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Oi, ainda estou vivo

Das ist portugiesisch und heißt „Hallo, ich lebe noch“. Nachdem ich in der ersten Woche fast jeden Tag einen Eintrag geschrieben habe, ist mein Blog etwas eingeschlafen. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe:
Ich bin jetzt seit knapp drei Wochen hier und so langsam immer mehr in der Schule und meinen Alltag eingebunden. Ich entdecke jeden Tag neue Dinge, aber eine gewisse Routine hat sich bereits bei mir eingestellt. Nebenbei versuche ich so schnell und so gut wie es geht portugiesisch zu lernen. Dafür schaue ich mittlerweile alle Serien/Filme/TV auf Portugiesisch und wenn verfügbar mit englischen Untertiteln. Ich habe nämlich gemerkt, dass es mir vom englischen her besser gelingt portugiesisch zu verstehen, keine Ahnung warum. Eine neue Sprache zu lernen ist aber trotzdem ziemlich anstrengend für mich und abends bin ich dann meistens zu k.o., um noch einen Eintrag zu schreiben.
Der zweite Grund ist, dass ein Eintrag von mir auf der Kulturweit Instagram Seite veröffentlicht wurde, ohne dass ich vorher gefragt wurde. Ich habe mich damit sehr unwohl gefühlt und mir ist in dem Moment erst die Reichweite eines öffentlichen Blogs bewusst geworden. Seitdem überlege ich, ob ich den Blog durch ein Passwort schützen, oder offenlassen soll. Der Eintrag wurde sofort entfernt, nachdem ich dem Kulturweit Team geschrieben habe, aber das unwohle Gefühl ist bisher leider geblieben.
Gerade habe ich eine Freistunde und fasse mal die Geschehnisse der letzten Wochen zusammen.
Mittlerweile habe ich schon ein paar Mal allein unterrichtet. Vor zwei Wochen hatte ich in der neunten und 11./12. Klasse Vertretung und gestern habe ich vier Stunden lang in der dritten Klasse unterrichtet. Bei allen Stunden waren meine Sachen schon vorbereitet, ich habe mir also nichts allein ausgedacht. Trotzdem war es ziemlich anders als in Deutschland zu unterrichten. Zum einen kann ich ja noch nicht wirklich portugiesisch, was die Kommunikation etwas erschwert, auch wenn die Schüler teilweise seit Jahren Deutsch lernen. Zum anderen gibt hier auch eine andere Schüler Mentalität, an die ich mich erstmal gewöhnen muss. Oft ist es in den Klassen sehr laut und die Schüler kommen teilweise auch echt spät zum Unterricht. Aber außer eine Stunde war der Unterricht bisher gut und ich habe schon viele Sachen für Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache gelernt.
Vor zwei Wochen war ich auch das erste Mal mit Brigitte beim Friseur, das war mega witzig. Der Friseur war sehr aufgeregt als er mich gesehen hat und hat gleich gefragt, ob er Fotos von meinen Haaren machen darf. Er war von ihnen so fasziniert, dass er mich gefragt hat, ob ich als Model für seinen Laden zur Verfügung stehen würde. Ich weiß noch nicht genau ob ich das machen soll, aber man soll ja auch mal aus seiner Komfortzone raus. Und ich bin sehr gespannt, wie dann meine Haare aussehen würden.
Das Wochenende war ich dann mit Svende in Floripa, aber darüber werde ich einen eigenen Eintrag schreiben. Jeder der mal in den Süden von Brasilien fährt sollte sich diese Insel anschauen, weil es ist wirklich mega schön da. Zum Glück kenne ich eine andere Kulturweit Freiwillige die dort wohnt und die ich besuchen kann.
Letzten Samstag war ich dann zum ersten Mal an einem Strand in der Nähe. Er ist ungefähr eine Stunde von Joinville entfernt und liegt bei São Francisco do Sul. Dort gibt es viele Strände und viele Leute, die hier leben haben dort ein Strandhaus, in denen sie ihre Wochenenden/die Sommermonate verbringen. Der Strand, an dem wir waren, war sehr breit und der Sand war sehr, sehr weich und schön. Er hat nicht ein bisschen gepiekt. Und dann war ich auch das erste Mal in meinem Leben im Atlantik baden. Obwohl hier gerade erst Anfang Frühling ist, war das Wasser gefühlt wärmer als in der Ostsee. Die Wellen waren ca. zwei bis drei Meter hoch und man konnte richtig die Kraft des Ozeans spüren. Ich werde im Sommer wohl anfangen Surfunterricht zu nehmen. Mal schauen, ob das mein neues Hobby wird. Apropos Hobby, ich halte aktuell Ausschau nach einer gebrauchten Nähmaschine, weil mir das Nähen schon ziemlich fehlt hier, gerade an regnerischen Tagen (die es hier sehr oft gibt).
Nächsten Montag muss ich nicht zur Schule, deswegen besuche ich am Wochenende eine andere Freiwillige in Sao Paulo. Auch dazu werde ich dann sicher auch einen eigenen Beitrag schreiben.

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Sightseeing in Joinville

Gestern habe ich mit Svende etwas Sightseeing in Joinville gemacht. Wir wollten uns nachmittags das Museum für Immigration anschauen. Die Strecke bin ich dann zu Fuß in die Innenstadt gelaufen, weil ich mal etwas mehr von Stadt sehen wollte als den Schulweg. Mir ist gleich aufgefallen, dass die Stadt an sich sehr leer war und fast alle Cafés geschlossen hatten. Gestern hat mir jemand erzählt, dass viele Menschen aus Joinville ihr Wochenende lieber außerhalb der Stadt verbringen, das habe ich heute sehr gemerkt. Das Museum für Immigration hat gerade anscheinend wegen Umbaumaßnahmen geschlossen. Das konnte ich zumindest wütenden Google Rezensionen entnehmen, an dem Museum selbst war kein Hinweis zu finden, warum es gestern zu war.
Vor dem Museum gibt es eine Palmenallee, die zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt. Die haben wir uns dann gleich auch noch angeschaut. Als Alternative sind wir dann zum „Morro Da Boa Vista“ gelaufen, das ist eine Aussichtsplattform auf einem Berg in Joinville. Auf dem Weg dahin sind wir noch an zwei Denkmälern vorbeigekommen, wie genau die heißen und wofür sie stehen werde ich noch nachtragen.

Zu Fuß gingen wir dann bis zum Anfang des Berges und nahmen ab da den Bus hoch bis zum Aussichtsturm, weil die Strecke schon ganz schön steil war. Beim nächsten Mal werde ich die Strecke versuchen zu Fuß hoch zu laufen. Der Bus hält auf dem Weg nach oben noch beim Eingang des Zoologischen Gartens, den werde ich mir auch mal in den kommenden Wochen anschauen. Oben angekommen schaute ich mir erstmal die Konstruktion an. Die sieht nämlich eher wie ein hoher Sprungturm und nicht wie eine Aussichtsplattform aus.

Nachdem wir die letzten Stufen hochgelaufen waren erstreckte sich Joinville und die umliegende Landschaft in einem atemberaubenden 360 Grad Panorama vor Svende und mir. Das Wetter war zum Glück richtig gut und wir konnten richtig weit in die Landschaft schauen. Man kann mit der Kamera gar nicht die schönen Farben der Landschaft einfangen. Oder zumindest kann mein Stein das nicht.

 

Unterhalb des Aussichtsturmes gibt es noch einen Holzpfad, der einmal durch den Wald und dann zu einer anderen Aussichtsplattform führt. Svende und ich sind den auch noch lang gegangen und das war auch richtig schön. Überall sattes Grün und Pflanzen soweit das Auge reicht. Ab und zu kann man durch das grün Teile der Stadt erkennen. An einem Baum rankten sich so viele unzählige andere Pflanzen empor, das war richtig schön. Leider konnte meine Kamera nicht so gut mit den Lichtverhältnissen umgehen, aber innerhalb der nächsten Monate werde ich bestimmt noch öfter dort sein.

  

Nach der Fahrt ins Tal sind wir dann noch an dem Theater vorbeigekommen. Es beherbergt eine Tanzschule vom Bolschoi-Ballett aus Russland. Für Oktober gibt es Karten für zwei Vorstellungen, eine davon werde ich mir bestimmt angucken. Daneben war eine Messe von Firmen/Unternehmen, die in Joinville beheimatet sind, aber so genau kann ich das aufgrund von der Sprachbarriere nicht sagen.
Anschließend sind wir noch an einem Fast Food Laden vorbeigekommen, in dem man Eis aus Acai-Beeren essen konnte. Ich habe mir den Fruchtbecher mit tropischen Früchten und Milchpulver bestellt. Das Pulver war nicht so der Renner, aber das Eis hat sehr gut geschmeckt.

Nächstes Wochenende wollen wir vielleicht nach Florianópolis fahren, wenn es so weit ist, wird das bestimmt auch ein sehr Fotoreicher Beitrag

Frühlingsfest

Gestern war das Frühlingsfest in der Schule. Und weil ich vor dem Waffelverkauf noch bei dem Programm mitwirken sollte, klingelte mein Wecker schon um 7 Uhr. Da es gefühlt seit drei Tagen fast ununterbrochen durchregnet hat, bin ich gestern früh mit dem Uber gefahren. Soweit nichts Besonderes, nur dass der Fahrer anstatt eines Radios einen Bildschirm in der Mittelkonsole hatte, auf dem die ganze Zeit Musikvideos aus den 90ern liefen. Das hat mich ein bisschen an MTV erinnert, bevor es zum Pay-TV Sender geworden ist.
An der Schule angekommen stellte ich dann gleich fest, dass ich eine halbe Stunde zu spät dran war, einer meiner beiden „Auftritte“ hatte bereits ohne mich stattgefunden. War aber nicht so schlimm, jemand anderes hat die Körperteile dann aufgehängt. Mit den Kindern, bei deren Stück ich die Erzählerin war, wartete ich neben der Bühne in einem Extra Raum auf unseren Auftritt. Normalerweise tragen die SchülerInnen hier Schuluniformen. Diese sind aber nicht so klassisch wie man sie aus Teenie High-School Filmen kennt, sondern sehr sportlich und unterschiedlich. Zum Frühlingsfest hatten die Kinder ihre privaten Sachen an, war interessant mal wieder zu sehen, wie Klamotten die Erscheinung eines Menschen beeinflussen. Einige Kinder habe ich kaum wiedererkannt.
Gegen 9 Uhr war es dann soweit, zusammen mit der Klasse ging ich auf die Bühne. Kurz vorher drückte mir eine Lehrerin noch einen Haarreif mit Blumen in die Hand, immerhin war ja Frühlingsfest und viele der Lehrerinnen trugen diese. Nachdem ich die Rahmenhandlung vorgetragen hatte, hatte ich noch etwas Zeit, bis der Waffelverkauf anfing. In der Zeit schlenderte ich zusammen mit zwei Praktikantinnen über die kleine Verkaufsmeile. Dort gab es süße selbstgemachte Sachen, einige seht ihr auf den folgenden Fotos.

Und auch hier im fernen Brasilien kann man bereits im September Weihnachtsdeko erwerben. Nur Spekulatius und Lebkuchen konnte ich bisher noch nicht im Supermarkt finden.
Nach dem kleinen Bummel fing ich dann gegen dreiviertel 11 an beim Waffelverkauf zu helfen. Ich hatte den Morgen extra nicht gefrühstückt, weil ich auf viele kaputte Waffeln hoffte, die ich dann nebenbei weg snacken konnte. Mein Plan ging auf. Gegen 12 Uhr betrat eine Trachtengruppe die Sporthalle und führte begleitet von Volksmusik traditionelle Tänze auf. Da ich ja ursprünglich aus der Nähe aus Rostock komme, löste die Vorführung kein Heimweh bei mir aus, sondern eher Verwunderung. Die ersten deutschen Siedler hier in den 1850/1860er Jahren stammten meinen Informationen nach aus Norddeutschland, die vorgeführten Tänze und Trachten hätte ich eher mit bayrischen Traditionen in Verbindung gebracht.
Gegen 13 Uhr war das Frühlingsfest dann zu Ende und ich habe mir dann zum ersten Mal in Ruhe den Supermarkt in meiner Nähe angeschaut. Im Zuge dessen muss ich auch die erste Korrektur vornehmen. Druckbleistifte kosten anscheinend doch nicht knapp 9€, sondern es gibt auch günstige Modelle. Tee habe ich bisher nur in kleinen Abpackungen und zu einem relativ hohen Preis gefunden. Es soll auch Läden geben, die Lebensmittel, wie z.B. Quinoa oder Haferflocken günstiger verkaufen als im Supermarkt. Vielleicht habe ich da mehr Erfolg.
Abends war ich dann zusammen mit anderen Leuten bei einer Lehrerin zuhause. Erst gab es Käsespätzle und dann haben wir noch den Film „Good Will Hunting“ geschaut. Ich kannte den Film noch nicht, fand ihn aber richtig gut.

Wie bereits oben angesprochen regnet es in Joinville sehr oft, ein Spitzname von ihr heißt auf deutsch so viel wie „Regenville“.  Das stört mich per se nicht, immerhin regnet es in Rostock auch gefühlt ständig. Ich sollte mir für das Jahr trotzdem vielleicht ein Indoor Hobby zulegen, damit ich bei schlechtem Wetter eine Beschäftigung habe. Aktuell überlege ich, ob es Sinn macht, mir für das Jahr eine gebrauchte Nähmaschine zuzulegen.

 

 

Arbeit, Arbeit und ein bisschen Freizeit

Ich habe Dienstag früh endlich meine Gastmutter kennengelernt. Sie heißt Brigitte und ist mega nett und witzig. Da mein portugiesisch aktuell noch nicht vorhanden ist, kommt es mir sehr entgegen, dass Brigitte Englisch Lehrerin ist. So verläuft unsere Kommunikation reibungslos. Das liegt auch daran, dass sie auch deutsch sprechen kann und wir uns in einem Mix aus Englisch und deutsch unterhalten, je nachdem, was besser passt. Gestern in der Schule habe ich mich wie der letzte Praktikant gefühlt. Da die Schule recht groß ist, habe ich oft Probleme die richtigen Klassenzimmer zu finden. Dazu kommt, dass die Räume Vor- und nachmittags von verschiedenen Gruppen als Klassenraum genutzt werden. Auf den Schildern stehen also immer zwei Klassen und ich weiß dann nie, in welchen ich eigentlich muss. Nachdem eine freundliche Sportlehrerin mit mir 10 Minuten lang durch die Schule gelaufen war, um ihre Kollegen nach der richtigen Klasse zu fragen, konnte ich endlich den richtigen Raum finden. In dem wartete dann mein Kollege Martin und nicht meine Kollegin Anna, weshalb ich schon wieder halb aus dem Raum rauslief und dachte „Mist, wieder falsch“. Es stellte sich dann sehr schnell heraus, dass Martin und ich zusammen für Anna den Vormittag über die Deutsch Stunden vertreten würden. Zum Glück kann Martin Portugiesisch und ich wusste welche Aufgaben die Kinder hatten. In der dritten Stunde gab es in der Aula der Grundschule eine Andacht für die dritten und vierten Klassen. Die Schule hat einen eigenen Pastor, der die Andachten immer abhält. Auch wenn ich nicht viel verstanden habe, war es ganz interessant mal zu sehen, wie man Kindern das Thema teilen näherbringen kann. Anschließend haben die dritten Klassen dann ihren Auftritt für das Frühlingsfest am Samstag geübt. Martin und ich hatten keine Ahnung, was die Deutsch Klassen aufführen, geschweige denn wie die Kinder auf der Bühne stehen sollten. Eine Englisch Lehrerin hat die Kinder dann eingewiesen und ich stand die meiste Zeit einfach auf der Bühne und habe mir alles etwas abwesend angeschaut. Erst als ich aus einem Schwall portugiesischer Wörter meinen Namen hörte dämmerte mir, dass die Englisch Lehrerin die Kinder gerade seit zwei Minuten ausschimpfte, weil sie Unfug machten. Ich habe dann schnell ein ernstes Gesicht aufgesetzt, damit keinem auffällt, dass ich gerade wo anders war.

Abends nutzte ich die Zeit in der Brigitte in der Küche Unterricht gab und besuchte eines der zwei größeren Einkaufscentren der Stadt. Da der Berufsverkehr hier in Joinville erst gegen 18 Uhr abends beginnt, dauerte die Fahrt dorthin mit dem Uber recht lange. Ich hatte gehofft dort ein paar schöne T-Shirts zu finden, da ich letztendlich doch ein paar zu viele nach dem Vorbereitungsseminar wieder aus meinem Koffer ausgepackt hatte. Leider waren die Läden nicht so schön und ich ging ohne Beute nach Hause. Dafür weiß ich jetzt, dass in Brasilien nicht nur Kosmetik- sondern auch Schreibwaren sehr teuer sind. Für einen einzelnen Druckbleistift zahlt man ca. 9€. Gut, dass ich wenigstens meine Federtasche im Koffer gelassen habe.

Neben dem Begleiten der 2. & 3. Klasse in der Schule helfe ich aktuell oft bei den Proben der Klassen für das morgige Frühlingsfest. Dort habe ich auch in zwei Beiträgen eine Rolle. Einmal bin ich die Erzählerin bei einer Geschichte und das andere Mal hänge ich Körperteile an eine Pinnwand. Daneben werde ich auch Waffeln backen und verkaufen. Vorausgesetzt, die Käufer können auch Deutsch oder englisch sprechen. Spanisch würde ich wahrscheinlich auch noch verstehen.

Heute Abend war ich zusammen mit Jenny und Svende in einer Churrascaria essen. Das ist ein Restaurant, wo man sich die Beilagen an einem Buffet aussucht und anschließend kommen dann Kellner mit großen Fleischspießen an den Tisch und man kann sich aussuchen, von was man ein Stück haben will. Das war mega lecker und ich habe viele verschiedene Sorten Fleisch gegessen. Zwischendurch kamen die Kellner ziemlich oft vorbei, das hat mich etwas beim Gesprächsfluss gestört. Danach sind wir dann noch auf einen Caipi in eine Bar in der Nähe weitergezogen. Auf der überdachten Terrasse vor der Bar war ein DJ Pult aufgebaut und im Innenraum hingen Kleiderstangen mit T-Shirts. Das hat mich sehr an den Surfer Laden in Rostock erinnert. Die Europaletten und die Sprüche auf den Tafeln haben mich dann wieder an Hipster Bars in Berlin erinnert. Nur waren die Leute besser angezogen. Im Außenbereich haben wir dann noch gequatscht und zugeschaut, wie sich die Bar immer weiter gefüllt hat. Die Musik, die gespielt wurde (Hip-Hop/Rap) hätte ich so nicht sofort mit Brasilien in Verbindung gebracht, aber einige Lieder haben sich richtig gut angehört.

Ich hatte mir vorgenommen mehr Fotos für den Blog zu machen, damit man sich alles besser vorstellen kann. Das klappt aktuell noch nicht so gut, oder die Fotos sehen einfach nicht gut aus. Ich übe weiter und vielleicht klappt es ja dann zu Weihnachten mit schönen neuen Bildern.

Erster Tag in der Schule

Heute war mein erster Tag in der Schule, in der ich für die nächsten Monate arbeiten werde. Da meine Uber App meine Handynummer nicht anerkennt, bin ich die 2 Km zu Fuß gelaufen. Dabei konnte ich etwas meine Nachbarschaft kennenlernen und mir ist auch gleich ein wesentlicher Unterschied zu Städten in Deutschland aufgefallen: Die Bürgersteige hier sind teilweise echt in einem miesen Zustand. Fußgängerampeln gibt es selten, manchmal ist es etwas kompliziert über die Straße zu kommen.

Trotzdem habe ich es sicher bis zur Schule geschafft und nach einem kleinen Rundgang mit meinem Betreuer habe ich die Lehrerin kennengelernt, mit der ich die meiste Zeit zusammen arbeiten werde. Sie ist super nett und kann sehr gut deutsch sprechen, was mir entgegen kommt, da ich leider noch kein portugiesisch kann. Die Kinder in den Klassen waren ziemlich verwirrt von dem Fakt und haben mich ständig auf portugiesisch angesprochen und mir nicht geglaubt, dass ich sie wirklich nicht verstehen kann. Ich werde an der Schule hauptsächlich im  DaF (Deutsch als Fremdsprache) Unterricht der 2.+3. Klasse und im bilingualen Angebot am Nachmittag arbeiten. Alle Menschen die ich heute kennengelernt habe waren super freundlich, ich habe mich gleich gut aufgehoben gefühlt. Das liegt glaube ich auch an der Gestaltung der Schule. Sie ist mit guter Technik ausgerüstet und für den Kindergarten/Grundschulbereich gibt es überall Spielplätze. Auf dem Gelände stehen viele Bäume und aus vielen Klassenzimmern hat man einen guten Blick über die Stadt. Die Sprachbarriere ist auch nicht so hoch wie ich befürchtet habe, viele Lehrkräfte können Deutsch oder Englisch, ich kann mich also immer irgendwie verständigen. Ein weiteres Plus: Die Schule hat eine sehr schöne Kantine, wo man mittags güntig leckeres Essen bekommt.

In den nächsten Tagen werde ich mich um meinen Sprachkurs kümmern und mir versuchen ein Fahrrad zuzulegen, damit ich die Stadt auf eigene Faust besser kennenlernen kann.

 

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Erste Tage/Ankommen in Brasilien

Da ist er nun, mein erster Blogeintrag. Lange habe ich überlegt, ob ich wirklich einen Blog schreiben soll oder nicht. Aber letztendlich haben zwei wesentliche Gründe dafürgesprochen:

1. Menschen die Lust haben etwas über mein FSJ in Brasilien zu erfahren können sich das hier durchlesen
2. Ich kann für mich alles festhalten was in den nächsten Monaten passieren wird

Da ich schon am Freitag losgefahren bin wird dieser Eintrag jetzt etwas länger werden. Nach einem tränenreichen Abschied am Flughafen in Berlin bin ich Samstag früh in Sao Paulo gelandet. Zwar hatte ich Glück und konnte am Fenster sitzen, aber leider war es sehr dunkel und neblich, deswegen habe ich noch nicht so viel von Brasilien oder Sao Paulo gesehen. Direkt im Flugzeug habe ich eine nette Brasilianerin kennengelernt, die mir am Flughafen zeigen wollte, wo ich den Shuttle Bus zum anderen Flughafen finde, weil ich musste vom internationalen Airport zu einem Flughafen der nur Inlandsflüge anbietet. Leider haben wir uns nach der Passkontrolle verloren und ich stand erstmal ziemlich ratlos auf einem sehr großen Flughafen. Sowas wie einen Infostand gibt es an dem Flughafen leider nicht, oder ich habe ihn einfach nicht gefunden. Zu meinem Glück habe ich dann schnell jemanden gefunden, der auch zum Bus Shuttle wollte und zufälligerweise sehr gut Englisch sprechen konnte. Sein Name war Chris. Zusammen haben wir uns dann in die Bus Schlange gestellt nur um dann er erfahren, dass der nächste Bus erst in über einer Stunde fährt. Die Frau hinter uns in der Schlange schlug dann vor, dass wir uns zu dritt ein Uber teilen könnten. Nach einer ca. 50-minütigen Fahrt durch die Stadt, bei der ich viel über Brasilien erfahren hatte, stiegen wir aus und Chris und ich haben dann noch 2 Stunden lang in der Master Card Lounge gechillt und uns sehr gut unterhalten. Was mir schon direkt in den wenigen Stunden aufgefallen ist: allen Brasilianern, denen ich diesen Morgen begegnet sind, waren mega freundlich, herzlich und hilfsbereit. Ich habe mich nicht eine Sekunde unwohl oder hilflos gefühlt, weil immer gleich Leute gefragt haben, ob sie mir helfen können. So bin ich dann mit einem guten Gefühl in den Flieger für die letzte Etappe meiner Anreise gestiegen.
Joinville liegt mitten im Grünen, auch in der Stadt selbst gibt es viele grüne Flecken. Ich war am Flughafen erstmal von der neuen Pflanzenwelt überwältigt. Mein Betreuer  hat mich vom Flughafen abgeholt und wir haben dann zuhause bei ihm Mittag gegessen. Danach hat er mich zu meiner Vorübergehenden Gastmutter gefahren. Ich habe sie noch nicht kennengelernt, weil sie aktuell noch in ihrem Strandhaus ist. Bis morgen habe ich ihr Haus für mich allein, dann lernen wir uns kennen.
Am Sonntag habe ich dann meinen ersten Ausflug in Brasilien unternommen. Zusammen mit 5 anderen Leuten aus der Schule bzw. Familie von meinem Betruer waren wir in der Beto Carrero World, das ist ein Freizeitpark in der Nähe von Joinville. Es war sehr viel los und wir haben teilweise drei Stunden lang an den Attraktionen angestanden, aber es war trotzdem ein schöner Tag. Wie man auf den Fotos sehen kann, war es nicht sonnig, trotzdem habe ich mir einen fetten Sonnenbrand geholt. Was lernen wir also daraus? Richtig, ich creme mich jetzt morgens einfach immer mit Sonnencreme ein.