{"id":139,"date":"2010-12-17T15:15:28","date_gmt":"2010-12-17T07:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/?p=139"},"modified":"2010-12-17T15:15:31","modified_gmt":"2010-12-17T07:15:31","slug":"transmongolia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/2010\/12\/17\/transmongolia\/","title":{"rendered":"Transmongolia"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Dies ist die Geschichte der l\u00e4ngsten Zugfahrt meines bisherigen Lebens. Knapp \u00fcber 30 Stunden von Ulanbaatar nach Beijing! Alles fing sehr fr\u00fch am Morgen an: Obwohl der Zug erst um 7 Uhr losfahren w\u00fcrde, stand ich bereits um 5 Uhr auf um ja nicht zu sp\u00e4t zu kommen, denn die Transmongolische Eisenbahn f\u00e4hrt nur ein Mal die Woche und wer den Zug verpasst darf erst Mal warten (oder hat halt Pech gehabt). In sehr warme Kleidung eingepackt und mit zwei Rucks\u00e4cken (einer vorne, einer hinten) gehts los in Richtung Stra\u00dfe, wo zum Gl\u00fcck schon Autos (sprich Taxis) fahren. In der Mongolei ist schlie\u00dflich jeder der ein Auto besitzt und gerade darauf Lust hat ein Taxifahrer. So kam es, dass ich viel zu fr\u00fch am Bahnhof war, aber lieber zu fr\u00fch als zu sp\u00e4t! Johanne und Louisa indess wurden von ihrem Taxifahrer zuerst zum Flughafen gefahren. Letztendlich waren wir aber alle rechtzeitig da und konnten in unser (ziemlich bequemes Abteil mit Gro\u00dfen Fenstern, sodass man auch hinaussehen konnte, wenn man eines der oberen Betten hatte) Abteil. Zum Einsteigen l\u00e4uft man man am Zug entlang bis man seinen Wagon gefunden hat. Bibbernde Zug-Stewardessen (oder wie man die auch immer nennt) pr\u00fcfen kurz die Fahrkarte und man steigt ein. F\u00fcr mich hie\u00df es jetzt erst einmal Schlaf nachholen. Drau\u00dfen war es eh noch zu dunkel um die Landschaft zu bewundern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<div id=\"attachment_141\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a rel=\"attachment wp-att-141\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/2010\/12\/17\/transmongolia\/c-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-141\" class=\"size-medium wp-image-141\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/c-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/c-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/c-480x640.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-141\" class=\"wp-caption-text\">Unser Abteil am Anfang der Fahrt<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Aufgeweckt wurde ich dann von den ersten Sonnenstrahlen \u00fcber der mongolischen Steppe, was wie immer ein Spektakel war. Das Gebiet um Ulaanbaatar herum war wei\u00df vom Schnee und je weiter man sich von der Stadt entfernt, desto unh\u00e4ufiger und kleiner werden die Siedlungen an denen der Zug h\u00e4lt um zu tanken. Die Landschaft konnte man auch lange bewundern, denn mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 40 km\/h ist der Zug (zumindest vor der chinesischen Grenze) nicht sehr schnell. Gegen Mittag gab es Instant Ramen aus dem Pappeimer. Kochend hei\u00dfes Wasser wird umsonst zur Verf\u00fcgung gestellt. \u00dcberhaupt war Essen neben, Reden, Schlafen und Durak spielen eine der Hauptbesch\u00e4ftigungen w\u00e4hrend der Fahrt. Die Reisenden aus dem Nachbarabteil waren auch ziemlich nett.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<div id=\"attachment_142\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a rel=\"attachment wp-att-142\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/2010\/12\/17\/transmongolia\/a-7\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-142\" class=\"size-medium wp-image-142\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/a-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/a-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/a-640x480.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-142\" class=\"wp-caption-text\">Sonnenaufgang \u00fcber der wei\u00dfen Steppe<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_143\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a rel=\"attachment wp-att-143\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/2010\/12\/17\/transmongolia\/b\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-143\" class=\"size-medium wp-image-143\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/b-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/b-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/b-640x480.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-143\" class=\"wp-caption-text\">Eine kleine Siedlung - ganz ohne Jurte!<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_146\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a rel=\"attachment wp-att-146\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/2010\/12\/17\/transmongolia\/f\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-146\" class=\"size-medium wp-image-146\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/f-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/f-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/f-640x480.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-146\" class=\"wp-caption-text\">Der Zug tankt in einem kleinen Dorf, ich vertrete mir so lange die Beine. <\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Als wir an die Grenze kamen wurde es wieder interessant: Mongolische und chinesische Beh\u00f6rden wollen P\u00e4sse, Tickets und Zollerkl\u00e4rungen sehen. Der Zug wird von salutierenden mongolischen Soldaten aus der Mongolei verabschiedet. Wer jetzt aber denkt, dass es jetzt sofort schnurstracks weiter nach Beijing geht, der irrt sich, denn die Chinesen benutzen eine andere Spurbreite als die Mongolen (die Mongolen benutzen die Russische). Deshalb werden alle Wagons nebeneinander in eine gro\u00dfe Halle gefahren, angehoben und einem Fahrwerkswechsel unterzogen. Kleiner Tipp f\u00fcr zuk\u00fcnftige Reisende: geht <em>rechtzeitig<\/em> vor der Grenze aufs Klo (das hei\u00dft ne gute Stunde oder zwei davor), denn w\u00e4hrend dem gesamten Aufenthalt in der Grenzanlage ist es nicht m\u00f6glich die Klos zu benutzen. Erst wieder wenn der Zug dann in der ersten richtigen Chinesischen Station steht (und dann nat\u00fcrlich auch nur in der Bahnhofshalle). Dass man in China ist bemerkt man aber sofort. Aus Lautsprechern an den Laternenpf\u00e4hlen am Bahnhof dudelt in einer Dauerschleife das selbe chinesische Musikst\u00fcck und im Bahnhofskiosk kann man sich eingelegte H\u00fchnerf\u00fc\u00dfe als Snack kaufen&#8230;na dann guten Appetit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wenn man dann endlich weiter f\u00e4hrt merkt man endg\u00fcltig (erst einmal nicht an der Landschaft, denn es ist stockfinster,)sondern an der Bahnlinie, dass man in einem anderen Land ist: Die Wagons wackeln und ruckeln kaum mehr herum, die Durchschnittsgeschwindigkeit steigt auf ca. 60 an und man f\u00e4hrt nicht mehr gro\u00dfe Kurven und Schleifen, sondern schnurstracks geradeaus. Perfekte bedingungen zum Schlafen \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<div id=\"attachment_144\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a rel=\"attachment wp-att-144\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/2010\/12\/17\/transmongolia\/d-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-144\" class=\"size-medium wp-image-144\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/d-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/d-225x300.jpg 225w, https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/d-480x640.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-144\" class=\"wp-caption-text\">Wild East<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Als es wieder hell wurde staunten wir alle nicht schlecht: Gro\u00dfe Canyons und rei\u00dfende Fl\u00fcsse, wie man sie sonst nur aus Wild-West Filmen kennt umgeben die Bahnlinie. Immer wieder fahren wir an \u00e4rmlichen D\u00f6rfern vorbei in denen Esel und H\u00fchner frei herumrennen und es fraglich ist, ob es \u00fcberall Strom und flie\u00dfendes Wasser gibt. Allm\u00e4hlich werden die D\u00f6rfer jedoch zu Fabriken mit Arbeiterwohnheimen und eigenem Bahnhof und bald zu St\u00e4dten mit riesigen Wohnh\u00e4usern, die alle gleich aussehen. Wir n\u00e4hern uns der Hauptstadt &#8211; Next Stop: Beijing!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<div id=\"attachment_145\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a rel=\"attachment wp-att-145\" href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/2010\/12\/17\/transmongolia\/e\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-145\" class=\"size-medium wp-image-145\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/e-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/e-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/files\/2010\/12\/e-640x480.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-145\" class=\"wp-caption-text\">Nach langer Fahrt: Endlich in Beijing!<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist die Geschichte der l\u00e4ngsten Zugfahrt meines bisherigen Lebens. 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Alles fing sehr fr\u00fch am Morgen an: Obwohl der Zug erst um 7 Uhr losfahren w\u00fcrde, stand ich bereits um 5 Uhr auf um ja nicht zu sp\u00e4t zu kommen, denn die Transmongolische Eisenbahn f\u00e4hrt nur ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":316,"featured_media":146,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-139","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/139"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/wp-json\/wp\/v2\/users\/316"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=139"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/139\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":151,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/139\/revisions\/151"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/wp-json\/wp\/v2\/media\/146"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/imlanddernomaden\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}