{"id":77,"date":"2017-10-31T10:32:59","date_gmt":"2017-10-31T09:32:59","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/geheimtippalbanien\/?p=77"},"modified":"2017-11-22T21:20:50","modified_gmt":"2017-11-22T20:20:50","slug":"albanien-ja-albanien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/geheimtippalbanien\/2017\/10\/31\/albanien-ja-albanien\/","title":{"rendered":"Albanien??! &#8211; JA, Albanien!"},"content":{"rendered":"<h1>&#8222;Wie ist\/ findest du Albanien?&#8220;<\/h1>\n<p>Das ist die wohl in den letzten Wochen meist gestellte Frage an mich und das sowohl von den Albanern als auch von Freunden und der Familie daheim. Ja gut, was soll ich darauf bitte antworten? Denn so einfach, ist diese Frage eigentlich nicht zu beantworten. Vor allem da ich mit meinen Aussagen aufpassen muss. Ich m\u00f6chte kein falsches Bild von Albanien vermitteln, denn auch wenn ich teils als &#8222;Expertin&#8220; gelte (weil ich jetzt ja hier lebe) hei\u00dft das noch lange nicht, dass ich sehr gut Bescheid wei\u00df! Dazu kommt, dass die Frage\u00a0 meistens nebenher und kurz beantwortet werden sollte, was einfach unm\u00f6glich ist. Wenn man das von zwanzig Personen gefragt wird hat man auch nicht unbedingt Lust, immer alles ins Detail zu beschreiben (sorry!). Meist ist meine Antwort also einfach: <em>Es ist anders, aber mir gef\u00e4llt es hier und ich habe mich schon sehr gut eingelebt.<\/em> Das stimmt auch, aber ist noch lange nicht alles. Mit diesem Blogeintrag m\u00f6chte ich euch nun einen ausf\u00fchrlicheren Einblick in mein albanisches Leben geben.<\/p>\n<h3>Mein Alltag<\/h3>\n<p>Ich lebe mittlerweile in einer Wohnung mit der Vermieterin zusammen. Die Wohnung ist sehr sch\u00f6n, gro\u00df, modern und auch recht zentral an DEM Boutiquen-Boulevard in Tirana. ( Zum Gl\u00fcck habe ich keine all zu gro\u00dfe Shopping-Sucht!) Zu meinen Mitbewohnerinnen geh\u00f6rt auch eine kleine Katze &#8211; sie ist die Chefin im Haus. Ich bin also nie alleine zuhause, was auch sch\u00f6n ist.<\/p>\n<p>Morgens muss ich schon zwischen halb sieben und sieben aufstehen, was eigentlich gleich fr\u00fch ist, wie bei meinem alten Schulalltag. Nur fr\u00fchst\u00fccke ich hier so gut wie immer alleine und mache mich dann auf den Weg zur Schule. Da die Busse nicht ganz so zuverl\u00e4ssig sind und sowieso keiner direkt an die Schule f\u00e4hrt, gehe ich jeden Tag rund 30 Minuten zu Fu\u00df. Dabei habe ich dann die Chance auch richtig wach zu werden. Mittlerweile ist es morgens schon sehr k\u00fchl und mittags wird es dann aber nochmal richtig warm! Man wei\u00df also nie was man anziehen sollte&#8230;<\/p>\n<p>Am Gymnasium Sami Frasheri angekommen beginne ich in Ruhe mit meiner Arbeit. Darunter sind Sekretariatsaufgaben, die ich erledigen muss, aber vor allem auch meine Projekte, mit denen ich seit neustem angefangen habe. Ich organisiere also und bereite vor. Wor\u00fcber ich mich jeden Tag freue sind die allt\u00e4glichen Kaffeepausen. Wenn ich meiner Familie oder meinem Freund von meinem Tag erz\u00e4hle kommt schon erst immer die Frage: &#8222;Na, hast du heute mal was anderes als Kaffeetrinken gemacht?&#8220; Ja ich wei\u00df, daran habe ich mittlerweile wirklich Gefallen gefunden, vor allem weil man sich dabei nicht im Lehrerzimmer einfach einen Kaffee aus der Maschine l\u00e4sst und ihn am Arbeitsplatz trinkt. Nein, man geht in ein kleines Caf\u00e9 direkt gegen\u00fcber von der Schule und genie\u00dft dort die kurze Auszeit von dem schulischen Get\u00fcmmel. Die S\u00fcdl\u00e4nder wissen einfach wie man genie\u00dft! Davon k\u00f6nnten wir uns echt eine Scheibe abschneiden.<\/p>\n<p>Nach der 6. Stunde sind dann meistens meine AG&#8217;s, also meine Tanz-AG oder das Training f\u00fcr den Lesewettbewerb. Ich komme dann also entweder um zwei Uhr oder um drei Uhr nach Hause. Viel arbeiten muss ich also nicht, wodurch ich viel Freizeit habe, die ich auch sehr genie\u00dfe!<\/p>\n<p>Neben all diesen normalen T\u00e4tigkeiten komme ich aber auch auf &#8222;elit\u00e4re Events&#8220;, wie die Veranstaltungen der Deutschen Botschaft, also das Fest zum Tag der Deutschen Einheit sowie dem Deutschen Oktober. Dadurch wurde mir wieder einmal klar, was f\u00fcr eine privilegierte Stellung ich hier als deutsche\u00a0Ausl\u00e4nderin habe.<\/p>\n<div id=\"attachment_92\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/geheimtippalbanien\/files\/2017\/10\/IMG_20171003_210726.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-92\" class=\"size-medium wp-image-92\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/geheimtippalbanien\/files\/2017\/10\/IMG_20171003_210726-300x533.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/geheimtippalbanien\/files\/2017\/10\/IMG_20171003_210726-300x533.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/geheimtippalbanien\/files\/2017\/10\/IMG_20171003_210726.jpg 576w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-92\" class=\"wp-caption-text\">Tag der Deutschen Einheit in der Deutschen Botschaft Tirana<\/p><\/div>\n<h3>Die Sprache<\/h3>\n<p>Die Sprache ist eine schwierige Sprache, da ich keinerlei Verbindungen zu Englisch, Franz\u00f6sisch, Spanisch oder gar Deutsch ziehen kann. Es ist etwas komplett anderes und viele meinen sogar, es sei genauso schwer, zu erlernen wie Deutsch &#8211; wenn nicht sogar schwerer!<\/p>\n<p>Mittlerweile nehme ich auch schon an einem albanisch Sprachkurs teil, der montags und mittwochs stattfindet. Es ist mega witzig, eine Fremdsprache in einer Fremdsprache mit Leuten aus aller Welt zu lernen, auch wenn es manchmal sehr verwirrend ist. So kommt es, dass ich \u00f6fters einfach nicht wei\u00df was sagen, da ich zuerst \u00fcberlegen muss in welcher Sprache ich jetzt sprechen muss und dann erst einen Satz bilden kann. Aber so langsam verstehe ich auch einzelne W\u00f6rter, wenn im Lehrerzimmer albanisch gesprochen wird und das ist jedes Mal ein kleines Erfolgserlebnis f\u00fcr sich.<\/p>\n<h3>Die Schule<\/h3>\n<p>Gleich am ersten Tag wurde mir klar, dass die Sch\u00fcler unglaublich gut und auch motiviert sind. Von ihren Deutschkenntnissen war ich wirklich \u00fcberrascht, auch wenn ich von den ehemaligen Freiwilligen davon geh\u00f6rt hatte. Es ist also sehr einfach, sich mit den Sch\u00fclern zu unterhalten und Projekte mit ihnen zu machen. Dadurch macht die Arbeit auch sehr viel Spa\u00df! Dazu kommt, dass ich auch viel Gl\u00fcck mit meinen Kollegen hatte. In meinem ersten Beitrag habe ich schon von der herzlichen Begr\u00fc\u00dfung und Aufnahme ins Team gesprochen. Genauso lief bisher auch der Schulalltag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_93\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/geheimtippalbanien\/files\/2017\/10\/IMG_20171012_145328.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-93\" class=\"size-medium wp-image-93\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/geheimtippalbanien\/files\/2017\/10\/IMG_20171012_145328-300x533.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/geheimtippalbanien\/files\/2017\/10\/IMG_20171012_145328-300x533.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/geheimtippalbanien\/files\/2017\/10\/IMG_20171012_145328.jpg 576w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-93\" class=\"wp-caption-text\">Das Gymnasium Sami Frasheri<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Sitten und Br\u00e4uche<\/h3>\n<p>Etwas, das ich gleich an den ersten Tagen gelernt hatte, war, dass die meisten Frauen ihre Taschen nie auf den Boden stellten, sondern immer auf einen Stuhl neben sich. Es werden also immer wahnsinnig viele St\u00fchle gebraucht, wenn Frauen Kaffee trinken oder Essen gehen! Dieser Brauch h\u00e4ngt zum einen mit einem Aberglaube zusammen. Man stellt sein Hab und Gut nicht auf den Boden, ansonsten geschieht einem etwas Schlechtes. So kam es, dass mir am zweiten Tag eine Kellnerin einen Stuhl neben mich stellte und mir meine Tasche vom Boden aufhob und auf den Stuhl legte. Ich fand das eine nette Geste, aber hatte wohl dennoch recht verwirrt ausgesehen wodurch mir das die Frau meines Ansprechpartners gleich erkl\u00e4rte. Dieser Brauch hatte mich nicht ganz losgelassen, weswegen ich die n\u00e4chsten Tage noch andere Albanerinnen gefragt hatte, wieso das so gemacht wird. Manche erkl\u00e4rten mir auch, dass es einen ganz praktischen Grund hatte. Zum einen waren die B\u00f6den fr\u00fcher noch dreckiger und man hatte den Leuten fr\u00fcher weniger getraut. Das war ein Beispiel von Br\u00e4uchen und Gewohnheiten der Albanerinnen, womit ich schnell in Kontakt kam und was ich aber auch als recht praktisch empfand.<\/p>\n<h3>Unterschiede<\/h3>\n<p>Die ersten Wochen sind mir kaum Unterschiede aufgefallen. Tirana ist zwar eine chaotischere Gro\u00dfstadt, als die deutschen Gro\u00dfst\u00e4dte, die ich kenne, aber ansonsten ist sie genauso laut, hektisch und gro\u00df. Mit der Zeit fallen einem aber dann doch viele Unterschiede auf. Zum Beispiel gibt es keinerlei offizielle Buspl\u00e4ne. Ich muss mich also immer bei Einheimischen erkundigen, wo ich welchen Bus nehmen muss, um am richtigen Ziel anzukommen oder ich laufe meistens. Au\u00dferdem muss man hier sehr gut aufpassen, wenn man eine Stra\u00dfe \u00fcberquert. Gr\u00fcn bedeutet nicht, dass man sicher auf der anderen Stra\u00dfenseite ankommt und die Hupe wird hier so oft wie die Gangschaltung benutzt, auch wenn die Ampeln darauf eher weniger reagieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Zusammenfassend kann man sagen:<\/em><\/p>\n<p>Ich hatte schon immer den Wunsch, nach meinem Abitur ins Ausland zu gehen. Dabei hatte ich aber nie an Albanien gedacht. Daher war ich auch \u00fcber mich selbst \u00fcberrascht, dass ich das Angebot von kulturweit angenommen habe. Doch jetzt kann ich nur sagen: Es ist eine einmalige Erfahrung! Und ich bin froh, dass ich diese in Albanien machen kann! Nicht jeder kommt in ein solches Land, viele wissen nicht einmal, dass es das gibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen guten Einblick geben!<\/p>\n<p>Kalofshi mir\u00eb!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wie ist\/ findest du Albanien?&#8220; Das ist die wohl in den letzten Wochen meist gestellte Frage an mich und das sowohl von den Albanern als auch von Freunden und der Familie daheim. Ja gut, was soll ich darauf bitte antworten? Denn so einfach, ist diese Frage eigentlich nicht zu beantworten. 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