{"id":442,"date":"2024-11-27T15:43:13","date_gmt":"2024-11-27T14:43:13","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/?p=442"},"modified":"2024-11-27T16:31:46","modified_gmt":"2024-11-27T15:31:46","slug":"alltagsmomente-von-l-wie-last-christmas-bis-s-wie-shuttlefahrten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/2024\/11\/27\/alltagsmomente-von-l-wie-last-christmas-bis-s-wie-shuttlefahrten\/","title":{"rendered":"Alltagsmomente \u2013 Von \u201eL\u201c wie \u201eLast Christmas\u201c bis \u201eS\u201c wie \u201eShuttlefahrten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Hallo zusammen! \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Es gibt mal wieder eine Runde Alltagsmomente. Ich sammle immer flei\u00dfig und wenn es dann genug sind, fasse ich sie hier f\u00fcr euch zusammen. Urspr\u00fcnglich hatte ich hier auch die Erlebnisse vom Volkstrauertag integriert, aber dann w\u00e4re dieser Beitrag viel zu lang geworden. Also sind es zwei Beitr\u00e4ge geworden und in diesem gibt es einige Momente aus der Schule. In diesem Sinne: Viel Spa\u00df!<\/p>\n<p>\u201eL\u201c wie \u201eLast Christmas\u201c<\/p>\n<p>W\u00fcrde ich euch raten lassen, wann und unter welchen Umst\u00e4nden ich das Lied dieses Jahr das erste Mal geh\u00f6rt habe, w\u00fcrdet ihr niemals darauf kommen. Es war n\u00e4mlich im Unterricht. Genauer gesagt, w\u00e4hrend eines Tests. \ud83d\ude02 Ich habe ja schon mal erz\u00e4hlt, dass hier nach jeder Lektion, sogenannte \u201ethematische Arbeiten\u201c geschrieben werden und letztens stand in einer sechsten Klasse mal wieder eine an. Mit Tests in Deutschland ist das allerdings nicht zu vergleichen, da viel geschummelt und zusammengearbeitet wird. Die Lautst\u00e4rke ist nur um Weniges leiser als im normalen Unterricht und auch bei der Benotung werden gerne mal beide Augen zugedr\u00fcckt. Trotz teils schlechter Leistungen steht nie etwas Schlechteres als eine 6 oder 7 von 10 da, was bei uns einer 3 entspr\u00e4che. Das liegt daran, dass die Lehrkr\u00e4fte sonst mit den Eltern und dann auch der Schulleitung Probleme bekommen w\u00fcrden. Aber naja, das ist ein anderes Thema. Also zur\u00fcck zu \u201eLast Christmas\u201c: Ich war gerade dabei, die Tests einer anderen Klasse zu korrigieren, als der Sch\u00fcler direkt vor mir pl\u00f6tzlich anfing, \u201eLast Christmas\u201c zu singen. Das kam so aus dem Nichts, dass ich loslachen musste. Es war das erste Mal, dass ich den Weihnachtsklassiker dieses Jahr geh\u00f6rt habe, und es war besonders in einer solchen Situation so unerwartet, dass mir das auf jeden Fall noch lange im Ged\u00e4chtnis bleiben wird,<\/p>\n<p>\u201eL\u201c wie \u201eLeibes\u00fcbungen\u201c<\/p>\n<p>Das war mal wieder einer von diesen Momenten im Unterricht, in denen ich \u00fcberfragt war. Als es um die Stadt Bochum ging, wollte einer meiner Oberstufensch\u00fcler wissen, wof\u00fcr die Abk\u00fcrzung \u201eVfL\u201c des VfL Bochums st\u00fcnde. Ich bin bis \u201eVerein f\u00fcr\u201c gekommen, doch das \u201eL\u201c habe ich nicht gewusst. Also wurde kurzerhand gegoogelt: Das \u201eL\u201c steht f\u00fcr \u201eLeibes\u00fcbungen\u201c. Das war definitiv nicht die erwartete Antwort und hat f\u00fcr einen Lacher gesorgt. Anschlie\u00dfend musste ich erkl\u00e4ren, warum man nicht einfach \u201eSport\u201c sagt. Meine Sch\u00fcler waren mit dem Wort insgesamt eher unzufrieden und das kann ich tats\u00e4chlich nachvollziehen. Ich konnte sie allerdings damit beruhigen, dass sie es sich nicht merken m\u00fcssten, da es im allgemeinen Sprachgebrauch nicht vork\u00e4me. Oder wann habt ihr das letzte Mal davon erz\u00e4hlt, wie ihr Leibes\u00fcbungen gemacht habt?<\/p>\n<p>\u201eV\u201c wie \u201eVornamen\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">In einer meiner f\u00fcnften Klassen stand der Abschlusstest f\u00fcr die Lektion an (das ist nicht die thematische Arbeit, sondern nur eine Art Lektionsabschluss im Buch), den wir aber gemeinsam im Unterricht gemacht haben. Gleich die erste Aufgabe war hierbei, f\u00fcnf deutsche Vornamen aufzuschreiben. Da ich am Anfang vers\u00e4umt hatte, mich vern\u00fcnftig vorzustellen, dachte ich, dass das eine gute Gelegenheit sei, zumindest meinen Namen nachzuholen. Also schrieb ich ihn an die Tafel und erkl\u00e4rte mit meinen neu erworbenen Armenischkenntnissen, dass ich so hei\u00dfe. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, aber beim Vergleichen der Antworten, nannten fast alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler neben den Namen aus der Lektion stolz meinen Namen. Und wenn einer ihn nicht nannte, f\u00fcgten die anderen gleich ein energisches \u201eUnd Ilka!\u201c hinzu. Ich habe mich wirklich \u00fcber ihre Begeisterung gefreut und bin gespannt, ob sie sich meinen Namen merken k\u00f6nnen. In einer anderen f\u00fcnften Klasse hatte ich mich schon bei fr\u00fcherer Gelegenheit vorgestellt und ein Sch\u00fcler aus dieser Klasse gr\u00fc\u00dft mich nun immer mit meinem Namen. Es ist wirklich sch\u00f6n, mit welcher Freude mich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler hier immer noch empfangen. Laut den beiden Deutschlehrerinnen bin ich w\u00e4hrend meiner Woche in Tbilissi schmerzlich vermisst worden. Und das nicht nur von den Kindern und Jugendlichen: Auch einige Lehrkr\u00e4fte und Mitarbeitende haben wohl nach mir gefragt. Darunter auch der Milit\u00e4rlehrer, der mich jeden Morgen auf Deutsch begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>\u201eS\u201c wie \u201eSchachspieler\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Schachspieler kommen!\u201c z\u00e4hlt wohl zu den seltsamsten Erkl\u00e4rungen, die ich jemals bekommen habe. Es war die f\u00fcnfte Schulstunde und pl\u00f6tzlich war auf dem Flur jede Menge L\u00e4rm zu h\u00f6ren. Dann ging die T\u00fcr auf, eine Lehrerin streckte ihren Kopf in den Klassenraum und sagte etwas auf Armenisch. Daraufhin brach Jubel aus und die Kinder sprangen von ihren Pl\u00e4tzen auf. Ich sah meine Ansprechpartnerin fragend an und sie sagte nur mit einem Schulterzucken: \u201eDie Schachspieler kommen.\u201c Als w\u00fcrde das alles erkl\u00e4ren. Tat es nicht. Ich war immer noch genauso verwirrt wie vorher und ging einfach mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit. Auf dem Weg wohin auch immer \u00fcberlegte ich mir, dass vielleicht irgendein bekannter Schachspieler zu Besuch sei und die Kinder ihm Fragen stellen d\u00fcrften. Da Schach hier eine Art Nationalsport ist, habe ich es nicht weiter hinterfragt. Das \u201ewo auch immer\u201c stellte sich als Eingangshalle heraus, wo schon diverse andere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus allen Jahrg\u00e4ngen sowie Lehrkr\u00e4fte standen. Sie standen Spalier, sodass sich ein Gang bildete. Und dann kamen sie: Die Schachspieler. Entgegen meiner Vermutung waren es aber keine \u201eProfis\u201c, sondern Sch\u00fcler unserer Schule, die an einem Wettkampf teilgenommen hatten und nun siegreich zur\u00fcckkehrten. Also eher die &#8222;Profis der Zukunft&#8220;. Alle klatschten und jubelten, als sie die Schule betraten, und ich fand das einen wirklich sch\u00f6nen Moment. Es zeigt eindr\u00fccklich das Gemeinschaftsgef\u00fchl an dieser Schule und sch\u00e4tzt die tolle Leistung der Schachspieler wert.<\/p>\n<p>\u201eS\u201c wie \u201eShuttlefahrten\u201c<\/p>\n<p>Eigentlich h\u00e4tten Shuttlefahrten an sich hier keinen eigenen Moment verdient, weil sie f\u00fcr mich schon zum unspektakul\u00e4ren Alltag geh\u00f6ren, aber mittlerweile zeichnet sich ein Muster ab: Jedes Mal, wenn ich die letzten Male mit dem Shuttle von Gyumri nach Yerewan oder umgekehrt gefahren bin, habe ich danach einen neuen Kontakt in meinem Handy gehabt. Es ist wirklich verr\u00fcckt, aber jedes Mal lerne ich jemanden Neues kennen. Auf meiner letztes Hinfahrt nach Yerewan war es ein armenischer Student, der in Gyumri aufgewachsen ist, aber jetzt in der Hauptstadt studiert. Er hatte mich angesprochen, weil er sich gefragt hat, was jemand wie ich in Armenien macht, zumal ich nicht wie eine Touristin ausgesehen h\u00e4tte. Ich frage mich bis heute, wieso nicht, da ich mit meinem f\u00fcr Georgien gepackten und aus allen N\u00e4hten platzenden Rucksack unterwegs war. Aber das Gespr\u00e4ch, was sich daraus ergab, war f\u00fcr mich besonders im Hinblick auf das Leben der jungen armenischen M\u00e4nner sehr bereichernd. Er war wirklich nett und hat mich prompt eingeladen, mit ihm bei meinem n\u00e4chsten Besuch in Yerewan richtig Armenisch essen zu gehen. Die n\u00e4chste Gelegenheit zum \u201eKontaktekn\u00fcpfen\u201c war dann auch wieder die R\u00fcckfahrt, von der ich im vorherigen Beitrag ja schon erz\u00e4hlt habe. F\u00fcr mich ist es ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl, hier nicht ganz allein zu sein und ich bin sehr gespannt, wen ich hier noch so kennenlerne und wie viele meiner Bekanntschaften am Ende auf Shuttlefahrten entstanden sind. \ud83d\ude02<\/p>\n<p>Damit soll es das f\u00fcr heute auch wieder gewesen sein.<\/p>\n<p>Bis bald! \ud83d\ude0a<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo zusammen! \ud83d\ude42 Es gibt mal wieder eine Runde Alltagsmomente. Ich sammle immer flei\u00dfig und wenn es dann genug sind, fasse ich sie hier f\u00fcr euch zusammen. Urspr\u00fcnglich hatte ich hier auch die Erlebnisse vom Volkstrauertag integriert, aber dann w\u00e4re dieser Beitrag viel zu lang geworden. 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