Arbeit, Arbeit und ein bisschen Freizeit

Ich habe Dienstag früh endlich meine Gastmutter kennengelernt. Sie heißt Brigitte und ist mega nett und witzig. Da mein portugiesisch aktuell noch nicht vorhanden ist, kommt es mir sehr entgegen, dass Brigitte Englisch Lehrerin ist. So verläuft unsere Kommunikation reibungslos. Das liegt auch daran, dass sie auch deutsch sprechen kann und wir uns in einem Mix aus Englisch und deutsch unterhalten, je nachdem, was besser passt. Gestern in der Schule habe ich mich wie der letzte Praktikant gefühlt. Da die Schule recht groß ist, habe ich oft Probleme die richtigen Klassenzimmer zu finden. Dazu kommt, dass die Räume Vor- und nachmittags von verschiedenen Gruppen als Klassenraum genutzt werden. Auf den Schildern stehen also immer zwei Klassen und ich weiß dann nie, in welchen ich eigentlich muss. Nachdem eine freundliche Sportlehrerin mit mir 10 Minuten lang durch die Schule gelaufen war, um ihre Kollegen nach der richtigen Klasse zu fragen, konnte ich endlich den richtigen Raum finden. In dem wartete dann mein Kollege Martin und nicht meine Kollegin Anna, weshalb ich schon wieder halb aus dem Raum rauslief und dachte „Mist, wieder falsch“. Es stellte sich dann sehr schnell heraus, dass Martin und ich zusammen für Anna den Vormittag über die Deutsch Stunden vertreten würden. Zum Glück kann Martin Portugiesisch und ich wusste welche Aufgaben die Kinder hatten. In der dritten Stunde gab es in der Aula der Grundschule eine Andacht für die dritten und vierten Klassen. Die Schule hat einen eigenen Pastor, der die Andachten immer abhält. Auch wenn ich nicht viel verstanden habe, war es ganz interessant mal zu sehen, wie man Kindern das Thema teilen näherbringen kann. Anschließend haben die dritten Klassen dann ihren Auftritt für das Frühlingsfest am Samstag geübt. Martin und ich hatten keine Ahnung, was die Deutsch Klassen aufführen, geschweige denn wie die Kinder auf der Bühne stehen sollten. Eine Englisch Lehrerin hat die Kinder dann eingewiesen und ich stand die meiste Zeit einfach auf der Bühne und habe mir alles etwas abwesend angeschaut. Erst als ich aus einem Schwall portugiesischer Wörter meinen Namen hörte dämmerte mir, dass die Englisch Lehrerin die Kinder gerade seit zwei Minuten ausschimpfte, weil sie Unfug machten. Ich habe dann schnell ein ernstes Gesicht aufgesetzt, damit keinem auffällt, dass ich gerade wo anders war.

Abends nutzte ich die Zeit in der Brigitte in der Küche Unterricht gab und besuchte eines der zwei größeren Einkaufscentren der Stadt. Da der Berufsverkehr hier in Joinville erst gegen 18 Uhr abends beginnt, dauerte die Fahrt dorthin mit dem Uber recht lange. Ich hatte gehofft dort ein paar schöne T-Shirts zu finden, da ich letztendlich doch ein paar zu viele nach dem Vorbereitungsseminar wieder aus meinem Koffer ausgepackt hatte. Leider waren die Läden nicht so schön und ich ging ohne Beute nach Hause. Dafür weiß ich jetzt, dass in Brasilien nicht nur Kosmetik- sondern auch Schreibwaren sehr teuer sind. Für einen einzelnen Druckbleistift zahlt man ca. 9€. Gut, dass ich wenigstens meine Federtasche im Koffer gelassen habe.

Neben dem Begleiten der 2. & 3. Klasse in der Schule helfe ich aktuell oft bei den Proben der Klassen für das morgige Frühlingsfest. Dort habe ich auch in zwei Beiträgen eine Rolle. Einmal bin ich die Erzählerin bei einer Geschichte und das andere Mal hänge ich Körperteile an eine Pinnwand. Daneben werde ich auch Waffeln backen und verkaufen. Vorausgesetzt, die Käufer können auch Deutsch oder englisch sprechen. Spanisch würde ich wahrscheinlich auch noch verstehen.

Heute Abend war ich zusammen mit Jenny und Svende in einer Churrascaria essen. Das ist ein Restaurant, wo man sich die Beilagen an einem Buffet aussucht und anschließend kommen dann Kellner mit großen Fleischspießen an den Tisch und man kann sich aussuchen, von was man ein Stück haben will. Das war mega lecker und ich habe viele verschiedene Sorten Fleisch gegessen. Zwischendurch kamen die Kellner ziemlich oft vorbei, das hat mich etwas beim Gesprächsfluss gestört. Danach sind wir dann noch auf einen Caipi in eine Bar in der Nähe weitergezogen. Auf der überdachten Terrasse vor der Bar war ein DJ Pult aufgebaut und im Innenraum hingen Kleiderstangen mit T-Shirts. Das hat mich sehr an den Surfer Laden in Rostock erinnert. Die Europaletten und die Sprüche auf den Tafeln haben mich dann wieder an Hipster Bars in Berlin erinnert. Nur waren die Leute besser angezogen. Im Außenbereich haben wir dann noch gequatscht und zugeschaut, wie sich die Bar immer weiter gefüllt hat. Die Musik, die gespielt wurde (Hip-Hop/Rap) hätte ich so nicht sofort mit Brasilien in Verbindung gebracht, aber einige Lieder haben sich richtig gut angehört.

Ich hatte mir vorgenommen mehr Fotos für den Blog zu machen, damit man sich alles besser vorstellen kann. Das klappt aktuell noch nicht so gut, oder die Fotos sehen einfach nicht gut aus. Ich übe weiter und vielleicht klappt es ja dann zu Weihnachten mit schönen neuen Bildern.

One thought on “Arbeit, Arbeit und ein bisschen Freizeit

  1. Hallo liebe Anca,
    Danke, dass auch ich teilnehmen kann, in deinem Jahr in Brasilien, eine wirklich tolle Idee
    mit deinem Blog. Es ist richtig interessant und ich freue mich, dass es dir gefällt.
    Sei lieb gedrückt und mach weiter so. Es wird dein Leben prägen.
    LG Angela

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