{"id":98,"date":"2014-01-12T18:46:17","date_gmt":"2014-01-12T17:46:17","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/?p=98"},"modified":"2014-06-25T16:31:42","modified_gmt":"2014-06-25T14:31:42","slug":"schnee-der-ganz-normale-wahnsinn-und-ein-super-trip-nach-israel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/2014\/01\/12\/schnee-der-ganz-normale-wahnsinn-und-ein-super-trip-nach-israel\/","title":{"rendered":"Schnee, der ganz normale Wahnsinn und ein super Trip nach Israel"},"content":{"rendered":"<p>Daran, dass bei Auslandsblogs weniger gebloggt wird, merkt man, dass mit der Zeit alles immer normaler wird. Da mein letzer Eintrag schon l\u00e4nger als 5 Wochen her ist (Asche auf mein Haupt), werde ich den vergangenen Monat f\u00fcr euch im Schnellformat Revue passieren lassen (obwohl einige Erlebnisse eigentlich einen ganzen Eintrag f\u00fcr sich verdient h\u00e4tten&#8230;).<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/IMG_7755.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-99\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/IMG_7755-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/IMG_7755-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/IMG_7755-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Folgetag meines letzten Eintrags habe ich tags\u00fcber zusammen mit einer sehr buntgemischten, super sympathischen Gruppe ein W\u00fcstenschloss nicht sehr weit weg von Amman angesehen. Abends folgte das vermeintliche Highlight in Form eines Weihnachtsmarktbesuchs hier in Amman. Dass dieser indoor stattfinden w\u00fcrde, verstand sich von selbst. Dass es sich aber \u00fcberwiegend um Flohmarkt \u00e4hnliche Zust\u00e4nde und B\u00e4ckereien, die vollkommen \u00fcberteuerte (ca. 13 \u20ac f\u00fcr ein P\u00e4ckchen Lebkuchen) und \u00fcberzuckerte Pl\u00e4tzchen verkauften, hat mich dann doch ziemlich ern\u00fcchtert.<\/p>\n<p>Auf die beim letzten Mal beschriebenen gro\u00dfen Regenf\u00e4lle sollten dann noch viel gr\u00f6\u00dfere (unbeschreibliche) Schneef\u00e4lle kommen. <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/2013-12-13-11.18.36.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-100\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/2013-12-13-11.18.36-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/2013-12-13-11.18.36-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/2013-12-13-11.18.36-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Und so ergab sich ein seeehr langes Wochenende, was zun\u00e4chst nach Spa\u00df klingen k\u00f6nnte, dann aber doch ziemlich schnell zur Nervenprobe wurde.<\/p>\n<p>Immerhin fiel hier in Amman so viel Schnee wie seit 112 Jahren nicht mehr. In der Gegend, in der ich wohne, lagen 60cm dieser fragw\u00fcrdigen Pracht. F\u00fcr meine Hofer Freunde klingt das wahrscheinlich nicht besonders spektakul\u00e4r. Man bedenke aber, dass der Nahe Osten auf sowas nun wirklich nicht eingestellt ist. Am ersten Tag waren dennoch oder eher deshalb alle euphorisiert und Schneeb\u00e4lle-aus-dem-fahrenden-Auto-auf-hilf-und-wehrlose-Fu\u00dfg\u00e4nger-werfen entwickelte sich zum neuen Volksport und \u00fcberall fanden sich Schneem\u00e4nner und Iglus.<\/p>\n<p>Als dann aber im Laufe der n\u00e4chsten Tage immer mehr wei\u00dfes Zeug vom Himmel fiel, durften sich viele Einwohner Ammans <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/2013-12-16-17.39.45.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-101\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/2013-12-16-17.39.45-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/2013-12-16-17.39.45-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/2013-12-16-17.39.45-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>teilweise tagelang ohne Strom und ohne Brot zurechtfinden. Die Stromleitungen waren von umgeknickten B\u00e4umen besch\u00e4digt worden und da es tags\u00fcber immer wieder leicht taute, dann aber doch wieder gefror, entwickelten sich die Stra\u00dfen zu einem spiegelglatten Potential, sein Auto oder sich selber rutschenderweise erheblichen Schaden zuzuf\u00fcgen. Deshalb konnten die Stromleitungen nat\u00fcrlich nicht repariert werden und die Superm\u00e4rkte auch nicht mit Brot beliefert werden (bzw. ist der B\u00e4cker wahrscheinlich noch nicht mal zur Arbeit gekommen&#8230;).<\/p>\n<p>Wer mutig war, hat versucht, n\u00f6tige Besorgungen zu Fu\u00df zu erledigen. Und so hatten meine Mitbewohner und ich nicht nur das Gl\u00fcck, die ganze Zeit mit Strom versorgt worden zu sein, sondern konnten den normalerweise nur 10 Minuten entfernt liegenden und nicht so gepl\u00fcnderten Supermarkt nach einer 3\/4 Stunde dann doch ziemlich nassen und kalten Fu\u00dfes erreichen, um uns mit ein paar in den Regalen verbliebenen Sachen einzudecken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/1386867542938.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-102\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/1386867542938-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Zus\u00e4tzlich hatten wir noch einen Kamin und einen Plastikweihnachtsbaum im Wohnzimmer verf\u00fcgbar. Und so kam dann tats\u00e4chlich doch mal ein bisschen Weihnachtsstimmung auf hier in Amman. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als uns dann doch die Decke (Gott sei Dank nur sprichw\u00f6rtlich &#8211; einige andere Geb\u00e4ude waren da nicht so stabil) auf den Kopf fiel und wir uns alle unseren Alltag herbeigesehnt haben. Eine Woche sp\u00e4ter war die Lage wieder halbwegs unter Kontrolle und der Flughafen und die dorthin f\u00fchrende Stra\u00dfe wieder offen. Immerhin erwartete ich ja Besuch aus Deutschland!<\/p>\n<p>Vorher wurde aber noch von der Regierung angeordnet, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr November angesetzte und dann doch nicht durchgef\u00fchrte Zeitumstellung nachzuholen.<\/p>\n<p>Zusammen mit zwei meiner Mitbewohnerinnen war ich Teil einer Expats-Party, die so auch in Deutschland h\u00e4tte stattfinden k\u00f6nnen und gerade deshalb so seltsam war. Der kr\u00f6nende Abschluss vor Weihnachten war dann die gut 2-st\u00fcndige Prozedur der Visumsverl\u00e4ngerung, die ich \u00fcber mich ergehen lassen musste.<\/p>\n<p>Und so begannen die Weihnachtsferien erst richtig am 24.12. mit einem deutschsprachigen Gottesdienst in einer arabischen Kirche <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/IMG_7808.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-104\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/IMG_7808-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/IMG_7808-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2014\/01\/IMG_7808-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>und einem Weihnachtsessen mit arabischer K\u00fcche. Den 1. und 2. Feiertag verbrachten wir in der alten Nabat\u00e4er-Stadt Petra &#8211; teilweise auf einem Kamel reitend, \u00fcberwiegend aber zu Fu\u00df trepp-auf, trepp-ab.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag erfolgte das touristische Programm in Um Qais (einer Ruinenst\u00e4tte mit exklusivem Blick auf die Golanh\u00f6hen), Ajloun (einer Anti-Kreuzritterburg, die von einem Mann erbaut wurde, \u00fcber den ich doch tats\u00e4chlich schon mal eine Hausarbeit an der Uni geschrieben habe &#8211; so ein Zufall) und Jerash (die alte R\u00f6merstadt, die ich schon einmal in dem Artikel &#8222;Alte Steine, viel Regen und kein Taxi&#8220; beschrieben habe). Am Folgetag machten wir Amman unsicher, bevor wir uns am Tag danach die f\u00fcr ihre Mosaiken bekannte Stadt Madaba, den Berg Nebo (von hier soll Moses das Gelobte Land gesehen haben) und das Tote Meer (leider ohne Schwimmen, da viel zu kalt) angesehen haben.<\/p>\n<p>Am Tag vor Silvester folgte dann positiver Kulturschock 2.0 &#8211; der Trip nach Israel. Die Grenze konnten wir dankenswerterweise ohne gr\u00f6\u00dfere Probleme &#8211; sondern nur durch gew\u00f6hnliche &#8222;Befragungen&#8220; und einem sich uns nicht ganz erschlie\u00dfenden organisatorischen Prinzip begleitet &#8211; passieren. Und so hatten wir innerhalb von nur 5 Stunden die Distanz \u00fcberwunden, die einer Luftlinie von 73km entspricht. Willkommen im Nahen Osten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_3149.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-133\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_3149-150x150.jpg\" alt=\"IMG_3149\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_3149-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_3149-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Und dann stehst du auf einmal in Jerusalem und du merkst gar nicht mehr, dass du im Nahen Osten bist. Abgesehen von den Menschen, die wirklich \u00fcberall und massenweise mit ihren Schnellfeuergewehren unterwegs sind, und der hebr\u00e4ischen Schrift k\u00f6nnte diese Stadt, in der wir waren, auch in Europa liegen. So komplett anders als Amman, dass es sich schon wieder fast anf\u00fchlte wie zu Hause (dass ich in entsprechender Begleitung war, machte es nat\u00fcrlich noch leichter). So verbrachten wir dann 4 Tage mit dem typischen Programm: Via Dolorosa, \u00d6lberg (ziemlich vollgebaut), Altstadt (ziemlich vollgestopft und nix f\u00fcr Orientierungsk\u00fcnstler wie mich), Klagemauer, Knessetf\u00fchrung (israelisches Parlament), Garten Getsemani und Grabeskirche (noch viel vollgestopfter!). Au\u00dferdem haben wir 2 Anl\u00e4ufe unternommen, den Tempelberg zu sehen. Die schier endlosen Warteschlangen davor haben uns leider daran gehindert. Am Silvestermorgen konnten wir daf\u00fcr eine Tour ins Westjordanland machen und Bethlehem sehen.<\/p>\n<p>Silvester selber haben wir dann ziemlich entspannt zun\u00e4chst in einem jemenitischen Restaurant und dann in einer sehr sch\u00f6nen Kneipe mit Livemusik verbracht. Feuerwerk gab es leider keines. Die Israelis m\u00f6gen Dinge, die zu laut knallen, vermutlich nicht. Daf\u00fcr war die Pr\u00e4senz der Schnellfeuergewehre an diesem Abend deutlich erh\u00f6ht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_3335.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-137\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_3335-150x150.jpg\" alt=\"IMG_3335\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_3335-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_3335-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Nachdem Jerusalem quasi abgearbeitet war, sind wir f\u00fcr die restlichen Tage nach Tel Aviv gefahren. Die Busfahrt ging angenehmerweise sehr unaufgeregt und fast mit heimatlich anmutender Organisation vonstatten. In Tel Aviv angekommen haben wir prim\u00e4r das Mittelmeerklima am Strand genossen (so feinen und vor allem sauberen Sand habe ich noch nirgendwo gesehen!).<\/p>\n<p>2 Tage sp\u00e4ter zerstreuten sich unsere Wege dann leider schon wieder und so fand ich mich 8 (!) Stunden nach meinem Aufbruch in Tel Aviv in Amman wieder (112km Luftlinie).<\/p>\n<p>Die erste Arbeitswoche verging dann auch wieder ziemlich fix und es schloss sich ein langes Wochenende an, weswegen ich heute an einem Sonntag auch in Amman mal frei habe. Der Geburtstag des Propheten Mohammad w\u00e4re zwar eigentlich erst morgen, aber den Feiertag auf heute zu legen ist ja schon irgendwie cleverer. Fanden auch die jordanischen Beh\u00f6rden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Daran, dass bei Auslandsblogs weniger gebloggt wird, merkt man, dass mit der Zeit alles immer normaler wird. 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