{"id":222,"date":"2013-11-15T21:45:22","date_gmt":"2013-11-15T20:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/frauthee\/?p=222"},"modified":"2013-11-15T21:45:22","modified_gmt":"2013-11-15T20:45:22","slug":"andere-laender-andere-sitten-1-personenbefoerderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/frauthee\/2013\/11\/15\/andere-laender-andere-sitten-1-personenbefoerderung\/","title":{"rendered":"Andere L\u00e4nder, andere Sitten #1 &#8211; Personenbef\u00f6rderung"},"content":{"rendered":"<p>Wer hier kein eigenes Auto hat, muss zwar sein Leben nicht im Linksverkehr riskieren, hat aber eine M\u00f6glichkeit weniger, um von A nach B zu kommen. Fahrrad fahren ist auch nicht sonderlich angesagt (bei der Topographie der Stadt absolut verst\u00e4ndlich \u2013 Berge stinken), das reduziert dann die M\u00f6glichkeiten um eine weitere. \u00d6ffentliche Verkehrsmittel, das hei\u00dft Bus, Stra\u00dfenbahn, S-Bahn, irgendwas \u2013 Fehlanzeige. Was bleibt: Laufen oder Taxi fahren. Windhoek ist zwar nicht sehr gro\u00df, man kann also viel zu Fu\u00df erkunden, aber \u2013 unter anderem aufgrund der f\u00fcrchterlichen Anstiege \u2013 nicht alles. Womit nur noch das Taxi bleibt.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein einfaches M\u00e4dchen vom Lande wie mich ist Taxifahren etwas ganz Besonderes. Die Male, die ich in Deutschland Taxi gefahren bin, kann ich an einer Hand abz\u00e4hlen. Bin ich \u00fcberhaupt schonmal Taxi gefahren? Ja, doch. Nachts und so. Kostet ja auch Geld, das man nicht hat, der K\u00f6rper ist noch jung, also l\u00e4uft man oder f\u00e4hrt Fahrrad, Bahn und Bus. Der aufmerksame Leser ruft nun: Ha! Kannse doch gar nich da unten! \u2013 Richtig. Womit wir dann wieder beim Ausgangspunkt der Geschichte w\u00e4ren:<\/p>\n<p>Das Taxi ist DAS \u00f6ffentliche Verkehrsmittel hier und definitiv nicht zu vergleichen mit unserer Vorstellung vom Taxifahren. Zuerst einmal die Preise. Zehn Euro f\u00fcr zehn Kilometer? <em>(Da ich wie gesagt nicht sehr oft Taxi gefahren bin, kenne ich die aktuellen Preise pro Kilometer nicht und bitte, eventuelle Fehlkalkulationen zu entschuldigen. Berichtigungen von Experten aus dem deutschen Taxigewerbe werden im Kommentarbereich gerne gesehen.)<\/em> Hehehe. Guter Witz. Hier zahlt man 9 Namibische Dollar, umgerechnet etwa 70 Cent f\u00fcr die Fahrt. Egal, wohin. Gut, nachts steigen die Preise dann um 100%, aber auch das sprengt nicht unbedingt den Monatsetat.<\/p>\n<p>Man stellt sich also an den Stra\u00dfenrand und schon hupt\u2019s. (<a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/frauthee\/nebensaechliches\/wer-hatts-gewusst\/\">Siehe\u00a0auch \u201eWer h\u00e4tt\u2019s gewusst<\/a>\u201c) Man blickt freundlich zum Fenster rein, nennt seine ungef\u00e4hre Destination (Stra\u00dfennamen werden \u00fcberbewertet, eher so grobe Orientierungspunkte wie Tankstellen, Superm\u00e4rkte oder Banken), der Taxifahrer nickt (auch wenn sich sp\u00e4ter herausstellt, dass er eigentlich keine Ahnung hat) und man steigt ein. Kein Problem, wenn da f\u00fcnf Leute oder sechs Leute oder sieben Leute mitwollen (ich habe die politisch total unkorrekte Vermutung, dass auch eine hellere Hautt\u00f6nung eine Rolle spielen k\u00f6nnte), schlie\u00dflich zahlt man ja pro Person und der Taxifahrer m\u00f6chte was verdienen. W\u00e4hrend man dann zur traditionellen Taxi-Musik abrockt und sein Haar im Winde der ge\u00f6ffneten Fensterscheiben wehen l\u00e4sst, kann es schonmal vorkommen, dass man den 23. Heiratsantrag leider ablehnen muss, bzw. den guten Mann vertr\u00f6stet, es sich noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. <em>(Drum pr\u00fcfe, wer sich ewig bindet, ob er nicht noch was Besseres findet. Wusste schon Goethe. Oder Schiller. Oder beide. Ich jedenfalls auch.)<\/em>\u00a0Dann ist es auch\u00a0nicht immer der Fall, dass man den direkten Weg zum Ziel nimmt, aber das w\u00e4re irgendwie langweilig, vorausschaubar und so sieht man viel mehr von der Stadt (und wei\u00df bei der n\u00e4chsten Taxifahrt erst recht, dass das definitiv NICHT der schnellste Weg ist).<\/p>\n<p>Letztendlich bin ich bis jetzt aber immer gut und sicher an meinem Zielort abgeliefert worden, oft hat sich dann derselbe Taxifahrer sofort angeboten, die R\u00fcckbef\u00f6rderung auch zu \u00fcbernehmen (\u201eJust call or write me, when you want to go back\u201c), und auch alleine Taxi zu fahren ist nicht die d\u00fcmmste Idee \u00fcberhaupt, die einer nichtmaximalpigmentierten Person hier kommen k\u00f6nnte. (Nachts habe ich das allerdings auch noch nicht ausprobiert. Da sollte es dann schon der Taxifahrer meines Vertrauens sein; Chris, John und Moses sind in der engeren Auswahl.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer hier kein eigenes Auto hat, muss zwar sein Leben nicht im Linksverkehr riskieren, hat aber eine M\u00f6glichkeit weniger, um von A nach B zu kommen. 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