{"id":648,"date":"2012-06-01T00:25:45","date_gmt":"2012-05-31T20:25:45","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannavj\/?p=648"},"modified":"2012-06-01T00:26:21","modified_gmt":"2012-05-31T20:26:21","slug":"648","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannavj\/2012\/06\/01\/648\/","title":{"rendered":"Drei volle, lebendige Wochen"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin nicht verstummt, nicht abgereist und auch nicht krank! Warum ich aber trotzdem seit Wochen nichts mehr geschrieben habe, sei hiermit kurz erl\u00e4utert: Vom 11. Mai bis zum 18. Mai hatte ich hohen Besuch aus Hannover. Mit meinen lieben Eltern hatte ich eine wunderbare Woche, die auch die wettertechnisch die sonnigste war, die ich bis jetzt hier erlebt habe. Von diesen ereignisreichen Tagen, an denen ich ein Mehrfachleben als Tochter, Touristin, Stadtf\u00fchrerin und Freiwillige in der Schule spielte, werden die Herrschaften selbst berichten &#8211; der Text sei in der Produktion, lie\u00dfen sie verlauten&#8230; Ich werde dann noch die Fotos erg\u00e4nzen, ganz nach dem Motto: Alles zu seiner Zeit!<\/p>\n<p><em><\/em>Vom 21. Mai bis zum 25. Mai war dann das Zwischenseminar in St. Petersburg und Umgebung. Auch hier wurden wir mit Sonne verw\u00f6hnt, sodass wir schon nach zwei Tagen in einem sehr sch\u00f6nen Seminarhaus in Strelna, einem Vorort St. Petersburgs, gebr\u00e4unt in die Stadt zur\u00fcckkehrten. Nachdem am Mittwoch der Besuch in Peterhof den Auftakt gemacht hatte, waren die &#8222;Stadttage&#8220; dann mehr kulturell gepr\u00e4gt: Stadtf\u00fchrung und Erkundung auf eigene Faust, Ballettbesuch&#8230; Nat\u00fcrlich w\u00e4re ich auch gerne und sofort in andere St\u00e4dte gereist, doch die Rolle als &#8222;Gastgeberin&#8220; war auch eine angenehme&#8230;<\/p>\n<p>&#8230;die ich dann noch ein bisschen zur Perfektion getrieben habe: Zwei N\u00e4chte lang haben meine baltischen Nachbarinnen <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/pylauri\/2012\/05\/31\/peterhof-und-petersburg\/\" target=\"_blank\">Laura <\/a>und Sabrina aus Riga bzw. Vilnius bei mir geschlafen. Gemeinsam mit den &#8222;Belarussinnen&#8220; Annemarie und Michaela haben wir drei weitere sch\u00f6ne, urlaubige Tage erlebt: Gemeinsames Kochen, Br\u00fccken bei Nacht anschauen, gef\u00e4hrliche Kircht\u00fcrme besteigen, picknicken, spazieren&#8230;<\/p>\n<p>Am Mittwochabend (30. Mai) haben wir uns dann wieder auf den Weg gemacht: Die Vier jeweils &#8222;nach Hause&#8220; und ich zum Sprachkurs. Nach der nunmehr f\u00fcnften Unterrichtseinheit merke ich besonders beim Verstehen deutliche Fortschritte. Waren die S\u00e4tze vorher eher Melodien ohne Punkt und Komma, erkenne ich jetzt nach und nach grammatikalische Strukturen und kann so manchmal den Charakter einen Satzes erfassen, auch wenn mir zum Verst\u00e4ndnis noch fast alle W\u00f6rter fehlen. Dass sprachliche Fortschritte auch so ihren Haken habe k\u00f6nnen, habe ich gestern erlebt: Meinen kleinen, bescheidenen Einkauf konnte ich nur mit 500 Rubeln bezahlen, was die Kassiererin ge\u00e4rgert hat oder ihr besonders M\u00fche bereitet hat. Das hat sie mit einem langen Wortschwall zum Ausdruck gebracht, den ich nicht verstanden habe &#8211; worum es aber ging, war eindeutig. Die wiederholt gestellt Frage konnte ich nur mit <em>\u042f \u043d\u0435 \u043f\u043e\u043d\u0438\u043c\u0430\u044e \u043f\u043e \u0440\u0443\u0441\u0441\u043a\u0438\u0438 <\/em>(ja ne panimaju pa russki=Ich verstehe kein Russisch) beantworten, was sie auch gleich zum Verstummen brachte. Als sie mir dann das Wechselgeld gab und mit einem 100-Rubel-Schein wedelte, erinnerte ich mich an das soeben Gelernte: <em>\u0423 \u043c\u0435\u043d\u044f \u043d\u0435 \u0435\u0441\u0442 \u0441\u0442\u043e \u0440\u0443\u0431\u043b\u0435\u0439 <\/em>(u menja ne jest sto rubljei=Ich habe nicht 100 Rubel). H\u00e4tte ich das mal nicht gesagt: Die Frau hielt meine erste Russische Aussage f\u00fcr v\u00f6llige Quatsch und mich f\u00fcr (etwas) dumm. Nach mir hat sie die Kasse geschlossen&#8230;<\/p>\n<p>Das Gute am vermehrten verstehen habe ich dann heute (31. Mai) erlebt. Gegen 21:00 Uhr klopfte meine Vermieterin an der T\u00fcr und sagte, Andrej (der neue Mieter eines Raumes, der w\u00e4hrend der &#8222;Datscha-Zeit&#8220; vermietet ist) wolle mir etwas erz\u00e4hlen. Da seine Frau, die auch anderswo wohnt, noch arbeiten musste und sein Geburtstag war, wollte er wenigstens ein wenig Konversation betreiben (und seine Neugier stillen). So haben wir ein dreisprachiges Gespr\u00e4ch gef\u00fchrt, in dessen Verlauf ich nicht mehr wusste, ob Englisch oder Russisch sprechen. Andrej war in den Neunziger Jahren f\u00fcr 2 Jahre in Deutschland in Eberswalde und besonders begeistert, dass ich wei\u00df, wo dieser Ort liegt.\u00a0 Er mag Deutschland sehr, hat aber teilweise seltsame Ansichten und ist w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs permanent von einem zum anderen Thema gesprungen. Der Transfer vom deutschen Schulsystem zum Satz &#8222;Gott sieht alles.&#8220; war f\u00fcr mich nur schwer nachvollziehbar, sodass ich Marina nach der \u00dcbersetzung fragen musste, obgleich ich diese Aussage verstanden hatte. Die Unterhaltung war wirklich interessant und auch sehr unterhaltsam.<\/p>\n<p>Nun sammle ich die Scherben meines Projektes auf und versuche, alles zum Besten zu kehren. Bis Freitag n\u00e4chster Woche findet in der Schule noch der &#8222;Sommerkurs&#8220; statt, in dem die Sch\u00fclerInnen der 10. Klasse f\u00fcr die DSD2-Pr\u00fcfungen \u00fcben und lernen. In dieser Zeit bin ich also noch offiziell besch\u00e4ftigt, auch wenn ich im Moment nur gro\u00dfe Kopieraktionen und eine Inventur der Lehrmittel mache. Was danach besch\u00e4ftigungsm\u00e4\u00dfig kommt, ist noch unklar, aber ich wei\u00df, wen ich am 17. Juni in die Arme schlie\u00dfen werde&#8230; Wie ich mich jetzt schon freue!<\/p>\n<p>Soweit diese kurze Statusmeldung. So schnell wie m\u00f6glich sollen hier am Wochenende Bilder und Texte folgen. Und viele pers\u00f6nliche Nachrichten werden auch auf den Weg geschickt werden &#8211; hoffentlich nicht nur virtuell&#8230;<\/p>\n<p>Nach knapp 100 Tagen in St. Petersburg r\u00fcckt das Ende zwar schon sp\u00fcrbar n\u00e4her, trotzdem kommt jetzt mit den freien Tagen, den Wei\u00dfen N\u00e4chten und der warmen Sonne eine Zeit, auf die ich mich sehr freue und Hannover und das Nachbereitungsseminar (und alles weitere sowieso) sind noch ganz fern. Aus dieser Ferne versende ich hier nun viele Gr\u00fc\u00dfe an alle Welt\/alle LeserInnen\/alle Freiwilligen und alle, die ich sonst noch meine&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin nicht verstummt, nicht abgereist und auch nicht krank! Warum ich aber trotzdem seit Wochen nichts mehr geschrieben habe, sei hiermit kurz erl\u00e4utert: Vom 11. Mai bis zum 18. Mai hatte ich hohen Besuch aus Hannover. 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