{"id":33,"date":"2012-03-06T20:45:09","date_gmt":"2012-03-06T17:45:09","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/frauzauberimgrossstadtdschungel\/?p=33"},"modified":"2013-01-27T19:15:09","modified_gmt":"2013-01-27T16:15:09","slug":"kulturgeracht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/frauzauberimgrossstadtdschungel\/2012\/03\/06\/kulturgeracht\/","title":{"rendered":"Kultur:ger\u00e4cht"},"content":{"rendered":"<p>Ein Museum, so rund wie Kreis, sollte heute meine Nachmittagsbesch\u00e4ftigung sein. Dem Begriff Kulturweit bin ich diesbez\u00fcglich also recht nahe gekommen, auch wenn das Museum nicht wirklich weit entfernt lag. Punkt 16 Uhr \u00f6ffneten sich die hyper neuen Glasdreht\u00fcren f\u00fcr die Film- und Schreibw\u00fctigen des ganzen Landes. F\u00fcr mich war aber leider vorher am Gitter schon Zwischenstop, da die Securitydame durch mein Genuschel nicht verstehen konnte, dass ich ebenfalls zur Delegation der H\u00e4ppchenabfasser und nebenbei noch zur Deutschen Welle geh\u00f6re. Und sowieso, deutsch g\u00e4be es im Museum eh nicht. Mit Hilfe meiner, sich \u00fcbrigens hier herausbildenden penetranten Art, habe ich ihr dann alles nochmal erkl\u00e4rt und zack &#8211; Level zwei erreicht. Doch hinter dem Glasdrehmonstrum ging die Fragerei weiter. Ich also wieder das selbe gestammelt, coole englische Worte nebenbei einfliessen lassen und letztendlich kam aber auch hier wieder der Verweis, dass es nur russisch gibt. Zum Gl\u00fcck hat mir das die nette Fau nochmal gesagt, sonst w\u00e4re ich glatt entt\u00e4uscht gewesen, immerhin ist doch hier in dieser Stadt ALLES zweisprachig ;o) Aber wie sollte ich ihr erkl\u00e4ren, dass es mir eigentlich nur ums Buffet und auch ein bisschen um die Bilder ging? Letztendlich hat sie mich nach der Kl\u00e4rung meiner Daseinsberechtigung nicht weiter angesprochen und so konnte ich durch das Museum und sicher auch durch Dutzend Aufnahmen der unterschiedlichsten Kameram\u00e4nner- und Frauen schlendern. Ein blauer Kapuzenpulli im Fernsehen bin mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit ich!<!--more--><\/p>\n<p>Zu sehen gab es im Museum viele Bilder aus dem Russlandfeldzug Napoleons, hier und da ein paar sehr wichtige M\u00e4nner (die ich meistens eher weniger kannte) und eine Menge h\u00fcbscher Schwerter, Uniformen und Keramik. Ziemlich beeindruckend war auch ein Wandgem\u00e4lde, welches im Panaromastil dem Museum letztendlich auch seine runde Form verleiht. Dazu hat ein Kammerorchester noch mit entsprechender Musik f\u00fcr ein passendes Ambiente gesorgt &#8211; ich konnte Russland durch die Bilder schon so um 1812 vor mir sehen. Am Besten fand ich jedoch die Illustrationen zu Tolstois &#8222;Krieg und Frieden&#8220; &#8211; das ging mehr unter die Haut als die riesigen Schlachtgem\u00e4lde. Aber auch hier hat letztendlich der Klang des Streichens seinen Beitrag geleistet.<\/p>\n<p>Geplant wie ich selten bin, hab ich mir nat\u00fcrlich das Buffet f\u00fcr das Ende aufgehoben &#8211; ziemlich unclevere Idee. Abgegrasst wie \u00f6des Savannenland standen die Teller vor mir, so dass ich mir das letzte Glas Sekt schnappte und mich irgendwo vor der gierigen B\u00fcffel&#8230;\u00e4hhh Journalistenhorde versteckte. Sie h\u00e4tten mich wahrscheinlich sonst noch angesprochen und als nicht kommunikationsf\u00e4hig geoutet. N\u00f6 n\u00f6 n\u00f6, die Rache des leeren Buffets hat mir vorerst gereicht gehabt.<\/p>\n<p>Nach Kultur <em>Inside <\/em>wollte ich noch ein bisschen Kultur<em> Outside <\/em>und bin wagemutig, ganz einfach so, eine Stra\u00dfe lang gelaufen ohne zu wissen wohin das eigentlich f\u00fchren wird. An sich ist das in einer gro\u00dfen Stadt auch kein Problem, da Metrostationen \u00fcberall auf dem Weg liegen, nur heute war Ausnahmetag. Zuf\u00e4llig war es dann auch noch Minus+Minus kalt und ich, ja genau ICH, habe gedanklich nach einem Pelz geschrien. Aber da sich nichts ger\u00fchrt hat und kein Pelzmantel badmanm\u00e4ssig mir zum Schutze zugeeilt kam, hab ich die Mission &#8222;zu Fu\u00df um die Welt&#8220; abgebrochen, bin in den n\u00e4chsten Bus gestiegen und habe mich survivalm\u00e4ssig in den Moskauer Feierabendverkehr begeben.<\/p>\n<p>Mehr Fotos meinerseits w\u00e4ren sehr nett, ich wei\u00df, aber leider lass ich meinen Fotoapparat immer Zuhause liegen und bei der K\u00e4lte heute h\u00e4tte mich keine Kulisse der Welt zum Ausziehen meiner Handschuhe bewegt, zumindest fast keine. Das russische Vancouver, was ich bei meinem Sparziergang gesehen habe und was angeblich Moscow City hei\u00dft, hat mich doch schon ein bisschen fasziniert &#8211; gl\u00e4serne Wolkenkratzer, die im Licht der Sonne reflektieren. Das hat schon einen gewissen Reiz, auch auf mich. Aber wenn dies Moscow City ist, was ist dann der Rest?<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, Monis unn\u00fctztes Wissen verr\u00e4t heute, dass das Privatleben (hierbei meine ich besonders die Zweisamkeit) der Moskauer auf den endlos langen Metrotreppen stattfindet. Die armen Autofahrer&#8230;und das Meuseum hei\u00dft &#8222;\u0411\u043e\u0440\u043e\u0434\u0438\u043d\u0441\u043a\u0430\u044f \u0431\u0438\u0442\u0432\u0430&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Museum, so rund wie Kreis, sollte heute meine Nachmittagsbesch\u00e4ftigung sein. Dem Begriff Kulturweit bin ich diesbez\u00fcglich also recht nahe gekommen, auch wenn das Museum nicht wirklich weit entfernt lag. 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