aufrecht zu halten,

…dass es jeden Tag um halb sieben schon dunkel ist,

…und noch vieles mehr…

Nicht dazu gehört jedoch Mangos zu essen ohne eine riesige Sauerei zu veranstalten. Hachja, manche Dinge ändern sich einfach nie.

Gestern waren wir auf einer Feier zu Ehren des neu ernannten Chiefs unserer Stadt. Für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar, da dies ein sehr wichtiges Stück ghanaischer Geschichte und Kultur ist, wie mir sofort bewusst wurde, und so etwas sicherlich nicht jeder hier zu Gesicht bekommt. Ich habe natürlich nicht alles verstanden, aber ich habe immerhin gesehen wie man zu Trommelmusik tanzt, auch wenn ich das selber wohl nie meistern werde. Und das ist völlig ok so. Des weiteren wurde mir bewusst wie unwürdig ich herumlaufe, da ich aufgefordert wurde meine Schlappen auszuziehen, bevor ich dem Chief die Hand schütteln durfte. Das mussten die anderen Leute mit ihren schicken Sonntags Schuhen natürlich nicht. Gegen Tradition kann man halt nichts machen. Erst recht nicht an einem Ort, wo sie so fest verankert ist wie hier. Was ich ehrlich gesagt sehr schön finde und mir die Frage aufwarf wie viel uralte Tradition und Kultur Deutschland noch hat. Falls jemand mehr darüber weiß freue ich mich sehr über weiterführende Information.

Ich liebe die Natur in Ghana und die wenigen Orte, an denen es noch echten Regenwald gibt.

Dort wird einem bewusst warum Naturreligionen sich hier immer noch halten und die Leute hupen wenn sie über einen Fluss fahren, um den Flussgeistern ihren Respekt zu zollen. Oder warum man den Waldgeistern Schnaps und Brot hinstellt, damit einem auf dem Weg zum Wasserfall nichts passiert.

Sobald man einen Fuß in diese Reservate setzt merkt man wie intakt die Welt an manchen Stellen noch ist und wie viel Ruhe und Energie gleichzeitig dieser dynamische Lebensraum ausstrahlt. Erst recht wenn man viel Zeit in der Millionenstadt verbringt ist es unheimlich heilsam in die Natur zurück zu kehren und sein Zen und die guten Vibes zu finden und nicht zuletzt auch sich selbst.

Voraussichtlich wird es gegen 2035 keinen natürlichen Regenwald mehr in Ghana geben. Dann gibt es nur noch die Reservate, die heftig verteidigt und geschützt werden und trotzdem Schauplatz illegaler Goldminen und Holzfällerei werden. Ressourcen sind eben begrenzt. Das wissen auch die Leute hier. Trotzdem brauchen sie sie um zu leben. Ghanas drei Exportschlager sind Holz, Gold und Kakao. Für jedes dieser drei Güter geht es dem Wald an den Kragen – und damit auch der Zukunft dieses Landes und der ganzen Welt. Ghana ist natürlich kein Einzelfall. Das dürfen wir niemals vergessen. Oder so lange es noch zählt wenigstens nicht.

Ich beschuldige hier nicht Ghana ihrer unnachhaltigen Forstwirtschaft wegen, auch wenn ich jene keineswegs gutheißen kann.

Vielmehr geht es mir darum auf die praktischen Folgen der Globalisierung, des Kapitalismus, des Kolonialismus und des Klimawandels aufmerksam zu machen, denn sie betreffen uns alle.

Thank you for coming to my TED talk.

Hi ich lebe noch

Hallooo ich bin’s mal wieder nach circa 4 Wochen.

Mir geht es immer noch gut (außer dass ich ständig Erkältungen habe und Gott weiß wo ich mir die immer einfange) und es gefällt mir immer besser in Ghana.

Und dan komm ich auch zum Teil, der euch immer am meisten interessiert: Was mache ich eigentlich?

Nun, hier an der District Assembly in Asiwa im Bosome Freho Distrikt ist die Arbeit nicht besonders spannend. Wir verbringen die meiste Zeit im Büro an unseren Laptops und gestalten Poster und Artikel für social media und bereiten unsere school clubs vor, die wir irgendwann in unbekannter Zukunft mit Schulkindern durchführen dürfen. Mein Thema wird nachhaltige Waldwirtschaft, aber dazu mehr wenn die Zeit gekommen ist.

Im Büro gibt es kein Wlan und es ist ganz natürlich sein eigenes Handy Datenvolumen für seine Recherchen zu nutzen. Das wird mich vermutlich immer nerven, aber man findet sich damit ab.

Unser Twi Unterricht läuft immer noch, aber unsere Motivation für diese unbegreiflich schwierige Sprache schwindet leider jeden Tag.

Genau so wie die Motivation jeden Menschen auf der Straße zu grüßen und smalltalk zu halten. Das. Ist. So. Unfassbar. Ätzend.
Und ich weiß Deutschland mitlerweile sehr dafür zu schätzen, dass wir so reserviert und unkomunnikativ sind.

Aber jetzt genug mit dem Gemecker. Es gibt schließlich genug schöne Momente.
Da wären die field trips zu den Wasserfällen und zum See und Meetings mit Menschen mit wahsinnig guten Ideen. Ich liebe die Landschaft und die Gewitter und Wetterleuchten und dass der Mond hier so anders aussieht. Dann mag ich auch die täglichen Gespräche mit den Kollegen und dass wir so viel zusammen lachen. Das macht den Arbeitstag deutlich erträglicher. Ich bin auch super dankbar für unsere Gastfamilie, die Mittags (meistens) sehr lecker für uns kochen und uns Abends „hungern lassen“ und uns dadurch sehr beim abspecken helfen. Ich auch mega froh über Taous, meine Mitfreiwillige und ride or die, die ich jetzt 2 Monate kenne (aber gefühlt irgendwie schon ewig) sie ist auch einer der Gründe warum es nie total langweilig wird. Die Wochenenden in Kumasi bei unseren Freunden auf dem Campus sind immer super schön, actiongeladen und anstrengend. Und auf der 1,5h Trotrofahrt je Strecke weiß man nie was passiert. Es bleibt spannend.

Gestern als wir aus der Stadt im Dunkeln kamen wurden wir an einer besonders dunkeln und buschigen Stelle der Straße von einem maskierten Teenanger mit einer Machete aufgefordert ihm unsere Handys zu geben. Daraufhin hat Taous ganz laut unseren Boss gerufen dessen Haus nur wenige Meter entfernt war. Sofort ist der Junge weggerannt und in den Busch gesprungen und wir konnten ungehindert nach Hause gehen.
Natürlich wusste innerhalb weniger Stunden das ganze Dorf bescheid und wir verbrachten einen Teil des Abends auf der Polizeistation.
Ich hoffe, dass der Junge unbekannt bleibt, denn ich will mir gar nicht ausmahlen was mit ihm geschehen würde. Und ich muss hinzufügen, dass es in Ghana nicht unüblich ist, Einbrecher totzuprügeln habe ich mir sagen lassen. Was sich geändert hat ist, dass der Security Guard an unserem Haus jetzt ein Gewehr hat und wir nicht ohne Security Abends rausgehen sollen. Dagegen haben wir direkt heute erstmal verstoßen und auch direkt Anschiss vom Officer kassiert. Naja egal.

Dieses Ereignis war das aufregendste der letzten 4 Wochen (und ich will gar nicht wissen wie lange davor) in Asiwa.

Letztes Wochenende sind wir fast 3 Stunden mit sämtlichen Verkehrsmitteln zu einem Wildlife Sanctuary gefahren nur ums uns dann sagen zu lassen, dass am Wochenende geschlossen ist. Wir haben dann aber doch eine Führung durch den Djungel bekommen und am Ende sehr viel Geld an unserem Uber fahrer, der über eine Stunde auf uns gewartet hatte, gelassen. Das Abendteuer war es aber total wert.

Am Sonntag war ich in einem Gottesdienst einer methodistischen Kirche von Studenten vom Campus, die über 1500 Mitglieder hat und ich trotzdem die einzige Weiße war.

Leider habe ich nicht viel aufregendes zu erzählen, aber das liegt einfach daran, dass wir hier unseren Alltag und Routine gefunden haben und das ist eigentlich auch etwas schönes.

Meine ersten Eindrücke

Maadwo! (Das heißt guten Abend auf Twi und wird wie alles ganz anders ausgesprochen als es geschrieben wird)

Gerade habe ich mich auf den Boden gesetzt, um diesen Beitrag zu verfassen, da fällt praktischerweise der Strom aus. Aber dann sitzt man halt mal im Dunkeln auf dem Boden. Das ist natürlich alles Teil meiner Reise hier.

Ich bin jetzt über eine Woche hier in Kumasi und ich bin echt erstaunt wie schnell man Routinen findet. Den Tag beginne ich in der Regel mit einem Tee, den ich schwarz trinke, seit ich einmal den Fehler machte Kondensmilch zu probieren. Milchprodukte gehören hier nicht so in die Ernährungspyramide wie bei uns.
Zur Arbeit geht es mit Taxi und Trotro. Das haben wir uns jedoch nicht von Anfang an getraut. Der Stadtverkehr in Kumasi kann zur Rush Hour ziemlich einschüchternd sein. Daher haben wir zur Eingewöhung mit Uber angefangen. Uber habe ich hier sehr zu schätzen gelernt.
Der Straßenverkehr hier fasziniert mich. Obwohl alles sehr hektisch und chaotisch auf mich wirkte, habe ich noch nirgendwo ruhigere Autofahrer erlebt. Die Autofahrer hier haben meinen tiefsten Respekt.

Woran ich mich allerdings nie gewöhnen werde sind die Abgase von all den Autos hier, die bei uns nicht mehr fahren dürfen. Das gibt einem ganz schön zu denken. Auf fast jedem Trotro steht entweder etwas Deutsches oder Koreanisches.

Traurig macht mich jeden Tag der ganze Müll hier überall. Und der Gastank der damit einher aus den Straßengräben zieht. Wir können Deutschland echt für unsere Infrastruktur und das Klima danken, dass es bei uns anders ist. Ich hoffe sehr, dass sich hier in Zukunft etwas in diese Richtung entwickelt und ich wäre froh einen kleinen Beitrag dazu zu leisten.
Meinen eigenen Verbrauch an Plastiktüten zu regulieren ist noch relativ einfach, aber bei pfandfreien Einweg-Plastikflaschen wird es schwierig, da man leider nicht einfach das Leitungswasser trinken kann.
Dies ist auch ein Privileg aus Deutschland, für das man gar nicht dankbar genug sein kann.

Zum Frühstück hole ich mir gerne irgendeine Form von Gebäck und Sojamilch. Dann geht’s ab ins office oder sonst wo hin. Das Büro der Water Resources Commission in Kumasi ist ein Teil des Managements des Lake Bosomtwe Biosphere Reserve. Die Chefin hier ist gleichzeitig die Managerin des Reservats. Bisher sind wir mit ihr immer viel durch die Gegend gefahren und uns allen möglichen Leuten von Organisationen vorgestellt, die mit dem Biosphärenreservat zu tun haben.
Auf diesen Reisen gibt es immer neues Essen zu probieren und viel zu sehen.

Da wir so viel unterwegs waren haben wir noch nicht so einen festen Arbeitsalltag. Ich hoffe das bleibt erstmal so, denn 5 mal die Woche 8 Stunden vor dem Laptop zu sitzen ist nicht gerade mein Traum. Bisher haben wir uns viel mit dem Management Plan und den beteiligten Partnern des Biosphärenreservats auseinander gesetzt. Nun geht es darum, ein Proposal für einen School Club zu entwerfen. Das bedeutet viiiieeel recherchieren. Freitag ist schon unsere Deadline. Ich möchte noch erwähnen, dass wir bisher nicht eine Schule besucht haben und gar kein Bild haben was genau uns erwartet. Das finde ich persönlich etwas stressig und ich fühle mich sehr ins kalte Wasser geworfen.
Glücklicherweise habe ich tolle Arbeitskollegen, die ich gerne mit allem möglichen löcher.

Mein aktuelles Lieblingsessen heißt gobe. Es besteht aus Reis, Bohnen, fried plantain (Kochbanane), scharfer Soße, ordentlich viel Palmöl und manchmal etwas Avocado. Ich mag eigentlich alles was die Menschen hier mit Kochbananen machen. Es gibt auch chips, die fast genau wie unsere Kartoffelchips schmecken.
Fufu ist ein sehr lokales Gericht aus der Ashanti Region und ich liebe es, weil man es mit den Händen isst. Das ist zwar für unsere Verhältnisse eine Riesensauerei, aber ich persönlich hab meinen Spaß dabei.
Ghanaische Pizza ist im übrigen auch nicht schlecht, auch wenn man da vielleicht gar nicht so dran denkt.

In einem Hostel ohne Küche und Kühlschrank zu leben hat mich am Anfang ziemlich genervt, aber auch daran habe ich mich gewöhnt. Auf diese Weise esse ich viel auswärts und lokale Gerichte.

Ein paar Brocken Twi habe ich mittlerweile auch aufgeschnappt, aber diese Sprache richtig zu lernen wird mir noch sehr viel abverlangen, da bin ich mir sicher… Mit Englisch kommt man hier zwar super klar, aber auf dem Land sind die Menschen weniger fließend darin wurde mir mitgeteilt. Glücklicherweise müssen wir einen Pflicht-Sprachkurs über 30 Stunden absolvieren, der von kluturweit bezahlt wird. Da freue ich mich schon drauf.

So sehr ich am Anfang voll das Drama gemacht habe, weil ich nicht in einer Großstadt sein wollte, so werde ich Kumasi doch vermissen wenn es bald raus aufs Land geht.
Es gibt hier einfach wahnsinnig viel zu tun und die verschiedensten Menschen. Die Art von Freiheit hier so mobil zu sein und ständig was unternehmen zu können werde ich auf dem Land natürlich nicht haben. Ich freue mich aber natürlich nach wie vor auf das andere und die Nähe zur Natur.

Bezüglich meines Freiwilligendienstes gibt es auch noch einiges spannendes, das auf mich zukommen wird. Aktuell bin ich noch in Kumasi, aber bald geht es für ca. 2 Monate in den einen Distrikt des Reservats und danach für weitere 2 Monate in den anderen Distrikt. Dazwischen steht das Zwischenseminar. Ich weiß mittlerweile, dass die District Assemblies jeweils ziemlich hohe Erwartungen an uns haben und davon ausgehen, dass wird grundlegende Veränderungen vornehmen werden und uns um Tourismus, Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung, etc. kümmern. (Das habe ich mir nicht nur zusammengereimt, das hat mir ein Arbeitskollege genau so gesagt.) Natürlich können wir Freiwilligen als Abiturienten nicht wirklich viel bewirken. Dementsprechend werden sowohl die Leute vor Ort als auch wir viel zurückstecken müssen und Enttäuschung erfahren.
Aber das ist wohl Teil des Prozesses, wenn man als erste Generation von Freiwilligen in einer Einsatzstelle ist. Wir sind letztlich nichts anderes als Versuchskaninchen. Das wird mir jeden Tag bewusst. Es hat wohl seine Vor- und Nachteile. So sehr alle Beteiligten manchmal an dieser Unerfahrenheit zu knabbern haben, so sehr haben wir als Freiwillige die Chance, den Weg für die nachfolgenden zu bereiten zu vereinfachen. Ebenso lernen die Einsatzstellen aus unseren Erfahrungen und können in Zukunft manches anders machen. Beispielsweise finde ich es kritisch, dass wir nie länger als 2 Monate irgendwo sein werden und jedes mal umziehen, uns einleben und eingewöhnen müssen. Einerseits ist es toll, dass wir so viele verschiedene Erfahrungen machen dürfen. Auf der anderen Seite frage ich mich aber auch wie effektiv unsere Arbeit werden kann.

Jetzt habt ihr einen kleinen Überblick von meiner Situation und was mir so durch den Kopf geht.
Ich weiß leider immer noch nicht wie man hier Bilder hochlädt, aber bei Instagram und im Whatsapp Status versuche ich dafür aktiv zu sein. Ihr könnt mich gerne fragen, wenn euch irgendwas besonders interessiert.
Ansonsten gehe ich jetzt mal ins Bett, denn dunkel ist es ja sowieso.

Der Anfang

Am Flughafen war meine Aufregung plötzlich weg. Dabei hatte ich schon fest eingeplant im Flugzeug zu heulen. Die Müdigkeit war einfach stärker als meine Emotionen. Außerdem war ich so heiser, dass ich wahrscheinlich nur ein grauenhaftes Kreischen von mir hätte geben können, dass in einem heftigen Hustenanfall erstorben wäre.

Tatsächlich war ich total ruhig und erleichtert, dass der ganz Stress, die Vorbereitung und Aufregung endlich ein Ende fand. Und mit den Wolken unter sich und dem blauen Himmel und der Sonne über sich kann man eigentlich nur friedlich sein.

So viel Gefühlschaos ich in den letzten Tagen durchlebt habe, so sehr freue ich mich auf das was kommt.

*In Vaianas Stimme*: Ich bin bereeeeit!
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Als ich in Accra den Flughafen verließ und durch die Schiebetür ins Freie trat war mein erster Gedanke: Ok. Das ist also tropisches Klima. Danach habe ich innerhalb von ca 40 Sekunden alles komplett durchgeschwitzt was ich an hatte. Ich habe an diesem Tag Klimaanlagen ganz anders zu schätzen gelernt. (Auch wenn sie nicht umweltfreundlich sind, ich weiß..)

Die 2 Tage in Accra waren unheimlich viel für mich. Erstes mal dieses Klima, erstes mal eine 6Mio Einwohner Stadt, erstes mal Afrika, erster Langstreckenflug, erste Fahrt mit einem Uber, erstes mal Ghanaisches Essen, erstes mal von einem Vogel terrorisiert, erstes mal komplett heiser für mehr als 2 Tage…
Da war ich schon sehr froh mit den anderen kulturweit Freiwilligen in Ghana zusammen zu sein.

Heute bin ich mit Taous in Kumasi angekommen. Wir sollten eigentlich mit dem Bus fahren, aber dann wurden wir von 2 Mitarbeitern der UNESCO Nationalkommission mit dem Auto gefahren. Warum auch immer, ich bin sehr dankbar, denn Bus werde ich wohl noch oft genug fahren und so ein Road Trip Ghana Style ist echt eine Erfahrung wert. Ebenso Ghanaische Raststätten und das Fried Yam, das dort verkauft wird.
Es gab viele Schlaglöcher zu umfahren, viele Straßenverkäufer zu ignorieren und die wunderschöne Vegetation zu bestaunen, so wie einen Einblick in das Leben der Menschen vor Ort zu erlagen.

Ich freue mich darauf jeden Tag ein bisschen mehr von diesem Land zu entdecken.

Und hoffentlich schaffe ich es bald hier auch Bilder hochzuladen.