{"id":33,"date":"2021-03-10T13:34:50","date_gmt":"2021-03-10T12:34:50","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturweit.blog\/dreil\/?p=33"},"modified":"2021-03-10T13:34:50","modified_gmt":"2021-03-10T12:34:50","slug":"wichtig-und-richtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturweit.blog\/dreil\/2021\/03\/10\/wichtig-und-richtig\/","title":{"rendered":"Wichtig und Richtig"},"content":{"rendered":"<p>Hallo erneut,<\/p>\n<p>heute werde ich wahrscheinlich ein wenig melancholisch. Aber vorne weg, ich hatte ein sehr sch\u00f6nes Wochenende. Ich war in Na\u0142\u0119cz\u00f3w, ein kleiner Kurort in der der N\u00e4he von Lublin und war mit einer Freundin und ehemaligen Sch\u00fclerin (die gleiche Person) in der Stadt. Waren sch\u00f6ne und sehr lustige Erlebnisse mit wie immer leckerem Essen und ganz viel Lachen.<\/p>\n<p>Auch mein Start in die neue Woche war gut. Nichts aufregendes, au\u00dfer dass mir wieder bewusst wurde wie kompliziert deutsch ist. Wer hat sich denn ausgedacht, dass wir die Zahlen von hinten nach vorne lesen, ein &#8222;und&#8220; dazwischen bauen und bei 70 die H\u00e4lfte fehlt, sodass es siebzig und nicht siebenzig hei\u00dft.<\/p>\n<p>Wie auch immer. Gestern jedenfalls hatte ich dann unser Deutsch Projekt, auf das ich ziemlich stolz bin. Grundidee ist, dass Jugendliche aus Europa \u00fcber Zoom zusammenkommen und mit immer neuen Leuten quatschen k\u00f6nnen. Dabei dient Deutsch als die Sache, die alle miteinander verbindet. Und es macht immer super viel Spa\u00df mit allen zu quatschen und Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen. Man lernt viel \u00fcber ihr Weltbild und man hinterfragt immer wieder das eigene. Ob das ohne Corona zustanden gekommen w\u00e4re? Ich glaube nicht. Und genauso wenig h\u00e4tte ich die M\u00e4dels kennengelernt. Um es kurz zu machen: Zwei andere Freiwillige aus Rum\u00e4nien und Tschechien und ich sind einfach mal am l\u00e4ngsten geblieben und haben gequatscht. \u00dcber alles. Wirklich alles. Und es war so sch\u00f6n, dass wir das immer machen, wenn dieses Deutsch Projekt stattfindet. Und das tolle ist, es sind alle ungef\u00e4hr auf der gleichen Wellenl\u00e4nge. Vielleicht weil wir alle Freiwillige sind, vielleicht war es aber auch einfach Schicksal, dass ich das erste Mal mehrere Tage alleine in der Wohnung war und kurz vor der Vereinsamung stand. Und dann war abends das Meeting. Und auf einmal lerne ich beide kennen und wir reden bis um halb 1. Ein unbeschreibliches Gef\u00fchl. Mittlerweile kennen wir uns echt gut und nennen uns den Stammtisch. Und das allersch\u00f6nste ist, dass man das Gef\u00fchl hat man kennt sich so gut, ohne sich je in echt gesehen zu haben. Einfach weil man \u00fcber alles, wirklich alles, reden kann. Meistens von 19 Uhr bis um 1. Und zwar hemmungslos. Ich bin daf\u00fcr so dankbar und ich freue mich da jedes Mal wie ein Kind drauf.<\/p>\n<p>Gestern kamen wir dabei auf ein spezielles Thema: Freunde. Und dazu habe ich heute morgen mit einer lang vergessenen Freundin dar\u00fcber geschrieben, die das gleiche durchmacht. Es ist irgendwie schwer, zu verstehen, dass gewisse Menschen einfach nur Schulfreunde waren. Und dass man an der Zeit nicht mehr festhalten kann. Es ist ein neues wundervolles Kapitel angebrochen (seit 5 Monaten schon, guten Morgen Leana) aber trotzdem trauert man dem letzten noch ein bisschen nach. Und das ist okay und darf auch sein. Man darf dabei nur nicht vergessen den Blick nach vorne zu richten und aus Altem zu lernen. Den Schlussstrich ziehen bedeutet nicht, alles vergessen. Sondern nicht mehr abh\u00e4ngig davon zu sein und sich neue Dinge ansehen. Neue Erfahrungen machen. Neue Menschen kennenlernen oder schon bekannte Menschen besser kennenlernen. Ich bin so dankbar, f\u00fcr die Freunde die ich habe. Und f\u00fcr die Familie, die immer hinter mir steht. Und ich freue mich \u00fcber jede Erinnerung des vergangenen Kapitels. Aber ich freue mich noch mehr neue Kapitel zu erleben, mit Menschen, die richtig f\u00fcr mich sind. Richtig und wichtig. Also was ich damit sagen will, ich f\u00fcr meinen Teil mache mich frei von alten Dingen. Ich freue mich \u00fcber eine Nachricht oder so etwas, von jemandem, der nicht ganz pr\u00e4sent in meiner Liste ist. Aber ich freue mich viel mehr \u00fcber die Menschen, die dieses Kapitel mit mir erleben (sei es physisch oder auch nur psychisch oder digital) und die durch alle Kapitel mit mir gehen. Das sind die, \u00fcber die ich mir Gedanken mache. Was ihr daraus ziehen k\u00f6nnt weis ich nicht. Vielleicht hat jemand von euch diesen Anschupser gebraucht. Konzentrieren wir uns auf Familie und Menschen, die wenn wir 100% geben, auch 100% zur\u00fcckgeben.<\/p>\n<p>Ich glaube, ich hab durch Corona so viel Zeit zur Reflektion, dass es mir gut tut, so etwas festzuhalten.<\/p>\n<p>Man lernt immer was dazu, und auch wenn es nur \u00fcber einen selber ist.<\/p>\n<p>Bleibt lieb!<\/p>\n<p>Leana<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo erneut, heute werde ich wahrscheinlich ein wenig melancholisch. Aber vorne weg, ich hatte ein sehr sch\u00f6nes Wochenende. Ich war in Na\u0142\u0119cz\u00f3w, ein kleiner Kurort in der der N\u00e4he von Lublin und war mit einer Freundin und ehemaligen Sch\u00fclerin (die gleiche Person) in der Stadt. 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