{"id":347,"date":"2012-04-05T22:53:46","date_gmt":"2012-04-05T18:53:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannavj\/?p=347"},"modified":"2012-04-08T16:47:53","modified_gmt":"2012-04-08T12:47:53","slug":"die-4-woche-schnelldurchgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannavj\/2012\/04\/05\/die-4-woche-schnelldurchgang\/","title":{"rendered":"Die 4. Woche &#8211; Schnelldurchgang"},"content":{"rendered":"<p><em>Da die vierte Woche schon l\u00e4nger her ist und nicht von riesigen Events gepr\u00e4gt war, verzichte ich darauf, von jedem Tag einzeln zu berichten.<\/em><\/p>\n<p>Das Wetter ist abwechselnd sonnig und tr\u00fcbe, abends klart es meist auf. Manchmal taut es, dann schneit es wieder &#8211; der Fr\u00fchling kommt n\u00e4her.<\/p>\n<p>In der Schule lieh ich mir f\u00fcr die Freistunden weitere B\u00fccher aus und \u00fcbernahm im Unterrichtsgeschehen mehr Aufgaben.<\/p>\n<p>Am Dienstag beaufsichtigte ich voll autorit\u00e4rer Strenge die Probeklausur der Neuntkl\u00e4ssler f\u00fcr das DSD1, am Donnerstag wollte ich f\u00fcr einen gelungenen Projektstart in der 10. Klasse das \u201ekorrekte Briefe schreiben\u201c wiederholen. Die meisten Sch\u00fclerInnen bearbeiten hierzu das Thema \u201eDeutsche in St. Petersburg heute\u201c und besuchen verschiedene Institutionen, in denen Deutsch die Umgangssprache ist. Zwar haben wir den Kontakt schon hergestellt, aber um verschiedene Aspekte auszuprobieren, sollten die Sch\u00fclerInnen <em>ihren<\/em> Institutionen eine kurze Mail schreiben.<\/p>\n<p>Aber was macht man, wenn von den anwesenden 4 (!!!) Sch\u00fclerInnen keine\/r dieses Thema bearbeitet, man aber 90 Minuten f\u00fcllen muss?<\/p>\n<p>Da greift der\/die allgemeine Freiwillige\/r tief in die Trickkiste (auch Erinnerung genannt) und f\u00f6rdert zutage: Die dialektische Er\u00f6rterung! Wenn man Themen wie \u201eDie binationale Ehe. Chance oder Konfliktpotential?\u201c diskutieren soll, ist das vielleicht gar nicht so verkehrt.<\/p>\n<p>Am Freitag unterrichteten die Elftkl\u00e4sslerInnen Deutsch in der Mittelstufe, sodass ich unverhofft arbeitslos wurde und W\u00f6rterbuch spielen durfte.<\/p>\n<p>Zur gelungenen Er\u00f6ffnung der Ferien besuchten Stasija, Sascha und ich am Freitagabend ein \u201eSchlittschuhballett\u201c. Die tragisch kitschige Musik von Tschaikowskys \u201eSchwanensee\u201c wurde von Band eingespielt und besonders bei den Querfl\u00f6ten wurde die \u00dcbersteuerung h\u00f6rbar. Die Darbietung war mehr Eiskunstlauf in pseudohistorischen Kost\u00fcmen in Neonfarben als Ballett, aber auf jeden Fall ein Erlebnis. Das Akademische Theater selbst besticht durch eine merkw\u00fcrdige Kombination aus klassizistischen S\u00e4ulen und sozialistischen Bildern. W\u00e4hrend man im Treppenhaus Marmor und B\u00fcsten bedeutender Pers\u00f6nlichkeiten findet, ziert die Wand im Auff\u00fchrungssaal ein sozialistisches Relief.<\/p>\n<p>Ein paar interessante Augenblicke im Theater: Manche Menschen wechseln w\u00e4hrend der Auff\u00fchrung ihren Platz, weil ihnen die Sicht nicht gef\u00e4llt. Leider sind die Sitzreihen aber noch enger als in Deutschland. Besonders am\u00fcsant wird es, wenn dieselben Personen nach 10 Minuten zur\u00fcckkommen&#8230;.<\/p>\n<p>Obwohl das Filmen und Fotografieren nicht erlaubt ist, werden die Digitalkameras stark beansprucht. Das entschiedene Hinweisen der Saaldamen hilft nicht, denn die Kamera wird (angeblich) als Fernrohrersatz verwendet (allerdings ist der Saal nicht besonders gro\u00df und Operngl\u00e4ser konnte man am Eingang ausleihen).<\/p>\n<p>Um das B\u00fchnenbild zu wechseln, kann man die Zuschauer auch 5 Minuten im Stockdunklen sitzen lassen, einen Gro\u00dfteil davon auch ohne Musik. W\u00e4re das in Deutschland denkbar?<\/p>\n<p>Es gibt f\u00fcr Sch\u00fclerInnen und StudentInnen ein Freikartenkontingent. Dieses nette Angebot gilt allerdings nur bei schlecht verkauften Auff\u00fchrungen, man muss aber keinerlei Erm\u00e4\u00dfigungsnachweis vorlegen.<\/p>\n<p>Am Samstag war schon der erste Ferientag, sodass wir beinahe bis 12 Uhr schliefen.<\/p>\n<p>Der sonnige Sonntag sollte uns eigentlich in die eremitag f\u00fchren, da die Schlange vor dem Eingang uns aber zu lang war &#8211; denn der Wind war unangenehm kalt &#8211; spazierten wir durch die Innenstadt (und froren also trotzdem). So kamen wir in die Kasansky-Kathedrale, die Hauptkirche St. Petersburgs. W\u00e4hrend die M\u00e4nner ihre Kopfbedeckung abnahmen, zogen die Frauen die Kapuze oder ein Schaltuch \u00fcber. Die Luft im Innenraum war so weihrauchgeschw\u00e4ngert, dass die Sonnenstrahlen im Dunst sichtbar wurden. Au\u00dferdem war es warm, brannten duch unz\u00e4hlige Kerzen vor diversen Ikonen. Auch ich bekam eine Kerze in die Hand gedr\u00fcckt. Die Atmosph\u00e4re war sehr ruhig und meditativ, obwohl reges Kommen und Gehen herrschte. Nach dem Verlassen der Kathedrale wirkte die Sonne fast schin zu grell und der Stra\u00dfenl\u00e4rm zu laut. Ein Ort der Ruhe mitten in der Stadt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da die vierte Woche schon l\u00e4nger her ist und nicht von riesigen Events gepr\u00e4gt war, verzichte ich darauf, von jedem Tag einzeln zu berichten. Das Wetter ist abwechselnd sonnig und tr\u00fcbe, abends klart es meist auf. 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