{"id":44,"date":"2013-10-03T22:05:37","date_gmt":"2013-10-03T20:05:37","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/?p=44"},"modified":"2014-06-24T20:14:17","modified_gmt":"2014-06-24T18:14:17","slug":"keep-cool-nein-hier-geht-es-nicht-ums-wetter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/2013\/10\/03\/keep-cool-nein-hier-geht-es-nicht-ums-wetter\/","title":{"rendered":"Keep cool &#8211; nein, hier geht es nicht ums Wetter"},"content":{"rendered":"<p>Dass Hupen hier in Amman das allgemeine Kommunikationsmittel ist, hab ich ja schon erw\u00e4hnt. Wie viele Sachen man doch dabei mit so einem monotonen Ton ausdr\u00fccken kann, ist erstaunlich! H\u00e4ufig m\u00f6chte der Hupende, der von hinten an einem anderen Auto vorbeif\u00e4hrt, nur freundlich sagen: &#8222;Achtung, jetzt komme ich!&#8220; Gleiches gilt, wenn durch enge und kurvige Stra\u00dfen gefahren wird. Oft gilt das nervt\u00f6tende Ger\u00e4usch auch einfach den (zwangsweise) todesmutigen Fu\u00dfg\u00e4ngern. In Ermangelung<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-26-17.07.37.jpg\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-46 alignright\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-26-17.07.37-e1380830261345-300x400.jpg\" alt=\"gekonnt ignoriert\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-26-17.07.37-e1380830261345-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-26-17.07.37-e1380830261345.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>von Fu\u00dfg\u00e4ngerampeln hat man n\u00e4mlich genau zwei M\u00f6glichkeiten: entweder auf der Stra\u00dfenseite zu bleiben, auf der man gerade ist, und somit niemals das gegen\u00fcberliegende Ufer zu erkunden oder sich todesmutig eine klitzekleine L\u00fccke zwischen Autos, Bussen und Taxis zu suchen und auf die Stra\u00dfe zu springen. Dementsprechend bedeutet das Hupen auch einfach: &#8222;Pass gef\u00e4lligst auf, du Fu\u00dfg\u00e4nger, sonst klebst du gleich an meiner Motorhaube!&#8220; Das will ja schlie\u00dflich keiner der Beteiligten. Von daher ist das mit dem Hupen gar nicht so unpraktisch. Wie ich mittlerweile herausgefunden habe, benutzen Taxis auch ihre Hupe um mittzuteilen, dass sie frei sind und dich als Fu\u00dfg\u00e4nger gerne gegen entsprechendes Entgelt bef\u00f6rdern w\u00fcrden. Hat auch seine positive Seite.<br \/>\nEs wird also immer, \u00fcberall und zu allen m\u00f6glichen Zwecken gehupt. Zumindest, wenn ich unterwegs bin. Und ich hab mir sagen lassen, dass die anderen Expats die gleiche Beobachtung machen konnten.<br \/>\nDaher hab ich es bis jetzt noch nicht ein einziges Mal geschafft, durch die Stra\u00dfen hier zu laufen, ohne mich tierisch zu erschrecken.<\/p>\n<p>Apropos &#8222;tierisch&#8220;. Wenn mich der Verkehr (inklusive Huperei) hier nicht schaffen sollte, dann machen das die kleinen flauschigen K\u00e4tzchen, die hier \u00fcberall herumlaufen. Manchmal liegen sie ganz friedlich und faul auf irgendeiner Mauer oder einem zuf\u00e4llig rumstehenden Sofa (siehe Foto).<\/p>\n<div id=\"attachment_45\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-24-17.18.37.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-45\" class=\"size-medium wp-image-45 \" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-24-17.18.37-300x225.jpg\" alt=\"kleine Monster in der Mittagspause\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-24-17.18.37-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-24-17.18.37-160x120.jpg 160w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-24-17.18.37.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-45\" class=\"wp-caption-text\">kleine Monster in der Mittagspause<\/p><\/div>\n<p>Die meiste Zeit allerdings treiben sie sich bei den gro\u00dfen M\u00fclltonnen rum, die hier an jeder Ecke stehen. Da n\u00e4mlich das Thema Nachhaltigkeit und M\u00fclltrennung anscheinend hier nicht ganz so popul\u00e4r ist wie in Deutschland, befindet sich dort ein freizug\u00e4ngliches Schlaraffenland f\u00fcr alles, was hier in den Stra\u00dfen so kreucht und fleucht. Bl\u00f6derweise sind die Miezen scheinbar genauso schreckhaft wie ich. Denn jedesmal, wenn ich an einer dieser Tonnen vorbeilaufe, wohl wissend, was da jetzt unter nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit gleich rausspringt, verlassen die Katzen fluchtartig ihr Paradies. Eingeleitet durch einen gro\u00dfen Satz direkt vor meine F\u00fc\u00dfe, um dann wie von der Tarantel gestochen davonzuflitzen. Ich meinerseits bin dann jedesmal gut damit besch\u00e4ftigt, vor lauter Schreck nicht laut aufzuschreien und meine Sachen fallen zu lassen.<\/p>\n<p>Bleibt die Frage offen, wen diese vornehmlich im Dunkeln stattfindenden Begegnungen mehr Nerven kosten. Die Katze oder mich? <a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-28-15.39.50.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-47 alignright\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-28-15.39.50-e1380830694535-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-28-15.39.50-e1380830694535-300x400.jpg 300w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/10\/2013-09-28-15.39.50-e1380830694535.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch eine nette Gelegenheit, um kurzfristig in Schockstarre zu verfallen, hat sich letze Woche ereignet. Mittlerweile ist die gleiche Situation noch ein paar Mal eingetreten. Der \u00dcberraschungseffekt war aber schon ab dem zweiten mal verflogen und seitdem muss ich jedesmal \u00fcber mich selber schmunzeln.<br \/>\nWas denkt man im Allgemeinen in Deutschland, wenn man nach Einbruch der Dunkelheit von drau\u00dfen kommende, schnell aufeinander folgende Knalle (ja ich hab das im Duden nachgeschaut, Knalle ist tats\u00e4chlich der Plural von Knall&#8230;) h\u00f6rt? Genau. Yippie, ein Feuerwerk! Man rennt zum Fenster und ist total begeistert.<br \/>\nSo, was passiert jetzt, wenn Freya die gleiche Situation in Jordanien erlebt? Na? Richtig! Folgende Gedanken formieren sich im Kopf: Aufenthaltsort = Naher Osten daraus folgt: Knall = Schuss&#8230; zum Fenster getraut hab ich mich dann trotzdem, nachdem ich beschlossen hatte, dass das doch irgendwie unwahrscheinlich ist. Und, siehe da: ein Feuerwerk! Da haben Leute vollkommen friedlich auf einem Nachbargrundst\u00fcck Hochzeit gefeiert. Na sowas. Vorurteil, zieh Leine! Im Nachhinein war ich mir nicht ganz sicher, ob dieser kurze Schockmoment etwas Belustigendes oder \u00c4rgerliches hatte. Ist doch seltsam, dass man die gleiche Situation an zwei unterschiedlichen Orten so vollkommen anders interpretiert. Wird Zeit, mehr darauf zu achten, vorhandene Schemata ungenutzt zu lassen!<\/p>\n<p>Mittlerweile freu ich mich, wenn ich entsprechende Ger\u00e4usche von drau\u00dfen h\u00f6re, und gehe vollkommen &#8222;unver\u00e4ngstigt&#8220; zum Fenster.<br \/>\n\u00dcberhaupt ist Amman bei Nacht ganz zauberhaft anzuschauen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Hupen hier in Amman das allgemeine Kommunikationsmittel ist, hab ich ja schon erw\u00e4hnt. Wie viele Sachen man doch dabei mit so einem monotonen Ton ausdr\u00fccken kann, ist erstaunlich! 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