{"id":4,"date":"2021-09-20T23:38:47","date_gmt":"2021-09-20T21:38:47","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/?p=4"},"modified":"2021-09-21T00:51:21","modified_gmt":"2021-09-20T22:51:21","slug":"wenn-eine-eine-reise-tut-dann-kann-sie-was-erleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/2021\/09\/20\/wenn-eine-eine-reise-tut-dann-kann-sie-was-erleben\/","title":{"rendered":"Wenn eine eine Reise tut, dann kann sie was erleben"},"content":{"rendered":"<p>Mo, 13.09.21 &#8211; Di., 14.09.21<\/p>\n<p>Als mich nach \u00fcber 30 Stunden Anreise meine Kontaktperson meiner Partnerorganisation in <a href=\"https:\/\/www.openstreetmap.org\/node\/174639032\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ruse<\/a>, Bulgarien, fragte, wie meine Zugfahrt war, sagte ich \u201eentspannt\u201c. Wie gut, dass sie nicht nur aus dem Weg zum Bahnhof bestand, denn der war alles andere als entspannt. Meinen Weg w\u00fcrde ich, in chronologischer Reihenfolge, ungef\u00e4hr so beschreiben: viel zu fr\u00fch aufstehen \u2013 Zug f\u00e4llt aus \u2013 Autopanne \u2013 per Anhalter zum Bahnhof (wie gut, dass ich so zeitig aufgestanden bin) \u2013 viel Zug fahren \u2013 Tram \u2013 Bus \u2013 noch mehr Zug fahren \u2013 Auto \u2013 da sein.<\/p>\n<p>Nachdem ich auf bahn.de gerade noch ersp\u00e4ht hatte, dass mein geplanter Regionalzug nach Dresden heute ausfallen sollte, sind mein Bruder und ich mit dem Auto los zur n\u00e4chsten S-Bahn in Mei\u00dfen. Zum Gl\u00fcck war noch genug Zeit, um den Anschluss in Dresden zu erreichen. Leider schaffte es das Auto nur bis irgendwo auf der B6 und entschied sich dann, nicht mehr weiter zu fahren. Da kam dann Stress auf. Da habe ich kurzerhand <a href=\"https:\/\/hitchwiki.org\/en\/Main_Page\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">den Daumen raus gehalten.<\/a> Ein netter pensionierter Handwerker hat mich dann bis zur S-Bahn gebracht. Ich war erleichtert, doch wollte den Tag nicht vor dem Abend loben. Von Dresden nach Budapest war es kein Problem. Dort musste ich durch die Stadt zu einem anderen Bahnhof (Budapest hat drei Hauptbahnh\u00f6fe), wobei mir ein anderer Fahrgast mit dem \u00f6ffentlichen Nahverkehr weiterhelfen konnte.<\/p>\n<p>Der Zug Budapest \u2013 Bukarest war ein Schlafwagen, und ich fand ihn klasse. Darauf hatte ich mich schon gefreut! Ganz im Stil des <a href=\"https:\/\/remarx.eu\/2017\/09\/wegzug-oder-zug-weg-das-brettspiel-zum-chemnitzer-bahnverkehr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RE6 Chemnitz \u2013 Leipzig<\/a>. Vielleicht ein H\u00f6hepunkt meiner Zugfahrkarriere. Mit dem h\u00e4tten auch meine Eltern vor 40 Jahren in den sozialistischen Jugendaustausch fahren k\u00f6nnen. Es holperte und schaukelte, aber die Liegen waren bequem und die Atmosph\u00e4re unkompliziert. Es gab nichts zu essen oder zu trinken, zum Gl\u00fcck hatte ich noch eine Packung Dinkel-Doppelkekse dabei, die bis zum n\u00e4chsten Abend reichen sollte. Meine Abteilgenossin war fest davon \u00fcberzeugt, dass eine andere Mitfahrende auf den Zugstrich gehen w\u00fcrde. Als ebendiese Abteilgenossin auf die n\u00e4chtliche Pass- und<\/p>\n<figure id=\"attachment_5\" aria-describedby=\"caption-attachment-5\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050273.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050273-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050273-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050273-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050273-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050273.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5\" class=\"wp-caption-text\">Das Liegewagenabteil des Zuges Wien &#8211; Bukarest. Pro Abteil gibt es 6 Liegen, jeweils drei \u00fcbereinander und sogar mit Bettw\u00e4sche. Es liegt sich sehr gut!<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zollkontrollen an der ungarisch-rum\u00e4nischen Grenze mit einem \u00e4u\u00dferst genervten \u201eblablabla\u201c reagierte, sah ich uns schon in 25 Kilogramm verteiltem Reisegep\u00e4ck bei einer Stunde zus\u00e4tzlichem Aufenthalt am \u00dcbergang stehen. Aber der Gott der Grenzbeamten und -beamtinnen war uns wohlgesonnen und lie\u00df uns passieren. Der Zug verkehrte die meiste Zeit mit einer gef\u00fchlten Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km\/h \u2013 was aber das Schaukeln so angenehm machte, dass es mich immer wieder in den Schlaf wiegte. Eine wunderbare Zugfahrt.<\/p>\n<p>In Bukarest wurde ich von Pavel, dem Taxifahrer, mit dem die\u00a0<a href=\"http:\/\/eliascanetti.org\/de\/startseite\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Internationale Elias Canetti Gesellschaft<\/a> zusammen arbeitet, abgeholt und nach Ruse gebracht. Auch eine sehr angenehme Fahrt. In Ruse nahm mich meine Kontaktperson Viktor in Empfang und zeigte mir die Wohnung. Leider ist meine Mitbewohnerin zuvor ausgezogen, sodass ich jetzt allein auf 100qm wohne. Trotzdem habe ich mich gleich wohl gef\u00fchlt. Ich habe aber eine wenig Bammel vor dem Winter und der Holzheizung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6\" aria-describedby=\"caption-attachment-6\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050279.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050279-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050279-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050279-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050279-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/hiergibtesnichts\/files\/2021\/09\/P1050279.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6\" class=\"wp-caption-text\">Mein erster Einkauf. Dank einer sehr gut ausgestatteten Wohnung muss ich zu Beginn nur schnell verderbliche Lebensmittel kaufen, die gibt es gleich nebenan in einem kleinen L\u00e4dchen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Soweit so gut, ich war entspannt und voller Vorfreude \u2013 dann machte sich doch ein wenig Panik breit, als ich allein war. Mit <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YhHZO9xMShE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kings of Leon<\/a> und Nudeln mit Tomatensauce versuchte ich sie im Zaum zu halten. Ich hatte das Bed\u00fcrfnis nach Geborgenheit und Vertrautheit, was unerf\u00fcllt bleiben musste. Aber so ist das nun mal \u2013 die Leber w\u00e4chst mit ihren Aufgaben. Und was nicht vertraut ist muss ich mir vertraut machen, also gehe ich abends noch ein wenig um den Block. Die Wohnung ist gleich in der N\u00e4he des zentralen Platzes, es ist noch warm und die Stadt belebt. Zwischen ausgelassenen Menschen schleichen streunende Katzen durch die D\u00e4mmerung. Es ist ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl, ich bin einfach da und f\u00fchle mich trotzdem in Gesellschaft.<\/p>\n<p><span class=\"VIiyi\" lang=\"bg\"><span class=\"JLqJ4b ChMk0b\" data-language-for-alternatives=\"bg\" data-language-to-translate-into=\"en\" data-phrase-index=\"0\"><a href=\"https:\/\/www.deepl.com\/translator#bg\/en\/%D0%BD%D0%B0%D0%B7%D0%B4%D1%80%D0%B0%D0%B2e\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u043d\u0430\u0437\u0434\u0440\u0430\u0432e<\/a><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mo, 13.09.21 &#8211; Di., 14.09.21 Als mich nach \u00fcber 30 Stunden Anreise meine Kontaktperson meiner Partnerorganisation in Ruse, Bulgarien, fragte, wie meine Zugfahrt war, sagte ich \u201eentspannt\u201c. Wie gut, dass sie nicht nur aus dem Weg zum Bahnhof bestand, denn der war alles andere als entspannt. 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