Besuch von Clem

Langsam kommt die Ferienzeit und genau das hat meine französische Austauschpartnerin Clémentine, die ich mittlerweile seit fast fünf Jahren kenne, genutzt, um mich hier in St Petersburg besuchen zu kommen! Es war unglaublich schön, sie wiederzusehen und wir haben unglaublich viele Dinge innerhalb einer Woche unternommen.

Am ersten Tag war Slava so nett, uns eine Tour durch die Stadt zu geben, sodass sie einen ersten Eindruck von den wichtigsten Orten bekommen konnte.

 

Den zweiten Tag haben wir außerhalb von St Petersburg verbracht, da meine Eltern mir einen tollen Ausflug zum Geburtstag geschenkt haben. Früh morgens sind wir mit der Metro Richtung Norden gefahren und haben dann einen Bus genommen, der uns zu einem Hafen gebracht hat. Von dort aus haben wir eine sehr schöne Bootstour nach Walaam gemacht, eine Kloster-Insel im Norden des Ladogasees. Dort hatten wir eine Führung, leider nur auf Russisch, und haben uns die gesamte Insel angeschaut. In die orthodoxe Kirche durften wir nur mit Kopftuch und langem Rock, aber es war auf jeden Fall lohnenswert! Ich habe ja schon viele orthodoxe Kirchen gesehen, aber es ist und bleibt einfach absolut beeindruckend. Mein persönliches Highlight war ein kleines Konzert von einer fünf-köpfigen a-capella Mönchsgruppe, die ein paar Lieder für uns gesungen haben. Mittags gab es typisch russisches Essen, Fischsuppe und Salat als Vorspeise, dann Buchweizen mit Fisch als Hauptgericht und пряники (eine Art Lebkuchen) mit schwarzem Tee zum Nachtisch. Anschließend hatten wir noch etwas Freizeit auf der Insel und konnten walaamskij Eis probieren, das tatsächlich anders geschmeckt hat als normales Eis, und dann ging es abends wieder mit Boot und Bus zurück.

 

An einem Abend sind wir als vorträgliches Geburtstagsgeschenk von Clem im Restaurant Sunduk essen gegangen, in dem jeden Abend live Musik gespielt wird. Das war sehr schön und lecker.

 

Clémentine ist ein absoluter Museumsmensch und ich bin natürlich überall mitgekommen und hab tatsächlich viel entdeckt, was ich vorher noch nicht kannte.

Der Stroganow Palast ist Teil des Russischen Museums und wurde, wie so viele andere berühmte Gebäude in St Petersburg, von Rastrelli gebaut.

 

 

Der Marmorpalast ist ebenfalls Teil des Russischen Museums.

 

Der Moika-Palast bzw. Jussupow-Palast hat uns sehr beeindruckt, vor allem wegen des Theaters, das einfach so bei den Jussupows zu Hause war?! Schon cool, wenn man abends ins Theater geht und nicht mal das Gebäude verlassen muss, um sich 5 Minuten später schlafen zu legen.

 

Die Hermitage war natürlich für Clem ein Muss und obwohl ich mit meinen Eltern schon dort war, bin ich sehr gerne ein zweites Mal mitgekommen und habe noch viel Neues entdeckt.

 

 

Die Peter und Paul Festung von innen zu sehen stand auf meiner To Do Liste immer in Klammern, weil mir gesagt wurde, „es seien halt Särge“, aber ich bin sehr froh, dass Clem mich überredet hat! Super schöne Kirche von innen und es war immer toll, Berühmtheiten zu entdecken und einzuordnen, wer wann gelebt hat und wer mit wem verwandt war.

   

 

Die Nikolaus-Marine-Kathedrale haben wir extra um 18h besucht, um bei der Messe zuschauen zu können, die in orthodoxen Kirchen ja komplett gesungen wird.

 

Die Moschee war auf jeden Fall einen Besuch wert, wir wurden sehr nett von einem alten Herrn empfangen, der uns Kopftücher gegeben und alles gezeigt hat. Wahnsinnig spannende, gläubige, respektvolle Atmosphäre. Man traut sich, wenn überhaupt, nur zu flüstern.

 

Die Synagoge haben wir uns auch nicht entgehen lassen. Sehr spannend im Vergleich zur Moschee war zu sehen, wie anders die Atmosphäre dort war: Leute reden und lachen laut, machen Selfies mit dem Handy usw., also alles sehr familiär und oben gibt es Gemeinschaftsräume und Bereiche für Kinder, wo z.B. gemalt und gebastelt wird.

 

Das Rimsky-Korsakov-Appartement war interaktiv und so konnten wir viele seiner Kompositionen über Kopfhörer anhören, selbst versuchen, ein Orchester zu dirigieren und erfahren, dass Rimsky-Korsakov Farben gehört hat, jeder Akkord hatte in seinem Kopf eine bestimmte Farbe. Außerdem konnten wir ein Klavier bewundern, auf dem so ziemlich jeder wichtige Musiker der damaligen Zeit, der mal in Sankt Petersburg war, schon gespielt hat.

Das Museum für politische Geschichte hat sich Clem selbstverständlich nicht entgehen lassen und auch für mich war es toll, ein zweites Mal hinzugehen, weil Clem sich wahnsinnig gut mit Geschichte auskennt und immer ein paar interessante Fakten zu erzählen hatte.

 

 

Das Spieleautomatenmuseum musste ich ihr auch zeigen und wir hatten wieder wahnsinnig viel Spaß dort!

 

Meine Mond-Nastja hatte Geburtstag und wir haben ihr eine Bootstour bei Nacht geschenkt und so konnten Nastja, Nastja, Anja, Slava, Grischa, Clem und ich die Öffnung der Brücken bewundern. Es war ein sehr schöner und witziger Abend (bzw. Nacht) und am Ende gab es sogar ein kleines Feuerwerk.

   

 

Damit war dann Clems Besuch auch leider schon vorbei, aber wir haben echt in den paar Tagen alles gemacht, was irgendwie ging!

Zurück in der Stadt der weißen Nächte

Es ist so viel passiert, seit ich wieder zurück bin und ich bin gar nicht richtig zum Schreiben gekommen, also hier ein kleiner Nachtrag:

Es war so schön, wieder zurückzukehren. Meine Couchsurfing Nastja war so süß, mich vom Flughafen abzuholen und dann sind wir zusammen zu mir gefahren, wo meine Nastja aus der Mondgruppe auf mich gewartet hat, weil wir ab da nämlich zusammen dort gewohnt haben! Wir hatten vorher beide ein bisschen befürchtet, dass es vielleicht anstrengend werden könnte, wenn wir uns ein Zimmer teilen, aber es gab auch später überhaupt keine Probleme und ich war viel lieber zu Hause als vorher. Nicht nur meine Beziehung mit Nastja ist in den letzten Wochen intensiver geworden, sondern auch die mit Slava, meinem Russisch Lehrer und seinem Freund Grischa. Nastja und ich haben den beiden an einem Abend einfach vorgeschlagen, abends zusammen was essen und trinken zu gehen und seitdem sind wir wirklich Freunde geworden! Soweit zu persönlichen Beziehungen, was ist sonst noch so passiert? Ich habe mir rechts ein zweites Ohrloch stechen lassen, leite jeden Mittwoch einen Deutschen Sprachclub für Menschen, die Deutsch lernen und mehr oder weniger gut sprechen. Mein Russisch ist zwar immer noch nicht gut, aber irgendwie merke ich Fortschritte und komme zumindest in alltäglichen Situationen komplett ohne Englisch aus. Wir waren ein paar Mal am Strand mit einer Decke, einer Gitarre und was zu knabbern und haben den Sonnenuntergang angeschaut, gesungen und gequatscht.

Außerdem ist meine Zeit im Kindergarten schon vorbei. Am letzten Donnerstag hat das Sommerfest stattgefunden, bei dem unsere großen ABC-Kinder offiziell in die Hände der Schule übergeben wurden und dann – zack – war’s auch schon zu Ende. Am Anfang hatte man das Gefühl, es zieht sich total, ich weiß noch, wie wir irgendwann mal ausgerechnet haben, dass es noch 16 Wochen sind und jetzt ging es doch alles so schnell. Die Kinder sind mir in der Zeit wirklich ans Herz gewachsen und bei manchen war es wirklich nicht leicht, Tschüss zu sagen. Schon komisch, dass ich sie niemals wiedersehen werde, irgendwie unwirklich. Am allerletzten Tag haben wir eine kleine Abschiedsfeier für Nastja, Nastja und mich gemacht (Nastja und Nastja haben beide gekündigt und andere Pläne für’s nächste Jahr) und – obwohl man das ja eigentlich nicht darf – unsere drei Geburtstage vorgefeiert, weil wir alle im Juli Geburtstag haben. Ich habe eine Matrioschka mit Sehenswürdigkeiten aus St Petersburg geschenkt bekommen, was ich total cool finde, weil ich früher schon überlegt habe, mir eine zu kaufen zumal ich doch in Russland lebe bzw. gelebt haben werde, aber irgendwie hab ich’s dann doch nie gemacht. Die Kollegen habe ich danach noch gesehen, weil der Kindergarten und die Schule in ein neues Gebäude ziehen und wir Kartons packen mussten, die wir Ende August in meiner allerletzten Woche hier im neuen Gebäude wieder auspacken werden.

Und zum Schluss noch ein paar Fotos:

 

Letzte Tage im Kindergarten

 

 

Das Smolny Kloster

 

 

Ballett Schwanensee im Michailowski Theater

 

Baskin (Inklusions-Basketball)

 

Алые паруса – Fest für „Abiturienten“ in SPB

 

International Partys (Rooftop und Boat)

 

Betriebsfeier vom Kindergarten (mit dem Schiff nach Kronstadt und wieder zurück)

Das Zwischenseminar

Ende Mai bin ich zurück nach Deutschland geflogen, um mein zweites Visum zu beantragen. Das war zwar teuer, hat aber zum Glück ohne Probleme geklappt. Ich hatte eine sehr schöne Woche, in der ich Familie und Freunde sehen konnte.

Am Sonntag, den 02. Juni habe ich mich auf den Weg nach Řehlovice, Tschechien gemacht, weil dort unser kulturweit Zwischenseminar stattgefunden hat. Im zweiten Zug habe ich Sara getroffen und im dritten Zug dann auch alle anderen. Wir drei aus Russland hatten unser Seminar nicht mit unserer Homezone vom Vorbereitungsseminar, sondern mit den Leuten aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Ein paar kannte ich ein bisschen, viele aber noch nicht. Sie haben uns aber sofort sehr gut integriert und wir hatten super viel Spaß zusammen!

Am ersten Tag haben wir zuallererst das Gelände bewundert. Řehlovice ist ein kleiner Ort mit viel Natur. Wir haben in einem großen Haus gewohnt, in dem wir uns alle zusammen einen Schlafsaal geteilt haben. Es gab zwei Duschen und eine Küche, in der wir selbst kochen konnten. Außerdem gab es einen kleinen Teich, eine Schmiede, einen Lagerfeuerplatz und ein super großes Gelände in der Natur. Ehrlich gesagt waren viele von uns vorher etwas skeptisch, aber als wir dann dort waren, waren wir total begeistert!

          

Unsere Trainer Matze und Kristina haben uns mit einer selbstgekochten Suppe begrüßt und dann haben wir ein paar Kennlernspiele gespielt und Organisatorisches besprochen. Abends haben wir Salat geschnippelt und gegrillt.

Am Montag haben wir intensiv unsere Erfahrungen ausgetauscht und konnten einige Parallelen entdecken. Generell kann man sagen, dass die allermeisten ziemlich glücklich sind. Es ist nie alles perfekt, aber niemand bereut seine Entscheidung, den Freiwilligendienst anzutreten, und alle haben bereichernde Erfahrungen gemacht und schöne Geschichten zu erzählen. Wir haben auch darüber gesprochen, welche Aufgaben wir an unseren Einsatzstellen bekommen und was uns Spaß macht und was eher weniger. Es war sehr schön, seine Erfahrungen mit anderen zu teilen und vor allem auch den Geschichten der Anderen zuzuhören. Am Nachmittag ist eine Zeitzeugin zu uns gekommen, die uns über die Vertreibung der Deutschen aus dem Sudetenland nach dem zweiten Weltkrieg erzählt hat. Das war wirklich toll und interessant. Die Frau war kurz vorher gestürzt und ihr ganzes Gesicht war voll von Blutergüssen, aber sie ist trotzdem zu uns gekommen!

Am Dienstag sind wir nach Theresienstadt gefahren. Dort waren während des zweiten Weltkriegs einerseits Gestapo-Gefängnis und andererseits ein Ghetto. Wir hatten zu beiden Teilen je eine Führung und konnten sehen, unter was für schrecklichen Bedingungen die Gefangenen leben mussten. Sehr interessant ist, dass Theresienstadt als Vorzeige-KZ benutzt wurde. Das Deutsche Rote Kreuz wollte nämlich einen Besuch abstatten und deshalb wurde an diesem Tag alles so hergerichtet und geschauspielert, dass es so aussah, als hätten die Juden dort ein gutes Leben. Es gab viel Kultur, Musik und Theater und die Kinder hatten ein eigenes Heim. Das Krematorium wurde für genau einen Tag abgestellt. Der anschließende Bericht des Roten Kreuzes ist außerordentlich positiv ausgefallen und hat die schreckliche Wahrheit total ignoriert.

Nach dem Besuch haben wir im Steinofen Pizza gebacken und Lagerfeuer gemacht und abends eine kleine Party in der Küche veranstaltet.

   

Am Mittwoch hat uns jemand von der deutschen Botschaft aus Prag besucht und uns von seinen verschiedensten Arbeitsfeldern und Auslandseinsätzen erzählt. Außerdem hat er uns erklärt, welche Voraussetzungen man braucht, um in der Botschaft arbeiten zu können usw. An dem Tag haben wir außerdem in Kleingruppen über unsere Projekte gesprochen, über verschiedene Schulsysteme und über Persönlichkeitsentwicklung. Nachmittags haben wir auf dem Gelände Bewegungsspiele gespielt, hauptsächlich mit Verstecken und Fangen. Am Abend durften wir in der Schmiede tatsächlich selbst etwas schmieden, das war sehr cool. Danach haben wir alle zusammen am Lagerfeuer gesungen und getanzt.

   

Am Donnerstag haben wir über Probleme gesprochen und versucht, uns gegenseitig so gut wie möglich zu helfen. Zum Abschluss hat jeder ein paar Sätze aufgeschrieben mit schönen Erlebnissen mit einer anderen Person auf dem Seminar, aber ohne den Namen zu nennen, z.B. „Wir hatten tolle, intensive Gespräche und ich freue mich, dich wiederzusehen.“ Dann haben wir uns in einen Kreis gesetzt, die Augen geschlossen und Kristina hat die Sätze nacheinander vorgelesen. Bei jedem neuen Satz hat sie zwei Personen angetippt, die dann rumgegangen sind und alle Personen berührt haben, auf die der Satz für sie persönlich zutrifft. Das war wirklich sehr sehr schön. Danach haben wir alle zusammen aufgeräumt und dann sind die meisten von uns weiter nach Prag gefahren. Dort hatten wir ein Hostel gebucht und sind bis Sonntag zusammen dortgeblieben.

 

Wir sind sehr viel gelaufen, haben an einer Free Walking Tour teilgenommen, den Ausblick von einem Aussichtsturm genossen, Museen besucht, zusammen gekocht, gefeiert, gequatscht und einfach ein paar wundervolle Tage verbracht!

       

Musik Museum Prag

 

Fotogalerie

 

Kafka

Peterhof, Pushkin und die Petersburger Museumsnacht

Peterhof
Am 18.05. habe ich mir mit Jessi die Fontäneneröffnung im Peterhof angeschaut. Es gab zuerst eine Musik- und Tanzaufführung, dann eine kurze Rede und schließlich ein Feuerwerk, zu dem die Fontänen zum ersten Mal dieses Jahr angegangen sind.
Danach sind wir noch in dem riesigen Park am Meer spazieren gegangen. Alles ist sehr akkurat geschnitten und gepflegt und erinnert ein bisschen an Versailles.

   

 

Pushkin
Dort bin ich mit Nastja hingefahren. Ich habe mir allein den Katerinenpalast angeschaut (sie war schon zu oft dort) und habe mir deshalb einen deutschen Audioguide gekauft. Die Zimmer sind sehr prunkvoll, wie immer ist alles voll von Gold. Das berühmte Bernsteinzimmer habe ich mir natürlich auch angeschaut. Die Menge an Bernstein, die Formen und die Farbabstufungen sind schon sehr beeindruckend.
Anschließend sind wir noch lange im Park spazieren gegangen, der natürlicher ist als im Peterhof, und Nastja war so süß und hat mir eine Blumenkrone aus Löwenzahn geflochten!

    

 

Museumsnacht
Im Mai gibt es immer eine Museumsnacht in St Petersburg. Sie fängt um 18h an und endet um 6h morgens des folgenden Tages. Ein Ticket kostet 400 Rubel und dafür kann man sich alle Museen anschauen, die teilnehmen und das sind wirklich viele.
Zum Einklang haben wir uns ein Konzert in der Philharmonie angehört. Dort wurde Filmmusik von einem Sinfonieorchester gespielt, u.a. Harry Potter und Star Wars. Das war sehr schön.

Anschließend sind wir ins Museum für sovietische Spieleautomaten gegangen und konnten dort diverse alte Spiele ausprobieren, was wirklich total witzig und eindeutig das Highlight der Museumsnacht war. Wir konnten sogar an einem Gewinnspiel teilnehmen und haben kleine Geschenke bekommen.

 

Als nächstes haben wir das Museum für politische Geschichte besucht. Das ist sehr gut gemacht und natürlich super interessant. Leider waren wir mitten in der Nacht nicht mehr ganz so aufnahmefähig und konnten uns nicht so gut auf die historischen Texte konzentrieren, deswegen werde ich wahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt nochmal dorthin fahren.

Als letztes haben wir den botanischen Garten besucht. Es war schon stockdunkel und die Gewächshäuser waren beleuchtet. Die Anzahl der Pflanzen, besonders in diesem Licht, war sehr beeindruckend. Außerdem gab es auf dem Gelände ein paar Konzerte und eine lustige Nebelmaschine, die blau geleuchtet hat.

 

Moskau

Am 09. Mai wird in Russland der Tag des Sieges über Nazi-Deutschland gefeiert. Deswegen hatten die beiden Nastjas und ich ein 4-Tage-Wochenende und haben die Gelegenheit genutzt, um nach Moskau zu fahren!

Mittwochabend nach der Arbeit ging es los, wir sind über Nacht mit einem Schlafzug gefahren. Das wollte ich unbedingt mal machen! Die Betten waren natürlich sehr simpel und alles war eng und gequetscht, Privatsphäre gab es auch keine, aber für eine Nacht war’s irgendwie kultig! Wir hatten zum Glück keine schreienden Babys oder schnarchenden Deduschkas in der Nähe und konnten tatsächlich ein paar Stunden schlafen.

Am nächsten Morgen sind wir dann in Moskau angekommen und haben dann erstmal relativ lange unser Hostel gesucht. Anschließend haben wir versucht, ins Zentrum zu kommen, aber da unser Zug erst relativ spät ankam, war an ein Durchkommen zum Roten Platz nicht zu denken. Alles war wegen der Parade zum 09. Mai abgesperrt, aber wir haben trotzdem den gigantischen Menschenumzug sehen können. Unzählige sind mit Plakaten von ihren Großeltern, die im Krieg gekämpft haben, durch die Straßen gezogen.

Abends gab es als krönenden Abschluss des wichtigsten Feiertags in Russland ein gigantisches und wunderschönes Feuerwerk, das wir uns gemeinsam mit Jessi angeschaut haben, die auch über die Feiertage nach Moskau gefahren ist. Wir saßen am Flussufer und hatten einen tollen Blick auf eine Brücke, hinter der man das Feuerwerk super gesehen hat.

    

Wir haben das VDNH besucht, einen wunderschönen Park im Norden der Stadt. Wir hatten tolles Wetter und haben bei Sonnenschein mit Eis in der Hand den Blick auf zahlreiche schöne Gebäude und Springbrunnen genossen.

     

Nebenan befindet sich das Kosmonauten Museum, wo man so ziemlich alles betrachten kann, was mit Raumfahrt zu tun hat: Bilder von berühmten Kosmonauten, echte Meteoriten, Raketen, Raumstationen und so weiter.

     

Der Besuch des botanischen Gartens Aptekarsky Ogorod hat sich absolut gelohnt. Dort gibt es sowohl Gewächshäuser als auch einen großen Park mit See, wo man spazieren gehen kann. Alles duftet nach Sommer und überall sind Tulpen und andere Blumen. Einfach nur toll und entschleunigend!

Auch die Musik kam nicht zu kurz. Über die Feiertage hat das Moskauer Frühlings a capella Festival stattgefunden und wir konnten uns gratis open air ein Konzert anhören.

Wir sind ein bisschen im Zaryadye Park spazieren gegangen, von dem aus man einen tollen Blick auf die Basilius-Kathedrale hat und haben uns anschließend den roten Platz abgeschaut.

   

Auch durch das GUM Luxuskaufhaus sind wir einmal durchgelaufen.

Den Alexandergarten neben dem roten Platz haben wir uns auch angeschaut und konnten dort gemütlich picknicken.

Irgendwo haben wir unverhofft riesige Schaukeln entdeckt und konnten es uns nicht nehmen, mal wieder ein bisschen Kind zu sein.

Was in Deutschland Goethes Faust ist, ist in Russand Bulgakows Meister und Margarita. Das Haus des Autors kann man sich in Moskau anschauen. Ein wirklich cooles Museum mit vielen alten Gegenständen wie Schreibmaschinen und Nummernschalter, außerdem natürlich mit vielen Gegenständen und Referenzen zu dem Buch.

Wir haben uns die Arbat Straße angeschaut, eine der ältesten Straßen in Moskau. Die Atmosphäre dort ist sehr schön, alles ist künstlerisch, man hört viele Straßenmusiker, sieht Pantomime Künstler und Maler. Dort befindet sich außerdem die Stena Tsoya, eine Mauer, die zum Gedenken an den verstorbenen Sänger der russischen Band Kino gestaltet wurde.

Im Süden der Stadt gibt es eine Art „Aussichtsbalkon„, von dem aus wir uns den Sonnenuntergang angeschaut und unseren letzten Abend genossen haben.

 

Den letzten halben Tag haben wir auf einem gigantischen Flohmarkt in Ismailowo verbracht. Dort gab es unfassbar viele Souvenirs, vor allem Matrioschkas, Pelzmützen und Fabergé Eier, aber auch Essen, Kleidung und ganz viel altes Zeug. Das war wirklich sehr schön und die ein oder andere Sache haben wir auch gekauft.

 

Generell muss ich sagen, dass Moskau mich positiv überrascht hat. Ich habe von vielen gehört, die zuerst in St Petersburg und danach erst in Moskau waren, dass ihnen die Hauptstadt im Vergleich gar nicht so gut gefallen hat. Mir persönlich gefällt St Petersburg zwar auch besser, trotzdem ist auch Moskau wunderschön. Die Stadt ist unfassbar grün, überall sind Parks, Bäume und Tulpen und alles riecht nach Sommer. Im Vergleich zu St Petersburg ist es erstaunlicherweise in Moskau viel leiser und eigentlich fühlt es sich gar nicht so nach Hauptstadt an.

         

Diverse schöne Ausflüge

Jelagin Insel

Dort war ich mit Nastja. Auf der Insel befindet sich ein schöner Park und ein Schloss und wir sind einfach lange spazieren gegangen und haben gequatscht. Sie hat mir ein paar neue russische Wörter beigebracht und wir haben eine Kleinigkeit gegessen.

 

 

Grillen am Strand

Ich bin durch einen glücklichen Zufall in einer „Freiwillige in St Petersburg“ WhatsApp-Gruppe gelandet und dort wurde vorgeschlagen, am Strand zu grillen. Ich habe mir Anastasia mitgenommen und wir sind (ewig) hingefahren. Es war ein super netter Abend, ich habe viele tolle Leute kennengelernt, mit denen ich mich auch danach oft getroffen habe, mit unserem Pseudo-Grill hat das Fleisch eine ganze Stunde gebraucht, wenn nicht länger, aber es war toll. Dominik hatte seine Gitarre dabei und wir haben im Sonnenuntergang alle zusammen gesungen.

 

 

Kasan Kathedrale

Dort war ich eher zufällig mit Jessi, die ich bei dem Grillabend kennengelernt habe, weil wir auf die anderen gewartet haben. Ich war sehr positiv überrascht, alles war wie immer gold und wir hatten das große Glück, einen Ostergottesidienst mitzubekommen! In den orthodoxen Messen wird, zumindest wie ich das bisher mitbekommen habe, ausschließlich gesungen. Manchmal singt nur ein Mann, von dem man übrigens die meiste Zeit nur den Rücken sieht, manchmal singt ein Männerchor vorne, dann ein gemischter Chor vom Ende der Kirche aus, mal alle zusammen. Alles ist a capella und erstaunlich sauber! Sehr sehr beeindruckend!

   

 

Maifeiertage

Am 1. Mai (Mittwoch) ist Tag der Arbeit und Donnerstag und Freitag waren auch frei, weil Feiertage nachgeholt wurden, die vorher auf ein Wochenende gefallen sind. So musste ich nur zwei Tage arbeiten und hatte ein langes 5-Tage-Wochenende!

 

Am Mittwoch bin ich also mit Jessi an den Strand nach Sestrorezk gefahren. Es war tolles Wetter, wir haben gepicknickt und sind dann den Strand entlang bis zum Laskovyy Beach gelaufen.

      

Am Donnerstag war ich mit Jessi und Anne (auch eine deutsche Freiwillige) in der Kunstkammer. Eigentlich wollten wir nach Gatchina fahren, aber das Wetter war scheußlich und wir haben uns entschlossen, lieber in ein Museum zu gehen. Leider mussten wir anderthalb Stunden im Regen anstehen. Ich hatte zum Glück einen Regenschirm dabei, trotzdem waren wir am Ende nass und durchgefroren. Die Kunstkamera, wie sie auf russisch heißt, ist das älteste Museum ganz Russlands. Es gibt dort eine ethnographische Abteilung, in der mehrere Kontinente und Länder vertreten sind. Zu Nordamerika kann man sich beispielsweise die indianische Kultur anschauen, zu Afrika gibt es diverse Instrumente und zu Japan Masken. Aus Indonesien kommen die drei berühmten Affen, die nichts hören, nicht sehen und nichts sagen. Berühmt allerdings ist die Kunstkammer für die Sammlungen von in Alkohol konservierten Missgeburten und anderen anatomischen Abnormitäten. Hier gibt es wirklich alles: siamesische Zwillinge, Kinder mit zu vielen Zehen, missgebildete Kinderköpfe, ein Kind mit zwei Gesichtern etc. Peter der Große reiste für diese Sammlung quer durch Europa. Es ist schon beeindruckend und auch interessant, so etwas mal zu sehen, aber ich persönlich fand es ziemlich schrecklich. Es ist wirklich eine erschreckende Menge an konservierten Babys und manche wurden einfach in viel zu kleine Gläser gestopft und der Aspekt der Seele und des Mensch-Seins wird auch vollkommen ignoriert, es geht nur um die Wissenschaft. Mein Fazit: interessant, aber ein bisschen grenzwertig…

       

 

 

Am Freitag und Samstag waren Anastasia und ihre Eltern so lieb, Jessi und mich mit dem Auto mit in die Pushkin Berge, nach Pskov, Pechory und Izborsk zu nehmen. Diese Städte liegen alle ca. 5-7 Stunden südlich von St Petersburg.

Pushgory (Pushkin Mountains)

An unserem ersten Stopp haben wir uns das Holy Assumption Monastery angeschaut. Auch dort war wieder innen alles sehr golden und wir haben jeder eine Kerze angezündet.

    

Auf dem Gelände befindet sich außerdem das (Familien-)Grab von Pushkin und etwas weiter weg hängen viele Glocken, an denen man sogar läuten darf. Man muss übrigens als Frau überall ein Kopftuch anziehen.

Danach sind wir ein kleines Stück weitergefahren und haben uns die Häuser von Pushkins Vater und Großvater angeschaut. Auf dem Grundstück befindet sich auch ein sehr schöner Garten, eigentlich eher ein Wald, und wir sind ein Stückchen gelaufen. Mir ist aufgefallen, dass es im Süden schon deutlich grüner ist als in St Petersburg.

 

 

Pskov

In Pskov angekommen haben wir zuerst im Hotel eingecheckt, was sehr schwierig war, weil Jessi und ich beide nicht wussten, dass wir eine Registrierungsbescheinigung mitbringen müssen… Am Ende hat dann aber doch alles geklappt und es wurde ein Auge zugedrückt. Anschließend haben wir uns den Kreml von Pskov angeschaut und sind in ein Restaurant gegangen.

 

 

Pechory

Auch hier haben wir uns ein Mönchskloster angeschaut, in dem sogar heutzutage noch ca. 20 Mönche wohnen. Jeder hat eine Aufgabe, die er für alle erledigt (kochen, backen, putzen, waschen, etc.). Sie bekommen dafür kein Geld und müssen aber auch eigentlich nichts oder wenig kaufen, weil sie alles selbst anbauen.

Dort haben wir auch die Straße gesehen, wo Iwan der Schreckliche den Kopf eines Mönchs hat runterrollen lassen, weil ihm gerade so danach war, jemanden grundlos zu köpfen. Es gibt dort außerdem in einer Höhle ein riesiges Grab, in dem ganz viele Heilige und Mönche liegen, die zum Teil einbalsamiert sind. Man kann aber nur die Steinplatten sehen, hinter denen sie liegen. Wir hatten eine Führung durch diese Höhle, in der es vollkommen dunkel ist, weswegen wir alle eine Kerze bekommen haben. Die Führung war leider auf Russisch und man durfte nicht sprechen, während der Mönch spricht, deswegen konnte Anastasia auch kaum übersetzen, aber es war trotzdem ganz interessant, diesen Ort mal zu sehen.

 

Izborsk

Unser letzter Stopp war, wie mir gesagt wurde, der Ursprung Russlands. Hier haben die ersten Russen gelebt und die Legende sagt, dass sie Skandinavier eingeladen haben, weil sie einen Herrscher brauchten. Dort gibt es einen Aussichtsturm, von dem aus man einen schönen Blick auf viel grüne Natur und einen See hat. Wenn man ein kleines Stück läuft, kommt man zu der Quelle des Sees, aus der man das Wasser trinken kann, das auch wirklich gut schmeckt. Auf dem See haben wir Schwäne gesehen. Außerdem konnten wir auf dem Weg dorthin Kwass mit Birkensaft probieren!

     

 

Am Sonntag sind Anastasia, Jessi, Dominik und ich nach Kronstadt gefahren. Die Stadt liegt auf der Insel Kotlin in Sankt Petersburg, zu der man ca. eine Stunde mit dem Bus fährt und die zu Verteidigungszwecken als Marinestützpunkt gebaut wurde. Damals war St Petersburg die Hauptstadt und die Stadt der Krone sollte verteidigt werden, daher der Name. Dort haben wir die Kathedrale besichtigt, ein Picknick am Strand gemacht und das russische Kartenspiel Durak gespielt.

    

 

Und sonst so… 

Mein Lieblingsmädchen aus dem Kindergarten hatte ihren letzten Tag bei uns. Sie konnte außer Nein und Oh mein Gott! kaum Deutsch und meine Russisch Kenntnisse haben auch nicht wirklich für eine Unterhaltung gereicht, aber irgendwie haben wir uns trotzdem total gut verstanden und sie hat mich immer an die Hand genommen, mich durch den Kindergarten geführt, auf Dinge gezeigt und mir gesagt, wie sie auf Russisch heißen. Sie hat sehr bitter geweint, als sie gehen musste, weil sie nicht von mir weg wollte und ich war auch total traurig.

„Ich liebe Nora, du gefällst mir, von Dascha“

 

 

Ostern mit Mama und Papa

Über Ostern haben mich meine Eltern besucht und es war sehr schön, sie wiederzusehen! Wir haben in den fünf Tagen wahnsinnig viel unternommen und ich habe auch viele Dinge entdeckt, die ich vorher noch nicht kannte. Hier die wichtigsten Punkte aus unserem Programm:

 

Das Aquatorium

Im Petersburger Aquatorium kann man Teile vom St Petersburg aus dem 18. Jahrhundert in Miniatur bewundern, wie z.B. die Peter-Paul-Festung, die Admiralität, Neu-Holland, Peterhof und Kronstadt. Doch man sieht nur die Architektur und die Natur: Die Stadt wird belebt dargestellt, mit vielen mini Figürchen, Kutschen und Schiffchen, die sich sogar teilweise auf Knopfdruck bewegen und die Schornsteine rauchen! Und es wird auch ab und zu Nacht und man kann die zahlreichen Lichter der Stadt bewundern.

 

Die Isaakskathedrale

Der größte Kirchenbau der Stadt aus den Jahren 1818-1858, von dem französischen Architekten Auguste de Montferrand entworfen, ist definitiv einen Besuch wert. Von außen ist die Isaakskathedrale deutlich weniger beeindruckend als andere Kirchen, dafür erscheint ihr Inneres umso strahlender. Alles ist golden, wo man auch hinschaut und auch hier findet man, wie in der Blutskirche, eine Vielzahl an Mosaiken.

Außerdem kann man bei zum Säulenumgang unter der Kuppel hochsteigen und dort ein fantastisches Panorama genießen. Wir hatten das große Glück, während der gesamten Zeit mit meinen Eltern fantastisches Wetter zu haben und so gehört dieser Ausflug wirklich zu den Highlights.

 

Das Vodka Museum

Fanden wir witzig, wenn man schon mal in Russland ist. Ein paar Clichés müssen ja dann doch beibehalten werden. Das Museum an sich hat sich für uns nicht besonders gelohnt, da fast alles nur auf Russisch ist und wir folglich wenig verstanden haben, aber ich denke, auch für Russen ist es nicht besonders sehenswert. Das Coole war aber die Verköstigung danach! Wir haben jeder drei Vodka Gläschen mit verschiedenen Sorten bekommen und dazu gab es Brot, Speck, Hering mit Zwiebeln und eine Salzgurke. Ich bin wirklich kein Fan von purem Vodka, aber das war irgendwie echt kultig und witzig!!

 

Bootstour auf der Fontanka, Moika und Newa

Das war wirklich toll, wir sind an der Fontanka gestartet und haben dann eine Rundfahrt von etwas über einer Stunde durch die Stadt gemacht, wobei wir natürlich an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeigekommen sind und einfach tolle Blicke auf die Stadt hatten!

 

Erarta

Das Museum für moderne Kunst ist wirklich einen Besuch wert (und auch mehrere, ich habe mir ein Jahres-Abo gekauft). Oft stehe ich moderner Kunst kritisch entgegen, aber im Erarta Museum sind wirklich viele tolle Kunstwerke ausgestellt und es ist uns oft passiert, dass wir einfach lachen mussten! Es gibt auch einen Raum, in dem bekannte Kunstwerke als Video animiert werden und eine kleine Geschichte dazu erfunden wird, das ist super!

   

 

 

Eremitage

Selbstverständlich ein Muss für jeden Touristen in St Petersburg. Wir waren an einem Dienstag dort (und nicht am Wochenende!!!) und es gibt Ticket Automaten, die ziemlich schnell funktionieren, weswegen wir Gott sei Dank nicht so lang anstehen mussten. Trotzdem war die Eremitage natürlich komplett voll von Touristen, ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es dort an einem Wochenende im Sommer aussieht! Der Winterpalast ist natürlich sehr beeindruckend, es gibt viele riesige, mit Gold verzierte Räume und die Anzahl an Kunstwerken ist unglaublich! Wir haben uns dort neben den Räumen vor allem die alten Italiener, Franzosen und Niederländer angeschaut.

Nach ca. drei Stunden brauchten wir eine kleine Pause und haben etwas gegessen, bevor wir uns danach die Kunstwerke im Generalstabsgebäude angeschaut haben. Dort ist die Architektur viel moderner und es gab eine wahnsinnig beeindruckende Sammlung von den neueren Franzosen, sehr viel Monet, Picasso, Degas und Matisse. Das war wirklich sehr toll.

       

 

Dostoevsky Museum

Man kann das Haus des berühmten Schriftstellers anschauen. Das war ganz nett, aber für mich persönlich nicht sehr besonders beeindruckend.

 

Kirchen

Da meine Eltern es lieben, sich Kirchen anzuschauen, haben wir das sehr viel gemacht, wenn wir zufällig vorbeigekommen sind, aber ich muss sagen, auch für mich war das interessant, weil es doch hier so anders ist als in Deutschland. In orthodoxen Kirchen gibt es gar keine Bänke und die Menschen stehen, die Frauen haben Kopftücher an und es herrscht generell eine ganz andere Atmosphäre als in unseren Kirchen. Besonders interessant war es natürlich, weil es die Vor-Oster-Zeit war (in Russland wird Ostern eine Woche später gefeiert).

 

Essen

Da man hier sehr günstig essen gehen kann, haben wir das auch oft gemacht. Wir haben natürlich überwiegend die russische und georgische Küche probiert und immer ganz viele Kleinigkeiten bestellt und geteilt. Das war super, weil man ganz viel probieren konnte und es war wirklich fast alles unfassbar lecker!

Aber nicht nur das Essen an sich war toll, auch einige Restaurants waren wunderschön und besonders eingerichtet. Ein kleines Beispiel: Mari Vanna. Eine richtig typisch russische Stube, viel Holz und Polstersessel, unzählige kleine gerahmte Fotos, Bücherregale und Möbel aus den 50er Jahren. Auch das Personal ist passend mit Kleidchen und Schürzchen gekleidet und man fühlt sich wirklich in eine andere Welt versetzt. Und die Toilette ist der absolute Hammer, auch dort sind Bücherregale und man fühlt sich eigentlich eher wie in einem Wohnzimmer!

   

 

Ansonsten sind wir natürlich viel rumgelaufen, sowohl auf dem Newski Prospekt als auch an abgelegeneren Stellen mit schöner Natur (es beginnt hier endlich ganz ganz langsam und vorsichtig grün zu werden). Meine Eltern haben natürlich auch noch etwas mehr gesehen als ich, weil ich arbeiten musste und deshalb nicht überall mitkommen konnte. Insgesamt waren es tolle und sehr intensive fünf Tage mit vielen neuen Eindrücken!

                     

Und zum Schluss noch ein paar schöne Bilder von der Stadt:

  

Ruskeala

Diese Woche habe ich jeden Tag Zeit mit Freunden verbracht und habe mit Daria zusammen den buddhistischen Tempel im Norden der Stadt besichtigt. Ich war sehr beeindruckt, wie farbenfroh dort alles war!

 

Das spannendste diese Woche war aber eindeutig das Wochenende. Verena und ich haben es nach mehreren Versuchen und langem Warten geschafft, Zugtickets nach Ruskeala zu kaufen. Am Freitag bin ich also nach der Arbeit direkt zu ihr gefahren, wir hatten einen netten Abend und sind am Samstag um kurz vor 5 Uhr morgens aufgestanden und zur Metro gelaufen. Der Weg dorthin war sehr interessant, weil wir sehr vielen Menschen begegnet sind und es sich eher angefühlt hat wie 22h und nicht wie 5h. Außerdem haben wir uns immer überlegt, wer wohl vom Feiern wiederkommt und wer, wie wir, früh aufgestanden ist. An der Metro haben wir gewartet, bis um 05h40 die Station aufgemacht hat, in Sankt Petersburg fährt nachts gar nichts. Dann haben wir die allererste Metro um 05h51 genommen und mussten zum Glück nur zwei Stationen fahren, sodass wir gerade passend um viertel nach 6 unseren Zug bekommen haben. Die Fahrt war sehr entspannend, wir konnten den Sonnenaufgang betrachten und dann noch ein paar Stündchen schlafen, bis wir gegen 11 am Bahnhof angekommen sind.

Dort haben Mashrutkas gewartet, von denen wir vermutet haben, dass sie nach Ruskeala fahren. Der Fahrer konnte zwar kein Englisch, aber es kam sofort ein netter junger Mann, der für uns übersetzt hat. Die Fahrt mit der Mashrutka war super witzig, weil wir dauernd durch Schlaglöcher gefahren sind und alles gewackelt hat. Als wir im Park angekommen sind, sind wir zuerst ca. eine halbe Stunde zu unserem Hostel gelaufen. Auf dem Weg sind wir an vielen Holzhäusern und -hütten vorbeigekommen und haben mal ein richtig ländliches russisches Dorf sehen können.

Der Eingang zum Hostel war in einem Hinterhof und wir sind immer noch erstaunt, dass wir es ohne großes Suchen gefunden haben.

Wir hatten ein Zimmer mit einem Doppelbett und ein gemeinsam genutztes Bad mit Wasser, das sichtbar auf keinen Fall trinkbar, nämlich gelb, war. Da wir aber sowieso nur eine Nacht dort verbracht haben, waren wir vollkommen zufrieden. Es gab auch eine Küche und sogar einen Eimer mit Trinkwasser. Die Vermieterin hat zwar kaum Englisch gesprochen, war aber super freundlich und hilfsbereit und hat uns später noch gezeigt, wo wir einen Supermarkt finden. Dort haben wir Äpfel, Bananen, Brot, eine Gurke, Weichkäse (wir dachten eigentlich, es wäre Butter) und Kekse gekauft und uns auf den Weg zurück zum Park gemacht.
Ruskeala liegt in Karelien an der finnischen Grenze und es gibt dort eben einen Naturpark, den man sich seit ein paar Jahren anschauen kann. Früher wurde dort Marmor abgebaut, den man heute größtenteils in Sankt Petersburg wiederfindet, vor allem in der Isaakskathedrale. Es gibt ein paar Seen, die noch zugefroren waren, eine kleine Höhle mit Schmelzwasser, Figuren aus Eis und eine Seilbahn, mit der man über den See fliegen kann, was wir natürlich gemacht haben!!!

    

        

Der Tag war wirklich sehr schön und wir haben die Natur und die frische Luft genossen. Am Eingang des Parks gab es auch WCs, kleinere Restaurants, wo wir abends auch gegessen haben, und Souvenirläden, die tatsächlich total schöne und teilweise handgemachte Souvenirs hatten und nicht nur diesen Plastik Kram, den man überall bekommt! Es gab sehr viel aus Holz und auch Marmelade. Nach einem gemütlichen Abend konnten wir am nächsten Morgen ausschlafen und unseren Schlafmangel etwas kompensieren. Dann haben wir ausgecheckt und sind wieder zum Park gelaufen, um dort Marmeladenpfannkuchen zu frühstücken. Danach sind wir 3km zu einem anderen kleinen Park gelaufen, wo es mini Wasserfälle gab. Das Wasser war gelb-rot, das war sehr interessant, aber wir konnten leider nicht herausfinden, wieso. Der Park war schön hergerichtet mit Holzwegen und Hängebrücken und das Wetter war, wie auch schon am Tag davor, bombastisch. Außerdem gab es dort eine echte Eule und wir haben Glühwein bekommen.

Später sind wir wieder zurück zum Park gelaufen, haben dort gegessen, wurden dann von den Mashrutkas wieder zum Zug gebracht und sind gegen 23h wieder in Sankt Petersburg angekommen.

Es war ein sehr intensives und wunderschönes Wochenende voller Natur, Schnee und Sonne und es wäre schon möglich, dass ich im Sommer nochmal hinfahre!

Umzug, Russisches Museum und Meer

Umzug

Am Montag bin ich umgezogen. Die Verständigungsprobleme mit Galina hatte ich schon mal erwähnt, das größere Problem war aber, dass sie sich irgendwie für mich verantwortlich gefühlt hat als sei ich ihre Tochter. Sie hat sich Sorgen gemacht, wenn ich spät nach Hause kam und hatte das Gefühl, für mich einkaufen und kochen zu müssen etc. Sie hatte allerdings gar keine Lust, sich um mich zu kümmern, was ich auch verstehe und auch gar nicht erwartet hatte, aber sie sagt, sie kann nicht anders, wenn ich da bin. Deswegen wollte sie, dass ich ausziehe. Bisschen seltsam alles, aber jetzt wohne ich in einer WG ein paar Straßen weiter (und damit auch näher am Kindergarten und an der Metro!) mit einer Russin und einer Polin, die auch einen Freiwilligendienst machen und Englisch sprechen! Katya, die Russin, ist sehr nett und ich hab mich ein paar Mal länger mit ihr unterhalten, Justina ist momentan im Urlaub, deswegen werde ich sie erst später kennenlernen. Ich bin sehr glücklich, jetzt hier zu wohnen und fühle mich um Welten freier. Ich werde nur meine Fensterbank in meinem alten Zimmer vermissen, da konnte man immer so schön sitzen und rausschauen.

Mein neues Zimmer ist ein bisschen abenteuerlich gemustert, aber trotzdem sehr gemütlich und ich fühle mich hier wohl. Ich habe sogar einen kleinen Tisch und ein Sofa! In der Küche steht auch ein Sofa, das ist der Hammer! Und wir trennen hier den Müll, was echt ungewöhnlich für Russland ist. Die Wohnung wird immer an Freiwillige aus allen möglichen Ländern vermietet und viele haben Sachen zurückgelassen, die jetzt niemandem gehören. Hier gibt es sehr viele Bücher, Küchengeräte und alles mögliche Zeugs, sogar ein Zelt!

 

Die zwei Wochen in der Mondgruppe

In den letzten beiden Wochen war ich im Kindergarten in der Mondgruppe und die Zeit verging wie im Flug. Die Kinder sind schnell zutraulich geworden, natürlich noch nicht alle, aber doch viele. Es gab die ersten Streits, wer in der Kantine oder beim Morgenkreis neben mir sitzen darf, die Kinder greifen immer öfter meine Hand und manche kommen sogar auf meinen Schoß oder auf meinen Arm. Ich habe auch schon die ersten kleinen Geschenke bekommen, wenn die Kinder ein Bild für mich gemalt haben. Außerdem habe ich angefangen, den Kindern beizubringen, danke zu sagen, wenn man ihnen hilft und habe einen Jungen immer Hände waschen geschickt, wenn er seine Hand mal wieder in den Mund genommen oder drauf geniest hat oder Spielzeuge in den Mund gesteckt hat. An einem Tag war ich mit den Vorschulkindern in der Schule, wo sie eine kleine Rallye gemacht haben, bei der sie verschiedene Räume in der Schule wiederfinden mussten. Ich habe ein bisschen mit den Kindern singen können und ich habe ihnen mit Bildern Schneewittchen erzählt. Außerdem haben wir in den beiden Wochen oft mit den Kindern Party gemacht, also laut Discomusik über Lautsprecher angemacht und dazu getanzt und Stopptanz gespielt, das war wirklich unfassbar süß und witzig! Nastja hat Sonne, Mond und Sterne für den Kindergarten gemalt, total schön.

 

Russisches Museum

Dort war ich mit Anastasia und bin dank Freiwilligenausweis sogar zum Studentenpreis reingekommen. Ich muss ehrlich sagen, ich hatte mir gar nicht so viel von dem Museum erhofft, aber umso besser hat es mir gefallen! Das Gebäude an sich ist wunderschön, allein die goldenen Räume und vor allem die Decken könnten ein Museum an sich sein! Es sind Gemälde und Skulpturen von russischen Künstlern vor allem aus dem 19. und 20. Jahrhundert ausgestellt und mir haben wirklich außerordentlich viele Kunstwerke sehr gutgefallen. Außerdem konnte Anastasia mir zu manchen Gemälden kleine Hintergrundgeschichten erzählen, was natürlich super war!

         

 

Fahrradtour und Kronstadt

Am Samstag war ich zum ersten Mal bei Anastasia zu Hause. Dort ist es unfassbar schön, alle Möbel passen zueinander und alles ist ordentlich, man fühlt sich direkt wohl und ihre Eltern sind auch total nett. Wir haben Sushi gegessen und Tee getrunken und anschließend eine lange, wunderschöne Fahrradtour gemacht. Zuerst sind wir zum Strand gefahren, wo wir eine kleine Pause gemacht haben, um auf dem zugefrorenen Meer zu laufen. Das war für mich ganz seltsam, aber super witzig. Das Wetter war ein Traum und man hatte einen fantastischen Blick auf das Лахта Центр, die Stadt und eine der vielen Brücken. Später sind wir über diese Brücke gefahren und weiter zu einem sehr schönen Park. Irgendwann waren unsere Hände eiskalt und taub und wir sind zurückgefahren und haben uns mit Tee aufgewärmt.

         

    

Abends sind wir mit ihren Eltern Richtung Kronstadt gefahren, eine Insel in der Nähe von St Petersburg, zu der vor etwa 10 Jahren eine ewig lange Brücke gebaut wurde. Und genau diese Brücke war der Grund, wieso wir dorthin gefahren sind: Die Aussicht auf das Meer auf beiden Seiten und die Stadt ist unglaublich toll! Irgendwo auf der Brücke gab es eine Stelle, an der wir anhalten konnten und es gab sogar einen Fußgängerüberweg oberhalb der Autobahn, sodass man auf die andere Seite gehen konnte! Das haben wir dann auch gemacht. Leider war es schon ziemlich dunkel, aber es war trotzdem beeindruckend.

 

Freunde

Ich habe diese Woche wieder viele Menschen getroffen. Mit Marianna von Couchsurfing war ich in einem russischen Restaurant essen und wir haben zwei Bier getrunken und uns vor allem sehr nett unterhalten und uns über die verschiedenen Kulturen ausgetauscht.

Mit den beiden Nastjas war ich Freitag Abend in einer Bar und am Sonntag haben wir Pizza bestellt und Harry Potter auf Russisch geguckt. Auf Russisch wird h zu g, sodass es einfach Garry Potter heißt! Sehr witzig.

Außerdem hatte ich diese Woche ein Problem mit meiner russischen SIM Karte. Ich hatte weder mobile Daten noch konnte ich anrufen oder SMS verschicken, es ging gar nichts mehr. Zum Glück haben mir die beiden Nastjas und danach Angela geholfen und jetzt funktioniert alles wieder. Ich bin so unglaublich dankbar für die Hilfe, die ich hier dauernd von allen bekomme!

Mit Angela war ich lange spazieren und sie konnte mir zu so gut wie jedem Gebäude erklären, was das ist, echt beeindruckend und natürlich sehr spannend! In St Petersburg gibt es abends an jeder Ecke auf dem Newsky Straßenmusiker, die oft so richtig mit Verstärker und Mikro und allem spielen, das ist wahnsinnig cool und wir sind relativ lang stehen geblieben und haben zugehört.

Ballett, Blutskirche und Bars

Am Montag war ich mit den beiden Nastjas nach der Arbeit in Этажи. Das ist ein Gebäude mit vielen Restaurants und kleinen Geschäften. Wir waren im Restaurant Зелёная Комната, was so viel heißt wie grünes Zimmer, dort war der ganze Raum voller Pflanzen. Ich habe Schawerma (russischen Döner) probiert und grünen Tee mit Ingwer getrunken.

Anschließend haben wir uns die Geschäfte angeschaut, in denen es vor allem Klamotten, Taschen, Sticker, Postkarten etc. gab. Und Socken! Ich hatte in Deutschland auf Pinterest mal Socken mit Van Gogh Mustern gesehen, die ich wahnsinnig cool fand, aber ich wollte sie nicht von sonst woher bestellen und ich habe einfach genau diese Socken in Этажи gefunden! Solche kleinen Dinge machen mich ja echt wahnsinnig glücklich.

Auf dem Dach des Gebäudes befindet sich eine Aussichtsplattform, auf die wir für umgerechnet ca. 1,50 Euro gehen konnten. Da es schon Abend wurde, hatten wir wunderschönes Licht.

   

Am Dienstag habe ich mich mit Anastasia getroffen. Wir waren zusammen in einem International Language Speaking Club von ihrer Uni und anschließend haben wir noch zusammen Pfannkuchen mit Pilzen gegessen (für weniger als 1 Euro…) und geplant, was sie mir alles in St Petersburg zeigen kann.

 

Am Mittwoch bin ich nach der Arbeit zu Verena gefahren. Dort haben wir zusammen mit Maxime Nudeln und Kekse gegessen, bevor wir uns auf den Weg zumМихайловский театр (Michailowski Theater) gemacht, wo wir das Ballett La bayadère gesehen haben. Es geht um eine komplizierte Liebesgeschichte. Eine Priesterin liebt einen Mann, der sie zwar auch liebt, aber einer anderen Frau versprochen ist und sich mit dieser verlobt. Die beiden Frauen versuchen, sich gegenseitig umzubringen und die Priesterin stirbt durch einen Schlangenbiss, nachdem sie auf der Verlobungsfeier des angehenden Ehepaares tanzen muss. Sie trifft ihren Geliebten nach ihrem Tod in der Schattenwelt wieder und sie könnten ein glückliches Paar werden. Allerdings entscheidet er sich für das Leben und somit für die andere Frau und heiratet sie. Bei der Hochzeit bricht der Tempel zusammen und das Ehepaar verstirbt. Am Ende treffen sich die beiden Frauen und der Mann in der Schattenwelt.

Wir hatten tolle Plätze auf der Empore in der zweiten Reihe, wir waren also relativ nah dran und haben alles gut gesehen. Die Aufführung war wirklich wunderschön! Es gab sogar ein Orchester und nicht nur Musik vom Band und das Bühnenbild, die Kostüme und natürlich auch die Tänzer waren einfach toll!

      

 

Am Donnerstag war der erste sonnige Tag!

Am Nachmittag habe ich nach der Arbeit mit Anastasia die Blutskirche besichtigt. Sie heißt so, weil dort 1881 Alexander der Zweite durch einen Bombenanschlag zu Tode gekommen ist. Die Kirche wurde 24 Jahre lang rund um seinen Todesort gebaut und die Originalpflastersteine von der Stelle sind in der Kirche erhalten geblieben. Die Kirche ist wirklich sehr schön und ganz anders als die Romanischen. Es gibt kein einziges Gemälde, alle Darstellungen sind Mosaiken. Sogar der Boden ist ein riesiges Marmormosaik. Das ist wirklich beeindruckend und manche Bilder sind aus so kleinen Steinchen gefertigt worden, dass sie tatsächlich wie Gemälde aussehen. Während der Sowjetzeit war die Ausübung von Religionen verboten und so diente die Kirche als Lagerhaus. Eigentlich sollte sie sogar zerstört werden, aber dafür blieb vor Ausbruch des Kriegs keine Zeit mehr.

   

Nach der Besichtigung waren wir in einem kleinen Café, wo wir Kuchen gegessen und Tee getrunken haben. Ich hatte Sanddorn-Ingwer-Tee, echt super lecker! Dort haben wir lange gesessen und gequatscht.

   

Dann sind wir noch zum Winterpalast gegangen und sind entlang der Neva spaziert. Ich habe an diesem Abend glaub ich mindestens sieben Mal gesagt, wie wunderschön St Petersburg ist! Aber es stimmt auch einfach! Ich weiß jetzt schon, dass ich wahnsinnig traurig sein werde, wenn ich hier wieder weg muss…

   

 

Am Freitag habe ich mich zum ersten Mal mit Angela getroffen, die ich auch über Couchsurfing kennengelernt habe. Mit ihr spreche ich Französisch, was mir total guttut! Wir sind ein bisschen durch die Straßen gelaufen und haben einen Tee getrunken, bevor wir zu einem „French Speaking Club“ in einem Anticafé, das ich schon vom Eastern Speaking Club kannte, gefahren sind. Es war wirklich soo schön nochmal Französisch zu sprechen, eine Sprache, die ich auch beherrsche! Ich muss unbedingt Russisch lernen, das geht mir richtig auf die Nerven, dass ich das alles nicht verstehe.

 

Am Samstag hat Anastasia mir beim Geld wechseln geholfen. Ich bin wirklich so froh über ihre Hilfe in jeglicher Angelegenheit!

Am Nachmittag war ich mit meinen drei Nastjas (Anastasia und die beiden von der Arbeit) wieder in Этажи, wo wir zuerst etwas gegessen und uns danach echte Waschbären angeschaut haben. Sie waren da für ein Wochenende und für ca. 1,50 Euro konnten wir diese unglaublich niedlichen pummeligen Tiere betrachten!

Am Abend bin ich mit den beiden Nastjas von der Arbeit noch in die Hölle gegangen, eine Kellerbar. Es war ein sehr netter Abend mit Kirsch-, Karamell- und Kokosbier und wir haben Ich hab noch nie…gespielt. Irgendwann hat sich ein ganz komischer höchstwahrscheinlich drogenabhängiger Typ an den Tisch neben uns gesetzt und uns die ganze Zeit angestarrt, aber dann haben wir der Kellnerin Bescheid gesagt und er wurde von der Polizei abgeholt. Danach war der Abend wieder schön! Ich hab dann zum Glück noch ganz knapp die vorletzte Metro erwischt. Übrigens: Es ist sehr beeindruckend, wie tief die Metro Stationen hier liegen. Man muss jedes Mal erstmal eine ewig lange Rolltreppe runterfahren, bis man einsteigen kann.

 

Am Sonntag war traumhaftes Wetter! Nachdem ich endlich mal ausschlafen konnte, bin ich allein sehr lange am Meer spazieren gegangen. Der Weg zum Meer war ehrlich gesagt ziemlich dreckig und vermüllt, aber ich glaub, ich hab einfach eine seltsame Route genommen. Als ich dann aber endlich da war, war es wirklich sehr schön und ein komplett eingefrorenes Meer ist echt beeindruckend!

   

Abends habe ich mit Anastasia und Valentin mit einem wirklich traumhaften Blick auf die Stadt im Sonnenuntergang ein Bierchen getrunken, Chips gegessen und Musik gehört. Mehr braucht es nicht, damit das Leben perfekt ist! Später waren wir noch in verschiedenen Restaurants und Bars, weil es uns draußen zu kalt wurde, nachdem die Sonne untergegangen war, und ich hab zum ersten Mal Pelmeni probiert, echt lecker! Und schon ist eine zweite, wunderbare Woche voller Eindrücke vorbei…

    

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