{"id":92,"date":"2013-11-29T21:25:18","date_gmt":"2013-11-29T20:25:18","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/?p=92"},"modified":"2014-06-25T16:08:32","modified_gmt":"2014-06-25T14:08:32","slug":"einmal-kulturschock-und-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/2013\/11\/29\/einmal-kulturschock-und-zurueck\/","title":{"rendered":"Einmal &#8222;Kulturschock&#8220; und zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Tja, wie soll ich jetzt 8 Tage T\u00fcrkei (davon 5 Tage kulturweit-Zwischenseminar) in einem Blogeintrag verarbeiten? M\u00f6glichst so, dass ihr alle beim Lesen nicht einschlaft&#8230; Ich hab keine Ahnung (wie immer), werd aber mein Bestes geben (auch wie immer).<\/p>\n<p>Angefangen hat die ganze Reise vorletzten Freitag, 4.45 Uhr jordanischer Zeit, als auf wundersame Weise direkt (!) vor meiner Haust\u00fcr ein Taxi stand, dessen Fahrer mich auch bereitwillig zu dem Treffpunkt gebracht hat, der mit den M\u00e4dels vom Goethe-Institut, mit denen ich zusammen gefahren bin, ausgemacht war.<\/p>\n<p>Bl\u00f6d nur, dass ich 20 Minuten zu fr\u00fch da war und nat\u00fcrlich auch in der Dunkelheit mit meinen zwei Koffern reichlich Aufmerksamkeit erweckte. Alle Taxis hupten, hielten an und fragten, wo ich hin wolle. Und auch die ein oder anderen Insassen eines Privat-PKWs haben sich gro\u00dfm\u00fctig angeboten, mich mitzunehmen. Keine besonders sch\u00f6ne Situation. W\u00e4re es in Deutschland aber auch nicht gewesen.<\/p>\n<p>Der Rest der Reise war recht unspektakul\u00e4r und vom Flug hab ich nicht viel mehr mitbekommen als das Fr\u00fchst\u00fcck und die Landung. Den Rest hab ich einfach verschlafen.<\/p>\n<p>Unsere Ankunft in der T\u00fcrkei war f\u00fcr au\u00dfenstehende Beobachter bestimmt sehr unterhaltsam. Nachdem wir zun\u00e4chst lange durch lautes Diskutieren untereinander versucht haben, den aktuellen Wechselkurs zur T\u00fcrkischen Lira zu ermitteln, um eine entsprechende Menge Geld abzuheben und ziemlich ratlos vor den Automaten standen, welche die Tickets f\u00fcr die Stra\u00dfenbahn verkaufen, war es wohl das Highlight, wie wir uns in der Tram verhalten haben&#8230;<\/p>\n<p>Allein schon die Tatsache, dass es \u00f6ffentliche Verkehrsmittel gibt, und man sich nicht mit den Taxis rum\u00e4rgern muss, hat uns aufs \u00c4u\u00dferste begeistert. Als wir dann mit unserem Gep\u00e4ck die erste Stra\u00dfenbahn bestiegen hatten und losfuhren, verfielen wir endg\u00fcltig in kindliche Verz\u00fcckung. Bei jedem Baum, Wasserlauf und bei jeder Grasfl\u00e4che fingen wir an wie wild mit dem Finger darauf zu zeigen, damit die anderen beiden dieses Wunder der Natur auch ja nicht verpassten, und lautstark unserer Freude kund zu tun. Muss ein sehr erheiterndes Bild gewesen sein. Auch die sauberen Stra\u00dfen und die verschiedenfarbigen H\u00e4user konnten helle Begeisterung entfachen.<\/p>\n<p>&#8222;Hier ist es wie zu Hause!&#8220; Solche S\u00e4tze kommen dann, wenn man Sachen sieht, die daheim selbstverst\u00e4ndlich sind, im Einsatzland aber eine wirkliche Rarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Eine sehr lange Fahrt in einer zweiten, vollkommen \u00fcberf\u00fcllten Tram sp\u00e4ter, kamen wir etwas entnervt an der Endhaltestation an. Aber hey, immerhin gibt es \u00f6ffentliche Verkehrsmittel! Unser Hostel, das sich in unmittelbarer N\u00e4he zur Hagia Sophia und Blauen Moschee befand, war dann auch irgendwann gefunden. Und wir konnten unser 6-Bettzimmer beziehen. Da! &#8230;genau. Wer hat&#8217;s bemerkt? Wir waren nur zu dritt. Hatten aber ein Zimmer f\u00fcr 6. Und das auch nur, weil uns die Hostelleitung upgegraded hatte von unserem urspr\u00fcnglichen 10-Bettzimmer. Wer mich kennt, wei\u00df, dass man diesen Teil der Geschichte auch mal wieder unter &#8222;Wie sich Freya selbst \u00fcberwindet&#8220; verbuchen k\u00f6nnte. Vor allem, da das Bad auch noch auf dem Flur lag. Wann bin ich eigentlich so ein Weichei geworden?! \ud83d\ude00<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-119\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_7491-150x150.jpg\" alt=\"IMG_7491\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_7491-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_7491-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>Aber Gott sei Dank (arab.: hamdulillah) waren die Leute vom Hostel sehr freundlich, das Zimmer und Bad sauber und die M\u00e4dels in unserem Zimmer wirklich nett. So konnten wir dann &#8211; leider unter Schlechtwetterbedingungen (das war in Amman eindeutig sch\u00f6ner) &#8211; unsere Sightseeing-Tour starten. Von Freitag bis Sonntag haben wir so die Blaue Moschee (und noch 2 andere Moscheen), die Hagia Sophia, die Zisterne und den Topkapi-Palast besucht. Wir sind am Wasser entlang spaziert, haben die obligatorische Bosporus-Bootstour gemacht und waren in Taksim. Wir haben diverse Suqs und Gesch\u00e4fte von innen gesehen, weil man quasi nicht daran vorbeigehen kann, da einen die H\u00e4ndler mehr oder weniger in die L\u00e4den &#8222;zwingen&#8220; &#8211; auch gerne unter Zuhilfenahme der Deutschkenntnisse. Aber drinnen fanden sich auch fast immer wundervolle Kleinigkeiten, die sich super als <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_7733.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-118\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_7733-150x150.jpg\" alt=\"IMG_7733\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_7733-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/IMG_7733-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Mitbringsel eigneten. Nat\u00fcrlich waren wir auch auf der gro\u00dfen, modernen Istiklal-Stra\u00dfe unterwegs und haben die Menschenmassen bestaunt.<\/p>\n<p>Montagfr\u00fch bin ich dann alleine Richtung Seminarort aufgebrochen. Schlie\u00dflich waren wir ja nicht (nur) zum Spa\u00df in der T\u00fcrkei. Die beiden anderen M\u00e4dels wollten noch einmal Souvenirs kaufen gehen, worauf ich keine Lust hatte und mich deshalb alleine mit der Tram zum Busbahnhof gesetzt hatte. Dort angekommen, hatte ein (wortw\u00f6rtlich) \u00e4u\u00dferst zuvorkommender Busfahrer auf meinem Notizzettel den Vermerk gesehen, der angab, wo ich hin wollte, mich kurzerhand auf t\u00fcrkisch davon \u00fcberzeugt, dass sein Bus da jetzt hinf\u00e4hrt, meinen Koffer im Gep\u00e4ckraum desselbigen verstaut und mich in das Fahrzeug geschoben. Schade. Denn\u00a0eigentlich wollte ich mich am Busbahnhof noch mit 2 anderen kulturweit-Freiwilligen <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-120\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/WP_002397-150x150.jpg\" alt=\"WP_002397\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/WP_002397-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/WP_002397-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>treffen, um gemeinsam zu reisen. Naja, der Zug\/ Bus war jetzt abgefahren und ich alleine auf&#8217;m Weg zum Seminarort.<\/p>\n<p>Eine ziemlich lange Busfahrt durch Istanbul und seine Outskirts sp\u00e4ter war ich an meiner Zielhaltestelle angekommen und ziemlich \u00fcberrascht von der Tatsache, wie weit ich in Jordanien doch mit meinem 3 Worten Arabisch komme. Zumindest im Vergleich zu hier, wo ich mich noch nicht mal ansatzweise auf T\u00fcrkisch ausdr\u00fccken konnte&#8230; Auch nicht in dem Taxi, das mich zur Unterkunft bringen sollte. Den Fahrer hab ich einfach nur freundlich angel\u00e4chelt und ihm den Zettel mit dem Namen des Hotels gezeigt. Tja, und wie fragt man jetzt auf T\u00fcrkisch, was das kostet?! &#8230; Das h\u00e4tte ich zumindest auf Arabisch noch hinbekommen. In der T\u00fcrkei blieb mir nix anderes \u00fcbrig als einfach zu sagen: &#8222;Lira?&#8220; &#8230; Bl\u00f6de Touristen. Man stelle sich vor, in Deutschland in ein Taxi zu steigen und statt &#8222;Entschuldigung, wie viel wird die Fahrt kosten?&#8220; einfach &#8222;Euro???&#8220; zu fragen. Fabelhaft!<\/p>\n<p>Aber auch dieses R\u00e4tsel konnte gel\u00f6st werden und ich kam etwas abgek\u00e4mpft im Hotel an und freute mich wahnsinnig, zwei vertraute, deutschsprachige Gesichter dort zu entdecken. Nach und nach trudelten dann auch die anderen ein und wir konnten unser Seminar nach Plan starten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-93 alignright\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/11\/1480648_10201067813000773_307421139_n-150x150.jpg\" alt=\"Zwischenseminar\" width=\"150\" height=\"150\" \/>R\u00fcckblickend betrachtet hat mir das Seminar sehr viel gebracht. Sowohl hinsichtlich der Reflexion der bereits vergangenen Zeit als auch hinsichtlich dessen, was noch vor mir liegt. Immerhin ist n\u00e4chste Woche schon Halbzeit. Au\u00dferdem hat es sehr gut getan, sich mit den anderen Freiwilligen mal auszutauschen und auch die Situationen vergleichen zu k\u00f6nnen. Unsere Teamerin war echt super und ich denke, wir hatten eine wirklich tolle Woche.<\/p>\n<p>Anfangs war ich au\u00dferdem \u00fcber den Tapetenwechsel ganz froh. Zum Schluss hab ich mich aber auch wieder auf &#8222;zu Hause&#8220; gefreut.<\/p>\n<p>Schon putzig, wie sich Dinge mit einer bestimmten Perspektive \u00e4ndern. Von der T\u00fcrkei aus war am Ende der Woche Amman mein zu Hause. Anders herum war die T\u00fcrkei von Amman kommend wie zu Hause, da es im \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbild eher Europa \u00e4hnelt als Jordanien dies tut.<\/p>\n<p>Naja, also es ist sch\u00f6n, wieder hier zu sein. Es war sehr sch\u00f6n in der T\u00fcrkei. Und ich bin mir sicher, es wird auch sch\u00f6n sein, n\u00e4chstes Jahr wieder bei euch und zu Hause zu sein!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tja, wie soll ich jetzt 8 Tage T\u00fcrkei (davon 5 Tage kulturweit-Zwischenseminar) in einem Blogeintrag verarbeiten? M\u00f6glichst so, dass ihr alle beim Lesen nicht einschlaft&#8230; Ich hab keine Ahnung (wie immer), werd aber mein Bestes geben (auch wie immer). 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