Was machst du da eigentlich den ganzen Tag?

Fast einen Monat bin ich jetzt schon in Sergiew-Possad und ich muss sagen, dass ich mich, trotz der anfänglichen Schwierigkeiten, gut eingelebt habe. Glücklicherweise habe ich ab meinem zweiten Tag hier gearbeitet, wofür ich von anderen Freiwilligen zwar bemitleidet wurde, was mir jedoch beim Prozess der Eingewöhnung sehr geholfen hat.

In diesem Blogeintrag möchte ich euch etwas über meine Einsatzstelle und mein Aufgabenfeld hier in Russland erzählen, da ich immer wieder gefragt werde „Hannah, was machst eigentlich genau in Russland?“. Hoffentlich kann ich hiermit diese Frage beantworten 🙂

Erstmal zu meiner Einsatzstelle: Ich arbeite hier an einem Sprachlernzentrum, das Partner des Goethe-Instituts ist. Hier werden verschiedene Sprachen wie Spanisch, Chinesisch, Französisch und Englisch, vordergründig aber vor allem Deutsch unterrichtet. Die Menschen, die sich entscheiden, hier eine Sprache zu lernen, machen dies freiwillig, sind meistens sehr motiviert zu lernen und zwischen Grundschülern und Erwachsenen sind alle Altersgruppen vertreten. Meine Aufgabe ist es, im Deutschunterricht zu assistieren. Ich darf eigene Ideen einbringen, Erfahrungen schildern und auch Teile des Unterrichts selbst gestalten. Es geht eben besonders darum, dass ich als Muttersprachlerin mit den Schüler*innen spreche, damit diese aus „erster Hand“ ein Gefühl für die Sprache bekommen.

Bis jetzt hospitiere ich vor allem in den Deutschkursen, da ich schließlich keine ausgebildete Lehrerin bin und erstmal lernen muss, wie man „richtig unterrichtet“. Alle Lehrer*innen nehmen mich gerne in ihren Unterricht mit, erklären mir alles und binden mich auch in die Unterrichtsplanung ein. Mein Arbeitstag beginnt gegen 14 Uhr und endet meistens zwischen 19 und 20 Uhr.
Meine größte Angst vor dem FWD war, dass ich viel Langeweile haben werde und so viel Zeit haben würde, über zu Hause nachzudenken. Bis jetzt ist allerdings eher das Gegenteil der Fall. Ich habe jeden Tag etwas zu tun und für Langeweile hatte ich bis jetzt noch keine Zeit, was ich als sehr angenehm empfinde. Die Arbeit macht mir Spaß und wenn es dort mal nicht so viel zu tun gibt, dann arbeite ich eben an meinen Russisch-Kenntnissen, die immernoch zu wünschen übrig lassen, oder schreibe etwas für diesen Blog.
Apropos Russisch: Ein paar meiner Kolleginnen sprechen nur Russisch, was mich im ersten Moment ein wenig eingeschüchtert hat, da ich mir nicht sicher war, wie ich so kommunizieren sollte. Alle sind aber ganz nett und so lerne ich nach und nach russische Begriffe wenn ich meine russisch sprechenden Kolleginnen mittags begrüße und Abends verabschiede. Auch wenn wir nicht die gleiche Sprache sprechen, verstehen wir uns irgendwie und es ist so schön zu sehen, dass man eben manchmal auch über solche scheinbar ausschlaggebenden Barrieren wie Sprache hinwegsehen kann.

Langsam aber sicher gewöhne ich mich an diesen Arbeitsalltag und freue mich auf die nächsten fünf Monate hier. Ende der Woche fahre ich für fünf Tage zu einem Sprachassistenten Seminar vom Goethe-Institut nach Moskau. Wenn ich zurück komme, werde ich mich hoffentlich in der Rolle als DaF-Lehrer sicherer fühlen und dann noch ein paar mehr Aufgaben übernehmen können.

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