{"id":86,"date":"2013-11-07T19:14:20","date_gmt":"2013-11-07T18:14:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/?p=86"},"modified":"2014-06-25T15:42:10","modified_gmt":"2014-06-25T13:42:10","slug":"alte-stein-viel-regen-und-kein-taxi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/2013\/11\/07\/alte-stein-viel-regen-und-kein-taxi\/","title":{"rendered":"Alte Steine, viel Regen und kein Taxi"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-87 alignright\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/11\/IMG_7384-150x150.jpg\" alt=\"Jerash\" width=\"150\" height=\"150\" \/>In Jordanien ist mal wieder Wochenende gewesen. Also musste ein Ausflug her! Kein Problem, bei den dutzenden M\u00f6glichkeiten, die sich einem hier bieten. Also war ein Ziel schnell identifiziert und f\u00fcr freundliche Begleitung ist ja sowieso gesorgt.<\/p>\n<p>Also haben L. und ich Freitagvormittag ein Sammeltaxi Richtung Jerash genommen. Schlie\u00dflich wird die alte R\u00f6merstadt in wirklich jedem Reisef\u00fchrer als unbedingtes Must-See beschrieben. Und das wollten wir uns nat\u00fcrlich nicht entgehen lassen.<\/p>\n<p>Die Anfahrt war diesmal ziemlich unspektakul\u00e4r. Daf\u00fcr war bereits das erste zu bestaunende Bauwerk sehr spektakul\u00e4r. Ebenso alle anderen, die darauf folgten und sehr gut erhalten waren.<\/p>\n<p>Da es trotz Zeitverschiebung und -verwirrung auch in Jordanien November ist, war das Wetter auch super f\u00fcr eine Besichtigung. Die Sonne war weniger gnadenlos, daf\u00fcr tauchten ab und zu immer mal wieder ein paar flauschige W\u00f6lkchen am Himmel auf.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-168\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/11\/IMG_7386-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/11\/IMG_7386-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/11\/IMG_7386-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>So sind wir etwa 2 &#8211; 3 Stunden durch unglaublich viele und unglaublich alte Steine marschiert. Dabei war, wie gesagt, das meiste super gut erhalten. Den Rest, also die Steine, die sich nicht mehr in ihrer urspr\u00fcnglichen Anordnung befanden und in Deutschland fein s\u00e4uberlich nummeriert und in einer Vitrine nach Gr\u00f6\u00dfe und Gewicht sortiert w\u00e4ren, fanden wir in einem uns sich nicht erschlie\u00dfenden System auf dem Boden aufgesch\u00fcttet.<\/p>\n<p>In der Zeit, in der wir ehrf\u00fcrchtig diese alten Ruinen und Bruchst\u00fccke angeschaut haben, hatten sich die einst flauschigen W\u00f6lkchen zu dunkelgrauen Monstern entwickelt, die sich aus 2 Richtungen kommend \u00fcber Jerash zu sammeln schienen.<\/p>\n<p>Kein Grund, die Anlage \u00fcberst\u00fcrzt zu verlassen. Immerhin gab es noch viel zu sehen. Und um irgendetwas \u00fcberst\u00fcrzt zu tun, waren wir eh viel zu fertig. Laufen und Gucken ist schon anstrengend!!<\/p>\n<p>Dankenswerterweise war das Gewitter gn\u00e4dig mit uns und hat sich erst \u00fcber Jerash ergossen, als wir ein altes Theater erreicht hatten. Das konnten wir uns dann auch in aller Ruhe ansehen. Wir sa\u00dfen dort n\u00e4mlich bestimmt 40 Minuten fest. War ja aber nicht so schlimm, schlie\u00dflich hatten wir ja ein Dach \u00fcber dem Kopf. Und selbst wenn wir das nicht gehabt h\u00e4tten, w\u00e4re das auch nicht schlimm gewesen. Denn unmittelbar nachdem die ersten Tropfen gefallen waren, wollte uns der nette Mann, der eben noch Nippes und Postkarten an die Gel\u00e4ndebesucher gebracht hatte, einen Regenschirm k\u00e4uflich erwerben lassen. In Jordanien ist einfach zu jeder Zeit und unter jeden Bedingungen immer einer mit der richtigen Gesch\u00e4ftsidee zur Stelle.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/11\/IMG_7480.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-170 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/11\/IMG_7480-e1403703716665-150x150.jpg\" alt=\"IMG_7480\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/11\/IMG_7480-e1403703716665-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/11\/IMG_7480-e1403703716665-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Wir haben dann einfach gewartet, bis der Regen weitergezogen war und uns dann aus unserem Versteck gewagt. Zumindest dachten wir, dass der Regen weitergezogen w\u00e4re. Kurz nachdem wir dann allerdings durch ein Loch im Zaun die Anlage verlassen konnten (der Ausgang war zu und wir wollten nicht den ganzen Weg wieder zur\u00fcck zum Eingang), hat es dann wieder angefangen zu sch\u00fctten. Mit nur einem Schirm ausgestattet waren wir dann nat\u00fcrlich entsprechend schnell entsprechend nass.<\/p>\n<p>In dem Zustand wollten wir uns nicht mehr &#8211; wie urspr\u00fcnglich angedacht &#8211; in ein Restaurant setzen, sondern haben es bevorzugt, m\u00f6glichst schnell nach Hause zu kommen.<\/p>\n<p>Denkste!<\/p>\n<p>Als wir uns dann deswegen von einem Taxi zur Bushaltestelle haben bringen lassen, meinte der Taxifahrer schon: &#8222;Ma fi bas!&#8220; &#8211; &#8222;Es gibt keinen Bus!&#8220;<\/p>\n<p>Okay, kein Problem, dann nehmen wir eben eines von den wei\u00dfen Sammeltaxis, die im Gegensatz zu den gelben Taxis befugt sind, die Stadt zu verlassen. Wir haben allerdings ziemlich schnell rausgefunden: &#8222;Ma fi Taxi!&#8220; Zumindest nicht da, wo wir gerade waren. Also sind wir wieder zur\u00fcckgewackelt. Und nein, es hatte zwischenzeitlich noch nicht aufgeh\u00f6rt zu regnen. An der Hauptstra\u00dfe angekommen, an der es einer mehr oder weniger kompetent scheinenden Auskunft nach auch an einem Freitag Taxis g\u00e4be, waren L. und ich ziemlich schnell von 5 bis 6 M\u00e4nnern umringt, die uns alle gerne gegen ein kleines Entgelt nach Amman bringen wollten. Mit ihrem eigenen Auto. Diese verwirrten Europ\u00e4er fallen einfach immer auf!<\/p>\n<p>Nachdem wir uns nat\u00fcrlich strikt geweigert hatten, haben uns alle glaubhaft versichert: &#8222;Ma fi Taxi!&#8220; Es sei ja schlie\u00dflich Freitag. Das Argument, dass wir mit einen Taxi ja auch angekommen waren, z\u00e4hlte nicht. Das war ja schlie\u00dflich morgens!<\/p>\n<p>Hmm, wir waren nass und hatten keine Lust mehr. Wir hatten aber auch keine Lust, uns zu irgendwelchen wildfremden Kerlen ins Auto zu setzen.<\/p>\n<p>Wie gut, dass auf der anderen Stra\u00dfenseite ein vollbesetztes Polizeiauto stand. Dein Freund und Helfer. Einem der netten Polizisten konnten wir unsere missliche Lage erkl\u00e4ren. Seine Reaktion? &#8222;Ma fi Taxi!&#8220; Ja, das wussten wir ja schon! Sein Vorschlag: &#8222;Fahrt doch mit dem netten Mann mit, der sich angeboten hatte!&#8220; Letzterer hatte sich auch schon zu unserem Gespr\u00e4chskreis dazugesellt. Unsere Reaktion: &#8230;kann er vergessen&#8230; zu gef\u00e4hrlich&#8230; macht man nicht&#8230;\u00a0 und wir schon gar nicht. Eben alles, was einem so von klein auf von seinen Eltern eingetrichtert wird. Das konnte der Polizist dann verstehen, meinte aber, dass das hier in Jordanien ganz normal w\u00e4re! Tja, naja, irgendwie musste ja jetzt &#8217;ne L\u00f6sung her. Wir wollten ja heim. Die Alternative w\u00e4re gewesen, in Jerash zu \u00fcbernachten und da hatten wir erst recht keine Lust drauf!<\/p>\n<p>Nach viel Hin und Her und nachdem L. dann noch eine jordanische Freundin angerufen hatte, die zuerst mit dem Polizisten und danach mit dem Mann mit dem Auto auf Arabisch sprechen musste, hat sich eine L\u00f6sung ergeben. Der Mann hat angeboten, dem Polizisten seinen Ausweis zu geben, damit dieser sich seine Daten und dann auch sein Nummernschild notieren konnte. Au\u00dferdem haben wir noch unsere Namen und Handynummern bei der Polizei hinterlassen.<\/p>\n<p>Naja, das Ende vom Lied war, dass wir eine sehr nette Fahrt nach Amman hatten unter optimalen Sicherheitsbedingungen. Immerhin kann man einem normalen Taxifahrer auch immer nur bis zur Stirn gucken!<\/p>\n<p>In Amman angekommen stellten wir fest, dass hier zwischenzeitlich anscheinend fast die Welt untergegangen war. Die Stra\u00dfen waren alle mehr oder weniger stark \u00fcberflutet und an den Seiten lag eine d\u00fcnne Schicht Hagelk\u00f6rner.<\/p>\n<p>Den n\u00e4chsten Ausflug machen wir an einem Samstag (da gibt es Taxis) und bei gutem Wetter!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Jordanien ist mal wieder Wochenende gewesen. Also musste ein Ausflug her! Kein Problem, bei den dutzenden M\u00f6glichkeiten, die sich einem hier bieten. Also war ein Ziel schnell identifiziert und f\u00fcr freundliche Begleitung ist ja sowieso gesorgt. Also haben L. und ich Freitagvormittag ein Sammeltaxi Richtung Jerash genommen. 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