{"id":19,"date":"2011-03-21T17:19:09","date_gmt":"2011-03-21T16:19:09","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/felixargentina\/?p=19"},"modified":"2011-03-21T17:19:09","modified_gmt":"2011-03-21T16:19:09","slug":"die-letzte-woche-in-deutschland-und-die-anreise-nach-mendoza-%e2%80%93-oder-ein-kulturweit-freiwilliger-reist-selten-allein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/felixargentina\/2011\/03\/21\/die-letzte-woche-in-deutschland-und-die-anreise-nach-mendoza-%e2%80%93-oder-ein-kulturweit-freiwilliger-reist-selten-allein\/","title":{"rendered":"Die letzte Woche in Deutschland und die Anreise nach Mendoza \u2013 oder: Ein Kulturweit-Freiwilliger reist selten allein!"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem interessanten, informativen, sehr lehrreichen und auch spa\u00dfigem Vorbereitungsseminar am Werbellinsee, bei dem man eine Menge toller Leute kennengelernt hat, f\u00fchlte ich mich gut auf mein halbes Jahr Argentinien vorbereitet. Man hat uns Sichtweisen aufgezeigt, \u00fcber die man viel nachdenken kann und die einem den Aufenthalt im Ausland auch nicht als selbstverst\u00e4ndlich sehen lassen.<\/p>\n<p>Meine Mentorin meldete sich nicht \u2013 aber warum auch, dachte ich. Es sind ja sicher noch Ferien in Argentinien, und immerhin bin ich ja erst in sechs Tagen da. Also keine Panik, wenn das mit dem Abholen und der Unterkunft noch nicht gekl\u00e4rt ist. Aber es sollte doch noch ein wenig anders kommen.<\/p>\n<p>Ich rief Verena, meine Vorg\u00e4ngerin am Colegio Konrad Lorenz in Mendoza, am Sonntagabend an und lie\u00df mir von ihr berichten, dass es meine Mentorin leider nicht mehr gibt. Sie hatte bereits im Dezember gek\u00fcndigt. Das war ein wenig \u00e4rgerlich, weil sie die einzige war, zu der ich in Mendoza Kontakt hatte. Also musste ich Valentina, der Direktorin, schreiben. Sie spricht aber nur Spanisch. Da mussten Google Translater, ein Spanischw\u00f6rterbuch und meine geringen Spanischkenntnisse herhalten, um mich vorzustellen, zu sagen, dass ich gern am Samstag abgeholt werden m\u00f6chte und ich irgendeine Unterkunft brauche.<\/p>\n<p>Ich kann sagen, dass ich echtes Gl\u00fcck hatte. Valentina hat sich sofort um alles gek\u00fcmmert, hat mich ein wenig beruhigen k\u00f6nnen und hat mir echt liebe und tolle Mails geschrieben. Da habe ich mich gleich noch mehr gefreut.<\/p>\n<p>Nachdem das dann alles gekl\u00e4rt war, konnte ich mich in Ruhe den wichtigen Dingen des Lebens widmen, meine lieben Freunde und die Familie noch mal zu treffen. Genau geplant war alles, jede Stunde des Tages gut genutzt, Kaffee, Mittag und Abendgestaltung mit immer anderen Leuten, damit man niemanden vergisst. Sch\u00f6n war\u2019s gewesen. Danke an<\/p>\n<p>Am Freitag sollte es dann losgehen, aber nat\u00fcrlich mal wieder nicht wie geplant. Die Lokf\u00fchrer streikten, also war die Anreise nach Frankfurt per Bahn nicht m\u00f6glich, zumindest nicht, wenn ich vorhatte, meinen Flieger zu bekommen. Nach langem \u00dcberlegen mit Antje und David blieb schlie\u00dflich nur noch die eine L\u00f6sung: Mietwagen. Das kostet war ca. 100 Euro mehr als die Bahn, aber man kommt auf jeden Fall nach Frankfurt. Das hat dank Europcar auch geklappt.<\/p>\n<p>Am Flughafen in Frankfurt angekommen, hab ich das Gep\u00e4ck abgegeben, Anna getroffen, die mit kulturweit nach Namibia geht, noch mal telefoniert mit Familie und Freunden, und mit einer Versp\u00e4tung von einer Stunde ging es dann nach Madrid. Da dieser Flughafen doch noch etwas gr\u00f6\u00dfer ist, brauchte ich zu meinem Gate fast 30 min, aber der Weg hat sich gelohnt. Denn dort sa\u00df Helena. Helena geht nach Punto Arenas in Chile und wir kennen uns vom Vorbereitungsseminar. Ich habe nur die \u201eArgentinier\u201c gefragt, wann sie denn fliegen, und da war niemand dabei, den man h\u00e4tte treffen k\u00f6nnen. Aber auch die \u201eChilenen\u201c fliegen wahrscheinlich \u00fcber Santiago de Chile. Demnach konnten wir dann zusammen auf den Flug warten, der \u00fcbrigens wieder \u00fcber eine Stunde Versp\u00e4tung hatte, und auch auf dem Flug gaben wir uns gegenseitig das Gef\u00fchl von Sicherheit und Nicht-Alleinsein. Das war sch\u00f6n. Zuf\u00e4llig hatten wir auch noch zwei Pl\u00e4tze hintereinander, was ein gro\u00dfer Zufall ist bei einer Sitzplatzzahl von mind. 200. Das Essen im Flugzeug war \u00fcbrigens ganz ok, schlafen konnte man auch. Nur die Filme habe ich verpasst.<\/p>\n<p>In Santiago haben Helena und ich dann noch 3 Stunden zusammen gewartet, dann mussten wir uns verabschieden, weil Helena Migrantin in Chile war und sich also anmelden musste, ich war nur Transitreisender und musste mein Ticket nach Mendoza besorgen.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich eine Stunde zu sp\u00e4t startete dann das Flugzeug in Mendoza, bei dem man sich nicht abschnallen durfte, weil die Landung direkt nach dem Start wieder begonnen hatte. Der Flug dauerte also nur knapp 40 Minuten. L\u00e4nger dauerte das Anstehen bei den Beh\u00f6rden, man ist ja nun selbst auch Migrant. Vers\u00fc\u00dft wurde mir die Wartezeit in der Schlange durch ein brasilianisches P\u00e4rchen vor mir. Sie: hyperaktiv, rumspringend, laut rufend, ihn st\u00e4ndig \u00fcberall \u2013 JA! \u00dcberall \u2013 anfassend, k\u00fcssend.\u00a0 Er: alles hinnehmend. Und nein, ich bin nicht neidisch gewesen, nur ein wenig genervt von dieser spr\u00fchenden Energie, die mir fehlte nach nun 32 Stunden Reise.<\/p>\n<p>Mein Gep\u00e4ck kam heil an, auch wenn mir die Beamten am Flughafen nicht glauben wollten, dass da nichts Verbotenes drin ist. Also hie\u00df es Koffer auspacken. Au\u00dfer Gummib\u00e4rchen f\u00fcr die Sch\u00fcler und Dankesch\u00f6n-Schokolade f\u00fcr die Leute hier in Mendoza war aber nichts zu finden.<\/p>\n<p>So konnte ich dann endlich am Flughafen abgeholt werden. Lucia, die Tochter von Valentina, der Direktorin, und Andr\u00e9s, ein Deutschlehrer des Colegios, bei dem ich nun auch erst einmal wohne, standen schon mit einem Namensschild da und warteten auf mich. Beide sehr freundlich und lieb, brachten mich dann zu Andr\u00e9s Haus. Er hat mir dann schon das wichtigste zu Mendoza erz\u00e4hlt, ich habe mir dann den Weg zum Supermarkt angeschaut.<\/p>\n<p>Nun hei\u00dft es, alles zu entdecken, was es zu entdecken gibt! Dazu habe ich nun \u00fcber 5 Monate Zeit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem interessanten, informativen, sehr lehrreichen und auch spa\u00dfigem Vorbereitungsseminar am Werbellinsee, bei dem man eine Menge toller Leute kennengelernt hat, f\u00fchlte ich mich gut auf mein halbes Jahr Argentinien vorbereitet. 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