{"id":195,"date":"2015-11-06T11:28:37","date_gmt":"2015-11-06T10:28:37","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/evainbelgrad\/?p=195"},"modified":"2015-11-20T11:56:57","modified_gmt":"2015-11-20T10:56:57","slug":"buchempfehlung-einer-mobile-flachwurzlerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/evainbelgrad\/2015\/11\/06\/buchempfehlung-einer-mobile-flachwurzlerin\/","title":{"rendered":"Buchempfehlung einer mobile Flachwurzlerin"},"content":{"rendered":"<p>Wo ich gerade bin? Im Zug. Und zwar nur im Zug. Drau\u00dfen ist n\u00e4mlich nicht so viel zu erkennen, wir fahren durch dichte Nebelschwaden. W\u00e4hrend wir also mit ca. 40 km\/h durch die serbische Landschaft tuckern, d\u00f6st die Dame neben mir und ich habe soeben die letzten Seiten meines Buches &#8222;Der Balkanizer: Ein Jugo in Deutschland&#8220; gelesen.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Wobei, eigentlich ist es ja gar nicht mein Buch. Gefunden habe ich es zwischen Programmheften und W\u00f6rterb\u00fcchern in einem Regal des Goethe-Instituts. Aber nun reist es mit mir nach Budapest, zu meiner langj\u00e4hrigen Freundin Dora. Es ist eines dieser B\u00fccher, die ich &#8222;wegatme&#8220;. Fast wie eine Tafel Schokolade, die auf einmal verschwindet, so locker und leicht habe ich die 200 Seiten in den letzten Stunden gelesen. Und dabei trotzdem viel nachgedacht, reflektiert und gelacht.<\/p>\n<h2>Der Autor<\/h2>\n<p>Der Autor meines Buches ist <a href=\"http:\/\/www.funkhauseuropa.de\/sendungen\/balkanizer\/balkanizer102.html\" target=\"_blank\">Danko Rabrenovi\u0107<\/a>, ein in den 90er Jahren aus Belgrad nach Deutschland gekommener Radiomoderator, Musiker und offensichtlich guter Schreiberling. Ich bin froh, dass ich dieses Zusatzgewicht mitgenommen have, denn die Worte helfen mir beim Einordnen meiner Gedanken und Erlebnisse der letzten zwei Monate.<\/p>\n<h2>Das Buch<\/h2>\n<p>Nun merke ich erst, dass ich das Buch zu schnell gelesen habe um wirklich eine fundierte Buchkritik zu schreiben&#8230;da ich euch diese aber dennoch nicht vorenthalten m\u00f6chte, <a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/SPECIAL_zu_Danko_Rabrenovic_Der_Balkanizer\/aid34752.rhd\" target=\"_blank\">hier eine ziemlich alte Kritik<\/a> mit ein paar Hintergr\u00fcnden zum Buch, das ich nur mit einem LESEN! kommentieren m\u00f6chte. Oder wie seht ihr das?<\/p>\n<h2>Wie ich zum Lesen dieses Buches kam<\/h2>\n<p>Wie kam ich dazu, ein Buch aus dem hintersten Winkel des 206B\u00fcroregals zu ziehen? Diese Frage birgt neben einer einfachen Erkl\u00e4rung bereits ein Politikum: Zum einen lese ich unheimlich gerne, brauche dazu aber absolute Ruhe. Beispielsweise eine achtst\u00fcndige Zugfahrt ohne Rausschaum\u00f6glichkeit von Belgrad nach Budapest. Ich sitze zwar am Fenster, aber die Sicht ist gelinde gesagt bescheiden. \u00dcber ganz Serbien (ganz Serbien? nein! \ud83d\ude09 ) liegt eine dicke Nebelwand und die sichtbaren 25 Meter neben den Gleisen sind mit ihrer eher eint\u00f6nigen Vegetation nun wirklich nicht sehr sehenswert.<\/p>\n<p>Zum anderen habe ich mir vorgenommen mehr serbische \/ balkanesische Literatur zu lesen, um meinen Blick auf die Umgebung, in der ich lebe, um eine &#8222;Second Story&#8220; zu erweitern. Da sieht man mal wieder, welchen Einfluss das kulturweit Vorbereitungsseminar auf mich hatte. F\u00fcr alle, die nicht dabei waren, hier das Video zum Thema (mit deutschen Untertiteln):<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Chimamanda Ngozi Adichie: The danger of a single story | TED\" width=\"474\" height=\"267\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/D9Ihs241zeg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h2>Serbische Literatur und ich<\/h2>\n<p>Nun lauerte die erste Entt\u00e4uschung dieses Bestrebens aber bereits hinter der n\u00e4chsten Ecke: Auf der Belgrader Buchmesse. Das Goethe-Institut hatte dort im Rahmen des EUNIC Gemeinschaftsstands eine &#8222;Miniausgabe&#8220; seiner zuk\u00fcnftigen neuen Bibliothek aufgebaut und da ich, wie gesagt, leidenschaftliche Leserin bin, brachte ich mich gerne in der Standbetreuung ein.<\/p>\n<p>Zwischen Er\u00f6ffnung, Fotosession und anderen &#8222;Pflichtterminen&#8220; blieb auf Zeit f\u00fcr einen kleinen Bummel \u00fcber die Messe. Und die Erkenntnis, dass ich immer noch kein ausreichendes Serbische spreche um ein Buch zu lesen &#8211; und sei es nur ein Kinderbuch. Da nun aber die meisten B\u00fccher auf der Belgrader Buchmesse (wie sollte es auch anders sein) auf Serbisch sind, war ich ziemlich schnell ziemlich desillusioniert. Gl\u00fccklicherweise fand ich auf die Emfehlung meiner Kollegin hin einen Verlag, der ausgesuchte serbische Autoren ins Englische \u00fcbersetzen l\u00e4sst &#8211; und mir so zu meinem ersten Buch eines Belgrader Autors verhalf.<\/p>\n<p>Das ist \u00fcbrigens das zweite Buch, das es in meinen Reiserucksack geschafft hat: &#8222;The Russian Window&#8220; und das ich nach dem Schreiben dieser Zeilen anlesen werden. Drau\u00dfen ist n\u00e4mlich immer noch &#8222;Nebelsuppe&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo ich gerade bin? Im Zug. Und zwar nur im Zug. Drau\u00dfen ist n\u00e4mlich nicht so viel zu erkennen, wir fahren durch dichte Nebelschwaden. 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