{"id":145,"date":"2015-12-13T16:12:33","date_gmt":"2015-12-13T15:12:33","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/ghanabegreat\/?p=145"},"modified":"2015-12-13T16:12:33","modified_gmt":"2015-12-13T15:12:33","slug":"deuter-sei-dank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/ghanabegreat\/2015\/12\/13\/deuter-sei-dank\/","title":{"rendered":"Deuter sei Dank"},"content":{"rendered":"<p>&#8230;bin ich nicht direkt auf die Fresse in die Kanalisation gefallen. Ein Klassiker, auf den ich immer gewartet habe: einmal so richtig sch\u00f6n mit Schmackes ins gutter fallen. Denn die sind ja so herrlich einladend ausladend tief direkt neben der Stra\u00dfe angebracht, ein falscher Schritt im Dunkeln und man landet mal wieder im Krankenhaus, mit einem angekr\u00fcppelten Fu\u00df. Ich hasse es. Ich will nicht eingesperrt sein, ich will am Donnerstag baden beim Betriebsausflug und ich will verdammt noch mal an Weihnachten nicht im Bett rumhocken. Tja, jetzt sitze ich hier eben rum mit einem gro\u00dfen Elefantengipsfu\u00df und hoffe, dass der mir so bald wie m\u00f6glich abgenommen wird. Nachdem ich jetzt f\u00fcnf verschiedene Meinungen von drei \u00c4rzten und zwei Schwestern geh\u00f6rt habe, bin ich ziemlich ratlos. Ich tippe mal auf B\u00e4nderdehnung, was sich so innerhalb meiner google-Recherchen herauskristallisiert hat. Naja, muss mal wohl auch mal durch. Meine eigene Schuld, weil ich ja unbedingt an dieser dunklen gutter-Stelle jemanden anrufen musste, um es nicht zu vergessen. Klassiker, wie gesagt. <\/p>\n<p>Diese bl\u00f6den Smartphones. Na gut, das Gleiche h\u00e4tte auch mit nem Nokia 6310 oder was das damals war passieren k\u00f6nnen&#8230;ach Mist. Wie h\u00f6chst \u00e4rgerlich. War das jetzt Karma? Freut sich da jetzt irgendjemand dr\u00fcber? Jaja, lach du nur, es ist gar nicht mal so geil, diesen zermatschten Fu\u00df hier hinter sich her zu ziehen und es war auch nicht so geil, in diesem Krankenhaus zu sitzen und darum betteln zu m\u00fcssen, dass die blutende Wunde am Arm mal vielleicht desinfiziert werden k\u00f6nnte, ich h\u00e4tt&#8217;s ja am Ende sogar gerne selbst gemacht, aber man hatte  nichts. Kurze Darstellung der lieblichen Milde meines Arztes: Elisa: &#8222;Sie wollen mir erz\u00e4hlen, dass Sie meine Wunde nicht reinigen k\u00f6nnen. In einem Krankenhaus k\u00f6nnen Sie meine Wunde nicht reinigen. Krankenhaus &#8211; Wunde. Ist das Ihr Ernst?&#8220; Arzt, nach l\u00e4ngerem, bedeutungsschwangeren Blick: &#8222;Ich kann den Ton nicht guthei\u00dfen, in dem Sie mit mir sprechen.&#8220; Elisa: &#8222;Und ich kann die Art nicht guthei\u00dfen, in der Sie mit mir umgehen, ich bin Ihr Patient und Sie k\u00f6nnen nicht einmal meine blutende Wunde reinigen lassen!&#8220; Au\u00dferdem hatte er mich vorher noch als unh\u00f6flich bezeichnet, weil ich den gro\u00dfen Fehler gemacht hatte, w\u00e4hrend der Konsultation an mein Handy zu gehen, wo aber gerade Dr. Walter&#8217;s \u00c4rzte anriefen, die mit ihm sprechen wollten. Da hatte ich nat\u00fcrlich schon bei ihm verschissen. Ob das nun ein richtiger Arzt war, werde ich wohl nie erfahren, auf jeden Fall bestand seine Diagnose aus einem genuschelten &#8222;something muscular&#8220; und der Arzt auf der Intensivstation, zu dem ich am n\u00e4chsten Morgen geschickt wurde, regte sich dann ziemlich \u00fcber die Flickschusterei auf, die bei meinem R\u00f6ntgenbild betrieben wurde. Da hatte offenbar jemand \u00fcberhaupt keine Ahnung, aber wusste nat\u00fcrlich alles besser. <\/p>\n<p>Naja, der gl\u00fcckliche Part an der ganzen Sache war sicherlich mein Rucksack, den ich auf meine Bauchseite genommen hatte und der mich aufgrund seiner perfekten Ausgestaltung wie ein kleines Schutzpaket abgefedert hatte, so ist also mein Oberk\u00f6rper gr\u00f6\u00dftenteils heile geblieben und der Kopp eben auch. Ironischerweise auch mein Handy, was weich im Kanallaub landete. Gl\u00fccklicherweise kam auch just in dem Moment meines Sturzes ein Auto vorbei, Joe und Joe, wie ich sp\u00e4ter erfahren sollte, meine rettenden Engel, die mich zum Auto trugen, ins Krankenhaus brachten und noch so lange dort verweilten, bis Kathi und die Jungs mit dem Auto vorbei kamen. Die kriegen noch ein Deluxe-Dinner, versprochen. Nach der eingehenden Bekundung durch Dr. Walter\u2019s Spezialisten hoffe ich nun, dass ich vielleicht einen Bruch oder Riss auch 100%-ig ausschlie\u00dfen kann. W\u00e4re ganz nice so, mit Reisepl\u00e4nen und so. <\/p>\n<p>Am Freitag bin ich dann dennoch zur Arbeit gehumpelt, ich wollte ja unbedingt noch Pl\u00e4tzchen backen und eigentlich noch drehen am Morgen mit Sulaiman und danach Portia, das ging zwar leider nicht, aber immerhin konnte ich ein paar ordentliche Teige kneten und dann Bleche voller Haselnusskipferl f\u00fcllen. Am Ende stand ich sogar mit dem Chor auf der B\u00fchne und hielt eine kleine Rede zur Feuerzangenbowle und schlie\u00dflich wurde der Film gezeigt, so, wie ich es haben wollte und ich war am Ende des Tages dann auch sehr gl\u00fccklich. Jetzt hoffe ich einfach, dass alles schnell geht und ich dann meiner Caro ein guter Reisef\u00fchrer sein kann, wenn sie \u00fcbern\u00e4chsten Samstag hier in Accra ankommt. Was dazwischen mit meinen Reisepl\u00e4nen passiert \u2013 mal auf Eis legen. Wie meinen Fu\u00df. Dann lese ich halt hier irgendwo. Vielleicht. <\/p>\n<p>Sonst gibt es nicht viel zu erz\u00e4hlen, gestern war ich ein gro\u00dfes Schlaftier und Papa Joe besorgte mir Indomie, als er mich zum Tor humpeln sah, ein Held, obwohl er n\u00e4mlich Malaria hat, aber er w\u00e4re ja nicht Papa Joe, wenn er das nicht wegstecken w\u00fcrde wie ein Superheld. Also sa\u00df ich dann am Abend in meinem Himmelbettchen, mit Indomie und \u201ePommery und Putenbrust\u201c, Klassiker. Wir haben jetzt \u00fcbrigens auch einen Weihnachtsbaum im Haus. Hier sieht man mich und meinen Elefantenfu\u00df, sich \u00fcber den Weihnachtsbaum freuend. Einen fr\u00f6hlichen dritten Advent w\u00fcnsche ich und Obacht \u2013 lest euch noch mal das M\u00e4rchen vom Hans Guckindieluft durch. Immer sch\u00f6n konzentriert rumlaufen und \u2013fahren, he. <\/p>\n<p>Euer Bruchpilot<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/ghanabegreat\/files\/2015\/12\/Christmas-tree.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/ghanabegreat\/files\/2015\/12\/Christmas-tree-300x402.jpg\" alt=\"Christmas tree\" width=\"300\" height=\"402\" class=\"alignnone size-medium wp-image-146\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/ghanabegreat\/files\/2015\/12\/Christmas-tree-300x402.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/ghanabegreat\/files\/2015\/12\/Christmas-tree.jpg 571w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;bin ich nicht direkt auf die Fresse in die Kanalisation gefallen. Ein Klassiker, auf den ich immer gewartet habe: einmal so richtig sch\u00f6n mit Schmackes ins gutter fallen. 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