{"id":440,"date":"2024-11-25T19:04:21","date_gmt":"2024-11-25T18:04:21","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/?p=440"},"modified":"2024-11-25T22:01:17","modified_gmt":"2024-11-25T21:01:17","slug":"gedenken-und-brot-der-volkstrauertag-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/2024\/11\/25\/gedenken-und-brot-der-volkstrauertag-2024\/","title":{"rendered":"Gedenken und Brot &#8211; Der Volkstrauertag 2024"},"content":{"rendered":"<p>Hallo zusammen! \ud83d\ude0a<\/p>\n<p>Frisch aus Georgien zur\u00fcck reiche ich jetzt doch sp\u00e4ter als geplant, den Bericht vom Tag nach unserer R\u00fcckreise nach. Es stand irgendwie so viel an, dass ich leider erst jetzt dazu gekommen bin. Aber wie versprochen, soll\u00b4s jetzt um den 17.11.24 gehen:<\/p>\n<p>Das war der Sonntag und Volkstrauertag. Zu diesem Anlass hatte uns die deutsche Botschafterin Claudia Busch gefragt, ob wir eine Rede halten w\u00fcrden, um die Perspektive junger Menschen zu repr\u00e4sentieren. Es war das erste Mal, dass Freiwillige dabei waren, und es kam so gut an, dass die rum\u00e4nischen Botschaftskollegen \u00fcberlegen, es f\u00fcr ihren Trauertag genauso zu machen.<\/p>\n<p>Die Gedenkfeier fand auf einem kleinen, etwas abgelegenen Friedhof deutscher Kriegsgefangener in Armenien w\u00e4hrend des zweiten Weltkriegs statt. Wir trafen uns vor der deutschen Botschaft in Yerewan und im Auto des Honorarkonsuls Aleksan Ter-Minasyan, der extra aus Gyumri angereist war und so nett war, uns mitzunehmen, ging es dann zum Gedenkort. Es war schon ein seltsamer Anblick, wie die ganzen teuren Botschaftsautos \u00fcber den schmalen Feldweg holperten, aber wir kamen alle heile an. Als G\u00e4ste waren nicht nur Mitglieder der deutschen Botschaft, sondern auch der franz\u00f6sischen und rum\u00e4nischen Botschaft anwesend. Nach der Verlesung des Totengedenken waren wir auch schon mit unserer Rede dran: Diese ging f\u00fcnf Minuten und war damit der l\u00e4ngste Teil der Gedenkfeier. Uns war es besonders wichtig, auf unsere Verantwortung, nicht nur als Deutsche, sondern auch als junge Generation hinzuweisen. Die ausf\u00fchrliche Version unsere Rede k\u00f6nnt ihr hier nachlesen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214422.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-456 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214422-e1732557777203-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214422-e1732557777203-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214422-e1732557777203-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214422-e1732557777203.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214431-e1732557789123.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-455\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214431-e1732557789123-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214431-e1732557789123-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214431-e1732557789123-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214431-e1732557789123.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214503.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-454 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214503-e1732557815214-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214503-e1732557815214-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214503-e1732557815214-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241125_214503-e1732557815214.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/IMG-20241118-WA0000.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-445\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/IMG-20241118-WA0000-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/IMG-20241118-WA0000-300x300.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/IMG-20241118-WA0000-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/IMG-20241118-WA0000-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/IMG-20241118-WA0000-768x769.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/IMG-20241118-WA0000-624x624.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/IMG-20241118-WA0000.jpg 1259w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend sprach der Honorarkonsul ein Gebet auf Altarmenisch und die Kr\u00e4nze wurden niedergelegt (siehe Anfangsbild). Nachdem das offizielle Programm vorbei war, gingen wir noch kurz zum rum\u00e4nischen Gedenkort hin\u00fcber und auch dort wurden Kr\u00e4nze niedergelegt.<\/p>\n<p>Es war das erste Mal, dass ich an einer Gedenkfeier zum Volkstrauertag teilgenommen habe. Vorher ist mir der Feiertag, ehrlich gesagt, gar nicht pr\u00e4sent gewesen. Doch ich muss sagen, dass es f\u00fcr mich eine \u00e4u\u00dferst wertvolle Erfahrung war. Das Gedenken gilt l\u00e4ngst nicht mehr (nur) den verstorbenen deutschen Soldaten, sondern <strong>allen<\/strong> Opfern von Krieg, Gewalt und Verfolgung. Und das weltweit. In Zeiten wie diesen ist es umso wichtiger, uns nationen\u00fcbergreifend zusammenzuschlie\u00dfen und gemeinsam zu gedenken. Denn am Ende bringen Krieg und Gewalt immer nur eines: Leid. Unseren Appell f\u00fcr Frieden auf so einer Veranstaltung \u00e4u\u00dfern zu d\u00fcrfen, war einmalig und hat mir ins Bewusstsein gerufen, dass wir uns mehr f\u00fcreinander einsetzen m\u00fcssen, anstatt immer nur auf unsere Unterschiede zu beharren. Besonders im Hinblick auf die Situation in Armenien war es noch bedeutender, dieser Gedenkfeier beiwohnen zu d\u00fcrfen. Der Krieg ist hier pr\u00e4sent und der \u201eFrieden\u201c vermutlich nicht f\u00fcr immer. Ich habe schon mit einigen Menschen gesprochen und immer war der Tonus derselbe: Der Krieg hat uns ver\u00e4ndert. F\u00fcr mich, die ich privilegiert und in Frieden aufgewachsen bin, ist es eine neue Erfahrung, dem Krieg so \u201enah\u201c zu sein. Ich bin dankbar f\u00fcr die Offenheit der Menschen, denn nur sie hilft mir zu verstehen und zu lernen. Es ist bereichernd, eine neue Perspektive erfahren zu d\u00fcrfen, auch wenn sie eine so leiderfahrene ist. Denn die Augen vor dem zu verschlie\u00dfen, was in der Welt passiert ist und immer noch passiert, ist keine L\u00f6sung und sollte uns immer zum Aufschreien bewegen. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen &#8211; nicht die Geschichte und nicht die Menschen, die Unrecht und Leid erfahren haben.<\/p>\n<p>Damit soll es aber genug der ersten Worte gewesen sein. Es war mir ein Anliegen, die obigen Gedanken hier noch einmal loszuwerden, aber jetzt leite ich wenig elegant zu einem weniger ersten und weniger wichtigen Thema \u00fcber. Dem Thema \u201eK\u00f6rnerbrot in Armenien\u201c:<\/p>\n<p>Nach der Gedenkfeier hatte die deutsche Botschafterin uns Freiwillige n\u00e4mlich zum Essen in ihre Residenz eingeladen. Im Auto des Honorarkonsuls ging es also weiter durch Yerewan vorbei am Wachtposten der Gated Community zur Residenz. Dort gab es dann super leckere K\u00fcrbissuppe und eine Eintopf sowie diverse Beilagen. S\u00fc\u00dfes armenisches Geb\u00e4ck durfte als Nachtisch nat\u00fcrlich auch nicht fehlen. W\u00e4hrenddessen unterhielten wir uns gut mit den anderen G\u00e4sten, zu denen neben dem Honorarkonsul auch noch einige weitere Botschaftsangeh\u00f6rige geh\u00f6rten. Wir waren eine kleine, aber sehr nette Runde und haben viel \u00fcber die Arbeit als Diplomatin oder Diplomat erfahren. Auch unsere Fragen zur anstehenden Neuwahl konnten gekl\u00e4rt werden, da wir durch die neusten Entwicklungen in der deutschen Politik Briefwahl beantragen und dann in der deutschen Botschaft in Yerewan w\u00e4hlen m\u00fcssen. Und nun zum K\u00f6rnerbrot: Wir haben uns beim Essen wohl etwas zu doll \u00fcber das Brot gefreut, was es zu der Suppe gab, denn als wir uns verabschieden wollten, hatte die Botschafterin eine \u00dcberraschung f\u00fcr uns: Sie gab uns alles an Brot mit, was noch \u00fcbrig geblieben war. Das war so viel, dass f\u00fcr die Yerewan-M\u00e4dels noch genug da war, Samuel etwas mit nach Sardarapat nehmen konnte und auch mein Abendessen gesichert war. Wir haben uns wirklich sehr dar\u00fcber gefreut, da es eine echte Herausforderung ist, hier in Armenien etwas Anderes als Wei\u00dfbrot zu finden. Umso mehr haben wir das frische K\u00f6rnerbrot genossen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241117_175300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-446\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241117_175300-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241117_175300-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241117_175300-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241117_175300-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/11\/20241117_175300.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit dem Brot in der Tasche ging die Reise dann f\u00fcr mich auch schon weiter nach Gyumri. Ich hatte mir ein Shuttle gebucht und dort habe ich mal wieder nette Leute kennengelernt (N\u00e4heres zu dem &#8222;mal wieder&#8220; gibt\u00b4s im n\u00e4chsten Beitrag Zwinker-Smiley): Zwei Freiwillige, die derzeit auch in Gyumri leben. Sie kommt aus den USA und er aus Deutschland. Er hatte mich wegen meiner Jack-Wolfskin-Regenjacke gleich als Deutsche erkannt. Die beiden sind mit einem Programm f\u00fcr Menschen mit armenischen Wurzeln hier und bei weitem nicht die einzigen. Bei ihrer Organisation w\u00fcrden insgesamt 20 Freiwillige arbeiten und ich habe versprochen, dort demn\u00e4chst mal vorbeizuschauen. Es ist witzig, wie ich am Anfang dachte, dass ich hier die einzige Freiwillige sei und jetzt durch Zufall immer mehr andere Freiwillige treffe.<\/p>\n<p>Ihr seht also, warum der 17.11.24 einen eigenen Beitrag verdient hatte. Und es ist doch auch mal sch\u00f6n, einen etwas k\u00fcrzeren Beitrag dabei zu haben. Der n\u00e4chste wird aber wieder so lang wie gewohnt und steht schon in den Startl\u00f6chern. Freut euch auf eine neue Runde \u201eAlltagsmomente\u201c!<\/p>\n<p>Bis bald \ud83d\ude0a<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo zusammen! \ud83d\ude0a Frisch aus Georgien zur\u00fcck reiche ich jetzt doch sp\u00e4ter als geplant, den Bericht vom Tag nach unserer R\u00fcckreise nach. Es stand irgendwie so viel an, dass ich leider erst jetzt dazu gekommen bin. Aber wie versprochen, soll\u00b4s jetzt um den 17.11.24 gehen: Das war der Sonntag und Volkstrauertag. 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