{"id":505,"date":"2014-06-07T17:11:52","date_gmt":"2014-06-07T16:11:52","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/frauthee\/?p=505"},"modified":"2014-06-07T17:11:52","modified_gmt":"2014-06-07T16:11:52","slug":"und-nun-zum-wetter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/frauthee\/2014\/06\/07\/und-nun-zum-wetter\/","title":{"rendered":"Und nun zum Wetter."},"content":{"rendered":"<p>Ja, meine Damen und Herren, es ist wahr, in diesem Blog konnte bis dato noch kein Beitrag zu namibischen Wetterverh\u00e4ltnissen gefunden werden. Vielleicht wurde das Thema an der ein oder anderen Stelle peripher tangiert und mit wenigen Worten angerissen, aber reicht uns das?! Ich sage: Nein! Wir wollen mehr Wetter! Eins der Themen, die mir wirklich am Herzen liegen.<\/p>\n<p>Also gut, ihr habt es so gewollt. Lasst uns \u00fcber&#8217;s Wetter reden. Das tun die Jerrys doch so gerne. (In den <del>Augen<\/del> Ohren der Deutschnamibier reden die Deutschen, liebevoll Jerrys genannt, vor allem \u00fcber eines, n\u00e4mlich das Wetter. Vielleicht haben sie da nicht ganz unrecht. Besser sind sie aber auch nicht, denn insbesondere die Farmer besch\u00e4ftigt vor allem eines, n\u00e4mlich der Regen. Und das ist ja wohl auch Wetter.)<\/p>\n<p>Wie dem auch sei, kommen wir nun endlich zu diesem omin\u00f6sen Wetter. Was kann man zum namibischen Wetter sagen? Da die Welt hier Kopf steht, ist hier Sommer im Winter und Winter im Sommer. Bedeutet: Es wird gerade Winter. Bitterkalter, frostiger Winter mit eisigen Ostwinden. (Mit der Himmelsrichtung bin ich mir jetzt nicht hundertprozentig sicher, aber aus irgendeiner Richtung muss der Wind ja kommen, also warum nicht Osten. Eisiger Ostwind klingt doch gut und irgendwie auch nach klirrender K\u00e4lte. Russland und so, V\u00e4terchen Frost, man kennt die Klischees. Allerdings, ob hier auch, das ist so eine Sache! Wie ich das mit meinem eurozentrischen Weltbild einfach so voraussetze&#8230;ei.)<\/p>\n<p>Egal. Weiter im Text. Morgens, wenn ich zur Arbeit gehe, erfriere ich. Dann ist es zw\u00f6lf, dann ist es warm (seit Wochen keine Wolken mehr am Himmel), dann schwitze ich. Dann ist die Sonne abends wieder weg, dann erfriere ich wieder. Und die Sonne ist fr\u00fch weg, weil ja Winter ist (halb sechs: Einbruch der Dunkelheit. Aber daf\u00fcr sieht man jetzt dank der klaren Luft noch Milliarden, ach, was sag ich, sternenzahl mehr Sterne als im Sommer). Und ich habe es noch gut, denn ich kann mich wenigstens noch vage an deutsche Winter erinnern und wei\u00df deshalb, was WIRKLICHE K\u00e4lte bedeutet. Die Namibier gehen jetzt nur noch mit Schal, Pudelm\u00fctze, Handschuhen und Winterstiefeln aus dem Haus. Dabei ist es drau\u00dfen tags\u00fcber wie ein erster warmer Fr\u00fchlingstag in Deutschland, bei dem das ganze Volk in den Volkspark str\u00f6mt, Hunde und Waschb\u00e4rb\u00e4uche auspackt und die W\u00e4rme der Sonnenstrahlen auf erbleichter Haut genie\u00dft.<\/p>\n<p>Wirklich kalt ist es hier dagegen IM Haus. D\u00fcnne W\u00e4nde, <del>schlecht<\/del> \u00fcberhaupt nicht isolierte Fenster und der Mangel an Zentralheizungssystemen (was f\u00fcr eine Erfindung! Und Fu\u00dfbodenheizung! Ich ehre Dich!) gestalten den Aufenthalt in den vier W\u00e4nden, die ja eigentlich Schutz vor K\u00e4lte bieten sollten, in den letzten Tagen als eher unangenehm. Dadurch lassen sich aber auch \u00e4u\u00dferst interessante Studien \u00fcber Strategien zur K\u00e4ltbew\u00e4ltigung betreiben. Die effektivste\u00a0 Strategie (und gleichzeitig die mit den sch\u00f6nsten Nebenwirkungen) ist wohl die K\u00f6rperw\u00e4rmespende an bed\u00fcrftige Mitbewohner. Vorausschauende WG-Mitglieder haben die letzten Wochen genutzt, eifrig Partnerwerbung betrieben und befinden sich nun in der gl\u00fccklichen Position, eine Lebendheizung im Bett ihr Eigen nennen zu d\u00fcrfen. Eine andere, nicht ganz so kuschelige, aber immer noch effektive Variante ist der Besitz verschiedener lebloser, w\u00e4rmespendender Objekte wie Decken oder Heater (=Miniofen, \u00d6l- oder Elektroheizung). Derartige Produkte sind jedoch auch nicht jedem verg\u00f6nnt, das Schicksal bestimmte, wer in ein Zimmer zog, in dem der Vorg\u00e4ngerzimmerbesitzer diese Kleinode f\u00fcr kalte Wintertage zur\u00fccklie\u00df. Manche Personen haben das unversch\u00e4mte Gl\u00fcck, sowohl Lebendheizung als auch 2 (in Worten: ZWEI!!) Heater und eine pervers hohe Anzahl an zus\u00e4tzlichen Decken in ihrem Besitz zu wissen.<\/p>\n<p>Ich sitze derweil in meinem Wieder-halb-Einzelzimmer (meine Mitbewohnerin spielt Lebendheizung) neben dem Privatk\u00fchlschrank und \u00e4rgere mich, dass ich die rechtzeitige Partnersuche irgendwie verpasst habe und auch die luxuri\u00f6se Ausstattung, die ich nach meinem Umzug anf\u00e4nglich so feierte, eher weniger auf meine momentanen Bed\u00fcrfnisse abgestimmt ist. Steckerleisten, Adapter, Teppiche und Tischdecken halten eben nicht langfristig warm.\u00a0 Immerhin, wenn es noch k\u00e4lter wird, kann ich den K\u00fchlschrank als W\u00e4rmequelle nutzen. Wie bei den Inuit. Cool.<\/p>\n<p>So viel zur momentanen K\u00e4lte. Gleichzeitig trinkt die Luft da drau\u00dfen jeden Tropfen meiner Hautfeuchtigkeit, was diese, also die Haut, wiederum dazu veranlasst, Feuchtigkeitscreme zu trinken. In Massen. Ich bin ja jetzt wirklich nicht so der Kosmetikschmierepampetyp. Aber hier sch\u00f6pfe selbst ich aus vollen Cremet\u00f6pfen, um meine Haut vor der v\u00f6lligen Austrocknung und damit verbundenen H\u00e4utung zu sch\u00fctzen. Es gibt sogar Leute, die haben blutige Nasen von der Trockenheit. Aber sonst gef\u00e4llt es mir hier immer noch sehr gut, doch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, meine Damen und Herren, es ist wahr, in diesem Blog konnte bis dato noch kein Beitrag zu namibischen Wetterverh\u00e4ltnissen gefunden werden. 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