Sto Lat. Über Feiertage und Wohnblocks

Lang ists her……mein letzter Beitrag liegt nun mittlerweile schon einen über Monat zurück und es hat sich viel getan, So viel, dass ich dem Blogschreiben tatsächlich entsagen musste um, was auch immer da kam voll und ganz zu erfahren. Polen also. Darum solls heute mal gehen.

Was fällt uns dazu als erstes ein ? Richtig, Wohnblocks, Wodka und Wochenmärkte, auf denen man alles vom nicht lizensierten Feuerwerkskörper bis Frischkäse günstig erstehen kann.

Alles davon habe ich hier schon gesehen und ja, zumindest der Teil mit den Wochenmärkten und dem Wodka ist ein fester Bestandteil der polnischen Identität. Auch ich wohne in einem Wohnblock. 10. Stock, 8 m² Zimmer, Küche und Bad, 6 Mitbewohner und nicht allzu alt. Charme der 90er Jahre eben. Manch einer möchte sagen, dass Haus wäre von außen hässlich, dennoch ist es für mich neutral und die Tatsache, dass es mein Bett beherbergt, hat es über die zwei Monate die ich jetzt hier wohne zu meinem zuhause werden lassen. Auch hier sieht man bereits einen geringfügigen Unterschied zwischen polnischer und deutscher Mentalität. Was in Deutschland in gewisser Weise ein Stigma ist, gehört in Polen zum Alltag und zur normalen Realität. Rückschrittlich oder Unmodern ? Keinesfalls. Wie so oft in solchen Fällen lässt sich einfach sagen: Es ist eben einfach anders. Zumindest mehr anders, als in Deutschland denn ob im sparsamen Ostblockstil der 70er Jahre gebaut oder hochmodern mit Glas- und Stahlelementen – Wohnblocks gehören zum Bild jeder polnischen Stadt. Ein zugegeben am Anfang etwas gewöhnungsbedürftiges Bild, welches aber mit sehr viel Begrünung zu einem wirklich ästhetischen Stadtbild abgerundet wird. Ab und zu wechselt sich der eine oder andere Block auch mal mit einer Kirche ab, was dem ganzen eine gewisse verwundernde aber auch schöne Absurdität verleiht, die mich immer mit einem anerkennenden Lächeln daran vorbeispazieren lässt. Ja, soetwas findet man nur in Polen.

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Bang Bang Bang

Es ist Dienstag, der 9. Oktober, ich sitze am bei Nacht und Nebel an meinem Schreibtisch und denke: “Unfassbar!”. Fast einen Monat bin ich jetzt schon hier. Aber es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die Zeit durch einen geordneten Arbeitsalltag verfliegt, wenn man ein ganzes halbes Jahr davor in einer Phase des nicht koordinierten und unproduktiven Seinzustandes schwebte. Aber gerade deshalb ist es nun wirklich an der Zeit, das erste mal über meine tatsächliche Arbeit zu berichten.

Wie bereits erwähnt, arbeite ich im Gimnazjum Nr. 39 und der angeschlossenen Grundschule, die sich im gleichen Gebäude befindet. Bedingt durch eine gesamtstaatliche Bildungsreform vor ein paar Jahren wird nun das Gimnazjum, das früher von der 1. bis zur 3. Klasse (in Deutschland von der 7. bis zur 9.) ging abgeschafft, und die nachfolgende Schulform, das Liceum beginnt bereits im Alter der Schüler von 16 Jahren. Dieses Schuljahr existiert also nur noch die 3. Klasse des Gimnazjums, da die ehemals 1. und 2. Klasse des Gimnazjums schon als 7. und 8. Klasse der Grundschule angeschlossen wurden. Der Endstand soll nun sein, dass ab nächstem Jahr das Gimnazjum nicht mehr existiert und die Grundschule bis zur 8. Klasse führt. Danach können sich die Schüler für eine Laufbahn auf dem Liceum bis zur 12. Klasse entscheiden, welches mit der „Matura“ (Das polnische Abitur) abschließt. Alternativ  können sie auch ein Technikum besuchen, das mit einem beruflichen Gymnasium in Deutschland vergeichbar ist.

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Logbucheintrag des Käpt’ns

Zunächst einmal möchte ich vermelden, gut im neuen Heimathafen angelegt zu haben und trotz einiger Startschwierigkeiten beginne, mich doch sehr gut und schnell einzuleben. So schnell, dass mir die knappen 10 Tage, die ich hier bin, schon fast wie ein ganzer Monat vorkommen. Eigentlich hatte ich geplant, meine Blogeinträge nur monatlich zu schreiben. Weil ich aber merke, dass ich sonst zu viel Distanz zu meinem Start hier gewinne, ist das hier nun ein kurzer Statusbericht zu meinen ersten Tagen/Wochen in der neuen Heimat. Aber jetzt alles von Anfang an:

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Arbeitsladen.

Ich bin‘s wieder :) Jetzt geht es auch nicht mehr um den ganzen Gefühls- und Erwartungskram, sondern um die nackte Realität. Zumindest das Vorbereitungsseminar. Wie nackte Realität fühlte es sich so allerdings nicht an. Auch wenn offiziell das Seminar zur Dienstzeit zählt und die nackige Realität kurz vor der Tür stand (wie uns tagtäglich versprochen und angedroht wurde) war es mehr eine Art Bildungslager, das etwas aus den Fugen geriet. Über die wirklichen Ausmaße machte ich mir natürlich vorher keine Gedanken, aber eine Vorahnung davon, zehn Tage mit 320 Gleichgesinnten zusammen zu wohnen und zu lernen bekam ich bereits beim ersten Snack auf dem Seminargelände. Alle kennenlernen ? Unmöglich, auch wenn das vielleicht irgendwie mein Anspruch war.

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Ein Schritt vor die Haustür…

Da geht es also los. Ein Jahr lang nicht wirklich fern ab der Heimat aber trotzdem in der Fremde in einem uns Deutschen nicht wirklich vertrauten Nachbarland. Polen. Dazu noch in Kraków, einer der größten Städte Polens und der schönsten Europas. Wenigstens ist das die erste Reaktion, die ich sehe und höre, wenn ich über meine Zukunftspläne mit kulturweit erzähle. Klingt also, als hätte ich Großes zu erwarten und (wenn man der landläufigen Meinung Glauben schenkt) auf meine Wertsachen aufzupassen. Bist du so, Kraków ? Schön und kleinkriminell ?

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