Russland Reise

Malte und ich haben unsere Ferien genutzt, um zweieinhalb Wochen gemeinsam durch Russland zu reisen. Es war eine sehr tolle Zeit voller spannender Erlebnisse und Eindrücke:

MOSKAU

Malte war schon vorher ein paar Tage mit Anne dort und ich bin später nachgekommen. Meinen ersten Tag habe ich dann mit beiden zusammen verbringen können. Zuerst sind wir sehr lange im Gorki-Park spazieren gegangen.

 

Anschließend haben wir uns die Tretjakov-Galerie angeschaut, was ich damals im Mai leider nicht mehr geschafft hatte. Dort haben mich vor allem die Bilder von I.I. Levitan beeindruckt, aber auch viele andere Gemälde und Skulpturen waren sehr schön.

 

Am Abend des ersten Tags musste Anne leider schon wieder zurück nach St Petersburg.

Am zweiten Tag haben Malte und ich uns auf Annes Empfehlung hin auf den Weg zum Multimedia Art Museum gemacht. Dort konnte man im Erdgeschoss direkt neben dem Eingang mit Lego spielen, was besonders Malte sehr fasziniert hat, aber vor allem gab es mehrere Foto-Ausstellung über verschiedenste Themen. Die meisten Bilder waren schwarz-weiß und auch hier waren viele einfach wahnsinnig toll.

Anschließend sind wir beide zum zweiten Mal ins ВДНХ (VDNKh) gefahren, weil es einfach soo schön ist!

Außerdem befindet sich dort ebenfalls ein Museum für sowjetische Spielautomaten, wie in St Petersburg, in dem wir einen sehr witzigen Nachmittag verbracht haben.

Den letzten Tag haben wir genutzt, um uns zwei Gebäude der Pushkin-Galerie anzuschauen. Zuerst waren wir in einem Nebengebäude, wo es eine Ausstellung über die Fondation Louis Vuitton gab. Außerdem Giacometti und Gerhard Richter, den ich eigentlich echt nicht mag, aber Malte ist es tatsächlich gelungen, mich ein bisschen zu einem unvoreingenommeneren Standpunkt zu bewegen. Der Eintritt war zwar leicht überteuert, aber die Ausstellungen waren eigentlich ziemlich cool. Danach haben wir uns in eine sehr lange Schlange zum Hauptgebäude gestellt, aber der Besuch hat sich absolut gelohnt! Momentan befindet sich dort nämlich die Kunstsammlung des Impressionismus- und Post-Impressionismus-begeisterten Щукин (Schukin), die zu großen Teilen aus Monet, Matisse, Picasso, Gaugin, Rousseau, Signac und Degas besteht und das ist einfach Kunst, die ich absolut liebe! Es war unglaublich toll und ich hatte die ganze Zeit ein Dauer-Grinsen drauf, weil ich einfach so begeistert war! Auch sehr schön war, dass Der Tanz von Matisse extra für diese Ausstellung nach Moskau verlagert wurde und zwar von der Hermitage, dh. ich habe dieses Bild sowohl in St Petersburg als auch in Moskau bewundern können!

 

Nach einer Stärkung bei einem All-you-can-eat-Buffet für ca. 4,50 € ging es für uns weiter zum roten Platz.

Auf dem Weg zurück zum Hostel haben wir noch einen kurzen Abstecher in die Christ-Erlöser-Kirche gemacht, was sich absolut gelohnt hat! Einfach nur wunderschön von innen, leider durfte man keine Fotos machen.

Direkt neben unserem Hostel auf der Arbat Straße befindet sich ein Foltermuseum. Das war leider weniger spektakulär als wir uns erhofft hatten, aber es kann auch nicht alles toll sein.

Den letzten Abend in Moskau haben wir in einem nah gelegenen Park verbracht und dann war Moskau auch schon vorbei.

 

JAROSLAWL

Nach fast fünf-stündiger Zugfahrt sind wir endlich in Jaroslawl angekommen. Die ehemalige Hauptstadt hat uns sehr beeindruckt. Es gibt sehr viele sehr tolle Kirchen und endlich mal ein paar, die nicht von Gold strotzen! Die erste Kirche, die wir uns angeschaut haben, war sehr schlicht mit tollen Wandbemalungen, die überall abgeblättert waren, gemütlichen Sesseln, in denen wir uns erstmal ausgeruht haben, Teetassen, die einfach so rumstanden, und Gesangsnoten, in denen ich ein bisschen rumblättern konnte, weil sowieso niemand außer uns dort war.

       

Aber auch die anderen Kirchen haben uns sehr beeindruckt sowie einfach die gesamte Stadt. Da sie an der Wolga liegt, gibt es sehr schönen Strand, außerdem ein Planetarium und viele Parks, besonders beeindruckend derjenige, in dem das 1000 Jahre Jaroslawl Denkmal steht.

Außer in Kirchen und einem Kloster waren wir im Zeit- und Musik-Museum. Dort haben wir an einer russischen Führung teilgenommen, haben aber tatsächlich gar nicht sooo wenig verstanden und konnten u.A. Grammophone, Plattenspieler Glocken und Klaviere anschauen, viele tatsächlich sogar deutsch.

Ein kleines Highlight war die Fahrt mit dem Riesenrad bei Sonnenuntergang.

 

SUSDAL

Von Jaroslawl nach Susdal wollten wir morgens mit Bla Bla Car fahren. Als unser Fahrer dann fast eine Stunde zu spät ankam, haben wir schnell festgestellt, dass es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre, unser Gepäck im Auto unterzubringen. Dieser Plan war also ins Wasser gefallen. Die Alternative war ein Bus, der erst nachmittags von einem Busbahnhof fährt, der auf Google unfassbar schlechte Rezensionen hat, super dreckig ist und wo nichts zu funktionieren scheint. Mit diesem Bus wären wir um 22h abends erst angekommen und so haben wir dann die absolute Notlösung gewählt: dreieinhalb Stunden Taxi. Tatsächlich in Russland für nur 25€ pro Person. Ein etwas komisches Gefühl und die Fahrt war auch ziemlich aufregend zumal der Fahrer echt oft am Handy war, auf der Autobahn einen Sicherheitsabstand von ca. einem Meter gehalten hat, super gefährliche Überholmanöver veranstaltet hat oder auch einfach mal rechts überholt hat und irgendwo falsch abgebogen ist, weswegen wir ca. 10km über eine Straße gefahren sind, die zu 100% aus Schlaglöchern bestand, was weder einer vollen Blase noch einer Anfälligkeit für Übelkeit guttut. Nun gut, wir sind heil in der Stadt auf dem goldenen Ring angekommen, in einer absolut tollen Pension, und haben nach einer kurzen Pause angefangen, die Stadt zu erkunden. Es war unfassbar toll, einfach klein und niedlich, mal richtig Natur, vor jedem süßen, kleinen, selbst zusammengezimmertem, bunten Häuschen wunderschöne Blumenbeete.

 

Am ersten Abend haben uns zusätzlich das Frauenkloster angeschaut.

Am nächsten Tag haben wir herrliches russisches Frühstück bekommen. Kascha (Porridge) mit Marmelade, Joghurt, Brot mit Pilz-Frischkäse und Wurst, Pfannkuchen mit saurer Sahne, Muffins und Tee. Das war natürlich viel zu viel, aber einen Teil konnten wir zum Glück mitnehmen. Gestärkt haben wir uns auf den Weg zum Erlöser-Euthymios-Kloster gemacht. Die ganze Klosteranlage ist sehr schön, groß und blumig und dort befinden sich mehrere kleine Museen, in denen es unter anderem Glocken, alte Bücher und sowjetische Propaganda-Plakate zu sehen gibt.

„Ich kenne kein anderes Land, in dem man so frei atmen kann!“ (wie in der UDSSR)

 

Anschließend haben wir uns selbstverständlich den Kreml auch nicht entgehen lassen!

 

WLADIMIR

Nach einer Dreiviertelstunde mit dem Taxi sind wir im verregneten Wladimir angekommen.

Nicht nur wegen des Regens aber auch grundsätzlich haben wir die Atmosphäre in der Stadt als eher bedrückend empfunden. Die meisten Sehenswürdigkeiten, sprich Kirchen und Kloster, liegen an einer viel befahrenen und dementsprechend unglaublich lauten Hauptstraße und auch in vielen Kirchen ist es nicht still, da entweder die Geräusche der Straße zu hören sind, Leute sich laut unterhalten oder irgendwelche Tonbänder abgespielt werden. Trotz alldem hatten wir nach anfänglicher Skepsis einen ganz schönen Tag, die Kirchen waren schön und wir konnten mehrere Aussichten auf die Stadt erhaschen.

Außerdem ist uns etwas sehr Peinliches, aber im Nachhinein irgendwie Lustiges, passiert: Wir haben das Apotheken-Museum besucht, vorne den Studentenpreis bezahlt und angefangen, uns alles anzuschauen. Dann kam ein Raum, in dem mehrere Reagenzgläser mit Duftessenz auf einem Tisch mit Bänken standen. Wir setzen uns also hin, riechen an den verschiedenen Sorten, zeigen uns gegenseitig, wenn wir etwas Gutes gefunden haben. Auf einmal kommen zwei Museumsangestellte und eine textet uns leicht sauer auf Russisch zu, sehr schnell, sodass wir kaum etwas verstehen. Als wir ihr das sagen, merkt sie erst, dass wir gar keine Russen sind und erklärt uns, dass wir das „nichts anfassen“ Schild übersehen haben. Wir entschuldigen uns, stehen auf und hören, wie die eine zu der anderen sagt, dass wir ja als Nicht-Russen eigentlich gar keinen Studentenrabatt hätten bekommen dürfen. Nun ja, bevor die beiden zu Ende diskutiert hatten, haben wir den letzten Raum einfach übersprungen und waren weg, damit das Ganze nicht noch unangenehmer wird.

Was den Tag endgültig zum Guten gewendet hat, war das Essen! Wir haben ein wahnsinnig tolles georgisches Restaurant gefunden und da Malte vorher noch nie georgisch gegessen hat, haben wir die Klassiker bestellt: Chachapuri (Teig mit flüssigem Käse und Ei), Chinkali (Teig mit Fleischfüllung) und Schaschlik. Zum Nachtisch gab’s Schokoladencremetorte. Einfach nur himmlisch.

 

NISCHNI NOWGOROD

Nach zweistündiger Zugfahrt hat uns Nischni Nowgorod mit strahlendem Himmel und den ersten wirklich sommerlichen Temperaturen in diesem Jahr erwartet! Wir waren einfach hin und weg von der Stadt, anders kann man es nicht sagen.

Der Kreml und ein Teil der Stadt liegen oben auf einem Berg, was sehr ungewöhnlich für Russland ist. Dadurch hat man einen fantastischen Blick auf den unteren Teil der Stadt, die Wolga und die Oka!

Im Hostel hat uns ein Marokkaner beim Übersetzen geholfen. Er konnte sowohl Russisch als auch Französisch, was eine große Hilfe war, weil es anfangs ein paar kleine Schwierigkeiten mit dem Zimmer gab. Anschließend war er so nett, uns auf einen Tee einzuladen und wir haben uns relativ lange unterhalten; für Malte habe ich übersetzt. Ich finde es immer sehr spannend, Geschichten von anderen Ausländern in Russland zu hören und zu erfahren, was sie bewegt, hierhin zu kommen oder gar – wie in diesem Fall – hierhin zu ziehen.

Danach haben wir das tolle Wetter genossen, sind lang am Fluss entlanggelaufen und haben uns selbstverständlich wieder Kirchen angeschaut. Abends haben wir vom Kreml aus den Sonnenuntergang schauen können, wirklich sehr schön.

  

Am zweiten Tag haben wir zuerst wieder eine Kirche angeschaut. Ich musste natürlich wie immer ein Kopftuch anziehen, aber diesmal auch einen langen Rock, weil meiner nicht über die Knie ging. Malte hatte allerdings auch eine kurze Hose an und musste deshalb auch einen langen Rock anziehen, das war schon sehr lustig.

Danach haben wir die gesamte Innenstadt abgeklappert und sind dabei unter anderem auf eine tolle Kunstgalerie gestoßen. Dort ging ein Plakat von einem Gambe spielenden Igel, was ich als Tochter eines Gambisten natürlich total toll fand.

 

In der Nähe haben wir die wunderbare, famose Skulptur der fröhlichen Ziege entdeckt.

Außerdem waren wir nochmal im Kreml und haben uns dort ein schönes Museum für moderne Kunst, eine Kapelle und eine Kirche angeschaut.

Nachmittags sind wir dann relativ weit zu dem sehr schönen Petscherski Himmelfahrt Kloster gelaufen.

In der Nähe befindet sich ebenfalls eine Gondelstation und so sind wir nach ewigem Schlange Stehen über die Wolga auf die andere Seite geschwebt. Da auf dieser Seite absolut nichts ist und man ewig zurück gebraucht hätte, sind wir auch wieder mit der Gondel zurückgefahren und haben dieses Mal sogar zehn Heißluftballons gesehen!

Am letzten Tag haben wir uns die Alexander Newski Kathedrale auf der anderen Flussseite angeschaut.

Malte ist der ultimative Fußballfan und ich habe mich niiie wirklich dafür interessiert. Allerdings wurde in Nischni Nowgorod für die WM 2018 ein Stadion gebaut und nachdem ich unglaublich viel mit Fußball zugelabert wurde, war dann tatsächlich ich diejenige, die vorgeschlagen hat, mal ins Stadion zu gehen. Nischni Nowgorod hat 2:1 gegen Torpedo Moskau gespielt, erster Saisonsieg, und ich muss schon zugeben, dass das ziemlich cool war…

Nach dem Spiel ging’s dann auch schon zügig weiter zum Bahnhof, wo wir einen Schlafzug zu unserer nächsten Station genommen haben.

 

KASAN

Kasan ist die Stadt, auf die ich mich am allermeisten gefreut habe.

Unser Hostel lag in der Fußgängerzone, deshalb sind wir erstmal einfach dort durchgelaufen und haben uns einen Überblick verschafft, haben natürlich wieder ein paar Kirchen angeschaut, ebenso wie Moscheen, von denen es in Tatarstan zahlreiche gibt.

 

Wir haben außerdem einen Wasserspielplatz gesehen, an dem Malte großen Spaß hatte.

 

Das Tataren-Viertel hat uns sehr gut gefallen.

Danach habe ich Malte dazu überreden können, endlich zu Cinnabon zu gehen und die köstlichsten Zimtschnecken dieser Welt zu essen (und er war begeistert, wie könnte es auch anders sein). Ich habe mir in Kasan den ersten Kaffee meines Lebens bestellt, vielleicht mag ich’s doch irgendwann mal?

Unser Nachmittag stand unter dem Motto Sowjetunion. Zuerst haben wir uns das Museum der glücklichen Kindheit angeschaut, in dem alle möglichen Gegenstände aus der UdSSR ausgestellt sind, die eben etwas mit der Kindheit zu der Zeit zu tun haben, z.B. Spielzeug, Spielautomaten, erste Computer, Kleidung, Kassetten etc. Dort konnten wir auch eine UdSSR Pepsi probieren.

 

Zwei Straßen weiter befindet sich das Museum des sowjetischen Alltags, das stilistisch ähnlich aufgebaut ist, sich allerdings eher auf die Freizeit konzentriert. Hier findet man zahlreiche signierte Gitarren und Plakate von bekannten Bands sowie eine riesige Sammlung an Kleidungsstücken, vor allem Jeans in jeglicher Form.

Den Abend haben wir nach dem Besteigen eines kleinen Aussichtsturms sehr gemütlich bei einer guten Partie Canasta verbracht.

Am zweiten Tag haben wir uns morgens eine kleine Kirche in der Fußgängerzone angeschaut und wurden dort von einem Priester angesprochen, der uns halb auf Russisch halb auf Deutsch erklärt hat, dass die Kirche (wie so viele andere Kirchen auch) in der Zeit des Kommunismus geschlossen war.

Den Rest des Tages haben wir dem Kreml gewidmet. Dort steht eine riesige Moschee, sowohl von außen als auch von innen sehr beeindruckend. Da sich dort viele Touristen aufhalten, darf man als Nicht-Gläubiger nicht in die Gebetsräume, es gibt allerdings einen Balkon für Besucher, von dem aus man die betenden Männer sehen kann. Das war natürlich einerseits toll, andererseits würde ich mich als Betender glaube ich sehr beobachtet und unwohl fühlen und der Ort verliert ein bisschen an spiritueller Atmosphäre. Trotzdem ein Wahnsinnsgebäude!

  

Die christliche Religion wird durch die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale vertreten. Ebenfalls ein umwerfendes Gebäude und auch von innen sehr schön.

 

Ebenfalls im Kreml befindet sich die Kasaner Hermitage, in der wir uns mit Шишкин (Schischkin) vertraut gemacht haben. Sehr schöne Landschaftsmalerei sowie beeindruckende Bleistiftzeichnungen.

Vom Kreml aus hat man einen schönen Blick auf ein Ministerium und weitere Kirchen, die wir uns anschließend auch angeschaut haben. Vor dem Ministerium befindet sich ein riesiger (unechter) Baum, was irgendwie beeindruckend ist.

 

Kazan hat eine sehr schöne Promenade am Wasser, an der wir den Abend verbracht haben. Leider war es wirklich sehr kalt, weswegen wir nicht allzu lang bleiben konnten.

Am letzten Tag haben wir uns das Konstantin Wassilijew Museum angeschaut. Seine Kunst kannte ich vorher nicht, hat mir aber gut gefallen.

Danach sind wir zum Tempel aller Religionen gefahren. Das ist ein Ort mit mehreren Gebäuden, die die verschiedenen Religionen repräsentieren. Das Projekt wurde mit dem Ziel entworfen, einen angenehmen Ort der Kultur und Bildung für Erwachsene sowie Kinder zu schaffen. Drinnen hängen verschiedenste Kunstwerke, es gibt einen Musiksaal für Konzerte und andere Veranstaltungen und mehrere Kunstwerkstätten. Wir hatten so etwas Kreatives überhaupt nicht erwartet und waren hin und weg! Es war einfach nur toll, diese unfertigen Arbeiten und diese kreative Atmosphäre!

      

Dort lief auch eine Katze rum, die ganz von allein auf meine Schultern gesprungen ist und sich dort dann eine Viertelstunde erholt hat. Sehr süß!

Und noch ein paar Bilder:

 

Und dann war Kasan auch schon wieder vorbei und wir sind in den letzten Schlafzug in diesem Urlaub gestiegen und über 14 Stunden nach Jekaterinburg gefahren. Zu zweit ist so eine lange Zugfahrt aber natürlich weniger langweilig.

 

JEKATERINBURG

Die Stadt im Ural ist laut Malte ähnlich wie Perm, wo er arbeitet. Es ist schon ein großer Unterschied zu den Städten, die wir bisher gesehen haben. Anders als St Petersburg und Moskau ist es sowieso, aber auch anders als Nischni Nowgorod und Kasan. Irgendwie einsamer. Es gibt ein paar Attraktionen, aber nach spätestens einer Woche gibt es nichts mehr zu tun, kaum jemand kann Englisch und Austauschstudenten wird es auch wenn überhaupt wenige geben. So habe ich mal Maltes Russland erlebt. Für zwei Tage Urlaub ist das absolut okay, aber ein ganzes halbes Jahr in so einer Stadt zu verbringen, muss schon schwer sein, gerade wenn die sozialen Kontakte aus gegebenen Gründen so gut wie ganz fehlen. Großen Respekt an Malte an dieser Stelle. Naja, wir haben uns natürlich die paar Attraktionen angeschaut. Die Alexander Newski Kirche hat uns sehr gut gefallen.

Es ist immer toll, wenn zufällig gerade Gottesdienst ist, wenn man in die Kirche kommt. Die Gesänge sind einfach immer und überall so unfassbar schön. Das ist uns auch hier in einer Kirche passiert und wir haben auf Aufforderung hin sogar mitgemacht, zumindest ein bisschen.

Auch ganz nett war das Beatles Denkmal.

Abends hat es geschüttet wie aus Eimern, weswegen wir den Abend wieder mit Canasta verbracht haben.

Am nächsten Tag haben wir einen netten Platz mit Blumen und einer Kapelle entdeckt.

Die sogenannte Kirche auf dem Blut hat uns auch gut gefallen.

Und diese süße blaue Kirche haben wir uns auch angeschaut.

Ganz zufällig hat Malte dieses kleine Streichquartett entdeckt, das fand ich natürlich wieder super.

Später haben wir die Sicht von einem Aussichtsturm auf die Stadt genossen.

Hier haben wir sogar gratis ein Ticket für das Wyssozki Museum dazubekommen und haben uns ein bisschen über das Leben des Schauspielers, Dichters und Sängers informiert.

Das letzte Museum auf dieser Reise war das Museum der Bildenden Künste, welches das größte Kunstmuseum im Ural ist. Dort sind wir sogar dank Freiwilligenausweis komplett gratis reingekommen. Wieder mal tolle Gemälde und was ich besonders cool fand, war eine Statue von Don Quixote mit Sancho Pansa, weil ich diese Geschichte einfach liebe!

Neben dem Museum

 

Nach einem weiteren Canasta Abend war die Reise dann auch schon vorbei. Wir hatten eine tolle Zeit und die Möglichkeit, mehrere Seiten von Russland zu entdecken: die sehr europäisch geprägten Großstädte, die kleinen Städte auf dem goldenen Ring und die großen typisch russischen Städte. Wenn wir eine Rangliste der Städte machen müssten, sähe sie folgendermaßen aus: St Petersburg, Moskau, Nischni Nowgorod, Kasan, Jaroslawl, Susdal, Jekaterinburg, Wladimir. Die zweieinhalb Wochen sind vergangen wie im Flug und jetzt freue ich mich darauf, die letzten drei Wochen in St Petersburg zu genießen, bevor es dann so bald schon wieder zurück nach Deutschland geht.

 

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