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Oi, ainda estou vivo

Das ist portugiesisch und heißt „Hallo, ich lebe noch“. Nachdem ich in der ersten Woche fast jeden Tag einen Eintrag geschrieben habe, ist mein Blog etwas eingeschlafen. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe:
Ich bin jetzt seit knapp drei Wochen hier und so langsam immer mehr in der Schule und meinen Alltag eingebunden. Ich entdecke jeden Tag neue Dinge, aber eine gewisse Routine hat sich bereits bei mir eingestellt. Nebenbei versuche ich so schnell und so gut wie es geht portugiesisch zu lernen. Dafür schaue ich mittlerweile alle Serien/Filme/TV auf Portugiesisch und wenn verfügbar mit englischen Untertiteln. Ich habe nämlich gemerkt, dass es mir vom englischen her besser gelingt portugiesisch zu verstehen, keine Ahnung warum. Eine neue Sprache zu lernen ist aber trotzdem ziemlich anstrengend für mich und abends bin ich dann meistens zu k.o., um noch einen Eintrag zu schreiben.
Der zweite Grund ist, dass ein Eintrag von mir auf der Kulturweit Instagram Seite veröffentlicht wurde, ohne dass ich vorher gefragt wurde. Ich habe mich damit sehr unwohl gefühlt und mir ist in dem Moment erst die Reichweite eines öffentlichen Blogs bewusst geworden. Seitdem überlege ich, ob ich den Blog durch ein Passwort schützen, oder offenlassen soll. Der Eintrag wurde sofort entfernt, nachdem ich dem Kulturweit Team geschrieben habe, aber das unwohle Gefühl ist bisher leider geblieben.
Gerade habe ich eine Freistunde und fasse mal die Geschehnisse der letzten Wochen zusammen.
Mittlerweile habe ich schon ein paar Mal allein unterrichtet. Vor zwei Wochen hatte ich in der neunten und 11./12. Klasse Vertretung und gestern habe ich vier Stunden lang in der dritten Klasse unterrichtet. Bei allen Stunden waren meine Sachen schon vorbereitet, ich habe mir also nichts allein ausgedacht. Trotzdem war es ziemlich anders als in Deutschland zu unterrichten. Zum einen kann ich ja noch nicht wirklich portugiesisch, was die Kommunikation etwas erschwert, auch wenn die Schüler teilweise seit Jahren Deutsch lernen. Zum anderen gibt hier auch eine andere Schüler Mentalität, an die ich mich erstmal gewöhnen muss. Oft ist es in den Klassen sehr laut und die Schüler kommen teilweise auch echt spät zum Unterricht. Aber außer eine Stunde war der Unterricht bisher gut und ich habe schon viele Sachen für Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache gelernt.
Vor zwei Wochen war ich auch das erste Mal mit Brigitte beim Friseur, das war mega witzig. Der Friseur war sehr aufgeregt als er mich gesehen hat und hat gleich gefragt, ob er Fotos von meinen Haaren machen darf. Er war von ihnen so fasziniert, dass er mich gefragt hat, ob ich als Model für seinen Laden zur Verfügung stehen würde. Ich weiß noch nicht genau ob ich das machen soll, aber man soll ja auch mal aus seiner Komfortzone raus. Und ich bin sehr gespannt, wie dann meine Haare aussehen würden.
Das Wochenende war ich dann mit Svende in Floripa, aber darüber werde ich einen eigenen Eintrag schreiben. Jeder der mal in den Süden von Brasilien fährt sollte sich diese Insel anschauen, weil es ist wirklich mega schön da. Zum Glück kenne ich eine andere Kulturweit Freiwillige die dort wohnt und die ich besuchen kann.
Letzten Samstag war ich dann zum ersten Mal an einem Strand in der Nähe. Er ist ungefähr eine Stunde von Joinville entfernt und liegt bei São Francisco do Sul. Dort gibt es viele Strände und viele Leute, die hier leben haben dort ein Strandhaus, in denen sie ihre Wochenenden/die Sommermonate verbringen. Der Strand, an dem wir waren, war sehr breit und der Sand war sehr, sehr weich und schön. Er hat nicht ein bisschen gepiekt. Und dann war ich auch das erste Mal in meinem Leben im Atlantik baden. Obwohl hier gerade erst Anfang Frühling ist, war das Wasser gefühlt wärmer als in der Ostsee. Die Wellen waren ca. zwei bis drei Meter hoch und man konnte richtig die Kraft des Ozeans spüren. Ich werde im Sommer wohl anfangen Surfunterricht zu nehmen. Mal schauen, ob das mein neues Hobby wird. Apropos Hobby, ich halte aktuell Ausschau nach einer gebrauchten Nähmaschine, weil mir das Nähen schon ziemlich fehlt hier, gerade an regnerischen Tagen (die es hier sehr oft gibt).
Nächsten Montag muss ich nicht zur Schule, deswegen besuche ich am Wochenende eine andere Freiwillige in Sao Paulo. Auch dazu werde ich dann sicher auch einen eigenen Beitrag schreiben.

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