{"id":86,"date":"2017-04-06T12:55:30","date_gmt":"2017-04-06T10:55:30","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/evaentdeckttogo\/?p=86"},"modified":"2017-04-06T12:55:30","modified_gmt":"2017-04-06T10:55:30","slug":"lome-laeuft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/evaentdeckttogo\/2017\/04\/06\/lome-laeuft\/","title":{"rendered":"Lom\u00e9 l\u00e4uft"},"content":{"rendered":"<p>Die letzten Spuren der k\u00fchleren Nacht h\u00e4ngen noch in den Stra\u00dfen unseres Wohnviertels, als wir um kurz vor sechs Uhr morgens das Haus verlassen. Wir laufen los. Auf dem Weg dorthin sehe ich bereits Dutzende Menschen, die das gleiche Ziel haben: den Strand.<\/p>\n<p>Aus allen Richtungen kommend b\u00fcndeln sich die L\u00e4ufer schlie\u00dflich, erreichen die Teerstra\u00dfe und schlie\u00dflich den Boulevard, der gro\u00df und breit von Osten kommend am Strand bis zur ghanaischen Grenze verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Die Atmosph\u00e4re, die uns hier empf\u00e4ngt, packt mich vom ersten Moment an. Gef\u00fchlt ist halb Lom\u00e9 auf den Beinen. Wir laufen am Stra\u00dfenrand entlang Richtung Ghana. Vor uns laufen zwei M\u00e4dchen, vielleicht zw\u00f6lf Jahre alt, ein Vater mit seinem Sohn, Frauen und M\u00e4nner. Wir werden von Radfahrern in kompletter Rennradmontur \u00fcberholt und rollschuhlaufende Menschen im Einteiler rauschen vorbei. Auf der anderen Fahrbahnseite kommt uns eine gro\u00dfe Gruppe L\u00e4ufer entgegen, vielleicht f\u00fcnfzig Personen. Inmitten des Pulks laufen f\u00fcnf von ihnen mit leeren Plastikkanistern und Zimbeln. Trommelnd und singend geben sie den passenden Rhythmus.<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter kommt uns die n\u00e4chste gro\u00dfe L\u00e4ufertruppe entgegen. Sie brauchen die gesamte Breite der Spur. Ein gro\u00dfer LKW muss Platz machen und auf die entgegenkommende Fahrbahn ausweichen. Auch in dieser Gruppe: Trommelnde Musiker geben den Takt. Als wir schlie\u00dflich an der ghanaischen Grenze ankommen und wenden m\u00fcssen, stehen am Wendepunkt Verk\u00e4uferinnen bereit und bieten Wasserp\u00e4ckchen zum Verkauf.<\/p>\n<div id=\"attachment_89\" style=\"width: 408px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/evaentdeckttogo\/files\/2017\/04\/IMG_2590.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-89\" class=\"wp-image-89\" src=\"https:\/\/kulturweit.blog\/evaentdeckttogo\/files\/2017\/04\/IMG_2590-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"398\" height=\"302\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-89\" class=\"wp-caption-text\">Eine ganz normale Stra\u00dfe &#8211; Sonntagmorgen jedoch Schauplatz eines Laufspektakels<\/p><\/div>\n<p>Ich komme aus dem Staunen nicht heraus: Jeden Sonntagmorgen ein Spektakel. Ich f\u00fchle mich wie die Teilnehmerin eines gro\u00dfen Stadtmarathons. Dabei ist es der allw\u00f6chentliche Morgensport, der hier so gro\u00df, so lautstark und so gemeinschaftlich stattfindet.<\/p>\n<p>Zusammen beschlie\u00dfen wir unsere Laufeinheit mit ein paar \u00dcbungen und Dehnen am Strand. Inzwischen ist es vielleicht acht Uhr, der Strand ist bev\u00f6lkert, auf der Stra\u00dfe laufen noch immer Hunderte. Ein gro\u00dfartiger Moment, ein Erlebnis. Es ist schwer in Worte zu fassen und ich empfehle jedem, der einmal in die togoische Hauptstadt kommt, am Sonntagmorgen dabei zu sein.<\/p>\n<p>Dabei zu sein, wenn Lom\u00e9 l\u00e4uft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten Spuren der k\u00fchleren Nacht h\u00e4ngen noch in den Stra\u00dfen unseres Wohnviertels, als wir um kurz vor sechs Uhr morgens das Haus verlassen. Wir laufen los. 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