{"id":51,"date":"2016-03-23T00:53:44","date_gmt":"2016-03-22T23:53:44","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/fsjparaguay\/?p=51"},"modified":"2016-07-27T14:51:54","modified_gmt":"2016-07-27T18:51:54","slug":"la-pina-die-ananas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/fsjparaguay\/2016\/03\/23\/la-pina-die-ananas\/","title":{"rendered":"La pi\u00f1a &#8211; die Ananas"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Die Vorh\u00e4nge flattern im Wind, der durch die ge\u00f6ffneten Fenster in das Klassenzimmer hineinweht. An der Decke rotieren zwei Ventilatoren. Dennoch f\u00fchlt es sich so an, als stehe die Luft im Raum. Es ist kurz nach zehn am Vormittag, die f\u00fcnfte Stunde hat gerade begonnen und es herrschen sp\u00e4tsommerliche Temperaturen von 32\u00b0C.<br \/>\nDie insgesamt f\u00fcnfzehn Sch\u00fcler der zweiten und dritten Jahrgangsstufe werden aufgrund des Lehrermangels zusammen unterrichtet. Im Augenblick hat die zweite Klasse Mathematik und rechnet Aufgaben gemeinsam mit der Klassenlehrerin. W\u00e4hrenddessen sind die Drittkl\u00e4ssler mit Schreibaufgaben im Deutschunterricht besch\u00e4ftigt. Auf Zetteln stehen Satzfragmente, welche die Kinder in sinnvoller Reihenfolge anordnen sollen, bevor sie die entstandenen Geschichten in ihren Heften niederschreiben. Ich gehe von Tisch zu Tisch, helfe, wenn n\u00f6tig und korrigiere Fehler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So \u00e4hnlich l\u00e4uft in meiner Einf\u00fchrungswoche jede Stunde ab, die ich in den Klassen der Primarstufe (erste bis sechste Jahrgangsstufe) verbringe. Man setzt mich im Unterricht in allen F\u00e4chern ein. In vielen Klassen gibt es Kinder, die besonderen F\u00f6rderbedarf haben. Sei es wegen k\u00f6rperlicher Behinderung, Lernschw\u00e4che, Konzentrationsst\u00f6rungen oder wegen Sprach- und Geh\u00f6rsch\u00e4digungen. Dann begleite ich gezielt diese Kinder w\u00e4hrend der Unterrichtsstunden, erkl\u00e4re ihnen die Aufgaben ausf\u00fchrlich, beantworte ihre Fragen und unterst\u00fctze sie beim Lesen und Schreiben. Manchmal wird die Klasse auch geteilt, wenn f\u00fcr eine Aufgabe bespielsweise ein solides Leseverst\u00e4ndnis erforderlich ist: Der Gro\u00dfteil der Sch\u00fcler erledigt die gestellte Aufgabe weitgehend selbstst\u00e4ndig, w\u00e4hrend ich mit einer kleinen Gruppe von zwei bis drei Sch\u00fclern den Klassenraum verlasse und wir das behandelte Thema gemeinsam erarbeiten. Einzelnen Sch\u00fclern, bei denen der F\u00f6rderbedarf besonders hoch ist, gebe ich gesondert Nachhilfestunden im Fach Deutsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Muttersprache vieler Sch\u00fcler ist Guaran\u00ed. Da in der Primarstufe alle F\u00e4cher bis auf Geschichte und Spanisch in deutscher Sprache unterrichtet werden, treten hier oft Schwierigkeiten auf. Ab der siebten Klasse ist die Unterrichtssprache \u00fcberwiegend Spanisch. Von den mennonitischen Kindern sprechen viele zu Hause Plattdeutsch.<br \/>\nBei solch einer Menge verschiedener sprachlicher Einfl\u00fcsse ist es kaum verwunderlich, dass eine Vermischung stattfindet. Sowohl Sch\u00fcler als auch Lehrer bauen oft ganz selbstverst\u00e4ndlich guaranische, spanische und plattdeutsche Worte in hochdeutsche S\u00e4tze ein.<br \/>\nWenn ich mit den Sch\u00fclern der ersten Klasse die deutschen Vokabeln f\u00fcr Obst wiederhole, dauert es nicht lange, bis die spanischen Begriffe genannt werden. Die Kinder bringen mir neue Vokabeln bei und schlie\u00dflich lerne ich sogar mir bisher unbekannte Obstsorten kennen: Die kleinste Zitrusfrucht hei\u00dft Kumquat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorh\u00e4nge flattern im Wind, der durch die ge\u00f6ffneten Fenster in das Klassenzimmer hineinweht. An der Decke rotieren zwei Ventilatoren. 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