{"id":17,"date":"2013-09-19T20:26:45","date_gmt":"2013-09-19T18:26:45","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/?p=17"},"modified":"2014-06-25T17:25:52","modified_gmt":"2014-06-25T15:25:52","slug":"entschuldigung-wo-ist-denn-das-shampoo-fuer-blonde-haare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/2013\/09\/19\/entschuldigung-wo-ist-denn-das-shampoo-fuer-blonde-haare\/","title":{"rendered":"Entschuldigung, wo ist denn das Shampoo f\u00fcr blonde Haare?"},"content":{"rendered":"<p>So, da bin ich jetzt. Mitten in Jordanien. Nur einen Katzensprung von zu Hause entfernt &#8211; wenn ich an meine 2 lieben Mitbewohnerinnen vom Vorbereitungsseminar denke, die jetzt in Latein- und S\u00fcdamerika sind &#8211; aber doch irgendwie so anders&#8230;<\/p>\n<p>Wundervoll anders!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/09\/2013-10-10-15.44.59.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-193\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/09\/2013-10-10-15.44.59-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/09\/2013-10-10-15.44.59-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/09\/2013-10-10-15.44.59-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Das f\u00e4llt mir pers\u00f6nlich schon vor dem Aufstehen auf. Um genau zu sein n\u00e4mlich um 04.45 Uhr, wenn von der Moschee, die hier genau um die Ecke ist, der elektronische Muezzin vom Turm ruft (ist ein bisschen wie in Eschwege, f\u00e4llt mir grad auf, nur dass er dort Dietemann hei\u00dft&#8230;) Naja, auf jeden Fall hab ich die letzten Tage beschlossen, dass 04.45 Uhr viel zu fr\u00fch ist zum Aufstehen und das Bed\u00fcrfnis, um diese Uhrzeit zu beten, hab ich auch irgendwie nicht. Aber auch die Sonne, die dann ziemlich fix aufgeht und die Luft erw\u00e4rmt, l\u00e4sst den Schluss zu, dass man tats\u00e4chlich nicht in Deutschland ist. Ebenso das fehlende Vollkornbrot auf dem Fr\u00fchst\u00fcckstisch. Daf\u00fcr gibt es diese leckeren Fladen, von denen ich noch nicht wei\u00df, wie sie auf Jordanisch hei\u00dfen, und Honig aus Saudi Arabien &#8211; das hatte ich auch noch nie!<\/p>\n<p>Auch der Weg zur Arbeit ist so ganz anders wie der Weg zur Uni in meinem hei\u00dfgeliebten Jena. Nicht nur von der Umgebung her, sondern auch von der Art und Weise der Fortbewegung. \u00d6ffentliche Verkehrsmittel gibt es hier n\u00e4mlich nicht wirklich. Daf\u00fcr ist das Taxifahren beliebt und mega billig. Um den Taxifahrer aber dann tats\u00e4chlich bezahlen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen noch eine Reihe anderer Herausforderungen bew\u00e4ltigt werden.<\/p>\n<p>Erstmal muss man sich ein Taxi anhalten. Das kann schon mal 15 Minuten dauern. Es fahren zwar st\u00e4ndig unz\u00e4hlig viele Taxis vorbei, die sind aber immer alle besetzt&#8230; Also winkt man, und winkt und winkt. Sobald eines der begehrten gelben Autos dann aber vor einem anh\u00e4lt, gilt es, Trick 17 zu kennen: Erst (!) reinsetzen, dann (!) sagen, wo man hinwill. Sonst ist es n\u00e4mlich schnell passiert, dass der Taxifahrer entscheidet, dass das genannte Ziel nicht weit genug weg ist und damit nicht genug Geld einbringt. Deswegen winkt er kurz ab und f\u00e4hrt dann weiter. Ohne dich. Und zwar in die Richtung, in die du sowieso gemusst h\u00e4ttest&#8230; Ist mir anfangs bl\u00f6derweise ein paar mal passiert. Aber selbst wenn du dann drinsitzt, ist das &#8222;sagen, wo man hin will&#8220; auch nicht sooo einfach, wenn man &#8211; so wie ich &#8211; nur beschr\u00e4nkt Arabisch kann und dann auch nur Fusha (bl\u00f6d, dass die meisten Leute hier halt Dialekt reden&#8230;) und Englisch unter Taxifahrern auch nicht so verbreitet ist. Aber mit den arabischen Entsprechungen f\u00fcr &#8222;nach&#8220;, &#8222;rechts&#8220;, &#8222;links&#8220;, &#8222;geradeaus&#8220; und &#8222;STOPP&#8220; ist man ganz gut ausgestattet. Es ist auch kein Problem, wenn eine Vokabel nicht sofort verf\u00fcgbar ist. Anders als in Deutschland muss man dem Taxifahrer nicht schon 500 Meter vorher sagen, wann man raus m\u00f6chte. Stattdessen wird einfach eine Vollbremsung hingelegt, wenn&#8217;s dann soweit ist. Autofahren ist hier auf jeden Fall unkonventioneller als zu Hause. Und lauter. Viel lauter. Statt Blinker oder Bremse wird n\u00e4mlich oft einfach die Hupe benutzt. Sobald man sein Ziel dann erreicht hat, muss man nur noch das richtige Geld in seinem Portemonnaie identifizieren.<\/p>\n<p>Mein Ziel war bis jetzt meistens das B\u00fcro. Das liegt nah an der Uni und ist deswegen auch leicht zu finden. Wie praktisch! Im B\u00fcro sind alle super nett. Eben wie alle hier in Jordanien. Mir ist, abgesehen von einem Taxifahrer, wirklich noch kein unfreundlicher Mensch begegnet. Gilt f\u00fcr Einheimische und Expats. Kann aber nat\u00fcrlich noch kommen.<\/p>\n<p>Dass ich mich hier so wohl f\u00fchle, liegt aber wahrscheinlich auch an meiner jordanischen &#8222;Gastmutter&#8220;. Sie ist <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-194\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/09\/2014-02-10-18.59.52-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/09\/2014-02-10-18.59.52-150x150.jpg 150w, https:\/\/kulturweit.blog\/freyainjordanien\/files\/2013\/09\/2014-02-10-18.59.52-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>unglaublich nett und versorgt mich und die anderen Gaststudenten au\u00dferdem gro\u00dfz\u00fcgig mit Fr\u00fcchten aus ihrem eigenen Garten und selbstgemachtem Geb\u00e4ck. Leider rede ich mit ihr und den anderen hier im Haus viel zu viel Englisch und Deutsch. Das muss sich noch \u00e4ndern. Und &#8217;nen Sprachkurs muss ich mir auch noch suchen. Dank der wundervollen Sprachassistentin, die schon 3 Wochen l\u00e4nger hier f\u00fcr den DAAD arbeitet als ich, bin ich \u00fcber die bestehenden M\u00f6glichkeiten auch schon bestens informiert und hab au\u00dferdem auch schon ein paar &#8222;alltagstaugliche&#8220; Worte von ihr gelernt (zus\u00e4tzlich \u00fcbt mein jordanischer Kollege flei\u00dfig mit mir). Au\u00dferdem gibt sie mir Tipps rund ums (\u00dcber-)Leben in Amman. Sie hat mir zum Beispiel schon ihr Lieblingscaf\u00e9 hier gezeigt oder mich in die Shoppingmall begleitet. V\u00f6llig euphorisiert von den vielen verschiedenen und fremden Produkten dort, hab ich mich auf die Kosmetikabteilung gest\u00fcrzt, um meine Vorr\u00e4te aufzuf\u00fcllen, und das Shampoo f\u00fcr blonde Haare fieberhaft gesucht. Tja, leider gab es nat\u00fcrlich keines&#8230; Blondine eben!<\/p>\n<p>Auf diese Art l\u00e4sst sich die Freizeit hier auf jeden Fall herrlich rumkriegen und ich bin immer noch von den ganzen neuen Eindr\u00fccken v\u00f6llig \u00fcberw\u00e4ltigt. Das wird auch noch eine Weile so bleiben, sch\u00e4tze ich. Morgen und \u00fcbermorgen ist Wochenende, da hab ich viel Zeit f\u00fcr neue Eindr\u00fccke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jordanien, ich glaube wir werden Freunde!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, da bin ich jetzt. Mitten in Jordanien. Nur einen Katzensprung von zu Hause entfernt &#8211; wenn ich an meine 2 lieben Mitbewohnerinnen vom Vorbereitungsseminar denke, die jetzt in Latein- und S\u00fcdamerika sind &#8211; aber doch irgendwie so anders&#8230; Wundervoll anders! Das f\u00e4llt mir pers\u00f6nlich schon vor dem Aufstehen auf. 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