Jak spędzałem ferie zimowe – ein kleiner Reisebericht

Die Zeit schreitet voran und so geht das neue Jahr nun schon (oder erst) in den zweiten Monat. Zu wenig Stoff zum Schreiben habe ich jedenfalls nicht, denn ich kann durchaus behaupten, dass der Januar von vielen außergewöhnlichen, lehrreichen und auch lustigen Ereignissen geprägt war. Nach dem ich Anfang Januar wieder in meine Heimat im südlichen Polen zurückkehrte konnten der Schulalltag und die angenehme Belastung der Arbeit garnicht so schnell beginnen, wie wir schon wieder Ferien hatten. Meiner Meinung nach etwas verfrüht. Hatte ich doch gerade einmal anderthalb Wochen begonnen, meinen Rhythmus wieder auf Arbeit umzustellen, war auch schon ab dem 12.1. wieder ganz viel Freizeit zu verbringen. Dem Umstand, dass ich vorher einige Pläne geschmiedet hatte, verdankte ich aber, dass meine ferie zimowe keinesfalls langweilig verliefen. Am Freitag davor jedenfalls fand noch eine Veranstaltung statt, die mich fast über den Mangel des Schneeballs an meiner alten Schule hinwegtröstete.

Anlässlich einer karitativen Veranstaltung sang nämlich nicht nur der Schulchor, sondern es fanden auch zahlreiche Vortrage von Referenten verschiedener Hilfsorganisationen statt. Von „Ärzte ohne Grenzen“ bis zum Tierheim in Krakau war da sehr viel dabei. Es wurde Geld gesammelt, dass man wiederum gegen einen herzförmigen Aufkleber eintauschen konnte. Da es sich bei dieser Aktion um eine landesweite Aktion handelt, konnte man diese Herzen auch noch in den folgenden Wochen auf Hauswänden, Kleidung, an Straßenbahnen, Autos und eigentlich sonst auch überall im öffentlichen Raum finden. 

Gegen Mittag begann dann aber noch der eigentliche „bal zimowy“ , der Winterball in der Turnhalle. Obgleich, weder besonders elegante Kleidung getragen wurde, noch die klassische Tanzmusik aufgespielt wurde, die ich von anderen Bällen kenne, hatte ich jede Menge Spaß dabei, mit Schülern und Lehrern zu tanzen. Zu hören war unter anderem der unter polnischen Jugendlichen sehr beliebte „Disco Polo“, eine Musikrichtung, die Mancheiner etwa als nicht besonders virtuos oder einseitig bezeichnen würde. Ich jedoch fand es zum einen großartig, in einer Atmosphäre zu einer Musik zu tanzen, in der sich alle Schüler richtig wohlfühlten und zum anderen auch einmal etwas neues kennenzulernen. Meine besondere Empfehlung ist hier „Ale Ale Aleksandra“.

Die Pläne für die nun beginnenden Ferien bestanden hauptsächlich aus Reisen, weshalb ich hier in einzelnen Etappen erzähle:

Direkt am ersten Wochenende ging es in die ostpolnische Stadt Lublin zu meiner ehemaligen Schulkameradin Amelie, die ebenfalls ein fast ganzes Jahr in Polen verbringt. Schon am ersten Abend unserer Begegnung war ich zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen bei einer ihrer Bekannten. Zu wohligen Jazz-Klavierklängen wurden hier vorzüglichste polnische Konversationen abgehalten, die ich als sehr angenehm und lehrreich wahrnahm. Übertroffen wurde das nur von der berühmt-berüchtigten polnischen Gastfreundschaft und der damit verbundenen mehr als reichhaltigen Bewirtung. Eine Lektion, die ich an diesem Abend lernte: Ein leeres Weinglas bedeutet: „Bitte öffnen Sie noch eine Flasche, extra für mich allein“ und „Nein danke“ heißt etwas zwischen „Na gut…..“ und „Unbedingt !“. Ich genieße solche Erfahrungen immer wieder aufs neue. Vor allem die Gelegenheit, mich über die Wahrnehmung und das Verständnis Polens mit jemandem auszutauschen schafft neue Perspektiven, Gemeinsamkeiten und auch viel Geschmunzel und so einige Lachtränen. Am folgenden Tag lernte ich die sehr reizvolle Altstadt Lublins kennen nebst der katholischen Universität und dem Studentenwohnheim. Zu meinem Glück war die ganze Stadt während meines Besuches in einen dicken weißen Schleier gehüllt, was dem Aussehen sehr zum guten tat und mich sehr beeindruckte.

Schließlich sah ich mir noch ein Kabarettstück an, was der eigentliche geplante Grund meines Besuches war. Darum gestaltete sich auch dieser Abend äußerst amüsant (zumindest hoffe ich, dass ich an den richtigen Stellen gelacht habe). Das Stück wurde selbstverständlich auf polnisch gespielt, was mir eine sehr willkommene Herausforderung verschaffte.

Am Montag reiste ich wieder mit dem Bus in Richtung Krakau ab, der auch unterwegs das ein oder andere ungewöhnliche Problem hatte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Weiter ging es für mich dann am Donnerstag nach Westpolen. Dort war ich bei meinem guten alten Schulkamerad Emil in Zielona Góra zu Gast. Auch er verbringt ein ganzes Jahr als Freiwilliger in Polen und ist ebenso, wie ich als Assistent im Deutschunterricht als Fremdsprache tätig.

Der Schnee war bereits in Westpolen größtenteils verschwunden, aber an seinen Platz war die Sonne getreten, die es uns erlaubte, viel draußen zu sein und viel von der Stadt und Umgebung zu sehen. In Nachbereitung zu unserem gemeinsamen Abitur im Leistungskursfach Geschichte unternahmen wir auch eine kleine historische Exkursion in die Wälder um Zielona Góra und fanden dort einen alten Bismarckturm.

Diese Art von Türmen wurde um die Jahrhundertwende überall im damals existierenden deutschen Kaiserreich gebaut. Auch im heutigen Polen kann man noch einige davon finden. Dennoch ist die Aufgabe des Turms heute nicht mehr, an den Fürsten mit Schnauzer zu erinnern, sondern beherbergt vielmehr Utensilien zur Waldbrandbekämpfung. Sehr interessant war es für uns allemal, da wieder einmal bewusst wurde, wie lange Zielona Góra als „Grünberg“ zu Deutschland gehört hatte und wie stark die historischen Beziehungen zwischen deutschen und Polen in dieser Gegend Polens sind. Ich genoss sehr den Aufenthalt in der polnischen Kleinstadt, die mir etwas Ruhe und Gemütlichkeit vom großen, lauten Krakau verschaffte und wir verbrachten noch so manche nette Stunden in Schwimmbädern, Bars, Kneipen, in der Sonne und in der Küche beim gemeinsamen Kochen.

Leider musste ich am Sonntag bereits wieder abreisen, denn in Krakau erwarteten mich die schriftliche und die mündliche Prüfung meines Sprachkurses. Zum Glück waren beide nicht sonderlich schwer, denn mein Lernaufwand davor war nicht besonders hoch gewesen. Dennoch war gerade die mündliche Prüfung sehr amüsant, da ich in einem kleinen halb vorbereiteten, halb improvisierten Dialog eine polnische Mutter spielte. So darf ich mich nun den stolzen Inhaber eines Zertifikates für die polnische Sprache auf dem Niveau A2 im europäischen Referenzrahmen nennen.

Als schließlich letzte Station in den Ferien stand die polnisches Hauptstadt an. Warschau. Gerade von der alten Hauptstadt Krakau aus besteht hier eine nicht unwesentliche Rivalität, die aber zum Glück während des Besuches außenvor gelassen wurde. Eingeladen waren wir, die kulturweit-Freiwilligen in der deutschen Botschaft für eine Vorstellung und ein Gespräch über die politische und kulturelle Arbeit der Botschaft. Bei Tee und Keksen verbrachten wir daher zwei sehr nette und interessante Stunden, die mit einem Erinnerungsfoto abgeschlossen wurden. Schließlich war das unser letztes Treffen als Homezone mit den Freiwilligen, die Ende Februar Polen leider verlassen müssen.

Aber mir dem Botschaftsbesuch war es freilich nicht getan. Schließlich kannte ich fast garnichts von der Stadt, weshalb ich nun ersteinmal diese besichtigen musste. Tatsächlich ist die Altstadt Warschaus an sich garnicht so alt. Die originalen Gebäude hätten ein sicher nicht unwesentliches Alter gehabt, allerdings wurde Warschau im zweiten Weltkrieg so stark zerstört, das fast nichts davon übrig ist. Allgemein hatte die Stadt so sehr unter dem zweiten Weltkrieg zu leiden, wie kaum eine andere europäische Stadt. Daher kann man heute überall im Warschauer Zentrum die großen beeindruckenden Bauten im Zuckerbäckerstil der 50er Jahre bewundern. Das bekannteste Relikt aus dieser Zeit ist wohl der Warschauer Kulturpalast, ein Geschenk des russischen Diktators Josef Stalin. Gerade durch diesen neuen Charakter der Nachrkriegsbauten und der großen Wolkenkratzer in Zentrum behaupten viele, die Stadt, sei hässlich. Vor allem von vielen Krakauern hört man diesen Spruch immer wieder. Ich selbst möchte mir darüber noch kein Urteil bilden. Jeder mag selbst diese Stadt besuchen, was sich definitiv lohnt, und entsprechend seine Schlüsse ziehen. Eine besondere Empfehlung ist hierbei das Museum des Warschauer Aufstands. Dieses ist eigentlich ein Muss für jeden, der sich etwas genauer mit der polnischen Identität und deren Herkunft beschäftigen möchte.

Was ich jedoch besonders positiv mit meinem Besuch in Warschau verbinde, ist das Miteinander meiner Seminargruppe, das ich sehr genoss. Die Gespräche, die Witze, das Essen, das alles tat sehr gut und lässt gern an meinen Besuch zurückdenken.

Von allen diesen Reisen habe ich nicht nur Verabredungen, gute Wünsche und schöne Gedanken mitgenommen, sondern auch wertvolles Wissen. Wissen über Polen, über Geschichte und alles mögliche andere, dass mir vielleicht erst später noch klar wird. An dieser Stelle sei nun für die Winterferien ein Schlussstrich gezogen. Ich bin dankbar für die schöne Zeit, die vielen Möglichkeiten und Erfahrungen, und hoffe, dass sich dazu noch viele gesellen werden.

Für die, die aber gerne noch weiterlesen möchten, ist hier noch eine kleine Anekdote zum schmunzeln.

Bereits im Januar planten meine Mitfreiwillige Juli und ich einen Besuch im ukrainischen Lwiw (zu deutsch „Lemberg“), da dort eine kulturweit-Freiwillige wohnt, die uns im Januar in Krakau besucht hatte. Gesagt, getan. So schickten wir uns am ersten Februarwochenende zum Gegenbesuch an. Alles war geplant und bezahlt: Hostel, Hin- und Rückfahrt. So stiegen wir denn unbekümmert an einem schönen warmen Freitag Nachmittag in den Reisebus, nichts ahnend, was mich auf der Reise erwarten würde. Wahrlich dauerte meine Fahrt in Richtung Ukraine nicht lange, denn schon in Tarnów (Eine Kleinstadt etwa 90 km östlich von Kraków) blinkte bereits das Blaulicht. Da sehr viele Ukrainer zwischen Polen und der Ukraine pendeln, diese aber nicht in der EU ist, werden gerade solche Busse oft und gern von der polnischen Polizei kontrolliert.

Dann beim Auspacken der Aha-Moment: Ich hatte keinen Reisepass. Auch nach dem Nachfragen versicherte mir der polnische Polizist kopfschüttelnd, dass lediglich mit Personalausweis aus der EU nicht in die Ukraine einreisen dürfte. Was war also die Konsequenz ? Klar, raus aus dem Bus.

Dann ging alles schnell, ich stieg aus, der Bus fuhr und da stand ich nun. Polnische Autobahn, mitten auf dem Feld, kein Internet, kein Handyempfang, Akku fast leer, keine Ortskenntnis.

Nach einigem Überlegen entschloss ich mich schließlich dazu, einen Weg zu suchen, den ich dann im Dunkeln schließlich auch fand. Bald folgten auf den Weg auch Häuser und eine Bushaltestelle, an der ich schließlich wartete und zum nächsten Bahnhof fuhr, wo mich ein Regionalzug zurück nach Kraków brachte. So schnell platze der Reisetraum von der Ukraine.

Und was lernen wir daraus ?

Immer schön informieren, welche Reisedokumente ihr braucht, bevor ihr anfangt zu Reisen, Kinder.

Das war es für heute.

Ich danke

jedem, der sich ans Ende dieses Artikels gekämpft hat,

Emil, Amelie und meiner ganzen Homezone für die schöne Ferienzeit.

Euer Moritz.

2 Gedanken zu „Jak spędzałem ferie zimowe – ein kleiner Reisebericht

  1. Das klingt nach einer wundervollen Zeit, die du während deiner Winterferien hattest und vor allem nach vielen neuen Erlebnissen.
    Ich wünsche dir weiterhin eine schöne Zeit, auf dass sie dir noch mehr wunderschöne Ereignisse bringen möge.
    Vielleicht sieht man sich mal wieder.
    : )

  2. Lieber Moritz,es ist immer wieder schön,Deine Beiträge zu lesen.Mit welcher Leichtigkeit,Wärme und Tiefe Du über Deinen Aufenthalt in Polen berichtest,bringt mir unser Nachbarland in seinen Unterschieden und Gemeinsamkeiten näher.Das freut mich sehr.Dir weiter eine schöne Zeit und ich bin schon gespannt auf deine nächsten Zeilen.
    Liebe Grüße,Opa.

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