Logbucheintrag des Käpt’ns

Zunächst einmal möchte ich vermelden, gut im neuen Heimathafen angelegt zu haben und trotz einiger Startschwierigkeiten beginne, mich doch sehr gut und schnell einzuleben. So schnell, dass mir die knappen 10 Tage, die ich hier bin, schon fast wie ein ganzer Monat vorkommen. Eigentlich hatte ich geplant, meine Blogeinträge nur monatlich zu schreiben. Weil ich aber merke, dass ich sonst zu viel Distanz zu meinem Start hier gewinne, ist das hier nun ein kurzer Statusbericht zu meinen ersten Tagen/Wochen in der neuen Heimat. Aber jetzt alles von Anfang an:

Am 12.09. War es endlich soweit ! Es ging los zu der „,Mission“, auf die ich mich schon seit Wochen und Monaten innerlich vorbereitet hatte. So startete ich voll bepackt mit Klamotten, Essen und dem restlichen Kram früh morgens im Zug Richtung Polen. Eigentlich sollte es keine lange Reise werden, doch nach zweimaligem Umstieg in Wrocław (Breslau) und Katowice (Katowitz) kam ich schließlich am frühen Abend ziemlich geschafft in Kraków an. Etwas angeschlagen von der Klimaanlage im Zug dachte ich, es wäre wohl eine gute Idee, vom Bahnhof zu meiner etwa 2 Kilometer entfernten Wohnung zu laufen und dort (weil ich den Fahrstuhl übersah) mit Gepäck bis in den 10. Stock. Natürlich entpuppte sich diese Anstrengung als nicht besonders klug, da ich am nächsten morgen in meinem neuen Heim am liebsten mit Schnupfen Hals- und Kopfschmerzen im Bett geblieben wäre. Aber die Arbeit rief. So ging ich nun zu meinem ersten Arbeitstag halb krank und wenig aufnahmefähig. Dennoch wurde dieser zu einem vollen Erfolg.

Nach knapp 3 Kilometern Arbeitsweg empfing mich nämlich meine Betreuerin auf das Herzlichste und ich wurde allen meinen DaF (Deutsch als Fremdsprache)-Klassen vorgestellt. Das sind eine 7., eine 8. und eine 3. Klasse der Gymnasiums (in Deutschland eine 9. Klasse). Durch meine geringfügigen Polnischkenntnisse beeindruckte ich bereits Schüler und Lehrer und wurde freundlich und entgegenkommend von der Lehrerschaft willkommen geheißen. Was die Arbeit betraf hatte es sich also gelohnt, nicht gleich am Anfang „aufzugeben“. Und so nahm ich direkt am ersten Tag Aufgaben zum vorbereiten des nächsten Unterrichts mit nach hause, einfach weil ich so begeistert war, mich gleich richtig einzubringen. Auch wenn das für mich die richtige Entscheidung war, ist es doch im Nachhinein verwunderlich, dass ich nicht richtig krank geworden bin. Aber was soll ich sagen……Pfefferminztee regelt.

Mittlerweile fühle ich mich in meiner Gegend schon ein klein wenig heimisch. Die Altstadt hier wird nicht zu Unrecht von Horden von Touristen berreist. Dennoch wurde mir wahrscheinlich schon viel zu oft gesagt, dass Kraków unheimlich schön ist, dass ich es zwar schön finde und mich wohlfühle, meine überschwängliche Begeisterung sich jedoch etwas in Grenzen hielt. Aber wer weiß ? Vielleicht habe ich einfach noch nicht genug gesehen und beim nächsten Stadtbesuch fällt meine Kinnlade auf den Boden. Immerhin gibt es hier zu viele Museen, die ich noch nicht gesehen habe und nach denen mein Historikerherz begehrt. Kaźimierz, das alte jüdische Viertel an der Weichsel, hat mich jedenfalls durch Nachtleben und Leute, Locations und Restaurants auf voller Linie überzeugt. Fast wie ein Stück Heimat. Ein Stück Dresdner Neustadt in Kraków.

Allgemein war ich im Vorfeld meines Freiwilligendienstes der Meinung, mit Polen ein Einsatzland gewählt zu haben, dass von allen Ländern wohl Deutschland in Mentalität, Lebensalltag und Struktur am nächsten kommt. Immerhin sind die kulturweit-Freiwilligen auf der ganzen Welt verstreut und manche sind schwierigeren Bedingungen ausgesetzt als ich sie mir vorstellen will. Ergibt es da überhaupt Sinn über Unterschiede zwischen Deutschland und Polen zu schreiben oder zu sprechen ? Ich finde schon. Denn mögen sie auch gering sein, sind in einer Weise da, die ich vorher noch nicht einmal erahnen konnte. In manchen Dingen ist Polen hunderte von Kilometern von Deutschland entfernt. Und in machen könnten sie sich nicht ähnlicher sein. Ich lebe jedoch noch zu kurz hier, um mir darüber auch nur den Ansatz eines Vergleiches zu bilden. Darum wird das auch Thema eines zukünftigen Artikels sein.

Dieser wird aber erst im Oktober erscheinen.

Bis dahin, machts gut!

Moritz

2 Gedanken zu „Logbucheintrag des Käpt’ns

  1. Hej und czesc Moritz,
    das klingt gut, und ich bin besonders gespannt auf Deine Kulturvergleiche mit dem geliebten Nachbarland und Leuten.
    Ich merke, dass ich viel zu lange nicht in der Stadt war. Wenn das kein Anlass ist, jetzt wo Du da bist :D
    Geniesse Land und Leute, hei das wird fein für Dich!!

  2. Hallo mein großer Patensohn- ich hoffe du hast dich gut eingelebt und dir schon ein paar Leute vertraut gemacht ? Morgen wird’s für Friedel bestimmt seltsam sein ohne Dich… bei uns ist alles soweit fein. Wir hatten ja auch eine Woche Krakow bei uns zuhause… lass dich mal herzlich drücken von allen Winklers…

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