{"id":286,"date":"2014-01-27T22:43:06","date_gmt":"2014-01-27T21:43:06","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/eickeubosnu\/?p=286"},"modified":"2014-03-06T17:02:13","modified_gmt":"2014-03-06T16:02:13","slug":"rirareisereflektionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/eickeubosnu\/2014\/01\/27\/rirareisereflektionen\/","title":{"rendered":"Rirareisereflektionen"},"content":{"rendered":"<p>Und da sitzt man wieder am Schreibtisch, wo man vor f\u00fcnf Wochen schon sa\u00df. Diesmal entspannt, vorher im Packstress. Wie das doch so oft ist. Was einem gestern im Zug noch wie eine Ewigkeit entfernt vorkommt, ist nun wieder Alltagsrealit\u00e4t. Aus dem Reisenden wird wieder Sesshafter, aus der Reiserealit\u00e4t wird Erinnerung und irgendwann wahrscheinlich wieder Fernweh.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Wochen sind eine lange Zeit. Eine tolle Zeit. F\u00fcnf Wochen waren m\u00f6glich, weil vier davon Schulfrei waren. F\u00fcnf Wochen waren m\u00f6glich, weil der Schnee bis genau gestern auf sich hat warten lassen und einen somit unbeschwert entlang der Breitengrade schl\u00e4ndern, laufen oder fahren lie\u00df.<\/p>\n<p>Was man generell in diesen f\u00fcnf Wochen gemerkt hat ist ersteinmal, dass kein Plan oft der bessere Plan ist. Pl\u00e4ne gehen schief, Entt\u00e4uschungspotential ist somit vorhanden. Ohne Plan kann auch kein Plan misslingen, das gerade genannte Potential sinkt somit auf eine unglaubliche Null.<\/p>\n<p>Was noch deutlich geworden ist: Es geht uns verdammt gut. So gut, dass man Dinge tut, die das menschliche Umfeld schon garnichtmehr versteht. Warum h\u00e4lt ein Deutscher den Daumen raus? Warum nimmt man nicht den Bus? Warum wollen die an der n\u00e4chsten Stra\u00dfenecke rausgelassen werden und nicht am Busbahnhof?<\/p>\n<p>Ja warum tun wir das eigentlich? Warum nimmt man nicht den Bus?<\/p>\n<p>Das gleiche Beispiel kann man wunderbar an Budapest und Sarajevo feststellen: Ungarnhauptstadt mit Pariser Struktur und Flair, brummende Metropole und Zentrum f\u00fcr alles. Neben den schicksten, schn\u00f6seligsten L\u00e4den und neuesten Caf\u00e9s findet man neu-alte Caf\u00e9s. Alter Charme neu kreiert, gewolltes Retrotum in neu gestrichenen Geb\u00e4uden. Sesseldesign von vor 40 Jahren, Produkt von Gestern in neu. Ungarn, in der seit 2004. Sarajevo, Hauptstadt eines vergleichsweise winzigen Staats, m\u00f6glicher Anw\u00e4rter auf die EU. 19 Jahre \u00fcber den Krieg hinweg. Hier findet man das \u00e4hnliche Caf\u00e9 jedoch noch im alten, ranzigen (ein Deutscher w\u00fcrde sagen: renovierungsbed\u00fcrftigen) Geb\u00e4ude. Vom Staatsgeld wird der neue Glasturm nebenan finanziert, mit neuen Shoppingcentern f\u00fcr aktuellstes Konsumgut. In Budapest steht ein Veganerrestaurant neben dem anderen.<\/p>\n<p>Interpretation: Alles was man in Deutschland und anderswo gewollt wiederherstellt, weg von der H&amp;M-Hose hin zum Flohmarkt, gab es schonmal. Damals. Irgendwann. Weit vor meiner Zeit, weshalb ich eigentlich solcher Thesenaufstellung garnicht befugt bin. Alte Sofas, Urlaub mit dem Daumen raus &#8211; der Trend, es sich schlechter gehen zu lassen als man eigentlich m\u00fcsste, um es sich besser gehen zu lassen.<\/p>\n<p>Das mal so als kleine Urlaubsphilosophie vom Samstagabend. Nun zum Detail:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/eickeubosnu\/2014\/01\/27\/suboticanische-weihnachten\/\">Suboticanische Weihnachten<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/eickeubosnu\/2014\/01\/28\/bulgaristan-1\/\">Bulgaristan 1<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/eickeubosnu\/2014\/02\/13\/von-der-istanbuler-unbeschreiblichkeit\/\">Von der Istanbuler Unbeschreiblichkeit<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/eickeubosnu\/2014\/02\/20\/bulgaristan-2\/\">Bulgaristan 2<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/eickeubosnu\/2014\/02\/25\/was-alles-nicht-rumaenien-ist\/\">Was alles nicht Rum\u00e4nien ist<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/kulturweit.blog\/eickeubosnu\/2014\/03\/06\/buda-mit-pest-und-zagreb\/\">Buda mit Pest und Zagreb<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und da sitzt man wieder am Schreibtisch, wo man vor f\u00fcnf Wochen schon sa\u00df. 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