{"id":7,"date":"2015-09-17T14:56:11","date_gmt":"2015-09-17T12:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/ginainromania\/?p=7"},"modified":"2015-09-17T15:05:43","modified_gmt":"2015-09-17T13:05:43","slug":"angekommen-die-zweite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/ginainromania\/2015\/09\/17\/angekommen-die-zweite\/","title":{"rendered":"Angekommen &#8211; die Zweite"},"content":{"rendered":"<p>Ich will nicht l\u00fcgen &#8211; es mag beweilen vorkommen, dass mir Stumpfsinnigkeit vorgeworfen wird. Von manchen eventuell als Beleidigung doch wer mich kennt hat diese hoffentlich auch sch\u00e4tzen oder zumindest zu ertragen gelernt.<\/p>\n<p>In den letzten vier Tagen habe ich pers\u00f6nlich die Stumpfsinnigkeit als Charaktereigenschaft lieben gelernt. Denn ihr schreibe ich zu, wie wohl ich mich in meiner neuen Umgebung f\u00fchle. Anders kann man sich das nach so wenigen Tagen wohl nicht erkl\u00e4ren. Oder aber doch?<\/p>\n<p>Ganz bestimmt sogar mit den netten Menschen die mich umgeben.<\/p>\n<p>Wie zum Beispiel meiner wunderbaren Gastmutter die trotz der Sprachbarriere kapiert, dass ich nicht kapiere. N\u00e4mlich wie man einen Gasherd benutzt. Ja das sind die Praxiskompetenzen unserer Jungabiturienten. Nein ich will nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr alle sprechen, alle anderen h\u00e4tten dieses &#8222;Hindernis&#8220; wahrscheinlich nur bel\u00e4chelt. Aber endlich:\u00a0 Heute gab es das erste Mal selbstgekochte Nudeln, trotzdem wird die Mikrowelle erstmal mein Favorit der heimischen K\u00fcche bleiben.<\/p>\n<p>Die zwei &#8222;ersten&#8220; Tage in den beiden Schulen haben mich sehr beeindruckt und mir auch Lust auf mehr gemacht. Am Montag durfte ich bei der Er\u00f6ffnungsrede zum neuen Schuljahr dabei sein und obwohl ich nichts verstanden hab &#8211; nicht nur weil rum\u00e4nisch gesprochen wurde (durchaus logisch) sondern weil die etwa eintausend fr\u00f6hlich plaudernden Sch\u00fcler dann doch lauter waren als eigentlich alles andere. Dann aber mein gro\u00dfer Moment: Meine Mentorin und ich d\u00fcrfen nach vorne und sie stellt mich allen auf Deutsch vor. Irgendwie doch ein bedeutsamer Moment &#8211; leider hat kaum jemand hingeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Dann geht die Zeremonie weiter, Luftballons werden in den Himmel steigen gelassen und kleine neu eingeschulte F\u00fcnftkl\u00e4ssler gehen symbolisch durch ein Tor aus Blumen von der Grundschule in die h\u00f6here Schule. Ich bin immer noch begeistert von der Symboltr\u00e4chtigkeit dieser Geste. Und ja, ich bin mir der Kitschigkeit dieses Satzes bewusst, danke.<\/p>\n<p>Das war nat\u00fcrlich erst der Anfang des Tages. Es ging weiter zu einem wohl typisch-rum\u00e4nischem Fr\u00fchst\u00fcck mit vielen Fleischspezialit\u00e4ten und sehr s\u00fc\u00dfem Kuchen. Daraus konnte ich mich dank meiner Mentorin schon fr\u00fcher verabschieden und endlich ihre Klasse kennen lernen. An der Eminescu und ich meine auch an anderen Schulen gibt es die sehr sch\u00f6ne Tradition den Lehrern zu Beginn des Jahres Blumen und Schokolade zu schenken, daher ging Elisabeth zu Anfang der Stunde f\u00f6rmlich in Blumen unter. Ich durfte auch einen Blumenstrau\u00df behalten und bekam eine Schachtel Schokolade geschenkt &#8211; herzlicher kann man wohl einen ersten Schultag nicht beginnen.<\/p>\n<p>Leider war nur Zeit den Stundenplan zu besprechen, aber trotzdem freue ich mich schon auf die ziemlich aufgeweckt wirkenden Siebtkl\u00e4ssler. Eine Zeit in der ich wirklich alles getan h\u00e4tte, au\u00dfer eine Fremdsprache zu erlernen. Danach wurde ich den einzelnen Deutschlehrerinnen vorgestellt. Ich freue mich besonders auf die Stunden die ich in der Grundschule verbringen darf, sehe dort aber auch die gr\u00f6\u00dften Schwierigkeiten mich einzubringen.\u00a0 Au\u00dferdem hab ich jetzt eine rum\u00e4nische Nummer (bei Bedarf gerne nachfragen) mit der ich zwar noch einige Probleme hab was das mobile Internet angeht aber immerhin bin ich jetzt erreichbar und habe auch die M\u00f6glichkeit jemanden zu erreichen.<\/p>\n<p>Den Rest meines Montages hab ich dann im Bett verbracht um meine Erk\u00e4ltung endlich auszukurieren.<\/p>\n<p>Den Dienstag konnte ich frisch und fr\u00f6hlich beginnen. Zum Teil weil ich soviel Schlaf nachholen konnte, aber auch weil ich erst um neun anfangen musste. Das CNS ist in einem sehr eindrucksvollem Geb\u00e4ude, trotzdem musste ich erstmal nachfragen ob ich jetzt vor dem richtigen Eingang stehe oder nicht. Die Einteilung in Lehrer- und Sch\u00fclereingang ist f\u00fcr mich noch etwas ungewohnt, das Privileg durch den Lehrereingang gehen zu d\u00fcrfen aber doch irgendwie ziemlich cool (Und ja es kam ein &#8222;Das ist der Haupteingang, aber nur f\u00fcr Lehrer. Sollen wir dir den anderen Eingang zeigen?&#8220;).<\/p>\n<p>Denn damit sind wir schon beim n\u00e4chsten Punkt: Ich bin einfach zu jung. Naja, zu jung ist vielleicht etwas zu harsch, aber doch ja. Ich bin so alt wie viele der Sch\u00fcler, es w\u00fcrde mich nicht wundern wenn einige \u00e4lter sind.\u00a0 Damit bin ich als Respektsperson schon mal raus, aber ich glaube das war ich von Anfang an.<\/p>\n<p>Trotzdem bin ich von den Sch\u00fclern vollends begeistert. Sie schienen interessiert und freundlich. Und was will man mehr?\u00a0 Au\u00dfer nat\u00fcrlich gutes Wetter, was hier dank fast drei\u00dfig Grad und st\u00e4ndigem Sonnenschein auch super angenehm ist.<\/p>\n<p>Das einzige was ich noch besser finde ist das &#8222;Schulradio&#8220;, was au\u00dfer Neuigkeiten der Schule in den Pausen insbesondere laute Popmusik aus den Lautsprechern laufen l\u00e4sst. Mit sowas l\u00e4sst sich wohl jede Pause aushalten &#8211; genauso wie mit rum\u00e4nischem Kaffee, der sich wohl als Espresso in Tassen beschreiben l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ein wenig unpassend kam ich mir an beiden Tagen trotzdem vor. Nicht nur wegen des &#8222;Sch\u00fcler-im-Lehrerzimmer&#8220;-Gef\u00fchls, sondern auch weil ich beeindruckt und auch eingesch\u00fcchtert bin von dem chic den die Schuluniformen und die scheinbare Arbeitskleidung der Lehrer an den Tag legt. Da werde ich meine bunten Nikes wohl erstmal nur f\u00fcr Erkundungstouren durch die Stadt nutzen k\u00f6nnen und mir vielleicht sogar in n\u00e4chster Zeit den ein oder anderen Blazer zulegen wenn sich die Gelegenheit ergibt.<\/p>\n<p>Doch solange m\u00fcssen die Lehrer und Sch\u00fcler mich in meiner schrecklichen Alltagsklamotte erleben. Ich hoffe das f\u00fchrt zu keinem Unmut, aber meine liebe Gastschwester Camelia hat sich schon bem\u00fcht meine Bedenken zu zerstreuen: &#8222;I think they look after whether\u00a0the students wear their uniforms or not, but most of the students change after the passed the teachers. And some of the teachers even wear shirts or shorts in\u00a0 the summer.&#8220;<\/p>\n<p>Na was mache ich mir f\u00fcr Gedanken, manche tragen sogar Shorts.<\/p>\n<p>Heute werde ich mich wohl nur noch in mein erstaunlich bequemes Bettsofa kuscheln (als w\u00e4re ich das von zu Hause nicht gewohnt) und mich in den Stoff der Lesef\u00fcchse vertiefen. &#8222;Zeit der grossen Worte&#8220; von Herbert G\u00fcnther ist einer von vier Romanen die Sch\u00fcler im Rahmen des Lesef\u00fcchse- Programms lesen und besprechen sollen. Ich hoffe auf guten Lesestoff, der auch als guter Gespr\u00e4chsstoff geeignet ist.<\/p>\n<p>Da bis hierhin eh nur meine Mama gelesen hat m\u00f6chte ich sie hier an dieser Stelle einmal herzlich gr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich will nicht l\u00fcgen &#8211; es mag beweilen vorkommen, dass mir Stumpfsinnigkeit vorgeworfen wird. 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