Kapitel 2: Mein Alltag in Kampala

Nach meinem holprigen Start in Kampala habe ich mich mittlerweile sehr gut eingelebt. Obwohl ich erst seit ein paar Wochen hier bin, fühlt es sich für mich an, als wären es schon Monate. Das liegt vermutlich an meinem festen Arbeitsalltag. Morgens stehe ich gegen 7.30 Uhr auf, mache mich fertig und fahre dann zum Büro der Deutschen Welle Akademie (was genau ich dort mache, erzähle ich in meinem nächsten Beitrag). Die Fahrt dauert zirka fünf bis zehn Minuten, je nach Verkehr.

In Kampala gibt es übrigens keinen öffentlichen Nahverkehr. Das günstigste Transportmittel (abgesehen von Fahrrädern, von denen ich bisher aber noch nicht viele gesehen habe) ist das Sammeltaxi. In jedes passen zirka zehn Personen. Ähnlich wie ein Bus fahren sie eine bestimmte Route – sowohl in- als auch außerhalb der Stadt. Als Passagier kann man jederzeit ein- und aussteigen. In der Innenstadt gibt es einen Busbahnhof, von dem aus die Sammeltaxis starten und der eine beliebte Attraktion bei Touristen ist.

Taxi-Park in Kampala

Beliebt sind auch Motorradtaxis, die sogenannten „Boda“. Man sieht sie eigentlich an jeder Ecke. Sie sind besonders praktisch, wenn viel Stau ist, weil sie sich dann einfach zwischen den stehenden Autos vorbeischlängeln können. Aus Sicherheitsgründen benutze ich immer die SafeBoda-App. Über sie kann ich ganz einfach einen Boda-Fahrer zu meinem Standort anfordern, mein Ziel eingeben und mir schon vor Fahrtbeginn einen festen Preis anzeigen lassen. Die Fahrer bekommen ein spezielles Fahrsicherheitstraining und haben immer einen zweiten Helm für Mitfahrer dabei.

Boda-Fahrer in Kampala

Auch wenn ich mich tagsüber in Kampala sehr sicher fühle, bin ich nach Anbruch der Dunkelheit etwas vorsichtiger. Dann fahre ich meist mit dem Auto. Entweder über eine App wie Uber oder mit einem privaten Fahrer. Das ist zwar deutlich teurer als mit dem Motorradtaxi, aber ich bin dafür mit einem guten Gefühl unterwegs.

Nach der Arbeit bin ich meistens ziemlich erschöpft. Wenn ich sehr motiviert bin, gehe ich danach noch zum Yoga oder Zumba. Ich versuche, ein bis zwei Mal die Woche zum Sport zu gehen – mal schauen, ob ich das durchhalte. Und auch sonst gibt es in Kampala viele Freizeitmöglichkeiten – wie wahrscheinlich in den meisten Großstädten. Sowohl unter der Woche als auch am Wochenende. Von einem gemütlichen Kinoabend über intellektuelle Vorträge bis hin zu langen Nächten in Bars und Clubs, teilweise mit Live-Musik, ist alles dabei.

Obwohl ich mich mit der Zeit doch noch mit meiner ersten Unterkunft anfreunden konnte, bin ich inzwischen nochmal umgezogen. Jetzt wohne ich zusammen mit den anderen kulturweit-Freiwilligen und sechs weiteren Mitbewohnern – alle in unserem Alter – in einer großen WG, in der spontan noch ein Platz für mich freigeworden war. Jeder hat ein eigenes Zimmer mit Bett, Schrank und Schreibtisch. Bad, Küche und Wohnzimmer werden gemeinschaftlich geteilt.

Da Uganda ein Hochrisikogebiet für Malaria ist, schlafen wir alle mit Moskitonetzen über dem Bett, die bis zum Boden gehen und wie ein Zelt aussehen. In Kampala direkt gibt es zum Glück nur wenig Mücken, trotzdem sprühen wir uns bei Einbruch der Dämmerung mit Anti-Mückenspray ein und tragen möglichst langärmlige Kleidung. Fenster und Türen sind ebenfalls mit Mückengittern geschützt.

Ich bin sehr froh über den Umzug, weil es so viel einfacher ist, zusammen etwas zu unternehmen. Vor allem abends fühle ich mich sicherer, wenn ich nicht allein nach Hause fahren muss. Außerdem ist das Gemeinschaftsgefühl in dem neuen Haus viel besser, so dass wir abends auch mal zusammen essen, uns unterhalten oder einen Film ansehen. Hier fühle ich mich definitiv nicht mehr einsam.

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