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Bald!

„Und das Gelbe auf dem Schnee von gestern,
sind nur Spritzer vom Abschiedsbier.
Wenn du weißt morgen bist du fort von hier,
wenn du weißt morgen wirst du weiter ziehn.
Aus supertrist wird superschön.
Wenn du weißt morgen wirst du gehn“
(Bosse – Mordor)

Die letzte Woche in Berlin ist angebrochen. Nur noch drei Nächte in meinem Hochbett. Nur noch drei Abende, an denen ich mich mit Freunden treffen kann.  Nur noch dreimal mit den Mitbewohnis in der Küche sitzen. Ich stehe in meinem schon leeren WG-Zimmer und frage mich, wo die Zeit geblieben ist. War nicht eben noch März? Habe ich nicht gestern erst die Zusage für den Freiwilligendienst in Sofia bekommen?

Als ich die Bestätigungsmail für Bulgarien im Postfach hatte, war meine Freude riesig. Wow, Goethe-Institut! Cool, Auslandserfahrung! Endlich, weg aus Berlin! Das waren so die Gedanken, die mir damals durch den Kopf schossen. Auch in den letzten Wochen war ich „noch ganz gechillt“, wie meine Mutter das jetzt sagen würde. Arbeit, Uni-Exkursion und Kurzurlaube haben kaum Platz gelassen, irgendwie groß über die kommenden 12 Monate nachzudenken. Und wenn, dann nur mit Vorfreude.

Aber nun ist es fast so weit. Mein Freiwilligendienst beginnt offiziell am Samstag. Da fahre ich zum Vorbereitungsseminar an den Werbellinsee. Dort treffe ich zum ersten Mal auf die anderen Freiwilligen, lerne das Orga-Team von kulturweit kennen und werde wohl so richtig und wahrhaftig mit der Tatsache konfrontiert, dass es nun wirklich bald losgeht. Und plötzlich sind sie da, diese etwas unschönen Fragen in meinem Kopf: Hätten nicht 6 Monate auch gereicht? Habe ich alle wichtigen Unterlagen? Hätte ich nicht doch noch ein bisschen bulgarisch lernen sollen? Und dann dieses komische Gefühl, dass ich Berlin, bzw. „meine Berliner“, ganz schön vermissen werde. Irgendwie fühlt sich der Moment, auf den ich so lange gewartet habe, gerade viel zu nah an.

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