{"id":73,"date":"2021-05-03T13:04:34","date_gmt":"2021-05-03T11:04:34","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/dreil\/?p=73"},"modified":"2021-05-03T20:41:37","modified_gmt":"2021-05-03T18:41:37","slug":"und-du-glaubst-nicht-an-wunder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/dreil\/2021\/05\/03\/und-du-glaubst-nicht-an-wunder\/","title":{"rendered":"Und du glaubst nicht an Wunder"},"content":{"rendered":"<p>Was ne Woche. Am Wochenende war ich zwar wieder ein bisschen allein allein aber ich habe die Gelegenheit genutzt und bin an den See gefahren, habe viel Zeit in der Innenstadt verbracht und war einfach mal da. Keine Gedanken, keine Pflichten. Einfach nur da sein. Das war sch\u00f6n muss ich sagen, hat aber nach dem 2. Tag Langeweile in mir hervorgerufen, die wieder zu diesem doofen Gedanken f\u00fchrt : Du musst was machen und was neues sehen. Jeden Tag! Ich glaube der Zwiespalt ist zur Zeit so Geo wie nie. Ja, klar. Ich freu mich auf Zuhause. Aber ich genie\u00dfe das gerade so sehr. Ich habe seit 10 Jahren gesagt, dass ich genau das machen will, wenn ich mit der Schule fertig bin. Und ich kann mich noch nicht damit abfinden, dass es schon so bald vorbei sein soll. Das war mein \u201egro\u00dfes Ziel\u201c seit ein paar Jahren. Jetzt ist es da. Anders als erwartet. Vielleicht auch nicht ganz das, was ich eigentlich wollte. Aber immer noch genau das, was mein 9 J\u00e4hriges Ich jedem an die Stirn geklatscht hat. Hier bin ich nun. Und suche mir neue Meilensteine. Aber erstmal genie\u00dfe ich den jetzigen.<\/p>\n<p>Am Montag ist ein kleines Wunder passiert. F\u00fcr die, die mich schon l\u00e4nger verfolgen oder auch schon den anderen Blog gelesen haben wissen es. Ich war bisher zu 3 Veranstaltungen in meiner Einsatzstelle. 2 mal zu DSD Pr\u00fcfungen und zum Chor. Das wars. Mein Plan hier eigentlich :\u00a0 vor einer Klasse stehen und mich selbst herausfordern. Die Realit\u00e4t der letzten 6 Monate: Mit Kaffee und Jogginghose vor dem Laptop sitzen, auf eine schwarze Wand voll mit Namen starren und Monologe f\u00fchren. Mal wird mehr mit mir geredet, mal weniger. Ich wurde letzte Woche sogar gefragt was genau meine Aufgabe eigentlich ist. Noch immer bin ich in den meisten Augen eine Austauschsch\u00fclerin. Einfach, weil sie meine Vorstellung (viel zu aufwendige PowerPoint Pr\u00e4sentation) nicht verstanden haben. Oder verpasst. Oder verschlafen. Oder einfach nicht zugeh\u00f6rt. Ich weis es nicht, denn ich hatte ja bisher keine M\u00f6glichkeit eine direkte R\u00fcckmeldung zu bekommen. Keine Mimik. Kein Augenbrauen hochziehen. Kein Blick der sagt \u201ewas will die von uns?\u201c Sondern nur eine schwarze Wand mit Namen. Und dann kam der Montag und das Wunder geschah. Ich ging in die Schule. F\u00fcr zwei Stunden habe ich den DSD Kurs der ersten (in Deutschland w\u00e4ren sie in der 9.) Klassen bespa\u00dft. Ich habe mit einen Plan gemacht, den ich nicht eingehalten habe (machen das Lehrer?). Ich jedenfalls habe es getan. Mir war die Grammatik egal, ich wollte auch keine Texte h\u00f6ren. Ich wollte einfach ein normales Gespr\u00e4ch haben mit Frage, Antort und Gegenfrage. Und genau das habe ich gemacht. Wir haben dabei \u00fcber wirklich alles geredet. \u00dcber Spielideen, dar\u00fcber, wie das Gesetz in Polen zu bestimmten Dingen ist oder warum einer meiner Sch\u00fcler unbedingt nach Rio de Janeiro m\u00f6chte. \u00dcber manches, wor\u00fcber wir redeten, schildere ich hier nicht. Was ich aber sagen kann? Es hat so unglaublich viel Spa\u00df gemacht. Ich war noch nicht einmal aufgeregt. Es hat sich einfach nat\u00fcrlich und gut angef\u00fchlt. Ich kam ins Gespr\u00e4ch, ich habe trotzdem \u00dcbungen mit ihnen gemacht und das aller wichtigste: Wir haben zusammen gearbeitet und gelacht. Na klar, wird das nicht in jeder Klasse so sein. Aber ich bin wirklich gl\u00fccklich , dass mein erster Eindruck eben genau der ist.<\/p>\n<p>Naja und einen Tag sp\u00e4ter, sa\u00df ich wieder in Jogginghose mit Kaffee vor dem Laptop und starrte in eine schwarze Wand. Aber ich habe Selbstbewusstein und auch Reflexion bekommen durch die Stunden am Montag. Es hat sich so gut angef\u00fchlt.<\/p>\n<p>Am Mittwoch habe ich dann erfahren, dass die n\u00e4chste Woche auch eher ohne Unterricht stattfinden wird. Also beschlie\u00dft klein Leana mal zu fragen, wer denn Lust hat mich in Obhut zu nehmen. \u00a0Vielleicht reise ich in letzter Zeit ein bisschen viel. Ist gut m\u00f6glich, dass es ein bisschen zu viel ist. Darum habe ich mir auch Gedanken gemacht. Aber ich lebe nun mal jeden Tag intensiv. Beziehungsweise ich versuche es. Und wenn schon Corona mir viel vermiest, dann wenigstens nicht innerhalb des Landes zu reisen. Ich halte mich an alle Bestimmungen und bin vorsichtig \u2014 nat\u00fcrlich! Aber ich m\u00f6chte es einfach voll aussch\u00f6pfen. Manchmal habe ich dann ein schlechtes Gewissen. Woher kann ich garnicht genau sagen. Einfach so ein Bauchgef\u00fchl.<\/p>\n<blockquote><p>And I don\u2019t know the right tracks for this trait, this is something I can\u2019t explain ~ Sunrise Avenue<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich freue mich auf die n\u00e4chsten Wochen. Warum, erz\u00e4hl ich, wenn es so weit ist.<\/p>\n<p>Bis dahin verliebe ich mich weiter in die wundersch\u00f6ne Stadt Lublin und das Land.<\/p>\n<p>Bleib gesund, bleib lieb,<\/p>\n<p>Leana<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ne Woche. Am Wochenende war ich zwar wieder ein bisschen allein allein aber ich habe die Gelegenheit genutzt und bin an den See gefahren, habe viel Zeit in der Innenstadt verbracht und war einfach mal da. Keine Gedanken, keine Pflichten. Einfach nur da sein. 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