{"id":157,"date":"2024-10-01T15:09:22","date_gmt":"2024-10-01T13:09:22","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/?p=157"},"modified":"2024-10-01T16:37:32","modified_gmt":"2024-10-01T14:37:32","slug":"gyumri-eine-stadt-mit-zwei-gesichtern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/2024\/10\/01\/gyumri-eine-stadt-mit-zwei-gesichtern\/","title":{"rendered":"Gyumri &#8211; Eine Stadt mit zwei Gesichtern"},"content":{"rendered":"<p>Hallo zusammen!<\/p>\n<p>Eigentlich w\u00e4re ich dieses Wochenende mit den anderen Freiwilligen unterwegs gewesen, aber leider habe ich mir den Magen verstimmt und musst so schweren Herzens zu Hause bleiben. Aber so habe ich immerhin Zeit f\u00fcr diesen Blogeintrag. \ud83d\ude0a<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1703191.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-183\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1703191-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1703191-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1703191-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1703191.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich muss ehrlich sagen, dass mir dieser Eintrag bisher am schwersten f\u00e4llt. Das ist vermutlich auch der Grund, warum er erst jetzt und nicht schon viel fr\u00fcher kommt. Der Titel verr\u00e4t auch schon, warum ich nicht so richtig wei\u00df, wie ich beginnen soll. Aber vielleicht fange ich einfach bei meiner Ankunft hier und den ersten Gedanken zu Gyumri an:<\/p>\n<p>Es ist mittlerweile drei Wochen her, dass ich in dieser Stadt angekommen bin. An diesem Tag war ich derma\u00dfen \u00fcberm\u00fcdet, dass ich nur wenig von Gyumri gesehen habe. Nur eine Sache ist mir im Kopf h\u00e4ngen geblieben: Entlang der Bahnstrecke gab es viele zerst\u00f6rte oder zerfallende Geb\u00e4ude. Ich habe in einem vorherigen Eintrag schon das schwere Erdbeben von 1988 angesprochen und ich wusste auch vorher schon, dass die Stadt immer noch unter den Folgen leidet. Ich habe das Ausma\u00df allerdings vollkommen untersch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Umso schockierter war ich, als ich mich das erste Mal Richtung Innenstadt aufgemacht habe. Neben den sch\u00f6nsten Geb\u00e4uden stehen Ruinen. Das Stadtbild ist von Sch\u00f6nheit und Zerst\u00f6rung gepr\u00e4gt. Beides liegt so dicht nebeneinander, wie ich es noch nie erlebt habe und ist untrennbar miteinander verbunden. Der Kulturschock war f\u00fcr mich so massiv, dass ich nach einer halben Stunde in der Stadt starke Kopfschmerzen hatte und unter Tr\u00e4nen zur\u00fcck zur Wohnung bin.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1848021.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-165\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1848021-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1848021-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1848021-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1848021-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1848021.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte an dieser Stelle ganz ehrlich sein: Nach den ersten Tagen wollte ich nur noch zur\u00fcck nach Deutschland, weil ich mich hier so fremd gef\u00fchlt habe. Yerewan hat mich gerettet. Bei meinem Besuch dort habe ich gesehen und erlebt, dass sich Armenien heimisch anf\u00fchlen kann. Die Gr\u00fcnde habe ich im \u201eYerewan-Artikel\u201c ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt und hinzu kamen nat\u00fcrlich auch die anderen Armenien-Freiwilligen, die mich aufgefangen haben.<\/p>\n<p>Danach hatte ich die Kraft, Gyumri eine zweite Chance zu geben: Und wurde belohnt. Ich bin bei meinem zweiten Ausflug ins Zentrum andere Stra\u00dfen gegangen und habe die wirklich sch\u00f6ne Seite Gyumris gesehen:<\/p>\n<p>Ich rede hierbei von vielen, super liebevoll gestalteten L\u00e4den und Museen. Von Blumen und Architektur. Von armenischer Baukunst und armenischem Handwerk. Ich habe mich verliebt. Doch all das w\u00e4re ohne einen bestimmten Punkt nichts wert gewesen: Den Menschen. Egal, wohin ich ging, egal, wie wenig gemeinsame Sprache wir teilten, egal, wie es mir ging. Die Menschen waren immer herzlich zu mir. Ob auf dem Weg zur Schule, wo mich ein Taxifahrer ansprach und wir uns seitdem morgens immer zul\u00e4cheln, oder unterwegs in der Innenstadt: Nach kurzer Scheu \u00f6ffnen sich die Menschen und freuen sich dar\u00fcber, dass man sich f\u00fcr ihre Stadt und ihre Geschichten interessiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240918_1732441.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-160\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240918_1732441-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240918_1732441-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240918_1732441-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240918_1732441.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1754081.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-186\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1754081-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1754081-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1754081-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1754081.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1758231.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-188\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1758231-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1758231-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1758231-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1758231-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1758231.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1700531.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-181\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1700531-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1700531-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1700531-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1700531-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1700531.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Besonders hervorheben m\u00f6chte ich hierbei die Menschen rund um das Berlin ART Hotel. Es ist eigentlich ein \u201eHotel in einer Galerie\u201c, in der nur K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler aus Gyumri ausstellen. Urspr\u00fcnglich war es eine Tagesbettenklinik f\u00fcr die angrenzende Poliklinik, die nach dem Erdbeben vom Deutschen Roten Kreuz aufgebaut wurde. Da es wegen der Ansteckungsgefahr mit der Poliklinik eigentlich keine Tagesbetten geben durfte, entschied man sich, ein Hotel daraus zu machen, um die Geb\u00e4ude erhalten zu k\u00f6nnen. Im gleichen Geb\u00e4udekomplex gibt es eine deutsche B\u00fccherei mit einer gro\u00dfartigen Sammlung an \u201eDer kleine Prinz\u201c-B\u00fcchern in verschiedenen Sprachen und Dialekten. Bei meinem ersten Besuch dort wurde ich gleich von einer super netten Frau mit knapp 20 Lesezeichen versorgt und durfte mir ein Buch mitnehmen. Die gleich Frau arbeitet auch f\u00fcr ein dort ans\u00e4ssiges Reiseb\u00fcro, das Touren durch Armenien anbietet und auf das ich in Zukunft definitiv nochmal zur\u00fcckkommen werde.<\/p>\n<div id=\"attachment_179\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1603411.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-179\" class=\"wp-image-179 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1603411-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1603411-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1603411-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1603411-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1603411.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-179\" class=\"wp-caption-text\">Eingangsbereich: Links geht es zur Poliklinik und rechts befinden sich die Eing\u00e4nge des Honorarkonsulats und des Hotels.<\/p><\/div>\n<p>\u00dcbrigens war das immer noch nicht alles zu diesem faszinierenden Ort: Auch mein Lieblings-Co-working-Space \u201eROOF25\u201c befindet sich dort auf der Dachterrasse. Entstanden ist er erst vor Kurzem, weil das Dach marode und einsturzgef\u00e4hrdet war. Da es Gelder nur f\u00fcr Tourismusprojekte gibt, hat man sich kurzerhand dazu entschieden, ein Touristeninformationscenter mit Caf\u00e9 darauf zu bauen. Es ist also eigentlich nichts andere als ein \u201eDachrettungsprojekt\u201c. Au\u00dferdem befindet sich ein Biergarten im Hinterhof des Hotels. Und jetzt zum wichtigsten: Das deutsche Honorarkonsulat f\u00fcr die Provinzen Shirak und Lori ist hier ans\u00e4ssig. Im Zuge dessen habe ich jetzt die Ehre, euch den Mann vorzustellen, der hinter all dem steckt: Honorarkonsul Aleksan Ter-Minasyan. Er leitet das Hotel und hat den Ort zu dem gemacht, was er heute ist.<\/p>\n<p>Ich habe ihn bei der Verleihung der DSD-Diplome f\u00fcr einige meiner Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler kennengelernt. Hierbei hat er auch alle oben stehenden Infos erz\u00e4hlt und noch so viel mehr, was hier leider den Rahmen sprengen w\u00fcrde. Er spricht sehr gut Deutsch und ist ein wirklich gro\u00dfartiger und warmherziger Mensch. Ich habe selten jemanden getroffen wie ihn, dem Menschen wirklich am Herzen liegen. Er machte mir klar, dass ich jederzeit herzlich willkommen sei und lud mich glatt zum Abendessen ein. Das Abendessen sei ein \u201eOktoberfest\u201c von seinem Rotary Club und als Deutsche m\u00fcsse ich unbedingt dabei sein. Was w\u00e4re ein Oktoberfest schon ohne Deutsche?<\/p>\n<p>So sah ich mich wenige Stunden nach der Verleihung schon wieder im Biergarten zwischen 2 Armenierinnen und 12 Armeniern sitzen. Lediglich der Konsul und mein Koordinator Benjamin, der auch eingeladen worden war, sprachen Deutsch, aber ich habe mich sehr schnell sehr wohlgef\u00fchlt. Ich hatte am Anfang ein bisschen Sorge, ob ich nicht fehl am Platz sein w\u00fcrde, aber das war unbegr\u00fcndet. Alle Menschen an diesem Tisch haben daf\u00fcr gesorgt, dass die Atmosph\u00e4re super entspannt und ausgelassen war. Die Burger und das Gl\u00e4schen Wein haben gut geschmeckt, genauso wie die ganzen H\u00e4ppchen.<\/p>\n<p>Es war eine einmalige Erfahrung, die mich nochmal in das armenische Beisammen-Sein hat blicken lassen. Die Menschen aus dem Rotary Club haben ganz unterschiedliche Berufe und treffen sich regelm\u00e4\u00dfig. Dabei bringt immer irgendjemand etwas Besonderes f\u00fcr den Abend mit. An diesem Abend war es ein armenischer Professor, der eine Fragerunde mit ganz unterschiedlichen Fragen veranstaltete. Auch wenn er viele Fragen ins Englische \u00fcbersetzte, konnte ich kaum folgen, da viele Fragen Wortspiele aus dem Armenischen oder Russischen beinhalteten. Trotzdem war es sehr lustig, dabei zu sitzen und die anderen beim Mitraten zu beobachten.<\/p>\n<p>Ab und zu wurden auch Witze erz\u00e4hlt, die Benjamin oder der Honorarkonsul mir \u00fcbersetzten. So langsam bekomme ich ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, was im Reisef\u00fchrer mit \u201eHumor von Gyumri\u201c gemeint ist. Daf\u00fcr sorgte auch unser Guide auf der Free-Walking-Tour, der uns in die ber\u00fchmten Spitznamen der Bewohner von Gyumri einf\u00fchrte. Hier in Gyumri lieben es die Leute n\u00e4mlich, Orten oder Personen Spitznamen zu geben; teilweise nett, aber meistens eher unvorteilhaft.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1756211.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-187 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1756211-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1756211-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1756211-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1756211.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240911_1618571.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-159\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240911_1618571-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240911_1618571-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240911_1618571-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240911_1618571.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Besonders fasziniert hat mich eine Wand, an der ich bestimmt f\u00fcnfmal vorbeigelaufen bin, bevor mich eine Armenierin darauf aufmerksam gemacht hat, dass an ihr jede Menge Witze stehen. Das war \u00fcbrigens eben jene Armenierin, die ich beim Berlin Art Hotel getroffen hatte und die mich f\u00fcr\u00b4s Fr\u00fchjahr zu sich nach Dilidschan eingeladen hat. Einer der Witze, den sie mir \u00fcbersetzt hat, ist mir gut im Ged\u00e4chtnis geblieben:<\/p>\n<p>Ein Mann geht zum Zahnarzt, um sich einen Zahn ziehen zu lassen. W\u00e4hrend des Ziehens schreit der Mann sehr laut. Im Anschluss sagt ihm der Arzt: \u201eDas macht 30$.\u201c Der Mann erwidert: \u201eWas f\u00fcr 30$? Ein Zahn kostet 10$!\u201c \u201eDas stimmt schon, aber Sie haben so laut geschrien, dass zwei andere Patienten vor lauter Angst weggelaufen sind.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_191\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240925_2022151.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-191\" class=\"wp-image-191 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240925_2022151-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240925_2022151-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240925_2022151-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240925_2022151-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240925_2022151.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-191\" class=\"wp-caption-text\">Hier nochmal auf Armenisch. \ud83d\ude42<\/p><\/div>\n<p>Wo ich gerade den Reisef\u00fchrer und die Free-Walking-Tour erw\u00e4hnt habe, m\u00f6chte ich doch noch ein paar generelle Informationen mit euch teilen:<\/p>\n<p>Gyumri ist mit 110000 Einwohnern die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Armeniens und Hauptstadt der nordwestlichsten Provinz Shirak an der Grenze zu Georgien und der T\u00fcrkei. Lange Zeit war Gyumri sehr unbedeutend und lediglich eine kleine Siedlung. Erste Erw\u00e4hnungen gibt es jedoch schon aus der Antike. Anders als Yerewan gibt es bei Gyumri nicht zwanzig verschieden Schreibweisen des Namens, sondern im Verlauf der Zeit gleich ganz verschiedene Namen:<\/p>\n<p>Bedeutsam wurde Gyumri im russischen Kaiserreich, nachdem Kaiser Nikolaus der Erste die Stadt besucht hatte, und sie seiner Frau zu Ehren 1840 in \u201eAlexandropol\u201c umbenennen lie\u00df. Das w\u00e4hrte bis 1924, wo daraus zu Ehren Lenins \u201eLeninakan\u201c wurde. W\u00e4hrend dieser Zeit entwickelte sich Gyumri zur Kunst- und Handwerkshauptstadt des Landes und kam zu Wohlstand. Unser Guide hat uns erz\u00e4hlt, dass Gyumri zeitweise bedeutender als die Hauptstadt war und viele Menschen hierher zogen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240919_1606391.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-167\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240919_1606391-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240919_1606391-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240919_1606391-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240919_1606391.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1908571.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-166\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1908571-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1908571-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1908571-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1908571.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240929_1139001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-193\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240929_1139001-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240929_1139001-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240929_1139001-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240929_1139001.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1817051.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-164 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1817051-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1817051-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1817051-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240921_1817051.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach dem schweren Erdbeben von Spitak 1988 und dem Zerfall der Sowjetunion (nachdem Gyumri mit der armenischen Unabh\u00e4ngigkeit auch den jetzigen, an die urspr\u00fcngliche Bezeichnung angelehnten Namen erhielt) \u00e4ndert sich das jedoch: Die Stadt wurde schwer besch\u00e4digt und viele Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt. Mit Ende der Sowjetunion fehlte zudem Geld f\u00fcr die Restauration. Auch der V\u00f6lkermord der T\u00fcrken an den Armeniern, der seinen traurigen H\u00f6hepunkt in den Jahren 1915\/1916 fand und bei dem sch\u00e4tzungsweise zwischen 300000 und 1,5 Millionen Menschen zu Tode kamen, sowie der Bergkarabachkonflikt sorgten daf\u00fcr, dass viele Menschen flohen und das Land verlie\u00dfen. Aus diesen Gr\u00fcnden hat sich die Bev\u00f6lkerung Gyumris laut unserem Guide im Vergleich zum Anfang des 20. Jahrhunderts halbiert.<\/p>\n<p>Hierin liegt auch eine weitere Begr\u00fcndung f\u00fcr die vielen Ruinen: Einerseits ist die Bev\u00f6lkerung massiv geschrumpft und die, die geblieben sind, haben meist nicht das Geld, sich die alten Herrenh\u00e4user im Zentrum zu kaufen oder sie geschweige denn zu restaurieren. Heutzutage ist der Trend unter denen, die es sich leisten k\u00f6nnen, Gyumri zu verlassen und nach Yerewan oder ins Ausland zu gehen.<\/p>\n<p>Das finde ich sehr schade, da diese Stadt wirklich viel Potential hat. Auf der anderen Seite ist es aber auch sehr verst\u00e4ndlich, da gerade junge Menschen andernorts mehr Chancen auf ein besseres Leben haben. Umso privilegierter bin ich, dass ich nach diesem Jahr einfach so zur\u00fcck nach Deutschland kehren werde. Nachdem ich gestern eine Stunde nicht bei meiner Lieblings-Neunten-Klasse war, haben sie sich schon gro\u00dfe Sorgen gemacht, dass das jetzt schon passiert ist.<\/p>\n<p>Aber keine Angst: Auch wenn ich einen schwierigen Start mit Gyumri hatte, f\u00fchle ich mich hier jetzt wohl und freue mich sehr auf die Zeit in dieser sch\u00f6nen Stadt. In diesem Sinne k\u00f6nnt ihr gespannt sein, was ich noch alles von hier berichten werde.<\/p>\n<p>Bis bald! \ud83d\ude0a<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240925_1932231.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-192\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240925_1932231-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240925_1932231-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240925_1932231-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240925_1932231.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1803521.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-190 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1803521-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1803521-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1803521-624x832.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1803521.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1801131-e1727787157396.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-189 \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1801131-e1727793410524-300x218.jpg\" alt=\"\" width=\"310\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1801131-e1727793410524-300x218.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240924_1801131-e1727793410524.jpg 574w\" sizes=\"(max-width: 310px) 100vw, 310px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240922_1516311.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-178 size-medium\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240922_1516311-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240922_1516311-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240922_1516311-768x576.jpg 768w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240922_1516311-624x468.jpg 624w, https:\/\/kulturweit.blog\/gyumri2425ilka\/files\/2024\/10\/20240922_1516311.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo zusammen! Eigentlich w\u00e4re ich dieses Wochenende mit den anderen Freiwilligen unterwegs gewesen, aber leider habe ich mir den Magen verstimmt und musst so schweren Herzens zu Hause bleiben. Aber so habe ich immerhin Zeit f\u00fcr diesen Blogeintrag. \ud83d\ude0a Ich muss ehrlich sagen, dass mir dieser Eintrag bisher am schwersten f\u00e4llt. 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