Ballett, Blutskirche und Bars

Am Montag war ich mit den beiden Nastjas nach der Arbeit in Этажи. Das ist ein Gebäude mit vielen Restaurants und kleinen Geschäften. Wir waren im Restaurant Зелёная Комната, was so viel heißt wie grünes Zimmer, dort war der ganze Raum voller Pflanzen. Ich habe Schawerma (russischen Döner) probiert und grünen Tee mit Ingwer getrunken.

Anschließend haben wir uns die Geschäfte angeschaut, in denen es vor allem Klamotten, Taschen, Sticker, Postkarten etc. gab. Und Socken! Ich hatte in Deutschland auf Pinterest mal Socken mit Van Gogh Mustern gesehen, die ich wahnsinnig cool fand, aber ich wollte sie nicht von sonst woher bestellen und ich habe einfach genau diese Socken in Этажи gefunden! Solche kleinen Dinge machen mich ja echt wahnsinnig glücklich.

Auf dem Dach des Gebäudes befindet sich eine Aussichtsplattform, auf die wir für umgerechnet ca. 1,50 Euro gehen konnten. Da es schon Abend wurde, hatten wir wunderschönes Licht.

   

Am Dienstag habe ich mich mit Anastasia getroffen. Wir waren zusammen in einem International Language Speaking Club von ihrer Uni und anschließend haben wir noch zusammen Pfannkuchen mit Pilzen gegessen (für weniger als 1 Euro…) und geplant, was sie mir alles in St Petersburg zeigen kann.

 

Am Mittwoch bin ich nach der Arbeit zu Verena gefahren. Dort haben wir zusammen mit Maxime Nudeln und Kekse gegessen, bevor wir uns auf den Weg zumМихайловский театр (Michailowski Theater) gemacht, wo wir das Ballett La bayadère gesehen haben. Es geht um eine komplizierte Liebesgeschichte. Eine Priesterin liebt einen Mann, der sie zwar auch liebt, aber einer anderen Frau versprochen ist und sich mit dieser verlobt. Die beiden Frauen versuchen, sich gegenseitig umzubringen und die Priesterin stirbt durch einen Schlangenbiss, nachdem sie auf der Verlobungsfeier des angehenden Ehepaares tanzen muss. Sie trifft ihren Geliebten nach ihrem Tod in der Schattenwelt wieder und sie könnten ein glückliches Paar werden. Allerdings entscheidet er sich für das Leben und somit für die andere Frau und heiratet sie. Bei der Hochzeit bricht der Tempel zusammen und das Ehepaar verstirbt. Am Ende treffen sich die beiden Frauen und der Mann in der Schattenwelt.

Wir hatten tolle Plätze auf der Empore in der zweiten Reihe, wir waren also relativ nah dran und haben alles gut gesehen. Die Aufführung war wirklich wunderschön! Es gab sogar ein Orchester und nicht nur Musik vom Band und das Bühnenbild, die Kostüme und natürlich auch die Tänzer waren einfach toll!

      

 

Am Donnerstag war der erste sonnige Tag!

Am Nachmittag habe ich nach der Arbeit mit Anastasia die Blutskirche besichtigt. Sie heißt so, weil dort 1881 Alexander der Zweite durch einen Bombenanschlag zu Tode gekommen ist. Die Kirche wurde 24 Jahre lang rund um seinen Todesort gebaut und die Originalpflastersteine von der Stelle sind in der Kirche erhalten geblieben. Die Kirche ist wirklich sehr schön und ganz anders als die Romanischen. Es gibt kein einziges Gemälde, alle Darstellungen sind Mosaiken. Sogar der Boden ist ein riesiges Marmormosaik. Das ist wirklich beeindruckend und manche Bilder sind aus so kleinen Steinchen gefertigt worden, dass sie tatsächlich wie Gemälde aussehen. Während der Sowjetzeit war die Ausübung von Religionen verboten und so diente die Kirche als Lagerhaus. Eigentlich sollte sie sogar zerstört werden, aber dafür blieb vor Ausbruch des Kriegs keine Zeit mehr.

   

Nach der Besichtigung waren wir in einem kleinen Café, wo wir Kuchen gegessen und Tee getrunken haben. Ich hatte Sanddorn-Ingwer-Tee, echt super lecker! Dort haben wir lange gesessen und gequatscht.

   

Dann sind wir noch zum Winterpalast gegangen und sind entlang der Neva spaziert. Ich habe an diesem Abend glaub ich mindestens sieben Mal gesagt, wie wunderschön St Petersburg ist! Aber es stimmt auch einfach! Ich weiß jetzt schon, dass ich wahnsinnig traurig sein werde, wenn ich hier wieder weg muss…

   

 

Am Freitag habe ich mich zum ersten Mal mit Angela getroffen, die ich auch über Couchsurfing kennengelernt habe. Mit ihr spreche ich Französisch, was mir total guttut! Wir sind ein bisschen durch die Straßen gelaufen und haben einen Tee getrunken, bevor wir zu einem „French Speaking Club“ in einem Anticafé, das ich schon vom Eastern Speaking Club kannte, gefahren sind. Es war wirklich soo schön nochmal Französisch zu sprechen, eine Sprache, die ich auch beherrsche! Ich muss unbedingt Russisch lernen, das geht mir richtig auf die Nerven, dass ich das alles nicht verstehe.

 

Am Samstag hat Anastasia mir beim Geld wechseln geholfen. Ich bin wirklich so froh über ihre Hilfe in jeglicher Angelegenheit!

Am Nachmittag war ich mit meinen drei Nastjas (Anastasia und die beiden von der Arbeit) wieder in Этажи, wo wir zuerst etwas gegessen und uns danach echte Waschbären angeschaut haben. Sie waren da für ein Wochenende und für ca. 1,50 Euro konnten wir diese unglaublich niedlichen pummeligen Tiere betrachten!

Am Abend bin ich mit den beiden Nastjas von der Arbeit noch in die Hölle gegangen, eine Kellerbar. Es war ein sehr netter Abend mit Kirsch-, Karamell- und Kokosbier und wir haben Ich hab noch nie…gespielt. Irgendwann hat sich ein ganz komischer höchstwahrscheinlich drogenabhängiger Typ an den Tisch neben uns gesetzt und uns die ganze Zeit angestarrt, aber dann haben wir der Kellnerin Bescheid gesagt und er wurde von der Polizei abgeholt. Danach war der Abend wieder schön! Ich hab dann zum Glück noch ganz knapp die vorletzte Metro erwischt. Übrigens: Es ist sehr beeindruckend, wie tief die Metro Stationen hier liegen. Man muss jedes Mal erstmal eine ewig lange Rolltreppe runterfahren, bis man einsteigen kann.

 

Am Sonntag war traumhaftes Wetter! Nachdem ich endlich mal ausschlafen konnte, bin ich allein sehr lange am Meer spazieren gegangen. Der Weg zum Meer war ehrlich gesagt ziemlich dreckig und vermüllt, aber ich glaub, ich hab einfach eine seltsame Route genommen. Als ich dann aber endlich da war, war es wirklich sehr schön und ein komplett eingefrorenes Meer ist echt beeindruckend!

   

Abends habe ich mit Anastasia und Valentin mit einem wirklich traumhaften Blick auf die Stadt im Sonnenuntergang ein Bierchen getrunken, Chips gegessen und Musik gehört. Mehr braucht es nicht, damit das Leben perfekt ist! Später waren wir noch in verschiedenen Restaurants und Bars, weil es uns draußen zu kalt wurde, nachdem die Sonne untergegangen war, und ich hab zum ersten Mal Pelmeni probiert, echt lecker! Und schon ist eine zweite, wunderbare Woche voller Eindrücke vorbei…

    

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