Diverse schöne Ausflüge

Jelagin Insel

Dort war ich mit Nastja. Auf der Insel befindet sich ein schöner Park und ein Schloss und wir sind einfach lange spazieren gegangen und haben gequatscht. Sie hat mir ein paar neue russische Wörter beigebracht und wir haben eine Kleinigkeit gegessen.

 

 

Grillen am Strand

Ich bin durch einen glücklichen Zufall in einer „Freiwillige in St Petersburg“ WhatsApp-Gruppe gelandet und dort wurde vorgeschlagen, am Strand zu grillen. Ich habe mir Anastasia mitgenommen und wir sind (ewig) hingefahren. Es war ein super netter Abend, ich habe viele tolle Leute kennengelernt, mit denen ich mich auch danach oft getroffen habe, mit unserem Pseudo-Grill hat das Fleisch eine ganze Stunde gebraucht, wenn nicht länger, aber es war toll. Dominik hatte seine Gitarre dabei und wir haben im Sonnenuntergang alle zusammen gesungen.

 

 

Kasan Kathedrale

Dort war ich eher zufällig mit Jessi, die ich bei dem Grillabend kennengelernt habe, weil wir auf die anderen gewartet haben. Ich war sehr positiv überrascht, alles war wie immer gold und wir hatten das große Glück, einen Ostergottesidienst mitzubekommen! In den orthodoxen Messen wird, zumindest wie ich das bisher mitbekommen habe, ausschließlich gesungen. Manchmal singt nur ein Mann, von dem man übrigens die meiste Zeit nur den Rücken sieht, manchmal singt ein Männerchor vorne, dann ein gemischter Chor vom Ende der Kirche aus, mal alle zusammen. Alles ist a capella und erstaunlich sauber! Sehr sehr beeindruckend!

   

 

Maifeiertage

Am 1. Mai (Mittwoch) ist Tag der Arbeit und Donnerstag und Freitag waren auch frei, weil Feiertage nachgeholt wurden, die vorher auf ein Wochenende gefallen sind. So musste ich nur zwei Tage arbeiten und hatte ein langes 5-Tage-Wochenende!

 

Am Mittwoch bin ich also mit Jessi an den Strand nach Sestrorezk gefahren. Es war tolles Wetter, wir haben gepicknickt und sind dann den Strand entlang bis zum Laskovyy Beach gelaufen.

      

Am Donnerstag war ich mit Jessi und Anne (auch eine deutsche Freiwillige) in der Kunstkammer. Eigentlich wollten wir nach Gatchina fahren, aber das Wetter war scheußlich und wir haben uns entschlossen, lieber in ein Museum zu gehen. Leider mussten wir anderthalb Stunden im Regen anstehen. Ich hatte zum Glück einen Regenschirm dabei, trotzdem waren wir am Ende nass und durchgefroren. Die Kunstkamera, wie sie auf russisch heißt, ist das älteste Museum ganz Russlands. Es gibt dort eine ethnographische Abteilung, in der mehrere Kontinente und Länder vertreten sind. Zu Nordamerika kann man sich beispielsweise die indianische Kultur anschauen, zu Afrika gibt es diverse Instrumente und zu Japan Masken. Aus Indonesien kommen die drei berühmten Affen, die nichts hören, nicht sehen und nichts sagen. Berühmt allerdings ist die Kunstkammer für die Sammlungen von in Alkohol konservierten Missgeburten und anderen anatomischen Abnormitäten. Hier gibt es wirklich alles: siamesische Zwillinge, Kinder mit zu vielen Zehen, missgebildete Kinderköpfe, ein Kind mit zwei Gesichtern etc. Peter der Große reiste für diese Sammlung quer durch Europa. Es ist schon beeindruckend und auch interessant, so etwas mal zu sehen, aber ich persönlich fand es ziemlich schrecklich. Es ist wirklich eine erschreckende Menge an konservierten Babys und manche wurden einfach in viel zu kleine Gläser gestopft und der Aspekt der Seele und des Mensch-Seins wird auch vollkommen ignoriert, es geht nur um die Wissenschaft. Mein Fazit: interessant, aber ein bisschen grenzwertig…

       

 

 

Am Freitag und Samstag waren Anastasia und ihre Eltern so lieb, Jessi und mich mit dem Auto mit in die Pushkin Berge, nach Pskov, Pechory und Izborsk zu nehmen. Diese Städte liegen alle ca. 5-7 Stunden südlich von St Petersburg.

Pushgory (Pushkin Mountains)

An unserem ersten Stopp haben wir uns das Holy Assumption Monastery angeschaut. Auch dort war wieder innen alles sehr golden und wir haben jeder eine Kerze angezündet.

    

Auf dem Gelände befindet sich außerdem das (Familien-)Grab von Pushkin und etwas weiter weg hängen viele Glocken, an denen man sogar läuten darf. Man muss übrigens als Frau überall ein Kopftuch anziehen.

Danach sind wir ein kleines Stück weitergefahren und haben uns die Häuser von Pushkins Vater und Großvater angeschaut. Auf dem Grundstück befindet sich auch ein sehr schöner Garten, eigentlich eher ein Wald, und wir sind ein Stückchen gelaufen. Mir ist aufgefallen, dass es im Süden schon deutlich grüner ist als in St Petersburg.

 

 

Pskov

In Pskov angekommen haben wir zuerst im Hotel eingecheckt, was sehr schwierig war, weil Jessi und ich beide nicht wussten, dass wir eine Registrierungsbescheinigung mitbringen müssen… Am Ende hat dann aber doch alles geklappt und es wurde ein Auge zugedrückt. Anschließend haben wir uns den Kreml von Pskov angeschaut und sind in ein Restaurant gegangen.

 

 

Pechory

Auch hier haben wir uns ein Mönchskloster angeschaut, in dem sogar heutzutage noch ca. 20 Mönche wohnen. Jeder hat eine Aufgabe, die er für alle erledigt (kochen, backen, putzen, waschen, etc.). Sie bekommen dafür kein Geld und müssen aber auch eigentlich nichts oder wenig kaufen, weil sie alles selbst anbauen.

Dort haben wir auch die Straße gesehen, wo Iwan der Schreckliche den Kopf eines Mönchs hat runterrollen lassen, weil ihm gerade so danach war, jemanden grundlos zu köpfen. Es gibt dort außerdem in einer Höhle ein riesiges Grab, in dem ganz viele Heilige und Mönche liegen, die zum Teil einbalsamiert sind. Man kann aber nur die Steinplatten sehen, hinter denen sie liegen. Wir hatten eine Führung durch diese Höhle, in der es vollkommen dunkel ist, weswegen wir alle eine Kerze bekommen haben. Die Führung war leider auf Russisch und man durfte nicht sprechen, während der Mönch spricht, deswegen konnte Anastasia auch kaum übersetzen, aber es war trotzdem ganz interessant, diesen Ort mal zu sehen.

 

Izborsk

Unser letzter Stopp war, wie mir gesagt wurde, der Ursprung Russlands. Hier haben die ersten Russen gelebt und die Legende sagt, dass sie Skandinavier eingeladen haben, weil sie einen Herrscher brauchten. Dort gibt es einen Aussichtsturm, von dem aus man einen schönen Blick auf viel grüne Natur und einen See hat. Wenn man ein kleines Stück läuft, kommt man zu der Quelle des Sees, aus der man das Wasser trinken kann, das auch wirklich gut schmeckt. Auf dem See haben wir Schwäne gesehen. Außerdem konnten wir auf dem Weg dorthin Kwass mit Birkensaft probieren!

     

 

Am Sonntag sind Anastasia, Jessi, Dominik und ich nach Kronstadt gefahren. Die Stadt liegt auf der Insel Kotlin in Sankt Petersburg, zu der man ca. eine Stunde mit dem Bus fährt und die zu Verteidigungszwecken als Marinestützpunkt gebaut wurde. Damals war St Petersburg die Hauptstadt und die Stadt der Krone sollte verteidigt werden, daher der Name. Dort haben wir die Kathedrale besichtigt, ein Picknick am Strand gemacht und das russische Kartenspiel Durak gespielt.

    

 

Und sonst so… 

Mein Lieblingsmädchen aus dem Kindergarten hatte ihren letzten Tag bei uns. Sie konnte außer Nein und Oh mein Gott! kaum Deutsch und meine Russisch Kenntnisse haben auch nicht wirklich für eine Unterhaltung gereicht, aber irgendwie haben wir uns trotzdem total gut verstanden und sie hat mich immer an die Hand genommen, mich durch den Kindergarten geführt, auf Dinge gezeigt und mir gesagt, wie sie auf Russisch heißen. Sie hat sehr bitter geweint, als sie gehen musste, weil sie nicht von mir weg wollte und ich war auch total traurig.

„Ich liebe Nora, du gefällst mir, von Dascha“

 

 

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