{"id":342,"date":"2019-02-17T15:07:40","date_gmt":"2019-02-17T14:07:40","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/?p=342"},"modified":"2019-02-17T15:10:42","modified_gmt":"2019-02-17T14:10:42","slug":"south-africa-wamkelikile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/2019\/02\/17\/south-africa-wamkelikile\/","title":{"rendered":"South Africa: Wamkelikile"},"content":{"rendered":"<p>(isiXhosa f\u00fcr Willkommen)<\/p>\n<p>Heute ist Tag 13 in S\u00fcdafrika und da 13 meine Lieblingszahl ist, nutze ich diesen Zufall als schwungvolle Einleitung, um der Frage \u201eWie ist S\u00fcdafrika?\u201c gerecht zu werden und ein paar Anekdoten aus meinem bisherigen Alltag zu erz\u00e4hlen. Achtung: Der folgende Text will vor Allem bewegen und erfreuen (movere et delectare) und soll keine Stereotype bef\u00f6rdern, auch ist Sprache ein subjektives Konstrukt und ich bitte darum, insbesondere, wenn es um Sprache \u00fcber sensible Themen wie Rassismus und Geschlechter*rollen geht, zu bedenken, dass es kein Non-Plus-Ultra gibt und eben da Rassismus leider in unser aller K\u00f6pfen noch existiert, auch meine Wortwahl kritisch zu hinterfragen und sich einfach pers\u00f6nlich damit auseinanderzusetzen J Denn wer bin ich, als wei\u00dfe privilegierte Mitteleurop\u00e4erin, um zu sagen, was die Norm sein sollte?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Aller Anfang ist schwer<\/h2>\n<p>Insbesondere, wenn man die T\u00fcr zu seinem neuen Zimmer \u00f6ffnet und entgegen der eigenen Erwartungen feststellt, dass es unm\u00f6bliert ist. Positiv formuliert hei\u00dft das aber auch, dass ich noch nie so ein aufger\u00e4umtes Zimmer hatte, wie in diesem Moment. Abhilfe schaffen konnte \u201cMULLER\u2019S FURNITURE\u201c &#8211; ein Erbe der Kolonialgeschichte oder nur ein weiteres Beispiel f\u00fcr den Kulturmix in S\u00fcdafrika? \u2013 denn der kleine Rummelladen mit dem deutschen Namen ohne Umlaut liegt in dem Teil der Stadt, in den sich die meisten Studierenden, die durch wei\u00dfe privilegierte Eltern sozialisiert wurden, nicht bewegen, wenn sie nicht m\u00fcssen \u2013 und wenn doch nur mit Auto. Es handelt sich bei einem Gro\u00dfteil der Gesellschaft am Westkap um eine so genannte \u201eAutofahrgesellschaft\u201c (Zitat Sarah). Das beste an diesem Teil der Stadt ist im Gegensatz zu dem Teil mit der gro\u00dfen <em>Mall<\/em> und ihren internationalen Gesch\u00e4ften (z.B. H&amp;M, Game und Body Shop) ist, dass der Preis als Verhandlungsbasis angesetzt ist und ich liebe es zu verhandeln. Auf diese Weise habe ich nun ein neues Doppelbett, einen gro\u00dfen Schreibtisch, eine wundersch\u00f6ne Lampe, die man in Europa mit \u201eStehlampe Afrika Design\u201c betiteln w\u00fcrde und einen Stuhl f\u00fcr rund 250\u20ac ergattert. Die Jungs von Muller haben das ganze auch direkt zu mir nach Hause gebracht und um Gegenzug f\u00fcr die herzhafte Quichevariation, die ich gerade aus dem Ofen geholt hatte, noch eine Gl\u00fchbirne drauf gelegt. Als bestes Schn\u00e4ppchen erwies sich jedoch ein etwa 1.50 x 0.90 cm gro\u00dfes Bild, das ich auf der Stra\u00dfe gefunden habe. Nachdem ich mich kurz suchend nach der Besitzerin umsah, versicherte mir Mr.Muller, dass ich das Bild mitnehmen k\u00f6nne. Und das geschah dann auch auf eine unvergessliche Weise an dem windigsten Tag am generell sehr windigen Westkap. Zur Belustigung aller Passanten wurde ich danke des gro\u00dffl\u00e4chigen Bildes mit jeder Windb\u00f6e umhergewirbelt und musste nicht nur versuchen halbwegs gerade zu laufen, um nicht \u00fcberfahren zu werden (der Linksverkehr ist schon so eine Herausforderung), sondern auch das Bild unter meinen Arm quetschen, damit es nicht davon fliegt. Anstatt mich \u00fcber meine verzweifelte Reaktion zu \u00e4rgern, musste ich irgendwann selbst so anfangen zu lachen, dass ich ins Gespr\u00e4ch mit vielen Leuten aller sozialen Schichten und Hautfarben kam, auf meinem Weg durch diese sehr gentrifizierte Stadt&#8230; Hilfe wurde mir jedenfalls \u00fcberall angeboten \ud83d\ude42<\/p>\n<div id=\"attachment_352\" style=\"width: 653px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/carryon.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-352\" class=\" wp-image-352\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/carryon.jpeg\" alt=\"\" width=\"643\" height=\"857\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/carryon.jpeg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/carryon-300x400.jpeg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/carryon-255x340.jpeg 255w, https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/carryon-450x600.jpeg 450w\" sizes=\"(max-width: 643px) 100vw, 643px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-352\" class=\"wp-caption-text\">me carrying a painting that I found in the street on the most windy day so far. Struggling with the wind and having fun.<\/p><\/div>\n<h2>Der Reiz des Neuen<\/h2>\n<div id=\"attachment_349\" style=\"width: 723px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/Stellenbosch_impressions.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-349\" class=\" wp-image-349\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/Stellenbosch_impressions.jpeg\" alt=\"\" width=\"713\" height=\"535\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/Stellenbosch_impressions.jpeg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/Stellenbosch_impressions-300x225.jpeg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/Stellenbosch_impressions-768x576.jpeg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/Stellenbosch_impressions-400x300.jpeg 400w, https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/files\/2019\/02\/Stellenbosch_impressions-800x600.jpeg 800w\" sizes=\"(max-width: 713px) 100vw, 713px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-349\" class=\"wp-caption-text\">Stellenbosch Flair bei Nacht. In der Weinmetropole gibt es \u00fcbrigens auch eine Wein Society und jeden Tag Wine Tastings f\u00fcr lau.<\/p><\/div>\n<p>Diese Erfahrung, vom Wind getrieben zu werden, hat mich jedenfalls auf die Idee gebracht, Segeln zu lernen. Wie der Zufall will, gibt es an der Stellenbosch University nicht nur einen Schach, Tauch- und Latin Dance Club, sondern auch eine Sailing Society, f\u00fcr die ich mich heute offiziell angemeldet habe. F\u00fcr einen Jahresbeitrag von rund 55 Euro kann ich ungef\u00e4hr 2mal im Monat auf Wochenendausfl\u00fcgen Segeln lernen und dann (hoffentlich) am Strand zelten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcberhinaus werde ich aktives Mitglied des Kunstvereins Stellenbosch und hoffentlich bald meine eigenen Vasen t\u00f6pfern, die dringend notwendig sind, weil es direkt vor meiner Haust\u00fcr jeden Tag frische Blumenstr\u00e4u\u00dfe zu kaufen gibt. Kunst ist ein wichtiger Teil in meinem Alltag bisher und ein Werkzeug, das ich zum Empowerment nutzen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>\u00dcber NGOs in Stellenbosch kann man sich f\u00fcr soziale Projekt in umliegenden Townships engagieren. Gerne w\u00fcrde ich wieder p\u00e4dagogisch arbeiten und unterrichten oder eben Methoden aus der Kunstp\u00e4dagogik nutzen. Ich k\u00f6nnte auch mein Talent f\u00fcr Henna-Tattoos nutzen&#8230; Jedenfalls spricht man in den Townships um Stellenbosch isiXhosa, eine Sprache die Klicklaute in den Sprachfluss einbaut. (Hier eine wunderbare Songempfehlung von der \u201eMama Africa\u201c Miriam Makeba <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vhgb60Qsjrs\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vhgb60Qsjrs<\/a> ).<\/p>\n<p>Und damit nicht nur ich etwas vermittle, sondern im Gegenzug mindestens genauso viel lerne, belege ich einen zus\u00e4tzlichen isiXhosa Sprachkurs bei Mr.Pumlani. Pumlani, so viel habe ich schon gelernt, hei\u00dft \u201eEnspannt euch\u201c auch isiXhosa. In diesem Sinne Pumlani, Leute, der n\u00e4chste Artikel kommt bald, denn die aufregenden Geschichten h\u00e4ufen sich.<\/p>\n<p>In diesem Moment, Tag 26 noch brandaktuell: Ich sitze gerade am Flughafen von Johannesburg und bin kurz davor meine erste Propeller-Maschine zu besteigen, die mich in die N\u00e4he des Kr\u00fcger Nationalparks und die Grenze von Simbabwe bringt: Nach Polokwane, Limpopo! Dort arbeite ich die n\u00e4chste Woche in einem Forschungsprojekt verschiedener deutscher und s\u00fcdafrikanischer Universit\u00e4ten im Bereich Risikoverhalten in der Landwirtschaft \ud83d\ude42<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(isiXhosa f\u00fcr Willkommen) Heute ist Tag 13 in S\u00fcdafrika und da 13 meine Lieblingszahl ist,&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1220,"featured_media":352,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21],"tags":[],"class_list":["post-342","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/342"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1220"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=342"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/342\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":353,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/342\/revisions\/353"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/wp-json\/wp\/v2\/media\/352"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturweit.blog\/hannahmexicana\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}