{"id":89,"date":"2018-09-20T19:24:46","date_gmt":"2018-09-20T17:24:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/fernwehstillerukraine\/?p=89"},"modified":"2018-10-10T20:32:10","modified_gmt":"2018-10-10T18:32:10","slug":"rote-beete-kokosbier-und-kirschlikoer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/fernwehstillerukraine\/2018\/09\/20\/rote-beete-kokosbier-und-kirschlikoer\/","title":{"rendered":"Rote Beete, Kokosbier und Kirschlik\u00f6r"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Womit soll ich anfangen? Die letzten Tage waren so ereignisreich, dass der Blogpost wahrscheinlich sehr lang wird..<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Die erste Woche in der Ukraine ist vorbei und ich muss sagen, bis jetzt geht es mir hier echt gut, ich habe mich hier soweit eingelebt und bin gespannt auf die n\u00e4chsten Monate. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">An meinem ersten Tag war meine Gastschwester so nett, mich noch einmal zur Schule zu begleiten. Dort angekommen fanden gleich Auszeichnungen f\u00fcr die neuen 5. Kl\u00e4ssler statt, die in der 4. Klasse die erste kleine, aber richtige \u201eDeutschpr\u00fcfung\u201c abgelegt hatten. Alle waren total stolz. Den restlichen Tag verbrachte ich in den Unterrichtsstunden von meiner Betreuerin, die mir mittlerweile echt ans Herz gewachsen ist. Eine andere 5. Klasse als die am Freitag hat sich riesig gefreut, mich kennen zu lernen und hat mich fast eine Stunde Fragen gestellt wie \u201eGehst du gerne in die Disko?\u201c oder \u201eTauchst du gerne\u201c gestellt. Als sie sich selber vorstellen sollten, haben sie ihren eigenen Steckbrief herausgeholt, den sie dann ganz stolz vorgelesen haben. Da hat sich der Zettel, den man ja immer im Fremdsprachenunterricht vorbereitet, auch endlich mal gelohnt:D Total s\u00fc\u00df! <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Schon am 2. Tag haben mir die 5. Kl\u00e4ssler S\u00fc\u00dfigkeiten mitgebracht, mittlerweile streiten sie sich neben wem ich sitzen soll und sind sehr bem\u00fcht mich zu besch\u00e4ftigen, auf die Stunden freue ich mich schon immer.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Mittlerweile war ich schon in einigen Klassen, von der zweiten bis zur elften Klasse war schon alles dabei, in manchen waren die Sch\u00fcler sehr aufgeschlossen, in anderen ziemlich zur\u00fcckhaltend. Aber ich glaube mit der Zeit spielt sich das alles ein. Ab n\u00e4chsten Montag habe ich auch einen richtigen Stundenplan, sodass etwas mehr Routine in meinen Tag kommt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Ich bin echt gespannt, wie sich das alles entwickelt, im Moment hab ich immer noch keine konkrete Vorstellung, wie genau ich mich einbringen kann oder den Sch\u00fclerInnen helfen kann.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Ich habe damit gerechnet, den Sch\u00fclern unter anderem die deutsche Kultur n\u00e4her bringen zu k\u00f6nnen wie zum Beispiel deutsche Lieder zu spielen oder von Festen zu berichten. Die Lehrerinnen haben nach meinem Gef\u00fchl einen genauen Lernplan, indem aber auch Lieder gesungen oder kleine kreativen Spiele gespielt werden. Da ich mir vorher genau solche Ideen ausgedacht habe, bin ich im Moment etwas ratlos, was ich ansonsten machen kann oder wie ich mich einbringen kann, um den Sch\u00fclern m\u00f6glichst viel zu helfen. Da ich aber die ersten Wochen hospitieren soll, gehe ich davon aus, dass sich das alles einspielen wird..<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Das Mensaessen kostet hier umgerechnet 60 Cent, wof\u00fcr man ein warmes Getr\u00e4nk bekommt (was genau habe ich noch nicht herausgefunden), einen Teller Suppe und eine Hauptspeise. Alles auch echt lecker!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Die Lehrer haben sogenannte \u201eSpringstunden\u201c, in Deutschland w\u00fcrde man Freistunde sagen. In dieser Zeit gehen sie immer Mittagessen, und wenn diese freie Stunde um halb 11 ist, dann wird auch um halb elf Borschtsch und Frikadellen gegessen!:) <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Mein erstes Borschtsch habe ich dann auch in der Schulmensa gegessen. (Borschtsch ist eine Rote Beete Suppe mit Kartoffeln und evtl. noch anderen Zutaten wie Fleisch) Mir hat es erstaunlich gut geschmeckt, wobei die Lehrerinnen meinten, dass es deutlich bessere gibt. Daf\u00fcr, dass ich in Deutschland nie Rote Beete gegessen habe (weil ich dachte, ich w\u00fcrde es nicht m\u00f6gen) habe ich hier schon ganz sch\u00f6n viel davon gegessen. Meine Gastmutter macht uns jeden Morgen einen Saft aus Rote Beete und anderem Obst und Gem\u00fcse, mittlerweile trinke ich den Saft auch richtig gerne!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Auch ansonsten kocht meine Gastmutter sehr gut: Kohlrouladen mit Reis und Hackfleisch, Bratlinge oder Apfelkuchen. An das ukrainische Essen kann man sich gut dran gew\u00f6hnen:)<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Meinen dritten Schultag habe ich in Lemberg (ukrainisch Lviv) verbracht. Mein Gastvater hatte dort einen Termin und hat meine Gastschwester, einen Freund von ihr und mich netterweise mitgenommen. Da ich bei meiner Ankunft nicht viel von Lemberg gesehen habe, war ich echt gespannt und das, was ich von der Stadt gesehen habe, hat mir echt richtig gut gefallen! <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Und zu einem richtigen Auslandsaufenthalt geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch dazu, einmal den Pr\u00e4sidenten gesehen zu haben;) Als wir vom Opernhaus weiter gehen, stand Petro Poroschenko, der ukrainischem Pr\u00e4sident, (mit vielen Begleitern nat\u00fcrlich) direkt vor uns.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Alle waren total bem\u00fcht mir m\u00f6glichst viel von Lemberg zu zeigen.wir haben den f\u00fcr Lemberg ber\u00fchmten Kirschlik\u00f6r \u201eDrunken Cherry\u201c probiert. Es gab einen Laden mit vielen verschiedenen Biersorten, unter anderem mit Milch oder Kokos. Wir haben uns jeweils ein \u201eau\u00dfergew\u00f6hnliches\u201c Bier f\u00fcr abends gekauft. Zur\u00fcck in Drohobytsch sind wir zusammen in einen Park gegangen und haben das Bier aus Lemberg probiert. Das Kokosbier hat gar nicht mal so schlecht geschmeckt. Meine Gastschwester hat entweder netterweise f\u00fcr mich \u00fcbersetzt oder ich habe mich mit Google \u00dcbersetzter mit den anderen etwas unterhalten. Auch wenn ich bei vielem (nat\u00fcrlich) nicht folgen konnte, war es ein wirklich netter Abend und ich bin meiner Gastschwester total dankbar, dass sie mich so integriert hat.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Ich wurde schon \u00f6fters gefragt, von Lehrerinnen und Sch\u00fclern, ob ich denn keine Angst gehabt h\u00e4tte, in die Ukraine zu gehen und warum ich denn \u00fcberhaupt in die Ukraine gehen wollte. Vor meiner Abreise hatte ich nat\u00fcrlich Angst oder Respekt vor den n\u00e4chsten Monaten, aber das war unabh\u00e4ngig von dem Land, sondern die Angst, die man eben vor einem l\u00e4ngeren Auslandsaufenthalt hat, was ich dann auch so gesagt habe. Und warum Ukraine, das wusste ich im Vorhinein ja selber nicht, da greife ich auf Kulturweit zur\u00fcck und sage, dass man zugeteilt wurde, ich aber sehr froh bin, die M\u00f6glichkeit bekommen zu haben, ein neues Land kennen lernen zu k\u00f6nnen. Nach einer Woche in einem neuen Land kann man auch noch kein Urteil \u00fcber das Land, die Leute dort und seine Erfahrungen abgeben. Ich kann nur so viel sagen, dass ich sehr herzlich aufgenommen wurde und dass ich mich auch neben der ganzen Eingew\u00f6hnung, der Umstellung und dem Heimweh im Moment hier sehr wohlf\u00fchle.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Und noch kurz zu meinem Leben au\u00dferhalb der Schule:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">An meiner Schule sind im Moment Praktikantinnen, die hier in Drohobytsch an der Uni Deutsch studieren. Eine davon war im selben Kurs wie ich, schnell haben wir uns f\u00fcr den Nachmittag verabredet und sind noch mit der anderen Praktikantin in die Stadt gegangen. Die zwei waren total aufgeschlossen, haben mir nochmal ein bisschen mehr von Drohobytsch gezeigt und waren sehr an Deutschland interessiert. Dabei habe ich aber auch noch einiges \u00fcber die Ukraine und das Leben hier erfahren, aber dazu in einem anderen Blog mehr. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Viel Zeit f\u00fcr Heimweh gab es in den letzten Tagen zum Gl\u00fcck auch nicht, da ich auch nach der Schule bis jetzt immer besch\u00e4ftigt war.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri Light, sans-serif\"><span style=\"font-size: large\">Jetzt geht es f\u00fcr mich erst mal \u00fcbers Wochenende in die Berge. Meine Gastschwester feiert dort ihren Geburtstag, bevor sie zur\u00fcck nach Polen geht. <\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Womit soll ich anfangen? Die letzten Tage waren so ereignisreich, dass der Blogpost wahrscheinlich sehr lang wird.. 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